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Schulsponsoring

Eine kritische Betrachtung der Möglichkeiten für Unternehmen und Schule

Schulsponsoring
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lars Lommatzsch
  • Abgabedatum: Juli 2002
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 724,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität der Bundeswehr München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6209-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6209-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6209-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lommatzsch, Lars Juli 2002: Schulsponsoring, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bildungssponsoring, Marketing-Kommunikation, Kommunikationsinstrument, Sponsoringbereich

Diplomarbeit von Lars Lommatzsch

Problemstellung:

Die Schule als Institution mit bildungspolitischem Auftrag befindet sich in einem Reform- und Innovationsprozess. Ziel der Bemühungen ist das Schaffen von Spielräumen für privates Engagement. Mit der voranschreitenden Liberalisierung der Schulgesetze soll die Grundlage für eine zunehmende Öffnung der Schulen gewährleistet und der staatliche Anspruch einer einheitlichen und zentralen Reglementierung gelockert werden. Angestrebt werden eine verstärkte Partizipation und unmittelbares Engagement aller gesellschaftlich relevanten Gruppen und Institutionen für die Weiterentwicklung eines zukunftsfähigen Bildungssystems. Der Schule wird mehr Eigenverantwortung zugesprochen und Initiative zur Selbstgestaltung abverlangt. Darin inbegriffen ist auch die Beschaffung zusätzlicher Ressourcen von Privatpersonen und vor allem Unternehmen.

Unternehmen befinden sich in einem kontinuierlichen Veränderungsprozess, um mit den sich rasch ändernden Umweltbedingungen Schritt halten zu können. Nur so erscheint eine Partizipation am Markt möglich. Mit der Globalisierung hat sich der Wettbewerb um Kunden und Absatz verschärft. Aufgrund sich angleichender Produktmerkmale können in der unternehmerischen Kommunikationspolitik Veränderungen beobachtet werden. Kommunikation ist zum strategischen Wettbewerbsvorteil gewachsen. Durch einen steigenden Druck zur Profilierung, haben sich die Bedingungen für eine erfolgreiche Kommunikation jedoch verschlechtert.

Klassische Kommunikationsinstrumente erfuhren in letzter Zeit durch den Kostenanstieg auf Unternehmensseite und Reizüberlastung auf Konsumentenseite einen Akzeptanzverlust. Die werbetreibende Wirtschaft sucht folglich nach Alternativen.

Seit den achtziger Jahren kann der Trend zum Sponsoring in Deutschland verfolgt werden. Im Zeitraum 1985-1995 versechsfachte sich fast der deutsche Sponsoringmarkt. Die dynamische Weiterentwicklung des Sponsorings und die sich wandelnden Kommunikationsmärkte haben zum Umdenken geführt. Sponsoring befindet sich im Umbruch.

Aufgrund steigender Preise der interessantesten Sponsoringumfelder suchen Unternehmen neue Tätigkeitsfelder. Besonders im Schulbereich sind wachsende Sponsoringaktivitäten zu verfolgen, was viele Projektberichte in der Tagespresse belegen. Folgende Arbeit widmet sich kritisch dieser noch jungen Form der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Schulen.

Schulen und Unternehmen liegen nicht so weit auseinander wie die Verantwortlichen für Bildung und Erziehung es befürchten, aber auch nicht so nah, wie es sich die werbetreibende Wirtschaft erhofft.

Bei einer grenzüberschreitenden Betrachtung ist Schulsponsoring nicht neu. Länder wie die USA und Großbritannien sind Vorreiter für erfolgreiche Engagements. Beispiele aus dem Ausland zeigen jedoch auch, dass die Gratwanderung zwischen Kommerz und Moral zu Problemen führen kann.

Im Fokus dieser Arbeit steht die Zielsetzung, Schulsponsoring aus zwei Blickwinkeln zu betrachten, aus Sicht der Unternehmen sowie aus Sicht der Schule. Dabei soll das theoretische Gerüst des Schulsponsorings dem Leser umfassend näher gebracht werden. Positive wie auch negative Aspekte werden herausgearbeitet und zusammen mit praktischen Erkenntnissen in einer erfolgskritischen Betrachtung verwertet. Aufgrund der beidseitigen Betrachtung des Themas ist diese Arbeit nicht nur an die werbetreibende Wirtschaft, sondern auch an Schulaufsicht, Schulträger, Schulleiter, Lehrer sowie interessierte Eltern gerichtet. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse werden jedoch vorausgesetzt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 2
1.3 Gang der Arbeit 3
2. Sponsoring – ein Instrument der Marketing-Kommunikation 4
2.1 Integration in das System der Marketing-Kommunikation 4
2.1.1 Marketing-Kommunikation 4
2.1.2 Kommunikationsinstrumente 5
2.2 Begriffsbestimmung des Sponsorings 6
2.3 Konstitutive Merkmale des Sponsorings 7
2.4 Sponsoringbereiche 8
3. Schulsponsoring – eine Erscheinungsform des Sozio-Sponsorings 12
3.1 Zum Begriff des Schulsponsorings 12
3.2 Begriffliche Abgrenzung 14
3.3 Beziehungs- und Kommunikationsgeflecht 16
3.3.1 Unternehmen und Zielgruppen 17
3.3.2 Schule und Interessengruppen 18
3.3.3 Medien und Medienpublikum 21
3.3.4 Schulsponsoring-Beratung 21
3.4 Positive Aspekte des Schulsponsorings 22
3.4.1 Unternehmensblick 22
3.4.2 Schulblick 25
3.5 Risikobetrachtung des Schulsponsorings 28
3.5.1 Sicht der Unternehmen 28
3.5.2 Sicht der Schulen 30
3.6 Problemskizze rechtliche Rahmenbedingungen 32
3.7 Resümee der theoretischen Grundlagen 37
4. Schulsponsoring in der Praxis 39
4.1 Verbreitung 39
4.2 Akzeptanz bei Unternehmen, Schule und Gesellschaft 40
4.3 Leistungsspektrum des Schulsponsorings 43
4.3.1 Leistungen der Unternehmen 43
4.3.2 Gegenleistungen der Schulen 44
4.4 Typisierung des Schulsponsorings 45
4.5 Praxisbeispiele 47
4.6 Resümee der praxisorientierter Ausführungen 52
5. Erfolgskritische Betrachtung 54
5.1 Konzeptionelle Ebene 54
5.2 Rechtliche Ebene 56
5.3 Inhaltliche Ebene 57
5.4 Gestaltungsebene 58
5.5 Steuerungselement 59
5.6 Beratung 60
6. Schlussbetrachtung 63
Anhang (Deckblatt) 66
Anhangsverzeichnis 67
Anhang 68
Literaturverzeichnis 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

Zustimmung bei Unternehmen, Schulen und der Gesellschaft gleichermaßen anzutreffen ist? Unternehmen weisen nach wie vor eine relativ große Zurückhaltung gegenüber Engagements im Bildungswesen auf. Nur langsam verbreitet sich die Ansicht, dass Sponsoring in diesem Bereich eine langfristige Investition in die Imagebildung darstellt (McKinsey 2001, o.S.). Dennoch scheint Schulsponsoring zunehmend auf Akzeptanz und Interesse der Marketingverantwortlichen zu stoßen. Über die Hälfte der Beteiligten der bereits erwähnten Umfrage Sponsoring Trends 2002 schätzen die Förderung von Schulen als attraktive Kommunikationsmöglichkeit ein (Bob Bomliz Group 2002, o.S.). Auch die Umfrageergebnisse der Fachzeitschrift Werben&Verkaufen sowie Focus Media-Line bzgl. Schulsponsoring konstatieren eine positive Einstellung. So sind 79% der 114 Teilnehmer davon überzeugt, dass sich Sponsoren mit einem Engagement für Schulabgänger als potenziellen Arbeitgeber empfehlen. Des Weiteren glauben 63%, dass mit Sponsoringaktivitäten Jugendliche früh an die Marke des Förderers gebunden werden können. Grundlegende Voraussetzung ist jedoch die Überprüfung der Aktivitäten auf die Verträglichkeit mit dem schulischen Bildungsauftrag (Werben&Verkaufen 2001, o.S.). Aus Sicht der Schulen sind andere Kriterien zu nennen, die das Schulsponsoring akzeptabel erscheinen lassen. Schorlemmer befürwortet die Zusammenarbeit mit Unternehmen unter der Voraussetzung, dass Bildungseinrichtungen auch als verantwortliche Partner ernst genommen werden. Ziel des Sponsorings soll sein, das Kernangebot der Schulen durch zusätzliche Ressourcen zu ergänzen und damit einen Beitrag für die Schulentwicklung und die Qualität von Unterricht und Erziehung zu leisten. Dabei erscheint es legitim, dass Unternehmen Schulaktivitäten für die Unternehmenskommunikation nutzen und somit ein positives Image aufbauen. Dass dies dem Absatz dienlich ist, kann nicht abgestritten werden, soll aber auch kein moralisches Hindernis für die Schulen darstellen. Lediglich reine Produktwerbung wird an Schulen nicht akzeptiert (Schorlemmer 2001, o.S.). [...]

falen beteiligten sich an der Umfrage bzgl. Praxis und Akzeptanz von Schulsponsoring (Hüchtermann 1999, S. 70ff.). Jede zweite Schule ist bereits von einem oder mehreren Sponsoren unterstützt worden. Zuwendungen erfolgten entweder in Form finanzieller Mittel in einer Größenordnung von 1000 bis 5000 DM oder durch Sachleistungen wie z.B. der Computerausstattung. Langfristig angelegte Konzepte liegen den Sponsoringengagements jedoch selten zugrunde. Die Unterstützung erfolgt primär anlassbezogen. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Schulen Sponsoring eher pragmatisch angehen. Besonders die schulischen Gegenleistungen bewegen sich in einem sehr begrenzten Spektrum. Häufige Gegenleistungen sind Anzeigen des Sponsors in Schülerzeitungen, die Nennung bei öffentlichen Anlässen, Pressemitteilungen der Schule über die Förderung des Sponsors oder der Hinweis auf gesponsorten Gegenständen. Schulleiter, die in über 80% der Schulen für Initiativen verantwortlich sind, streben allerdings langfristig organisiertes Sponsoring an. Hintergrund hierfür sind die mit Schulsponsoring verbundenen Schulziele, die kaum mit kurzfristigen Aktionismus erreicht werden können. So konzentrieren sich 90% der Schulen auf die Förderung des Schulprofils, 82% auf eine stärkere Einbindung in das Umfeld sowie 80% auf eine Ausweitung außerschulischer Angebote. Die Umfrageergebnisse weisen positive Tendenzen auf. Dennoch scheint dem Schulsponsoring die Dynamik zu fehlen. Kann eine Ursache hierfür die fehlende Akzeptanz unter den Beteiligten sein? [...]

4.1 Verbreitung Eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten und vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung und der Universität Erfurt durchgeführten Untersuchung hinterfragte den Privatisierungsgrad der Schulfinanzierung im Bundesgebiet mittels standardisierter Fragebögen. 2295 Schulen beteiligten sich an der Umfrage und gaben für die Schuljahre 1996/97, 1997/98 und 1998/99 Auskunft bzgl. Art, Umfang und Verwendung privater Drittmittel (Weiß/Weishaupt 2001, S. 5f.). Aus den Angaben der Schulleitungen ist zu erkennen, dass etwa die Hälfte der deutschen allgemein bildenden Schulen über zusätzliche Einnahmen verfügen. Das Spektrum privater Zuwendungen der Schulen umfasst die durch Fördervereine zur Verfügung gestellten Mittel, Elternspenden, Spenden privater Organisationen sowie Sponsorengelder. Die Schulen, die private Zuwendungen erhielten, konnten durchschnittlich über 4250 DM verfügen. Dabei stammt jedoch, wie die Ergebnisse bestätigen, lediglich jede siebte Mark aus Sponsorengeldern. Dieser geringe Anteil lässt vermuten, dass nach wie vor Berührungsängste mit dem Thema Schulsponsoring bestehen. Erste Ergebnisse einer weiteren Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft Schule Wirtschaft und des Ruhrforschungszentrums in Nordrhein-Westfalen bestätigen zwar die Ängste der Schulen, zeigen jedoch auf, dass die Chancen für die Gestaltung des Schullebens durch zusätzliche Angebote und Aktivitäten bekannt sind und zunehmend genutzt werden. 798 weiterführende Schulen in Nordrhein-West- [...]

Arbeit zitieren:
Lommatzsch, Lars Juli 2002: Schulsponsoring, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bildungssponsoring, Marketing-Kommunikation, Kommunikationsinstrument, Sponsoringbereich

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