Das Schwedische Institut, ein Organ der auswärtigen Kulturpolitik Schwedens, und das Schwedenbild im Ausland
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Björn Kohlhepp
- Abgabedatum: Oktober 2008
- Umfang: 110 Seiten
- Dateigröße: 658,5 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Deutschland
- Bibliografie: ca. 130
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2696-5
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kohlhepp, Björn Oktober 2008: Das Schwedische Institut, ein Organ der auswärtigen Kulturpolitik Schwedens, und das Schwedenbild im Ausland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Schwedenbild, Schwedisches Insitut, Kulturpolitik, Schweden, Nation Branding
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Magisterarbeit von Björn Kohlhepp
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit zur Erlangung des Grades eines Magisters Artium soll sich mit dem Schwedischen Institut, dem wichtigsten Organ der schwedischen auswärtigen Kulturpolitik, beschäftigen. Dieses Thema liegt mir nicht zuletzt persönlich nahe, da ich im Rahmen meines Studiums der Nordischen Philologie bereits etliche Male mittelbar oder unmittelbar mit dem Schwedischen Institut in Kontakt gekommen bin, so beispielsweise als es mir ein Stipendium des Institutes im Frühjahr 2007 ermöglichte, ein Semester an einer folkhögskola (Heimvolkshochschule) in Schweden zu verbringen.
Aus einfachen Überlegungen, wie etwa welche Aufgaben genau in der Verantwortung des Schwedischen Institutes liegen, welche Zielsetzung es dabei verfolgt oder seit wann es existiert, sowie Gedanken zum – zunächst vorwiegend deutschen – Schwedenbild entwickelte sich die Idee zu dieser Arbeit. Die ursprüngliche Vorstellung, dass das Institut schlichtweg das schwedische Pendant des deutschen Goethe-Institutes sei, zeigte sich bei der Vertiefung in die Thematik als so nicht haltbar. Auf diesen Vergleich soll jedoch nur kurz eingegangen werden, im Mittelpunkt soll die Arbeit des Schwedischen Institutes stehen.
Ein Beweggrund für die recht ausführliche Behandlung des historischen Aspektes ist, dass etwas tiefergehende Literatur über das Institut kaum vorhanden ist, geschweige denn in einer anderen Sprache als Schwedisch. Zum anderen ist interessant, wie sich in den letzten Jahren langjährige Gemeinplätze zur Rechtsform des Institutes und zu seiner Zielsetzung mehr oder weniger schlagartig als obsolet erwiesen.
Was soll die Arbeit nun alles leisten? Sie soll die Entstehung des Schwedischen Institutes im Jahre 1945 sowie deren Umstände nachzeichnen. Dabei spielen die Außenbeziehungen Schwedens, in erster Linie zu den Westmächten und zu Deutschland, eine entscheidende Rolle. Sie soll weiter die Entwicklung des Institutes und seine Tätigkeit bis zum heutigen Tage behandeln, um dann speziell auf dessen veränderte Rolle in den letzten zehn Jahren, nach seiner Umwandlung von einer davor relativ unabhängigen Stiftung in eine staatliche Einrichtung, einzugehen. Da das Institut heute mit der Vermarktung Schwedens durch die Förderung eines positiven Schwedenbildes im Ausland befasst ist, soll zum einen die dahingehende Arbeit des Institutes und zum anderen kurz gefasst auch die Entwicklung dieses Bildes dargestellt werden, um so sowohl diese neue Aufgabe als auch das gewünschte Bild erklärbar zu machen. Schließlich sollen kurz die Kulturinstitute anderer Länder und deren auswärtige Kulturpolitik allgemein vorgestellt werden, damit letztlich die Rolle des Institutes besser verständlich wird.
Gang der Untersuchung:
Zunächst wird auf die Begrifflichkeit ‘auswärtige Kulturpolitik’ eingegangen und der für die Tätigkeit des Schwedischen Institutes bzw. für auswärtige Kulturpolitik allgemein maßgebliche Kulturbegriff herausgearbeitet.
Im zweiten Kapitel wendet sich die Arbeit der Entstehungsgeschichte des Institutes zu und beleuchtet den historischen Kontext, d. h. die entscheidenden schwedischen Außenbeziehungen vom Beginn des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.
Kapitel drei hat sodann in groben Zügen, aber mit dem Anspruch, die wichtigsten Aspekte abzudecken, die Geschichte des Schwedischen Institutes von seiner Gründung bis zum heutigen Tage zum Thema. Das Kapitel gliedert sich – abgesehen von organisatorischen Entwicklungen – in der Hauptsache nach den verschiedenen Tätigkeitsbereichen.
Danach soll die Vermarktung Schwedens und das Wirken des Schwedischen Institutes für ein angestrebtes Schwedenbild im Ausland untersucht werden. Zu Beginn des Kapitels soll auf die allgemeine Bedeutung einer solchen Vermarktung sowie in dessen weiteren Verlauf eben auf die Entwicklung des Schwedenbildes und dessen Einflussfaktoren eingegangen werden.
Das nächste Kapitel soll dann den Vergleich zu ausgewählten europäischen Ländern – zu Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Österreich – bzw. deren Kulturinstitute ziehen.
Abschließend sollen in einem kurzen Resümee die in dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 6 | |
| Zielsetzung | 6 | |
| Gliederung | 6 | |
| Forschungsstand und Quellenlage | 7 | |
| Zum Schwedischen Institut | 7 | |
| Zu weiteren Themen | 8 | |
| 1. | Auswärtige Kulturpolitik | 9 |
| 1.1 | Begriffliche Bestimmung | 9 |
| 1.1.1 | Der Kulturbegriff | 9 |
| 1.1.2 | Auswärtige Kulturpolitik | 10 |
| 1.2 | Die Auswärtige Kulturpolitik Schwedens | 13 |
| 2. | Die Entstehung des Schwedischen Institutes | 15 |
| 2.1 | Ziele | 15 |
| 2.2 | Schweden und das Ausland 1914 bis 1945 | 15 |
| 2.2.1 | Der Erste Weltkrieg | 15 |
| 2.2.2 | Die Zwischenkriegszeit | 16 |
| 2.2.3 | Der Zweite Weltkrieg | 17 |
| 2.2.4 | Fazit | 19 |
| 2.3 | Von der Idee bis zur Gründung | 20 |
| 2.4 | Aufgabe | 21 |
| 2.5 | Schwedens auswärtige Kulturpolitik vor 1945 | 22 |
| 3. | Das Schwedische Institut von 1945 bis heute | 23 |
| 3.1 | Organisation | 23 |
| 3.1.1 | Rechtsform, Zielsetzung und Finanzierung | 23 |
| 3.1.2 | Organisationsform | 25 |
| 3.1.3 | Standort | 26 |
| 3.1.4 | Personal | 27 |
| 3.1.5 | Finanzen | 27 |
| 3.1.6 | Geographische Schwerpunkte | 30 |
| 3.2 | Nachkriegshilfe | 33 |
| 3.3 | Allgemeine Auslandsinformation | 34 |
| 3.3.1 | Koordination und Zusammenarbeit | 35 |
| 3.3.2 | Publikationen | 36 |
| 3.3.3 | Filme | 38 |
| 3.3.4 | Ausstellungen | 40 |
| 3.3.5 | Dokumentationszentrum und Buchhandlung | 41 |
| 3.3.6 | Botschaftsservice | 43 |
| 3.4 | Kultur- und Erfahrungsaustausch | 43 |
| 3.4.1 | Gastdozentenaustausch | 45 |
| 3.4.2 | Studienbesuche | 45 |
| 3.4.3 | Stipendienaustausch | 47 |
| 3.4.4 | Kontaktvermittlung | 49 |
| 3.4.5 | Präsentation künstlerischer Tätigkeit | 50 |
| 3.4.6 | Kulturaustauschprogramme mit Osteuropa | 53 |
| 3.4.7 | Kurstätigkeit | 55 |
| 3.4.8 | Information über Studienmöglichkeiten in Schweden | 56 |
| 3.5 | Entwicklungszusammenarbeit und Sonderaufträge | 57 |
| 3.5.1 | Die Anfänge der Entwicklungszusammenarbeit | 57 |
| 3.5.2 | Stipendienprogramme | 59 |
| 3.5.3 | Expertenaustausch mit Entwicklungs- und Schwellenländern | 60 |
| 3.5.4 | Schwerpunktregion Mittel- und Osteuropa | 61 |
| 3.5.5 | Neue Programme | 63 |
| 3.6 | Schwedischunterricht im Ausland | 63 |
| 3.6.1 | Auslandslektorate | 64 |
| 3.6.2 | Gastdozenten- und Schriftstellerbesuche | 66 |
| 3.6.3 | Sommersprachkurse | 66 |
| 3.6.4 | Stipendien für Heimvolkshochschulen | 67 |
| 3.7 | Auslandsbüros | 67 |
| 3.8 | Skandinavische Zusammenarbeit | 69 |
| 3.8.1 | Auslandsinformation | 70 |
| 3.8.2 | Auslandslektorate | 70 |
| 3.9 | Fazit | 71 |
| 4. | Die Vermarktung Schwedens | 72 |
| 4.1 | Der Aufbau einer Ländermarke | 72 |
| 4.1.1 | Marketing | 72 |
| 4.1.2 | Der Markenbegriff | 73 |
| 4.2 | Die Bedeutung von Ländermarketing | 73 |
| 4.3 | Das Konzept der wettbewerbsfähigen Identität | 74 |
| 4.4 | Die Marke Schweden - das Schwedenbild | 75 |
| 4.4.1 | 1936-1968 | 76 |
| 4.4.2 | 1968-1989 | 78 |
| 4.4.3 | 1990-1999 | 80 |
| 4.4.4 | Nach 2000 | 81 |
| 4.4.5 | Das aktuelle Schwedenbild | 81 |
| 4.4.6 | Exkurs: Das Schwedenbild der Deutschen | 82 |
| 4.5 | Die Rolle des Schwedischen Institutes | 83 |
| 4.6 | Das Schwedische Institut und das Schwedenbild | 85 |
| 4.6.1 | Analyse | 85 |
| 4.6.2 | Förderung | 86 |
| 4.7 | Fazit | 90 |
| 5. | Das Schwedische Institut im europäischen Vergleich | 92 |
| 5.1 | Deutschland | 92 |
| 5.1.1 | Auswärtige Kulturpolitik allgemein | 92 |
| 5.1.2 | Das Goethe-Institut | 93 |
| 5.2 | Großbritannien | 93 |
| 5.2.1 | Auswärtige Kulturpolitik allgemein | 93 |
| 5.2.2 | Der British Council | 94 |
| 5.3 | Frankreich | 94 |
| 5.3.1 | Auswärtige Kulturpolitik allgemein | 94 |
| 5.3.2 | Kulturinstitute | 95 |
| 5.4 | Dänemark | 95 |
| 5.4.1 | Auswärtige Kulturpolitik allgemein | 95 |
| 5.4.2 | Das Dänische Kulturinstitut | 96 |
| 5.5 | Österreich | 96 |
| 5.5.1 | Auswärtige Kulturpolitik allgemein | 96 |
| 5.5.2 | Kulturforen | 97 |
| 5.6 | Fazit | 97 |
| 6. | Resümee | 99 |
| Literaturverzeichnis | 103 |
Textprobe:
Kapitel 3.1.1, Rechtsform, Zielsetzung und Finanzierung:
Das Schwedische Institut wurde, wie erwähnt, als ideelle Vereinigung gegründet und war zu Beginn ein halboffizielles, selbstständiges und unpolitisches Organ, das teils durch staatliche Mittel, teils durch jährliche Beihilfen und Mitgliedsbeiträge von privaten Organisationen und Unternehmen finanziert wurde. Diese Rechtsform wurde als glaubwürdiger, da keinem allzu großen politischen Einfluss unterworfen, und weniger bürokratisch als ein staatliches Organ angesehen.
Während ursprünglich eine paritätische Finanzierung des Institutes durch den Staat und durch zahlende Mitglieder beabsichtigt war, stellte sich dies bald als utopisch heraus. Die staatlichen Mittel stiegen weit schneller als die privaten, so dass z. B. im Geschäftsjahr 1947/48 die privaten Mittel nur noch etwa 1/4 des Gesamthaushaltes ausmachten. Aus diesem Grund wurde bereits im Geschäftsjahr 1946/47 beschlossen, dass nicht mehr die Hälfte der Mittel von privater Seite kommen müsse.
Da die Schere immer weiter auseinander ging und beispielsweise 1966/67 gut 87% des Budgets vom Staat kamen, der Staat also die wirtschaftliche, nicht aber die organisatorische Hauptverantwortung innehatte, und da zentrale Beschlüsse vom Rat des Institutes, der nur einmal jährlich zusammentrat, getroffen werden mussten, was für die Leitung des Institutes eine Erschwernis der Arbeit darstellen konnte, war eine neue Rechts- und Finanzierungsform vonnöten.
Am 1. Juli 1970 dann wurde auf Vorschlag des schwedischen Außenministeriums aus dem Schwedischen Institut für kulturellen Austausch mit dem Ausland die staatliche Stiftung Schwedisches Institut (Stiftelsen Svenska institutet). Die Form einer Stiftung sollte die selbstständige Stellung gegenüber dem Staat bewahren, wodurch garantiert werden sollte, dass das Institut ein unparteiisches, sachliches, nuanciertes und soweit möglich gerechtes Bild der schwedischen Gesellschaftsverhältnisse vermittelt. Die Finanzierung ging durch die Umwandlung vollständig auf den Staat über, vor allem auf das Außenministerium, am Auftrag des Institutes änderte sich aber nichts: ‘Die Stiftung hat zum Zweck, den Kultur- und Erfahrungsaustausch mit dem Ausland zu fördern sowie Wissen über schwedisches Gesellschaftsleben zu verbreiten.’ Zu den Veränderungen gehörte die Auflösung des 100 Mitglieder umfassenden Rates, der vorher das höchste Organ des Institutes war, eine Verminderung des Vorstandes von 14 auf – inklusive dem Direktor – 11 Mitglieder, die jetzt allesamt vom König – bzw. der Regierung – ernannt wurden, und die Einrichtung von sogenannten Referenzgruppen, um den Kontakt zur Gesellschaft zu wahren. Laut veränderter Statuten sollte der Vorstand, 1993 z. B. bestehend aus Vertretern das Außen- und Bildungsministeriums, der Regierung, des Kulturlebens (3 Personen), der fachlichen Organisationen und der Wirtschaft (3), über Umfang und Richtung der Tätigkeit der Stiftung entscheiden, war aber in seinen Entscheidungsmöglichkeiten durch die Budgetierung sowie die jährlichen Weisungsbriefe vom Außenministerium beschränkt. Dennoch konnte der Vorstand die Schwerpunkte und Ziele für die Arbeit des Institutes setzen, was als wichtig für dessen Stellung als selbstständiges Organ und für dessen Glaubwürdigkeit angesehen wurde.
Am 1. Januar 1998 wurde das Schwedische Institut schließlich zu einer staatlichen Behörde unter dem Außenministerium und der Direktor zum Generaldirektor. Auf Anfrage nannte Erland Ringborg, der 1998 als Generaldirektor die Führung des Institutes übernahm und diese bis 2005 innehatte, ein neues Stiftungsgesetz als Anlass. Demnach sollten gänzlich staatlich finanzierte Organisationen nicht in Form einer Stiftung betrieben, sondern in eine Behörde umgewandelt werden.
An seiner Hauptaufgabe, der ‘Verbreitung von Wissen über Schweden im Ausland und der Verantwortung für den Austausch mit anderen Ländern in den Bereichen Kultur, Ausbildung, Forschung und Gesellschaftsleben’ hat sich gegenüber der Stiftungsform nichts wesentlich geändert, allerdings soll das Schwedische Institut bei seiner Tätigkeit nun ausdrücklich ‘schwedische Interessen fördern und zu Wachstum, Beschäftigung und kultureller Entwicklung in Schweden beitragen.’ Damit ist man in gewisser Weise wieder zur ursprünglichen Aufgabe des Schwedischen Institutes, nämlich ‘zum Wohle für Schwedens kulturelle, soziale und wirtschaftliche Beziehungen mit dem Ausland’ zu wirken, zurückgekehrt. Als weiteres Ziel hat das Institut im Bereich Entwicklungszusammenarbeit heute, Offenheit sowie die demokratische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Partnerländern zu fördern.
Organisationsform:
Nicht nur die Rechtsform hat sich im Laufe der Zeit verändert, sondern mit ihr und viel häufiger auch die Organisationsform des Institutes. Die Form der Organisation richtete sich dabei im Wesentlichen an den verschiedenartigen Tätigkeitsfeldern aus, die über die Jahre zu unterschiedlichen größeren Organisationseinheiten zusammengefasst wurden.
Zunächst waren die Tätigkeitsfelder ohne organisatorische Zwischenstufe direkt dem Vorstand und dem Direktor untergeordnet, wobei mit den Tätigkeitsfeldern, z. B. Publikationen, Ausstellungen und Auslandslektorate, in der Regel Ausschüsse, bestehend aus diversen Experten unter den Mitgliedern des Institutes, verknüpft waren.
Im Geschäftsjahr 1961/62 wurden die Tätigkeitsfelder zu insgesamt zwei Abteilungen zusammengefasst, einer allgemeinen Abteilung und einer Produktionsabteilung. Daneben existierte eine Finanzabteilung.
Nach der Umwandlung in eine Stiftung wurden die einzelnen Aufgaben auf vier verschiedene Hauptprogramme, die sich an den vier verschiedenen Funktionen orientierten, verteilt: Information über Schweden, Studien und Forschung, Präsentation künstlerischer Tätigkeit sowie Ausbildung in schwedischer Sprache und Literatur. Als beratende Organe wurden jetzt, in einer Art Stabfunktion, neu die Referenzgruppen eingerichtet.
Ab dem Jahresbeginn 1973 wurden die vier Hauptprogramme dann tatsächlich auch zur Grundlage für die Organisation. Für jedes Hauptprogramm gab es dabei einen verantwortlichen Planer oder Programmdirektor.
In den folgenden Jahren wandelte sich die Anzahl und die Zusammensetzung der Hauptprogramme bzw. später Programmbereiche mehrfach und die Stellen der Planer und Programmdirektoren fielen wieder weg. Länger von Bestand war die Aufteilung des Geschäftsjahres 1978/79 in sieben Programmbereiche: 1. Informationsarbeit, 2. Allgemeiner Kulturaustausch, 3. Stipendien, 4. Übriger Personenaustausch in Studien und Forschung, 5. Unterstützung des Schwedischunterrichts im Ausland, 6. Das Schwedische Kulturhaus in Paris sowie 7. Personal und Administration/Zentrale in Stockholm.
In den 1990-ern wurden aus den Programmbereichen dann Einheiten mit Stabfunktionen, wie z. B. Finanzen oder IT, und nach der Umwandlung zu einer Behörde wurde aus dem Direktor ein Generaldirektor und die Stabfunktionen wurden zum Zweck einer besseren übergreifenden Planung und Führung durch die Einrichtung eines besonderen Sekretariates (verksledningssekretariat) gestärkt.
Seit 2007 gibt es eine neue Organisationsform. Nach Auskunft des Institutes existieren nun sechs Abteilungen: Verwaltung und Service, Analyse und Koordination, Kommunikation und PR, Projekte und Präsentationen, das Kulturhaus in Paris sowie Verbindungsfördernde Tätigkeit. Die Abteilungsleiter bilden gemeinsam die Führungsgruppe, über der schließlich der Generaldirektor steht.
Seit diesem Jahr nun hat das Institut außerdem keinen Vorstand (styrelse) mehr, sondern einen Aufsichtsrat (insynsråd).
Standort:
In seinem mittlerweile über sechzigjährigen Bestehen ist das Schwedische Institut innerhalb von Stockholm mehrmals umgezogen. Besonders in den ersten Jahrzehnten wechselte man aufgrund ständigen Platzmangels gleich mehrere Male die Räumlichkeiten, so dass sich das Institut zuletzt sogar auf mehrere Adressen aufgeteilt fand.
Im Geschäftsjahr 1959/60 kam dann der Vorschlag, ein neues Gebäude zu errichten, in dem, zur verbesserten Zusammenarbeit, gleich mehrere Aufklärungsorgane, neben dem Institut vor allem der Schwedische Tourismusverband, Platz finden sollten. Im darauf folgenden Geschäftsjahr kam dann auch der positive Beschluss zum Bau eines gemeinsamen Schwedenhauses (Sverigehuset) in zentraler Lage am Kungsträdgården. Es sollte aber noch bis zum 2. Januar 1969 dauern, bis das Schwedische Institut zusammen mit anderen Aufklärungsorganen tatsächlich einziehen konnte. Damit waren auch zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten die verschiedenen Einheiten des Institutes unter einem Dach.
Nach über 30 Jahren im Schwedenhaus zog das Institut im Jahr 2002 dann erneut um – in ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert direkt hinter dem Schloss in Stockholms Altstadt Gamla Stan.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836626965
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Kohlhepp, Björn Oktober 2008: Das Schwedische Institut, ein Organ der auswärtigen Kulturpolitik Schwedens, und das Schwedenbild im Ausland, Hamburg: Diplomica Verlag
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