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Segmentberichterstattung im Konzern

Eine exemplarische Darstellung für die Konvergenz des internen und externen Rechnungswesens

Segmentberichterstattung im Konzern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anne Stölken
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 718,5 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule Bremen, University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8982-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8982-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8982-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stölken, Anne April 2005: Segmentberichterstattung im Konzern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Shareholder, IAS, DRS, Bericht, konvergent

Diplomarbeit von Anne Stölken

Einleitung:

In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich eine Globalisierung des Handels, eng verbunden mit der Globalisierung der Kapitalmärkte. Unternehmen stellen sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen dem weltweiten Wettbewerb und werben global um den knappen Faktor Kapital. Dieser Wandel spiegelt sich auch in der Rechnungslegung wider. Dabei sind interne und externe Faktoren betroffen, die eine Veränderung des Anforderungsprofils der Unternehmen und ihres Umfeldes nach sich ziehen. Interne Faktoren sind z.B. der gestiegene Kapitalbedarf und die verstärkte Hinwendung zu einer auf der externen Rechnungslegung basierenden Unternehmensführung. Zu den externen Faktoren gehören z.B. die zunehmende Gewichtung von Investoreninteressen im Adressatenkreis sowie die Aktivitäten der EU zur Internationalisierung der Rechnungslegung.

Wenn sich die Aussagekraft der Konzernabschlüsse an den Bedürfnissen der Investoren orientiert, muss die Informationsfunktion im Mittelpunkt stehen. D.h., Unternehmen müssen einer durch den Kapitalmarkt induzierten Unternehmenspublizität (business reporting) gerecht werden. Damit vollzieht sich ein Wechsel von dem bisherigen financial accounting zum business reporting. Die gestiegenen Informationsbedürfnisse und -verpflichtungen können nur durch einen Ausbau und Aufbau der Informationsinstrumente erfüllt werden. Die Segmentberichterstattung stellt solch ein Informationsinstrument dar, weil sie besonders geeignet erscheint, die Erfolgspotentiale und Risikostrukturen eines Unternehmens aufzuzeigen.

Die zunehmende Globalisierung erfordert allerdings nicht nur die angestrebte Harmonisierung der externen Rechnungslegung, sondern stellt auch die Frage nach einer Konvergenz des internen und externen Rechnungswesens in Deutschland. Denn wenn externe Investoren ihre Entscheidungen aufgrund externer Rechnungslegungswerke treffen sollen, aber die Entscheidungen des Managements nur auf internen basieren, muss zwischen beiden eine Beziehung bestehen, ansonsten wird die Bedeutung der externen Rechnungslegung in Frage gestellt werden müssen. Dabei sind die Zusammenhänge des internen und externen Rechnungswesens zu untersuchen und die Rolle der Segmentberichterstattung.

Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist eine mögliche Konvergenz des internen und externen Rechnungswesens und die Bedeutung der Segmentberichterstattung. Dabei wird die Verfasserin zunächst in ihren Betrachtungen die Segmentberichterstattung nach den Anforderungen des HGB/DRS und der IFRS untersuchen. IFRS deshalb, weil die vorangetriebene Internationalisierung der Rechnungslegung durch die EU auf den IFRS basieren. Bis zur Beendigung der Arbeit stand noch die endgültige Umsetzung des BilReG in die Standards des DSR aus, so dass an gegebener Stelle deutlich auf die möglichen Änderungen bzw. mögliche Entwicklungen eingegangen wird.

Problemstellung:

Ziel der vorgelegten Arbeit war es, die in der Literatur oftmals postulierte These, die Rechnungslegung nach angelsächsischen Normen mache eine Kostenrechnung deutscher Prägung zur Steuerung von Gesellschaften zunehmend überflüssig, nachzuvollziehen und theoretisch-konzeptionell zu hinterfragen.

Bisweilen wird sogar von einer Konvergenz des internen und externen Rechnungswesens gesprochen und dabei in erster Linie die umfangreiche Segmentberichterstattung nach IFRS als Beispiel herangezogen. Konsequenterweise wird dann auch die zu analysierende These im Rahmen der Segmentberichterstattung illustriert.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einführung 1
2. Grundsätze der Segmentberichterstattung 3
2.1 Zielsetzung der Segmentberichterstattung 3
2.2 Adressaten der Segmentberichterstattung 4
2.3 Grundlegende Abgrenzungskonzeptionen 5
2.3.1 Risk and Reward Approach 6
2.3.2 Management Approach 6
2.3.3 Zwischenfazit 7
2.4 Ermittlungsgrundsätze und Ermittlungsmethoden für Segmentdaten 8
2.4.1 Generierung der Segmentdaten 8
2.4.2 Spezifikation der Segmentrechnungslegungskonzeptionen 8
2.4.2.1 Autonomous Entity Approach 8
2.4.2.2 Disaggregation Approach 8
2.4.2.3 Zwischenfazit 9
2.4.3 Rechnungslegungsgrundsätze bei der Ermittlung der Segmentdaten 10
2.5 Bestimmung des Segmentierungsumfangs 10
3. Segmentberichterstattung nach HGB und DRS 11
3.1 Entwicklung der gesetzlichen Vorgaben 11
3.2 Zielsetzung und Aufgaben der Segmentberichterstattung 12
3.3 Aufstellungspflicht 13
3.4 Segmentabgrenzung 14
3.4.1 Segmentkriterien 14
3.4.2 Segmentdefinition 15
3.4.3 Zusammenfassung operativer Segmente 16
3.5 Bestimmung berichtspflichtiger Segmente 18
3.5.1 Aggregation operativer Segmente 18
3.5.2 Bestimmung der Wesentlichkeit (10%- und 75%-Test) 19
3.5.3 Sonderfälle 20
3.5.4 Sonstige Segmente 20
3.6 Segmentbilanzierungsmethoden und Segmentbewertungsmethoden 21
3.7 Ausweis der Segmentinformationen 21
3.7.1 Segmentdaten operativer Segmente 22
3.7.2 Überleitungsrechnung 23
3.7.3 Zusatzdaten 23
3.7.4 Sonstige Angaben und Erläuterungen 24
4. Segmentberichterstattung nach IFRS 25
4.1 Entwicklung in der internationalen Rechnungslegung 25
4.2 Zielsetzung und Aufgaben der Segmentberichterstattung 26
4.3 Aufstellungspflicht 26
4.4 Segmentabgrenzung 27
4.4.1 Segmentkriterien 27
4.4.2 Segmentdefinition 27
4.4.3 Primäres und sekundäres Segmentberichtsformat 29
4.5 Bestimmung berichtspflichtiger Segmente 30
4.5.1 Aggregation sektoraler und regionaler Segmente 30
4.5.2 Bestimmung der Wesentlichkeit (10%- und 75%-Test) 30
4.5.3 Vertikal integrierte Segmente 31
4.5.4 Sonderfälle 32
4.5.5 Sonstige Segmente 32
4.6 Segmentbilanzierungsmethoden und Segmentbewertungsmethoden 33
4.7 Ausweis der Segmentinformationen 34
4.7.1 Primäres Berichtsformat 34
4.7.1.1 Pflichtangaben 34
4.7.1.2 Freiwillige Angaben 36
4.7.1.3 Überleitungsrechnung 36
4.7.2 Sekundäre Segmentinformationen 37
4.7.3 Sonstige Angaben und Erläuterungen 38
5. Segmentberichterstattung als Element eines konvergenten Rechnungswesens 39
5.1 Begriffsdefinitionen 39
5.2 Entscheidungsrelevanz der Berichterstattung 40
5.2.1 Informationsfunktion der externen Rechnungslegung für Kapitalmärkte 40
5.2.2 Informationsbedarf der Shareholder 41
5.2.3 Ausrichtung auf den Shareholder Value 42
5.3 Perspektiven der externen Rechnungslegung 44
5.3.1 Wandel vom Financial Accounting zum Business Reporting 44
5.3.2 Internationalisierung der Rechnungslegung 46
5.4 Ein konvergentes Rechnungswesen 48
5.4.1 Historische Ursachen für Divergenz 48
5.4.2 Darstellung des Rechnungswesens 48
5.4.2.1 Externes Rechnungswesen 48
5.4.2.2 Internes Rechnungswesen 49
5.4.2.3 Zweckhierarchie eines konvergenten Rechnungswesens 50
5.4.3 Ziel eines konvergenten Rechnungswesens 50
5.4.4 Zentrale Bedeutung der Segmentberichterstattung in einem konvergenten Rechnungswesen 51
5.4.4.1 Beitrag der Segmentberichterstattung zur Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen 51
5.4.4.2 Grenzen der Segmentberichterstattung 52
5.4.5 Anforderungen an ein konvergentes Rechnungswesen 54
5.4.5.1 Anforderungen an das externe Rechnungswesen 54
5.4.5.2 Anforderungen an das interne Rechnungswesen 54
5.4.6 Abgrenzung des relevanten Konvergenzbereichs 55
5.4.7 Umstellungsstrategien 57
5.4.8 Umstellungen im internen und externen Rechnungswesen 58
6. Schlussbetrachtungen 61
Anhangverzeichnis 64
Anhang 65
Literaturverzeichnis 81

Automatisiert erstellter Textauszug:

Eine Aggregation nach IAS 14.34 i.V.m. IAS 14.9 kann für zwei oder mehrere intern separat dargestellte Geschäftssegmente oder geografische Regionen zu einem ausweisfähigen Segment vorgenommen werden, sofern die Segmente wesentliche Gemeinsamkeiten aufweisen.210 IAS 14.34 knüpft zwei Bedingungen an die Zusammenfassung von Geschäftssegmenten bzw. geografischen Segmenten. Zum einen müssen sie in sämtlichen Kriterien der Definition von Geschäftssegmenten bzw. geografischen Segmenten ähnlich sein (IAS 14.34 (b)),211 die nach IAS 14.9 bei der Abgrenzung von Segmenten zu berücksichtigen sind (Abschnitt 4.4.2, S. 27).212 Zum anderen müssen sie eine ähnlich langfristige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aufweisen (IAS 14.34 (a)).213 Bei der Aggregation der Segmente müssen generell alle Kriterien erfüllt sein,214 d.h. aber nicht, dass sämtliche Faktoren völlig übereinstimmen müssen.215 Eine Zusammenfassung bei geringen Abweichungen ist also möglich, wobei eine Berücksichtigung sämtlicher Kriterien erforderlich ist.216 Bei der Aggregation von einzelnen Segmenten, die nicht wesentlich sind, d.h. die Kriterien aus IAS 14.35 nicht erreichen, genügt die Erfüllung der Mehrheit der Kriterien (IAS 14.11).217 [...]

Ob die Geschäftssegmente oder die geografischen Segmente die primären Segmente (primary segment) bilden, hängt davon ab, welche der beiden Segmentierungskriterien das Ergebnis sowie das wirtschaftliche Risiko eines Unternehmens am stärksten beeinflussen (IAS 14.26).200 Das IASB geht davon aus, dass die vorgenommene Segmentierung aufgrund der internen Organisation, Steuerung und Berichterstattung, am besten die Art und Höhe der Erträge und das wirtschaftliche Risiko abbilden.201 Werden die Risiken und Chancen des Unternehmens vorwiegend durch die Art der Produkte und Dienstleistungen bestimmt, stellen die Geschäftssegmente das primäre Berichtsformat (primary segment reporting format) dar und die geografischen Segmente das sekundäre Berichtsformat (secondary segment reporting format; IAS 14.26). Umgekehrt dazu bilden die geografischen Segmente das primäre Berichtsformat, wenn die Risiken und Chancen des Unternehmens wesentlich von der Tatsache beeinflusst werden, dass das Unternehmen in unterschiedlichen Ländern oder Wirtschaftsräumen tätig ist. In dem Fall ist das Geschäftssegment das sekundäre Berichtsformat (IAS 14.26).202 Für das primäre Berichtsformat ergeben sich im Gegensatz zum sekundären umfangreiche Angabepflichten (IAS 14.27).203 Die sogenannte two tier-segmentation wurde durch das DSOP im E51 eingeführt und bedingt eine Abhängigkeit des Berichtsumfangs der beiden Segmentierungsdimensionen von der Ausrichtung des Unternehmens.204 Die Segmentabgrenzung enthält zwei Einschränkungen für die Fälle, in denen ein Hauptkriterium nicht feststellbar ist, wenn die Segmentdimensionen Geschäftsegment und geografisches Segment von der Geschäftsleitung als gleich bedeutend angesehen werden.205 D.h., die Risiken und Chancen der Segmentdimensionen beeinflussen gleich stark das Unternehmen, z.B. bei einer Matrixorganisation. In diesem Fall bilden die Geschäftssegmente das primäre und die geografischen Segmente das sekundäre Berichtsformat (IAS 14.27 (a)).206 Die zweite Einschränkung betrifft genau den umgekehrten Fall, nämlich, dass die interne Segmentierung weder auf einzelnen Produkten oder Produktgruppen noch auf regionalen Geschäftsfeldern basiert (z.B. basierend auf der Segmentierung nach Kundengruppen oder juristischen Einheiten). In diesem Fall hat das Management aus Sicht der Risiken und Chancen das primäre und sekundäre Berichtsformat festzulegen (IAS 14.27 (b)).207 [...]

Nach Ansicht des IASB ist grundsätzlich eine Segmentierung nach produktorientierten Geschäftsfeldern (business segments) und nach geografischen Regionen (geografical segments) mit jeweils homogenen Risiken und Chancen vorzunehmen.187 Die Segmentierung nach IAS 14 erfolgt grundsätzlich nach dem Konzept des risk and reward approach (Abschnitt 2.3.1, S. 6). Dabei wird für die Gliederung der Segmente die Risiko- und Chancenstruktur des Unternehmens herangezogen.188 Allerdings enthält IAS 14 auch Elemente des management approach (Abschnitt 2.3.2, S. 6).189 Fey und Mujkanovic bezeichnen den von IAS 14 verfolgten Ansatz als "a management approach with a riskand-rewards safety net."190 Eine Ausprägung dessen zeigt sich in dem dreistufigen Prozess der Segmentidentifikation. Neben der Einteilung in produktorientierte Geschäftsfelder und in geografische Regionen mit jeweils homogenen Risiken und Chancen erfolgt die Identifikation auszuweisender Segmente.191 Des Weiteren hat eine Unterteilung, ausgehend von der internen Organisationsstruktur der Unternehmung, in eine primäre und sekundäre Segmentierungsebene (Abschnitt 4.4.3, S. 29), als two tier-segmentation bezeichnet, zu erfolgen.192 Der dritte Schritt ist die Identifikation der Segmente, um diese anschließend anhand der Wesentlichkeitsmerkmale als auszuweisende Segmente (reportable segments) zu klassifizieren.193 Eine andere Segmentierung z.B. nach juristischen Einheiten oder Kundengruppen darf nicht in die externe Segmentberichterstattung eingehen (IAS 14.32).194 [...]

Arbeit zitieren:
Stölken, Anne April 2005: Segmentberichterstattung im Konzern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Shareholder, IAS, DRS, Bericht, konvergent

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