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Schriftliche Erzeugnisse psychisch kranker Menschen

Von Hölderlin bis zur Schreibwerkstatt

Schriftliche Erzeugnisse psychisch kranker Menschen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Claudia Winkler
  • Abgabedatum: Dezember 1998
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 7,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1499-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1499-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1499-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Winkler, Claudia Dezember 1998: Schriftliche Erzeugnisse psychisch kranker Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sprache und Psychose, Kreativität und psychische Erkrankung, Schreibwerkstatt, Psychiatrie, Literatur als Therapie

Diplomarbeit von Claudia Winkler

Einleitung:

In der vorliegenden Arbeit habe ich mich mit den schriftlichen Erzeugnissen psychisch kranker Menschen beschäftigt bzw. mit Menschen, die sich in psychischen Krisensituationen dem Schreiben und der schriftlichen Verarbeitung zuwenden.

Dabei bin ich nicht ausschließlich von literarischen Texten ausgegangen, sondern wollte mein Augenmerk ebenso auf die nicht-literarischen Texte, wie sie z. B. in Form von Tagebüchern oder Briefen zu finden sind, richten. Es war mir dabei wichtig, die Breite und Vielfalt solcher Erzeugnisse zu benennen und sie in einen Kontext zu anderen kreativen Techniken und Gestaltungsformen zu stellen. Daß dabei dem Schreiben besondere Motive zugrundeliegen können und dieses auch Funktionen erfüllt, die sich von denen anderer kreativer Betätigungen unterscheiden, geht aus den bisherigen Untersuchungen zu diesem Thema hervor und wird auch in meiner Arbeit deutlich.

Gang der Untersuchung:

Im 1. Kapitel gehe ich auf kreative Tätigkeiten psychisch kranker Menschen in ihrem historischen Wandel, vor allem im Hinblick auf die gesellschaftliche Bewertung dieser, ein. Damit einher geht die Geschichte der Psychiatrie sowie das Kunstverständnis bzw. das Bild des Künstlers in der Gesellschaft, welches sich ebenfalls im Laufe der Geschichte mehrfach gewandelt hat.

Kapitel 2 und 3 widmen sich der Kreativität als solcher, wobei Gegenstand des 2. Kapitels die Kreativitätsforschung, deren Untersuchungsmethoden sowie deren Ergebnisse waren, während sich das 3. Kapitel mit den tiefenpsychologischen Theorien zur Bedeutung der Kreativität befaßt. Hier habe ich mich auch mit Theorien und Annahmen bezüglich etwaiger Zusammenhänge zwischen Neurose, Psychose und Kreativität beschäftigt.

Da die Sprache im Zusammenhang mit schriftlichen Äußerungen eine bedeutende Rolle spielt und seit den 20er Jahren verschiedenste Untersuchungen im Hinblick auf Abweichungen in der Sprache psychotischer Menschen durchgeführt wurden, gehe ich im 4. Kapitel auf die Entstehung, Entwicklung und Bedeutung menschlicher Sprache, auf Funktionen von Sprache sowie auf die Besonderheiten der Sprache psychotischer Menschen ein.

Das 5. Kapitel stellt einen Versuch dar, die Breite und Vielfalt der schriftlichen Erzeugnisse psychisch kranker Menschen darzustellen, wobei diese Aufzählung möglicherweise noch erweiterbar wäre. Ich habe diese unterteilt in die stärker und weniger literarischen Gestaltungsformen. Thema dieses Kapitels sind aber auch die Veränderungen hinsichtlich der Bewertung schriftlicher Erzeugnisse psychisch kranker Menschen sowohl im psychiatrischen als auch im öffentlichen Raum. Weiterhin wollte ich aufzeigen, inwieweit durch die größere Wertschätzung, verbunden mit einem stärkeren öffentlichen Interesse, das in der Vergangenheit gewachsen ist, für eine solche Arbeit mehr Raum, Gelegenheit und Akzeptanz geschaffen wurde.

Mit den Motiven und Funktionen, die das Schreiben für einzelne Betroffene haben kann, setze ich mich im 6. Kapitel auseinander, wobei ich - wegen der Aktualität dieser - auf die gerade veröffentliche Untersuchung der Universität Münster hierzu besonderen Bezug nehme. Neben den Motiven, die dem Schreiben zugrunde liegen können und den Voraussetzungen, die es bedingt, habe ich ich mich bemüht die Funktionen, die das Schreiben für psychisch kranke Menschen haben kann, ausführlich darzustellen. Dabei habe ich eine Unterteilung in Aspekte, die den kognitiven Bereich betreffen, Aspekte der Persönlichkeitsförderung und die soziale Komponente des Schreibens vorgenommen. Am Schluß dieses Kapitels setze ich mich mit der Frage auseinander, inwieweit Schreiben als Therapieform geeignet ist. Diese Frage, die bisher noch wenig untersucht wurde, habe ich allerdings nicht abschließend klären können.

Im Schlußkapitel schließlich war es mein Anliegen, darzulegen, inwieweit soziale Arbeit mit diesem Thema in Berührung kommt, welche Aspekte bei der Arbeit mit und in der Beziehung zum schreibenden Klienten besonders zu beachten sind und inwieweit literarische Bemühungen in die soziale Arbeit methodisch eingebunden werden können. Obwohl weitergehende wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema, insbesondere bezüglich der therapeutischen Aspekte des Schreibens, noch in den Kinderschuhen stecken, äußere ich in diesem letzten Kapitel Anregungen und Vermutungen im Hinblick auf die Entwicklungs- und Einbindungsmöglichkeiten literarischer Beschäftigungsformen auf dem Feld der sozialpädagogischen Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 4
1. Kreativität und Kunst psychisch kranker Menschen in der Geschichte 6
1.1 Verknüpfung von Kunst und Wahnsinn 7
1.2 Künstler würdigen ihre Kollegen 8
1.3 Erste wissenschaftliche Untersuchungen 9
1.4 Nationalsozialismus und die nachfolgende Zeit 11
1.5 Fazit 13
2. Erforschung der Kreativität 14
2.1 Kreativitätsforschung 16
2.1.1 Kreativitätsforschung im Bereich der Psychologie 17
2.1.2 Messung von Kreativität 19
2.1.3 Ergebnisse der Kreativitätsforschung 21
2.2 Fazit 24
3. Psychische Erkrankung und Kreativität 26
3.1 Kreativitätstheorien 27
3.1.1 Tiefenpsychologische Aussagen zur Kreativität 27
3.1.2 Traumarbeit, das Vorbewußte und die freien Assoziationen 29
3.1.3 Gestalttherapie und Kreativität 30
3.2 Kreativität und Neurose 32
3.2.1 Macht die Neurose kreativ? 32
3.2.2 Psychotherapie und Kreativität 34
3.3 Exkurs: Kunst oder Nicht-Kunst, das ist hier die Frage 35
3.4 Kreativität und Psychose 36
3.4.1 Der Kranke als Künstler, der Künstler als Kranker 37
3.4.2 Das Individuelle im Schaffen psychisch Kranker 39
3.4.3 Gemeinsamkeiten von Psychopathologie und Kunst 40
3.5 Fazit 41
4. Entwicklung, Funktionen und Besonderheiten der Sprache 43
4.1 Entwicklung der Sprache - Sprache und Entwicklung 43
4.1.1 Entstehung der Sprache 44
4.1.2 Sprachentwicklung beim Kind 45
4.2 Funktionen der Sprache 46
4.2.1 Kommunikation 47
4.2.2 Sprache als Handlung 48
4.3 Besonderheiten und Auffälligkeiten von Sprache 49
4.3.1 Das Wesen der Sprache 50
4.3.2 Sprache ohne Sinn, Sinn ohne Sprache 51
4.3.3 Sprache und Psychose 53
4.4 Fazit 55
5. Schriftliche Erzeugnisse psychisch kranker Menschen 57
5.1 Psychisch und psychiatrisch erkrankte Schreibende 57
5.1.1 Schreiben und Psychiatrie in Vergangenheit und Gegenwart 58
5.1.2 Schreiben als Weg zu sich selbst 62
5.2 Überblick über die Vielfalt der schriftlichen Erzeugnisse 65
5.2.1 Tagebücher, Briefe und Autobiographien 65
5.2.2 Belletristische Darstellungen 69
5.2.3 Sonstiges 71
5.3 Fazit 71
6. Motive und Funktionen des Schreibens 73
6.1 Motive, Antriebe und Voraussetzungen zum Schreiben 74
6.2 Kognition, Kreativität und sinnvolle Beschäftigung 78
6.3 Persönlichkeitsfördernde Funktionen des Schreibens 82
6.4 Die soziale Komponente des Schreibens 87
6.5 Schreiben als Therapie? 91
6.6 Fazit 93
7. Schlußfolgerungen für die soziale Arbeit 95
7.1 Klientel und Arbeitsbereiche 96
7.2 Begleitung und Unterstützung schreibender Klienten 98
7.3 Gruppenangebote 103
7.4 Öffentlichkeitsarbeit 106
7.5 Weiterbildung und Supervision 108
7.6 Fazit und Aussichten 110
Literaturverzeichnis 114

Arbeit zitieren:
Winkler, Claudia Dezember 1998: Schriftliche Erzeugnisse psychisch kranker Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sprache und Psychose, Kreativität und psychische Erkrankung, Schreibwerkstatt, Psychiatrie, Literatur als Therapie

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