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Schwerpunkte und Ergebnisse ausländischer Kapitalinvestitionen in Indonesien von 1967 bis zur Gegenwart

Schwerpunkte und Ergebnisse ausländischer Kapitalinvestitionen in Indonesien von 1967 bis zur Gegenwart
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Jens Krause
  • Abgabedatum: Februar 1996
  • Umfang: 239 Seiten
  • Dateigröße: 11,3 MB
  • Note: 2,1
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3897-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3897-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3897-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krause, Jens Februar 1996: Schwerpunkte und Ergebnisse ausländischer Kapitalinvestitionen in Indonesien von 1967 bis zur Gegenwart, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Magisterarbeit von Jens Krause

Einleitung:

Indonesien gehörte in der Zeit von 1967 bis 1995 zu einem der sich am schnellsten entwickelnden Staaten der Erde. Das jährliche Wirtschaftswachstum betrug in diesem Zeitraum durchschnittlich zwischen fünf und sieben Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von 3,5 Milliarden US$ im Jahre 1967 auf 144,7 Milliarden US$ im Jahre 1993. Das Pro-Kopf-Einkommen lag im Jahre 1967 noch bei 31,2 US$. Es soll im Jahre 1996 bereits die 1.000 US$ Schwelle überschreiten. Indonesien war in der Mitte der 60er Jahre ein Agrarland mit einem landwirtschaftlichen Anteil am BIP (Bruttoinlandsprodukt) von 53,9% und einem industriellen Anteil von 7,3%.

Die 1966 unter General Soeharto neu etablierte indonesische Führungselite setzte sich das Ziel, die Ressourcen des Landes für die Entwicklung zu einem modernen Industriestaat einzusetzen. Die Führung unter Soeharto sah die Ursache für den wirtschaftlichen Niedergang des Landes bis 1966 in der Überbetonung politischer Ziele bei der Gestaltung des Landes. Dem setzte Soeharto nach 1966 eine Strategie des Aufbaus und der Entwicklung, die sogenannte Pembangunan-Strategie gegenüber. Die Pembangunan-Strategie beinhaltete vorwiegend wirtschaftliche Ziele. Sie hatte jedoch offensichtlich die innenpolitische Aufgabe, durch die Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung Soehartos Führungsanspruch zu rechtfertigen und zu sichern sowie das Land zu entpolitisieren. Die Pembangunan-Strategie bestand aus vier Grundelementen, die in den staatlichen Dokumenten immer wieder auftauchten. Dazu gehörte die Staatsideologie Pancasila in Verbindung mit dem Grundgesetz von 1945 (indon.: Undang-undang Dasar 1945), die Idee von der Wirtschaftsdemokratie sowie eine sogenannte Entwicklungstrilogie (indon.: Trilogi Pembangunan).

Diese Entwicklungstrilogie beinhaltete die Strategie des Aufbaus nach 1966. Sie umfaßte im einzelnen: 1. eine ausgeglichene Verteilung der Entwicklung und ihrer Ergebnisse, um soziale Gerechtigkeit für das gesamte Volk zu schaffen, 2. ein ausreichend hohes Wirtschaftswachstum und 3. eine gesunde und dynamische nationale Stabilität. Diese Strategie bildete von 1966 an den Hintergrund der indonesischen Entwicklung. Auf die Pembangunan-Strategie und ihre Elemente wird im ersten Kapitel näher eingegangen. Der Erfolg der Pembangunan-Strategie zeigte sich nicht nur in den Steigerungsraten des BIP. Im Jahre 1992 waren der Anteil der Landwirtschaft am BIP auf 19,2% gesunken, der Anteil der verarbeitenden Industrie aber auf 21% gestiegen. In Deutschland betrug der industrielle Anteil am BIP im Jahre 1992 vergleichsweise 26,6%. Dies verdeutlicht, daß es Indonesien innerhalb der letzten dreißig Jahre tatsächlich gelungen war, einen fundamentalen Wandel seiner Wirtschaftsstruktur durchzuführen. Dieser Wandel dient der Sicherung der zukünftigen erfolgreichen Entwicklung des Landes.

Es erhebt sich folgende Frage: Wäre der indonesische Aufschwung auch ohne ausländische Investitionen möglich gewesen? In dieser Arbeit wird der Anteil der ausländischen Investitionen an der indonesischen wirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren von 1967 bis 1995 untersucht. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Mit welchen Zielstellungen waren ausländische Investitionen im Rahmen der indonesischen Wirtschaftsstrategie verbunden, wie verlief die Entwicklung der ausländischen Investitionen und welche Ergebnisse wurden erreicht?

Gang der Untersuchung:

Im ersten Kapitel der Arbeit werden die wirtschaftliche Situation Indonesiens und die Rahmenbedingungen für ausländische Kapitalinvestitionen zu Beginn der Neuen Ordnung untersucht. Danach gehen wir den staatlich gesetzten Schwerpunkten für die indonesische Entwicklung und für die ausländischen Investitionen auf der Grundlage von Führungs- und Planungsdokumenten nach. In diesem Rahmen wird auch die für ausländische Investitionen relevante Gesetzgebung untersucht, um die Umsetzung der Planung durch die Gesetzgebung aufzeigen zu können.

Im dritten Kapitel stehen die Fragen im Mittelpunkt, in welche Bereiche der indonesischen Volkswirtschaft schwerpunktmäßig ausländisches Kapital investiert wurde und in welchem Maße diese Investitionen den Entwicklungszielen Indonesiens entsprechen. Um die Bedeutung der ausländischen Investitionen im volkswirtschaftlichen Kontext einschätzen zu können, werden die Ergebnisse der ausländischen Investitionstätigkeit mit indikativen Parametern der indonesischen Wirtschaft verglichen. Bei der Behandlung der ausländischen Kapitalinvestitionen mußten der Erdölsektor und der Finanzsektor von der Betrachtung ausgeschlossen werden. Investitionen in diesen Bereichen erfolgen nicht über den BKPM (Badan Koordinasi Penanaman Modal; dt.: Behörde zur Koordinierung der Kapitalinvestitionen) sondern über das Finanz- bzw. das Erdölministerium. Der Anteil der ausländischen Firmen an der indonesischen Ölproduktion ist sehr hoch. Allein das amerikanische Unternehmen Caltex fördert die Hälfte des indonesischen Rohöls. Andere bekannte Förderfirmen sind Shell, British Petrol, Mobil, Elf Aquitaine, AGIP und Esso. Der Export von Rohöl betrug 1993 4,6 Milliarden US$. Investitionen im Erdölbereich nahmen auch nach der Ölkrise am Anfang der 80er Jahre zu. Ein Zugang zu Daten aus diesen Bereichen ist nur mit besonderen Genehmigungen möglich, da es sich um vitale und von der Regierung geschützte Bereiche der indonesischen Wirtschaft handelt. Alle anderen Daten über ausländische Investitionen liegen im BKPM vor und wurden in dieser Arbeit ausgewertet. Parallel zum Gesetz Nr. l /1967 über ausländische Kapitalinvestitionen werden in der vorliegenden Arbeit nur direkte Investitionen betrachtet. Portfolioinvestitionen waren deshalb ausgeschlossen.

Der zeitliche Rahmen für die vorliegende Arbeit umfaßt den Zeitraum von 1967 bis zum 31. August 1995. Für die Zeit danach waren noch keine Daten des BKPM erhältlich. Die verwendeten Daten basieren auf den neuesten Investitionsstatistiken des BKPM. Die Angaben über die sektorale und territoriale Struktur, über die Exportorientierung sowie über Arbeitsplätze der ausländischen Kapitalinvestitionen lagen jeweils detailliert von 1967 bis zum 31.08.1995 vor. Daten des IMF (International Monetary Fund; dt.: Internationaler Währungsfond) standen nur bis zum Jahre 1993 zur Verfügung. Die fehlenden Daten wurden entweder anderen Quellen entnommen oder auf der Basis der letzten fünf Jahre unter Berücksichtigung der jeweiligen Entwicklungstrends und der Zahl der betrachteten Monate für 1995 von mir geschätzt. Die Zahlen über die Entwicklung der indonesischen Wirtschaft wurden den Veröffentlichungen des BPS (Biro Pusat Statistik; dt.: zentrales statistisches. Büro) entnommen.

Eine Kritik der Daten erfolgt im vierten Kapitel. Eine wesentliche Grundlage für diese Arbeit bildeten die Bücher von Hal Hill. Hill betrachtet in seinem Buch "Foreign Investment and Industrialization in Indonesia" die ausländischen Investitionen von 1945 bis 1985. Dabei geht er sehr detailliert auf die Entwicklung in der neuen Ordnung ein. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem industriellen Sektor. Hills Methodik zur Auswertung der Investitionen bis zum Jahre 1986 war besonders für die Bearbeitung der rapiden Zunahme der Investitionstätigkeit in den letzten neun Jahren, die einen Schwerpunkt in dieser Arbeit bilden, hilfreich. Im Gegensatz zu Hill werden in dieser Arbeit jedoch, bis auf den Erdöl- und den Finanzsektor, alle Bereiche der Investitionstätigkeit abgedeckt. In seinem 1994er Buch "Indonesias New Order" gibt Hill einen historischen Abriß über die Entwicklung Indonesiens unter Soeharto. In einem Kapitel dieses Buches beschäftigt er sich speziell mit den ausländischen Investitionen. Außerdem schrieb Hill einige wertvolle Artikel über die indonesische Wirtschaft im BIES (Bulletin of Indonesian Economic Studies).

Weitere Bücher, die sich besonders mit ausländischen Investitionen in Indonesien beschäftigen, kommen von Sritua Arief, Robert B. Dickie, David William Carr und Charles Himawan. Himawan stellt in seinem Buch die rechtliche Seite der ausländischen Investitionen in den Vordergrund und liefert eine umfassende Analyse über den juristischen Hintergrund und die wirtschaftlichen Zielstellungen des Investitionsgesetzes von 1967. Dickie geht in seinem Buch unter anderem auf die extraktiven Industrien ein und gibt dabei eine Reihe wertvoller Hintergrundinformationen für die Entwicklung der Forstwirtschaft und des Bergbaus. Einige Autoren befassen sich mit speziellen wirtschaftlichen Themen Indonesiens und diskutieren dabei einzelne Zusammenhänge mit den ausländischen Kapitalinvestitionen. Sjahrir erörtert den Strukturwandel der indonesischen Wirtschaft und die Deregulierungspolitik. Mubyarto geht auf die wirtschaftliche Entwicklung Indonesiens und dabei besonders auf die Industrialisierung ein. Allgemeine Hintergrundinformationen und Untersuchungen wirtschaftspolitischer Natur finden sich bei Booth, Schwarz und Bresnan, der unter anderem die Deregulierung der Industrie behandelt. Schwarz setzt sich unter anderem kritisch mit der protektionistischen Unternehmenspolitik des Soeharto Clans auseinander. Die wirtschaftlichen Untersuchungen und Berichte des BIES (Bulletin of Indonesian Economic Studies) und des FEER (Far Eastern Economic Review) bildeten weitere Quellen dieser Arbeit.

In den Anhang wurden eine große Zahl von für ausländische Investitionen relevanten Gesetzen sowie komplette Statistiken über den Verlauf der Investitionen aufgenommen. Die Gesetze sind eine wichtige Ergänzung der Arbeit, für die vom Autor deutsche Übersetzungen angefertigt wurden. Englische Übersetzungen divergieren oft in Abhängigkeit von den Übersetzern. Die Unterschiede liegen nicht nur auf der begrifflichen Ebene. Teilweise kommt es sogar zu inhaltlich falschen Wiedergaben. Beispielsweise liegen für die englische Übersetzung der Regierungsverordnung Nr. 20/1994 drei Versionen vor, die alle eine unterschiedliche Lexik verwenden. Die kompletten Statistiken erlauben einen allgemeinen Überblick über die Entwicklung der Investitionen und ihre Evaluierung anhand von nationalen Parametern. Für einen effektiven Vergleich wurden die Rupiahdaten für den betrachteten Zeitraum auf der Basis der Dollarkurse umgerechnet. Wenn es notwendig erschien, die realen Verhältnisse von bestimmten Daten wiederzugeben, wurden die Daten auf der Dollarbasis gegen einen Dollardeflator zur Basis von 1990 umgerechnet. Als Deflator verwendete ich den Konsumentenpreisindex der USA. Gegeneinander verglichene Verlaufsdaten mußten nicht umgerechnet werden, da der Deflator für die betrachteten Daten gleichermaßen galt und somit das Ergebnis nicht beeinflußte. Tabellen und Grafiken im Text beruhen auf Tabellen im Anhang. Die Tabellen und Grafiken im Text dienen der Demonstration bestimmter Abläufe und Größenverhältnisse von ausländischen Investitionen. An den Grafiken und Tabellen ist ihr Bezug zur jeweiligen Tabelle im Anhang verzeichnet. Die Grafiken und Tabellen im Text sind mit arabischen Zahlen nummeriert. Die Tabellen im Anhang sind römisch nummeriert.

Inhaltsverzeichnis:

Übersicht über Tabellen im Text
Übersicht über Grafiken im Text
Abkürzungen
1. Einleitung 1
2. Die indonesische Wirtschaftsentwicklung von 1949 bis 1967 unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung des ausländischen Kapitals 6
2.1 Die Entwicklung bis zum 30. September 1965 8
2.2 Der Umsturz in Indonesien im Jahre 1965 19
3. Die Wirtschaftspolitik der indonesischen Regierung von 1967 bis 1995 und die Schwerpunkte für die ausländischen Kapitalinvestitionen 28
3.1 Die liberale Phase (von 1967 bis 1974) 31
3.1.1 Die Gesetze über ausländische und inländische Kapitalinvestitionen 32
3.1.2 Der Beginn der staatlichen Planung in der Neuen Ordnung 41
3.2 Die Phase des ökonomischen Nationalismus (von 1974 bis 1986) 47
3.3 Die Phase der Deregulierung (von 1986 bis heute) 54
3.3.1 Die Fortführung der Reformen in den 90er Jahren 63
3.3.2 Die Liste der geschlossenen Sektoren 71
3.4 Die Bilanz der Vorgaben für ausländische Kapitalinvestitionen (von 1969 bis 1995) 73
4. Die wichtigsten Ergebnisse der ausländischen Kapitalinvestitionen 77
4.1 Die ausländischen Investitionen im Vergleich zu ausgewählten Wirtschaftsindikatoren 84
4.2 Ein Vergleich von ausländischen und inländischen Investitionen 88
4.3 Die sektorale Verteilung der ausländischen Investitionen 92
4.3.1 Die ausländischen Investitionen im primären Sektor - 97
4.3.2 Der sekundäre Sektor 104
4.3.3 Der tertiäre Sektor 112
4.4 Die territoriale Struktur der ausländischen Kapitalinvestitionen 117
4.5 Die Exportorientierung der ausländischen Investitionen 122
4.6 Die Auswirkung der ausländischen Investitionen auf die Arbeitsplatzsituation in Indonesien 127
4.7 Die ländermäßige Herkunft der ausländischen Investitionen 133
5. Zusammenfassung 135
Anmerkungen 140
Literaturverzeichnis 145
Anhang

Arbeit zitieren:
Krause, Jens Februar 1996: Schwerpunkte und Ergebnisse ausländischer Kapitalinvestitionen in Indonesien von 1967 bis zur Gegenwart, Hamburg: Diplomica Verlag

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