Schnäppchenflieger über den Wolken
Die neue Konkurrenz im Luftverkehr und ihre Auswirkungen auf die Strukturen der europäischen Luftverkehrsbranche
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Melanie von Perfall
- Abgabedatum: Mai 2003
- Umfang: 78 Seiten
- Dateigröße: 645,0 KB
- Note: 2,1
- Institution / Hochschule: Universität Witten/Herdecke GmbH Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6702-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6702-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6702-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: von Perfall, Melanie Mai 2003: Schnäppchenflieger über den Wolken, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Billigfluggesellschaften, Deregulierung, Erfolgsfaktoren nationaler Fluggesellschaften, Wettbewerbsökonomie, Preisbildungsstrategie
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Diplomarbeit von Melanie von Perfall
Einleitung:
Das ehemalige deutsche Staatsunternehmen Lufthansa wurde erfolgreich privatisiert, der europäische Luftverkehr liberalisiert und der Marktzugang im wichtigen Verkehr zwischen Deutschland und den USA geöffnet. Deutschland ist einer der bedeutendsten Luftverkehrsstandorte weltweit und liegt im internationalen Vergleich bei der Personenbeförderung auf Platz vier. Luftverkehr ist und bleibt ein Wachstumsmotor. Die Liberalisierung (letzte Stufe 1993) in Europa stellt einen entscheidenden Wendepunkt für die Luftverkehrsgesellschaften dar. Die Zukunft der einzelnen Airlines in Europa wird von den veränderten institutionellen Rahmenbedingungen und von der Weiterentwicklung der Wettbewerbsstrukturen dieser Branche abhängen.
Seit Ende der neunziger Jahre setzen sich zunehmend Billigairlines auf dem europäischen Markt durch, die den etablierten Airlines Touristen und preissensitive Geschäftskunden abwerben. Während die europäischen Linienfluggesellschaften im vergangenen Jahr rückläufige Passagierzahlen hinnehmen müssten, lockten Ryanair und Easyjet zwischen 30 und 40 Prozent mehr Passagiere an, steigerten Umsätze und Gewinne. Bereits jetzt machen mehr als neuen Low-Cost-Airlines den etablierten Fluggesellschaften auf dem europäischen Kurzstreckenmarkt das Leben schwer. Seitdem tobt ein heftiger Kampf um die Flugreisenden in Europa, - mit innovativen Konzepten, frischen Ideen und niedrigen Preisen. Der europäische Luftverkehrsmarkt gilt derzeit mit seinen vielfältigen Veränderungen und seinen aktuellen Turbulenzen als einer der dynamischsten Branchen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung der neuen Rahmenbedingungen, denen sich große europäische Fluggesellschaften seit der Liberalisierung stellen müssen. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, wie der bisherige Erfolg der jüngst in den Markt getretenen Schnäppchenflieger die Strukturen des europäischen Luftverkehrsmarktes und das Verhalten der bisherigen Markteilnehmer verändert. Es soll untersucht werden, wie sich die großen Fluggesellschaften von ihren neuen billigen Wettbewerbern unterscheiden. Abschließend wird analysiert, wie sich dieser Trend auf die ökonomischen Marktprozesse, auf die zukünftigen Erfolgsfaktoren der alteingesessenen Fluggesellschaften sowie für die Kunden auswirkt.
Inhaltsverzeichnis:
| EINFÜHRUNG | 1 | |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | ZIELSETZUNG UND AUFBAU | 2 |
| 1.3 | GRUNDBEGRIFFE UND ABGRENZUNG | 4 |
| ERSTER TEIL: VOM MONOPOL ZUM LIBERALISIERTEN MARKT | ||
| 2. | GRUNDLAGEN DES LUFTVERKEHRS | 7 |
| 2.1 | EIGENSCHAFTEN DES PRODUKTES FLUGREISE | 7 |
| 2.2 | BESONDERHEITEN DER NACHFRAGE | 8 |
| 2.3 | BESONDERHEITEN DES ANGEBOTS | 9 |
| 2.4 | BESONDERHEITEN DES EUROPÄISCHEN LUFTVERKEHRS | 11 |
| 3. | DER ORDNUNGSPOLITISCHE RAHMEN | 13 |
| 3.1 | INTERNATIONALE UND NATIONALE ABKOMMEN | 14 |
| 3.1.1 | Internationale multilaterale Abkommen | 14 |
| 3.1.2 | Bilaterale Abkommen zwischen Staaten | 16 |
| 3.1.3 | Bilaterale Abkommen zwischen Nationalen Fluggesellschaften | 17 |
| 3.1.4 | Das deutsche Luftverkehrsrecht | 17 |
| 3.1.5 | Fazit | 18 |
| 3.2 | DIE LIBERALISIERUNG DES EUROPÄISCHEN LUFTVERKEHRS | 19 |
| 3.2.1 | Erstes Umdenken in der Luftverkehrspolitik | 19 |
| 3.2.2 | Stufen der Liberalisierung des europäischen Luftverkehrs | 20 |
| 3.2.3 | Fazit | 22 |
| ZWEITER TEIL: MARKTEINTRITT NEUER WETTBEWERBER | ||
| 4. | DER NEUE WETTBEWERB IM EUROPÄISCHEN LUFTVERKEHR | 23 |
| 4.1 | DIE SPEZIFISCHEN MARKTEINTRITTS- UND AUSTRITTSBARRIEREN | 23 |
| 4.1.1 | Strukturelle Markteintrittsbarrieren | 24 |
| 4.1.2 | Wirtschaftliche Markteintrittsbarrieren | 26 |
| 4.2.3 | Strategische Markteintrittsbarrieren | 30 |
| 4.1.4 | Marktaustrittsbarrieren | 32 |
| 4.1.5 | Fazit | 33 |
| 4.2 | WACHSENDER WETTBEWERB ZWISCHEN DEN ETABLIERTEN LINIENFLUGGESELLSCHAFTEN | 33 |
| 4.3 | DRUCK VON ALLEN SEITEN: DIE LOW-COST-AIRLINES | 34 |
| 4.3.1 | Die neuen Marktteilnehmer in Deutschland | 35 |
| 4.3.2 | Preisbildungsstrategie der Low-Cost-Airlines | 37 |
| 4.3.3 | Nur billig ist zu wenig | 40 |
| 4.4 | FAZIT | 43 |
| DRITTER TEIL: RUINÖSER WETTBEWERB ODER EFFIZIENZSTEIGERUNG? | ||
| 5. | AUSWIRKUNGEN AUF DIE STRUKTUREN DES LUFTVERKEHRSMARKTES | 45 |
| 5.1 | POSITIVE ÖKONOMISCHE AUSWIRKUNGEN | 45 |
| 5.1.1 | Mehr Wettbewerb, mehr Angebot | 45 |
| 5.1.2 | Anreize zur Kosteneffizienz | 47 |
| 5.1.3 | Senkung des Tarifniveaus | 48 |
| 5.2 | GRENZEN DER LIBERALISIERUNG | 49 |
| 5.2.1 | Eingeschränkte Wachstumspotentiale | 50 |
| 5.2.2 | Wertvernichtung statt Wertschöpfung | 53 |
| 5.2.3 | Wettbewerbsverzerrung durch Subventionen | 53 |
| 5.2.4 | Liberalisierung und Flugsicherheit | 54 |
| 5.3 | FAZIT | 55 |
| 6. | AUSWIRKUNGEN FÜR DIE FLUGGESELLSCHAFTEN | 56 |
| 6.1 | DRUCK AUF PREIS- UND PRODUKTGESTALTUNG | 57 |
| 6.2 | DRUCK AUF SEGMENTIERUNG | 58 |
| 6.2.1 | Nischenstrategien | 59 |
| 6.2.2 | Qualität versus Preis | 60 |
| 6.3 | FAZIT | 61 |
| 7. | DIE BEDEUTUNG DES STRUKTURWANDELS FÜR DEN KUNDEN | 62 |
| 7.1 | PREISSENSIBILITÄT DER (GESCHÄFTS-) KUNDEN | 62 |
| 7.2 | GRENZEN | 63 |
| 8. | ZUSAMMENFASSUNG | 65 |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 67 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 68 | |
| ANHANG | 72 |
Marktaustrittsbarriere dar. Im Luftverkehr bedeuten getätigte irreversible Investitionskosten, sog. „sunk costs“, beispielsweise hohe Marketingkosten (um eine neue Fluggesellschaft potentiellen Nachfragern bekannt zu machen) und Werbekampagnen während des Agierens im Markt als Marktaustrittsbarriere. Hinzu kommen die hohen Anlageinvestitionen (Abschnitt 2.3), insbesondere Kosten für die Benutzung von Abflugeinrichtungen am Flughafen, und Verpflichtungen durch Verträge mit Personal102. Investitionen in Terminals und Start- und Landebahnen können nicht an einen anderen Ort transferiert werden. Durch die langen Verträge mit den Flughäfen wird das Risiko der Flughafeninvestitionen und des Flugbetriebes in erheblichem Ausmaß an die Fluggesellschaft übertragen. Irreversible Kosten sind für alteingesessene Unternehmen im Markt nicht mehr entscheidungsrelevant, wohl dagegen für die potentiellen Wettbewerber, die vor der Entscheidung stehen, ob sie diese Kosten in den Markt einbringen oder nicht, die wiederum den. Marktaustritt erschweren. Die eingesessene Fluggesellschaft hat somit niedrigere entscheidungsrelevante Kosten als die potentiellen Wettbewerber. Hieraus ergibt sich wiederum Spielraum für strategisches Verhalten, so dass ineffiziente Produktionen oder Überschussgewinne nicht mehr zwangsläufig den Marktzutritt neuer Konkurrenten zur Folge haben. [...]
Der zweite Schritt geht über bilaterale Vereinbarungen hinaus: weltweite strategische Allianzen. Im Luftverkehr bedeuten die Allianzen Kooperationen zwischen potentiellen oder aktuellen Konkurrenten eines strategischen Geschäftsfeldes99. Ziel ist der Aufbau eines weltweiten Netzes von Bündnispartnern, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam gegenüber Dritten zu verbessern. Zu den drei wichtigsten Zielen der Strategischen Allianz zählen die Verknüpfung und Optimierung des Streckennetzes der Partner, die Nutzung von Synergieeffekten in Vertrieb und Marketing sowie der Zugang zu neuen Märkten100. Weitere Vorteile ergeben sich insbesondere durch gemeinsame Nutzung von Infrastruktur an den weltweiten Flughäfen, Erweiterung der Kundenbasis, Anerkennung (und folglich zunehmende Attraktivität) der Vielfliegerprogramme und signifikante Präsenz in relevanten Märkten. Kurz, die Allianz ist darauf ausgerichtet, den Fluggast bei allen beteiligten Gesellschaften nahtlos zu betreuen und zu seinem Ziel zu bringen. Als gegenwärtig weltweit größter [...]
insbesondere Vielfliegerprogramme, die eine besondere Form eines Mengenrabatts darstellen. 1993 brachte die Lufthansa „Miles & More“ auf den Markt. Schon Ende des Jahres wurden 800.000 Mitglieder ins Programm aufgenommen, bis 1998 stieg die Zahl auf 3,3 Millionen94. Vielfliegerprogramme haben sich seitdem als erfolgreiches preispolitisches Marketinginstrument etabliert. Mitglieder des Vielfliegerprogramms einer Airline erhalten Bonusmeilen, wenn Sie mit dieser Gesellschaft fliegen, abhängig von der Flugstrecke, der gewählten Beförderungsklasse und vom Kundenstatus. Die Bonusmeilen können nach einem spezifischen System in Prämien eingelöst werden. Die Entscheidungssituation von Flugreisenden wird durch Vielfliegerprogramme entscheidend verändert. Es gilt: umso ausgebauter das Routennetzwerk einer Fluggesellschaft, desto höher die Attraktivität des Vielfliegerprogramms und die Teilnahmeentscheidung des Nachfragers. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832467029
Arbeit zitieren:
von Perfall, Melanie Mai 2003: Schnäppchenflieger über den Wolken, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Billigfluggesellschaften, Deregulierung, Erfolgsfaktoren nationaler Fluggesellschaften, Wettbewerbsökonomie, Preisbildungsstrategie



