School Shootings
Ursachen und Prävention
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benny Blatz
- Abgabedatum: Dezember 2009
- Umfang: 168 Seiten
- Dateigröße: 6,2 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Lausitz Deutschland
- Bibliografie: ca. 137
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4211-8
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Blatz, Benny Dezember 2009: School Shootings, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Amoklauf, Gewalt, Schule, Prävention, Täter
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Diplomarbeit von Benny Blatz
Einleitung:
Freitag, der 26. April 2002, Erfurt: Der 19jährige Robert Steinhäuser betritt um etwa 10:46 Uhr sein ehemaliges Schulgebäude mit einem Rucksack und einer grünen Sporttasche. Im Schulflur trifft er auf den Hausmeister der Schule. Robert ist auf der Suche nach der Schulleiterin, während in der Aula zeitgleich die schriftlichen Abiturprüfungen stattfinden. Nach dem kurzen Gespräch mit dem Hausmeister betritt er die Herrentoilette im Erdgeschoss des Gutenberg-Gymnasiums. In seiner Sporttasche befinden sich hunderte Schuss Munition für seine Glock 17 Pistole und einige Patronen für die Pumpgun Mossberg 590, die er sich gleich auf den Rücken schnallen wird. Er streift die Jacke ab, zieht die Sturmmaske über, legt die schwarzen Handschuhe und das Oberschenkelholster an, packt vier der gefüllten sieben Magazine, sowie zehn Patronen für die Pumpgun in seine Hosentaschen und verlässt die Herrentoilette.
Etwa 20 – 25 Minuten später sind 17 Menschen tot. Die Schulsekretärin, 13 Lehrkräfte, zwei Schüler und ein Polizist wurden durch Robert Steinhäuser getötet, ehe er sich in einem Fachraum für Kunsterziehung selbst das Leben nahm.
Mit dem 26. April 2002 ist das bis dahin allenfalls aus dem Fernsehen bekannte Phänomen der School Shootings in unbegreiflicher Brutalität auch in Deutschland angekommen. Robert Steinhäuser verübt in der letzten halben Stunde seines Lebens das bis dahin blutigste School Shooting weltweit. Hilflos stand die Gesellschaft dem blutigen Handeln des jungen Täters gegenüber und niemand konnte sich zum damaligen Zeitpunkt die Ursachen einer derart grausamen Tat erklären – Fassungslosigkeit herrschte im ganzen Land.
Am 03. Mai 2002 sagte Bundespräsident Johannes Rau auf der offiziellen Trauerfeier: ‘Wir sind ratlos. Wir haben nicht für möglich gehalten, dass so etwas bei uns geschieht.’ Auf die Frage nach den Ursachen der erschütternden Tat weiß auch das Staatsoberhaupt keine Antworten zu geben: ‘Gewiss, wir möchten verstehen, was den Täter angetrieben, was ihn verführt, was ihn jeden menschlichen Maßstab hat verlieren lassen. Wir suchen nach Ursachen und nach Verantwortung’.
Seit Erfurt hat es weitere tödliche Attacken durch Schüler an deutschen Schulen gegeben. Immer wieder fragte sich die geschockte Öffentlichkeit danach, was die Ursachen solcher Taten sind. Nachdem der 17jährige Tim Kretschmer im baden-württembergischen Winnenden am 11. März 2009 ein School Shooting mit anschließender Flucht quer durch die Region verübte, befragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid 1.000 Bundesbürger nach der größten Schuld an einer solchen Tat. Dabei wurden von den Befragten zu 34% gewaltverherrlichende Computerspiele, zu 30% die Eltern, zu 18% Filme, Medien und Internet und zu 4% die Schule verantwortlich gemacht.
Diese öffentliche Meinung ist bei tiefgreifender Betrachtung der Fakten nur eine voreilige und scheinbar emotionale Schuldzuweisung, blendet sie doch vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse aus. Was treibt also insbesondere junge Männer zu solchen unfassbaren Gewalttaten. Wo liegen die möglichen Ursachen für so kaltblütig erscheinende Massenmorde? Was sind die Risikofaktoren, die einen Jugendlichen zum School Shooter werden lassen?
In einer Untersuchung von Robertz, in der 99 internationale School Shootings analysiert wurden zeigte sich, dass nur vier der 99 bis zum Jahresende 2006 bekannten Taten von Mädchen begangen wurden. School Shootings sind also ein besonders männlich dominiertes Phänomen schulischer Gewalt. Generell nahmen die vorher vorrangig in den USA aufgetretenen und daher auch als ‚Target School Violence’ (d.h. zielgerichtete Gewalt an Schulen) bezeichneten Attacken an europäischen und hier insbesondere an deutschen Bildungseinrichtungen in den letzten 10 Jahren zu. In den Jahren 1964 und 1983 fanden in Deutschland zwei als Amoklauf bezeichnete Gewaltakte in Bildungseinrichtungen statt, die jeweiligen Täter waren aber bereits dem Jugendalter entwachsen. Nach dem School Shooting an der Columbine Highschool am 20. April 1999 traten erstmals vergleichbare Vorfälle auch an deutschen Schulen auf. Bis zum Jahresende 2006 gab es sieben Fälle unterschiedlichen Ausmaßes wobei das Alter der Täter zwischen 15 und 22 Jahren variierte. Durch die aktuellen Fälle in Winnenden, Sankt Augustin und Ansbach führt die deutsche School Shooting Statistik nun mehr mindestens zehn Fälle mit insgesamt 41 Toten innerhalb der letzen zehn Jahre. Somit ist Deutschland nach den USA das Land mit den zweithäufigsten derartigen Vorkommnissen.
Einführend soll der Begriff des School Shootings als zielgerichtete Gewalt an Schulen dargestellt und von dem des klassischen Amoklaufes im Spektrum der Mehrfachtötungen abgegrenzt werden. Zur späteren Betrachtung der Täter und Taten wird im Anschluss eine Auswahl an School Shootings in Deutschland und den USA mit besonderem Augenmerk auf die persönliche Entwicklung der Täter bis zum Tatzeitpunkt dargestellt. Meines Erachtens verdeutlicht dieses Vorgehen – trotz des damit verbundenen Umfanges - im besonderen Maße mögliche Faktoren der Entwicklung hin zu einer solchen Tat. In Kapitel 4 sollen die möglichen Ursachen und Erkenntnisse zu Tätertypen dargestellt werden. Im Anschluss sollen verschiedene Instrumente der Prävention kurz vorgestellt werden.
Im Interesse der Lesbarkeit wird im Allgemeinen auf geschlechtsspezifische Formulierungen verzichtet. Der ursprünglich englische Begriff School Shooting wird in dieser Arbeit als deutsches Nomen gemäß der neuen deutschen Rechtschreibung verwendet.
Inhaltsverzeichnis:
| Abstract | I | |
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Begriffsbestimmung | 4 |
| 2.1 | Der Begriff des School Shootings | 6 |
| 2.2 | Abgrenzung zum Begriff des Amoklaufs | 9 |
| 3. | Aspekte des Phänomens School Shooting | 15 |
| 3.1 | Darstellung ausgewählter School Shootings | 17 |
| 3.1.1 | Eric Harris und Dylan Klebold – Littleton (USA) 1999 | 18 |
| 3.1.2 | Robert Steinhäuser – Erfurt 2002 | 28 |
| 3.1.3 | Bastian Bosse – Emsdetten 2006 | 36 |
| 3.1.4 | Seung-Hui Cho – Blacksburg (USA) 2007 | 42 |
| 3.1.5 | Ausgewählte Aspekte des School Shootings in Jonsboro | 52 |
| 3.2 | Theoretische Phasenmodelle von School Shootings | 54 |
| 3.3 | Spezifische Erkenntnisse zu School Shootings in Deutschland | 61 |
| 4. | Betrachtung der möglichen Ursachen für School Shootings | 67 |
| 4.1 | Ausgewählte Aspekte der Ursachenbetrachtung | 69 |
| 4.2 | Psychologische Täterbetrachtung – Tätertypen nach Langman | 82 |
| 4.2.1 | Psychopathische Täter | 83 |
| 4.2.2 | Psychotische Täter | 89 |
| 4.2.3 | Traumatisierte Täter | 97 |
| 4.3 | Soziologisch-kriminologische Kontrolltheorien | 100 |
| 4.4 | Bedeutung der Täterphantasie | 105 |
| 4.5 | Ursachenhyothesen im System Schule | 111 |
| 4.6 | Aspekte der Mediendiskussion – Nachahmungstaten | 115 |
| 5. | Präventionsaspekte zur Vermeidung von School Shootings | 119 |
| 5.1 | Leaking – Täterkommunikation im Vorfeld der Tat | 121 |
| 5.2 | Bedrohungsanalyse – Threat Assessment | 123 |
| 5.3 | DyRiAS – System zur Früherkennung von möglichen Tätern | 128 |
| 5.4 | Schulische Aspekte der Prävention bei School Shootings | 131 |
| 5.5 | Gesellschaftliche Präventionsdiskussionen | 134 |
| 6. | Zusammenfassung | 137 |
| Literaturverzeichnis | 143 | |
| Beitrag in. | 143 | |
| Gesetze / Verordnung | 144 | |
| Graue Literatur / Bericht / Report | 144 | |
| Hochschulschrift | 146 | |
| Internetdokument | 146 | |
| Monographie | 154 | |
| Pressemitteilungen | 157 | |
| Sammelwerk | 158 | |
| Spielfilm | 158 | |
| Ton- oder Filmdokument | 158 | |
| Zeitschriftenaufsatz | 159 | |
| Zeitungsartikel | 160 | |
| Anhang | 161 | |
| Anhang 1 – Martialische Zeichnungen Eric Harris | 161 | |
| Anhang 2 – Tatvorbereitende Zeichnungen von Eric Harris | 162 | |
| Anhang 3 – Ausschnitte einer DyRiAS Beispiel-Auswertung | 163 |
Textprobe:
Kapitel 4.6, Aspekte der Mediendiskussion–Nachahmungstaten:
In unmittelbar zeitlicher Nähe zu einem School Shooting findet eine Zunahme von Taten oder Tatandrohungen statt. In Deutschland nennt Robertz diesbezüglich das School Shooting von Emsdetten für zahlreiche auf die Tat folgende Drohungen exemplarisch.
Die im angloamerikanischen Sprachgebrauch als ‚copycats’ bezeichneten Nachahmungstaten haben demnach einen Zusammengang mit dem als ‚Werther-Effekt’ bekannten Nachahmungsverhalten bei Suizidtaten. Sie treten nach Robertz insbesondere in Zeiten medialer Aufmerksamkeit auf aktuelle Taten und in zeitlicher Nähe zu Jahrestagen vorangegangener Taten auf. Hoffmann et al. sehen insbesondere die Jahrestage ‚spektakulärer’ Taten als Hochrisikotage. Laut Robertz fanden binnen eines Jahres folgend auf den 20. April 1999, dem Columbine School Shooting, insgesamt zehn School Shootings statt und 13 weitere wurden angedroht.
Auch die Zunahme von Trittbrettfahrern, also Schülern die eine Drohung aussprechen aber nicht ernsthaft umsetzen wollen ist in diesem Zusammenhang festzustellen. Robertz und Wickenhäuser führen dies auf die Motivation zurück für kurze Zeit mediale Aufmerksamkeit zu erhaschen ohne tatsächlich jemandem schaden zu wollen. Sie haben ‘lediglich den Wunsch, die Schlagzeilen des Tages zu prägen und sich dabei machtvoll zu fühlen. ‘Dabei missachten die (deutschen) Schüler zumeist die daraus erwachsenden Konsequenzen, handelt es sich doch bei einer Amokdrohung um eine strafbare Handlung der ‘Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten’.
Anders als bei der phantasielimitierten Tatplanung von Trittbrettfahrern zielt die Motivation von Nachahmungstätern auf die reale Umsetzung einer Tatphantasie. Der Täter hat sich in der prädeliktischen Zeit intensiv mit anderen Fällen von School Shootings beschäftigt. Es steigt also die Gefahr ‚des letzten Kicks’ zur Tatumsetzung durch Medienbericht über ähnliche Taten. Die destruktiven und detaillierten Phantasien sind bei den Nachahmungstätern derart ausgereift, dass es unmittelbar nach Medienberichten zum Tatentschluss und der kurzfristigen Umsetzung kommen kann.
Robertz beschreibt die verschiedenen Faktoren die Nachahmungstaten fördern basierend auf den Annahmen zur Medienwirkung von Kunczik und Zipfel. So ist von einer steigenden Tatmotivation bei Nachahmungstäter auszugehen, wenn intensiv über School Shootings berichtet wird und die Berichte frei zugänglich sind, beispielweise in Internet oder TV. Die Anzahl und Altersstruktur der Rezipienten, sowie das subjektive Empfinden einer möglichen persönlichen Ähnlichkeit zum Täter seitens der Rezipienten hat Auswirkungen auf die nachahmende Motivation. Wird dann der Täter, dessen Suizid oder die Konsequenzen des Suizid in einer positiven oder gar heroisierenden Art und Weise dargestellt führt das zu einer Erhöhung der Nachahmungshandlungen.
In Bezug auf die ‘Valenz des Modells’, wonach berühmte und positiv auf den Rezipienten wirkende Persönlichkeiten häufiger nachgeahmt werden zeigt sich, dass bei School Shootings immer wieder Bezug auf die beiden ‚Idole’ der Szene Eric Harris und Dylan Klebold genommen wird.
Gefördert wird dies durch die ständige Verwendung von Archivaufnahmen der beiden Täter, sobald es zu Medienberichten über School Shootings kommt. Besonders die Videodarstellung eines Jugendlichen der blutüberströmt aus dem Fenster der Columbine-Bibliothek klettert und direkt den Spezialeinsatzkräften in die Arme fällt, fördert in meinen Augen die Täterheroisierung. Diese Bilder üben sowohl Entsetzen wie auch Faszination aus, suggerieren sie doch einem potenziellen Nachahmer, dass auch seine Tat solche schrecklichen Bilder um die Welt liefert. Dabei drückt die Aufnahme für den ‚normalen’ Menschen ehr eine bedrückende emotionale Dramatik aus, für einen potenziellen School Shooter repräsentiert diese tragischen Aufnahme aber auch Machtgefühle, es verdeutlicht ihm wie qualvoll seine Opfer um ihr Leben kämpfen müssen.
Auch die frei zugänglichen Bilder der Überwachungskamera in der Cafeteria der Columbine High School, auf denen ein konkreter Teil der Tatbegehung ‚live’ zu sehen ist oder die Handyaufnahmen des Täter-Suizids von Winnenden sind riskante Medienquellen für Nachahmungstaten. Selbst die Bilder der beiden Leichnahme von Harris und Klebold sind mit nur zwei Wörtern in der Bildersuche im Internet zu finden. Aus der möglicherweise fiktiven Vorstellung eines Tatablaufes wird so ‚Big-BrotherTV’ für Nachahmungstäter!
Seit wenigen Jahren entwickelt sich seitens der Täter ein postdeliktisch problematisches Verhaltensmuster. Für einen Massenmörder untypisch verbreiten sie kurz vor der Tat Abschiedbriefe, Videos und Aufzeichnungen mit Rechtfertigungen, hinterlassen öffentlich Fotos und persönliche Tagebuchaufzeichnungen. Bastian Bosse stellte am Morgen seiner Tat noch zahlreiche Videos und seinen Abschiedsbrief ins Internet, Seung-HuiCho verschickte ein Paket an den US-Nachrichtensender NBC und Pekka-Eric Auvinen, ein School Shooter aus Finnland, stellte in der Nacht vor seiner Tat ein Video in die internationale Videoplattform YouTube.
Diese auf die Zeit nach der Tat ausgerichteten Handlungen fördern eine Subkultur, in der die Täter zu Ikonen und Legenden stilisiert werden. Pollmann verweist dabei generell auf die Gefahr des Lernens am Modell, sind solche ‚Vorbilder’ für bestimmte Jugendliche doch möglicherweise relevante Quelle für Imitationsverhalten.
Bei Bastian Bosse versuchte die Polizei unverzüglich sämtliches Material aus dem Internet zu entfernen, doch durch die rasend schnelle Verbreitung der Tatnachricht waren bereits zahlreiche Kopien entstanden, so dass auch heute nahezu alle Informationen noch zugänglich sind. In einigen Foren trug der Versuch der Löschung durch die Polizei sogar aktiv zur Heroisierung des Täters bei. So hatte dieser doch schon zuvor erklärt: ‘Weil ich weiß, dass die Fascholizei meine Videos, Schulhefte, Tagebücher, einfach alles nicht veröffentlichen will, habe ich das selbst in die Hand genommen’.
Dies hatte er offenbar von den Columbine Tätern abgeschaut, denn deren als ‚Basement-Tapes’ bekannten Abschiedsvideos bleiben auch weiterhin gesperrt. Wie weit die Identifikation mit einem der beiden Täter von Columbine ging, verdeutlicht Bastian Bosse in seinem Tagebucheintrag vom 26. September 2006:
‘ERIC HARRIS Der wohl vernünftigste Junge den eine beschissene Highschool bieten kann ... ERIC HARRIS IST GOTT! Da gibt es keinen Zweifel. Es ist erschreckend wie ähnlich Eric mir war. […] Ich bin keine Kopie von REB, VoDKa, Steini, Gill, Kinkel, Weise oder sonst wem! Ich bin die Weiterentwicklung von REB’!
Bosse verdeutlicht nicht nur wie sehr er Harris als Vorbild sieht, sondern gewährt auch einen Einblick in den Umfang seiner Beschäftigung mit vorangegangenen School Shootings durch die Erwähnung weiterer Täter.
Um zukünftige Nachahmungstaten und Trittbrettfahrer zu vermeiden empfehlen Robertz und Wickenhäuser zukünftig auf vereinfachende Erklärungen der zugrunde liegenden Tatmotivation zu vermeiden. Es sollte sich auf die Folgen einer Tat konzentriert werden und keine Romantisierungen, Heldengeschichten oder detaillierte Tatbeschreibungen publiziert werden. Wenn Szenen nicht unnötig emotional dargestellt werden, kann eine Ikonisierung der Täter vermieden werden. Scheithauer und Bondü regen zudem an den Verzicht auf Veröffentlichung von Täternamen und Täterbild als Verhaltensregeln zu vereinbaren. Dabei ist natürlich die Pressefreiheit verantwortungsvoll abzuwägen. Insofern begrüße ich die Rüge des deutschen Presserates für einen Bericht über den Täter von Winnenden. Der Presserat erteilte eine Rüge für die ‘mehrseitige Berichterstattung unter den Überschriften ‘Seid ihr immer noch nicht tot?’ sowie ‘Wie wurde so ein netter Junge zum Amokschützen?’... Ein ganzseitiges Bild zeigt den Amokläufer mit gezogener Waffe in einem Kampfanzug. Diese Fotomontage verbunden mit der Überschrift ‘Seid ihr immer noch nicht tot?’... stellt den Amoktäter in einer Heldenpose dar’.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836642118
Arbeit zitieren:
Blatz, Benny Dezember 2009: School Shootings, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Amoklauf, Gewalt, Schule, Prävention, Täter



