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Schaffen die aktuellen Steuerreformvorschläge mehr Beschäftigung und Zufriedenheit?

Schaffen die aktuellen Steuerreformvorschläge mehr Beschäftigung und Zufriedenheit?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Karsten Wysk
  • Abgabedatum: Februar 2004
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8068-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8068-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8068-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wysk, Karsten Februar 2004: Schaffen die aktuellen Steuerreformvorschläge mehr Beschäftigung und Zufriedenheit?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arbeitslosigkeit, Arbeitssteuern, Kapitalsteuern, Faktorbesteuerungsverhältnis, Schwarzarbeit

Diplomarbeit von Karsten Wysk

Zusammenfassung:

The permanent problem of mankind is learning to live well (Keynes 1931). Der Ruf nach einer großen Steuerreform in Deutschland ist aktueller denn je. Nach jahrelangen punktuellen Veränderungen des aktuellen Steuersystems scheint die Überzeugung bei fast allen politischen Parteien gewachsen zu sein, dass ein Neuanfang oder zumindest ein gravierender Systemwechsel notwendig geworden ist. Entwürfe für eine große Steuerreform werden unter Ökonomen bereits seit Jahren diskutiert.

Mittlerweile haben sich auch in der breiten Öffentlichkeit drei Alternativen herauskristallisiert, die besonders große Chance auf die Umsetzung haben: Der auf die Initiative von dem ehemaligen Verfassungsrichter Paul Kirchhof zurückgehende „Karlsruher Entwurf“ (bzw. Kirchhof-Modell) ist sicherlich das prominenteste Konzept der nicht von Parteien stammenden Vorschläge und liegt als einziger Vorschlag bereits beschlussfähig als Gesetzestext vor. Die CDU hat sich per Parteitagsbeschluss hinter das von Friedrich Merz erarbeitete Steuerreform-Konzept (Merz-Konzept) gestellt. Sogar die Bundesregierung selber plant offenbar neben der aktuellen Steuerreform, deren Endstufe 2005 in Kraft treten wird, weitere gravierende Veränderungen. So ließ der Bundesfinanzminister Hans Eichel verlauten, dass zurzeit an einem Vorschlag auf Basis der vom Sachverständigenrat favorisierten Dualen Einkommenssteuer gearbeitet werde.

Angesichts der großen politischen Bedeutung der Diskussion über die Steuerreformvorschläge erhofft sich die Politik offensichtlich einen entscheidenden Beitrag einer großen Steuerreform zur Lösung der vordringlichsten Probleme dieses Landes, insbesondere des Abbaus der hohen Arbeitslosigkeit.

Diese Arbeit möchte einen Beitrag dazu leisten, Politiker in Ihrer Entscheidung für das „richtige“ Steuersystem zu unterstützen. Deshalb findet die Diskussion in einem möglichst realitätsnahen Modellrahmen statt, der unmittelbar auf die Situation in Deutschland zugeschnitten ist. Entgegen der üblichen Vorgehensweise bei einer ökonomischen Analyse beschränkt sich diese Arbeit auch nicht nur auf eine rein wohlfahrtstheoretische Vorteilhaftigkeit der verschiedenen Steuerreformvorschläge. Stattdessen werden durch die Einbeziehung der Zufriedenheitstheorie auch weitere (sozialpolitische) Ziele wie zum Beispiel die Förderung von Kindern und Familie berücksichtigt, die üblicherweise die Entscheidungen von Politikern beeinflussen und in der Realität eine wichtige Rolle spielen. Anders formuliert untersucht diese Arbeit den Einfluss der Steuerreformvorschläge auf die Zufriedenheit der Bürger in Deutschland, deren Maximierung Aufgabe eines jeden demokratischen Staates sein sollte.

Die Verringerung der Arbeitslosigkeit spielt dabei als einer der Hauptdeterminanten der Zufriedenheit eine wichtige Rolle. Durch diesen Ansatz sind die Resultate der Analyse nach Überzeugung des Autors besser auf die Realität anwendbar, als dies bei der klassischen ökonomischen Vorgehensweise der Fall wäre. Die Ergebnisse der Analyse sollten die Politik ermutigen: Eine echte große Steuerreform führt in der Tat zu mehr Beschäftigung und Zufriedenheit.

Inhaltsverzeichnis:

EINFÜHRUNG 1
I. ARBEITSLOSIGKEIT IN DEUTSCHLAND 3
II. ZUFRIEDENHEIT IN DEUTSCHLAND 6
III. AUFBAU DER ARBEIT 7
1. DAS DERZEITIGE STEUERSYSTEM 9
1.1 GRUNDPRINZIPIEN DES DEUTSCHEN STEUERSYSTEMS 9
1.2 ÜBERBLICK ÜBER DIE WICHTIGSTEN STEUERN 12
1.2.1 ARBEITSSTEUERN 13
1.2.2 KAPITALSTEUERN 15
1.2.3 ZUSAMMENFASSUNG 16
1.3 DISKUSSION DES DERZEITIGEN STEUERSYSTEMS 17
1.3.1 HÖHE DER STEUERBELASTUNG 18
1.3.2 FAKTORBESTEUERUNGSVERHÄLTNIS 21
1.3.3 UMVERTEILUNG 23
1.3.4 KOMPLEXITÄT 25
1.3.5 EFFIZIENZ 29
2. DIE STEUERREFORMVORSCHLÄGE 33
2.1 KURZÜBERSICHT ÜBER DIE UNTERSUCHTEN STEUERREFORMVORSCHLÄGE 34
2.1.1 KIRCHHOF (KARLSRUHER ENTWURF) 35
2.1.2 MERZ-KONZEPT (CDU) 36
2.1.3 SACHVERSTÄNDIGENRAT (DUALE EINKOMMENSSTEUER, SPD) 37
2.2 DISKUSSION DER STEUERREFORMVORSCHLÄGE 38
2.2.1 HÖHE DER STEUERBELASTUNG 38
2.2.2 FAKTORBESTEUERUNGSVERHÄLTNIS 39
2.2.3 UMVERTEILUNG 41
2.2.4 KOMPLEXITÄT 42
2.2.5 EFFIZIENZ 45
2.3 ZUSAMMENFASSUNG 47
3. DIE BESCHÄFTIGUNGSWIRKUNG DER STEUERREFORMVORSCHLÄGE 48
3.1 STEUERN UND BESCHÄFTIGUNG 48
3.2 DIE (NEO-)KLASSISCHE EMPFEHLUNG 50
3.3 DAS ARBEITSMARKTMODELL DIESER ARBEIT 55
3.3.1 DER GEWERKSCHAFTLICH ORGANISIERTE ARBEITSMARKT 56
3.3.2 ARBEITSLOSIGKEIT /SCHWARZARBEITSSEKTOR 58
3.3.3 GRAPHISCHE DARSTELLUNG 59
3.4 ANALYSE DER BESCHÄFTIGUNGSWIRKUNG 60
3.4.1 HÖHE DER STEUERBELASTUNG 60
3.4.1.1 SENKUNG DER ARBEITSSTEUER 61
3.4.1.2 SENKUNG DER KAPITALSTEUER 62
3.4.1.3 WOHLFAHRTSANALYSE DER STEUERSENKUNGEN 64
3.4.2 FAKTORBESTEUERUNGSVERHÄLTNIS (FBV) 65
3.4.2.1 FBV IM GEWERKSCHAFTSSEKTOR BEI KONSTANTEN NETTOLÖHNEN 65
3.4.2.2 FBV MIT ENDOGENEN LOHNVERHANDLUNGEN 73
3.4.2.2.1 RIGHT-TO-MANAGE-MODELL ALS NASH-VERHANDLUNGSSPIEL 73
3.4.2.2.2 FAIRNESSMODELL NACH REUTTER 78
3.4.2.3 FBV UNTER EINBEZIEHUNG DES SCHWARZMARKTSEKTORS 84
3.4.3 UMVERTEILUNG 89
3.5 BEWERTUNG DER STEUERREFORMVORSCHLÄGE 94
4. DIE ZUFRIEDENHEITSWIRKUNG DER STEUERREFORMVORSCHLÄGE 96
4.1 EINFÜHRUNG IN DIE ZUFRIEDENHEITSTHEORIE 96
4.2 HAUPTDETERMINANTEN DER ZUFRIEDENHEIT 101
4.2.1 VERFÜGBARES EINKOMMEN 101
4.2.2 ARBEITSSTATUS 102
4.2.3 FAIRNESS 103
4.2.4 GEMEINSAME FREIZEIT 104
4.2.5 KINDER 104
4.2.6 ZUSAMMENFASSUNG 105
4.3 DAS FAIRNESS-MODELL ALS ZUFRIEDENHEITSMODELL? 106
4.4 ANALYSE DER ZUFRIEDENHEITSWIRKUNG 108
4.4.1 UMVERTEILUNG 108
4.4.2 KOMPLEXITÄT 109
4.4.3 EFFIZIENZ 110
4.5 BEWERTUNG DER STEUERREFORMVORSCHLÄGE 114
5. ABSCHLIEßENDE DISKUSSION 116
LITERATURVERZEICHNIS 121

Automatisiert erstellter Textauszug:

Finanzwissenschaft für ein optimales Steuersystem noch einmal genauer zu betrachten. Wir können dabei von den unter 1.3.5. angestellten Effizienzüberlegungen ausgehen. Die Zusatzlast der Besteuerung soll nach der Inversen-Elastizitäten-Regel durch die Besteuerung des möglichst unelastischen Faktors minimiert werden. Um diese Empfehlungen zu verstehen, betrachten wir frei nach Schöb (2000, S. 28ff.) eine kleine offene Volkswirtschaft unter vollkommenem Wettbewerb mit einer linearhomogenen Produktionsfunktion, die Kapital (K) und Arbeit (L) als Inputfaktoren besitzt. Kapital sei international vollkommen mobil118 mit dem unbeeinflussbaren Faktorpreis (=Zins) r. Der Produktpreis ist gegeben. Das Arbeitsangebot sei durch die mit dem Arbeitsangebot steigende Funktion LA gegeben. Die Arbeitsnachfrage der Unternehmen hängt von der Grenzproduktivität des gerade noch eingestellten Arbeitnehmers ab. Die kurzfristige Arbeitsnachfrage f L (K, L) entspricht damit der Grenzproduktivität der Arbeit bei gegebenem Kapitalstock. [...]

Faktorbesteuerungsverhältnis und Beschäftigung Während der Einfluss der Abgabenquote insgesamt auf die Beschäftigungsentwicklung nicht eindeutig ist, lohnt sich der Blick auf den Teil der Steuern, die den Produktionsfaktor Arbeit direkt belasten. In der von Fuest (2000, S. 16) präsentierten Auswahl von knapp 20 Studien sehen hingegen fast alle Studien einen negativen Zusammenhang zwischen Beschäftigung und Steuern auf Arbeit. Fuest sieht folgerichtig in der Senkung der Steuern auf Arbeit eine der Hauptmöglichkeiten, die Arbeitslosigkeit zu senken. Die OECD Jobs Study (1994) empfiehlt die Arbeitskosten durch die Reduzierung der Steuerlast speziell auf den Faktor Arbeit zu reduzieren116. Auch die von Nickel und Layard (1999, S. 3060) zusammengefassten Studien kommen zu diesem Ergebnis. Dieses Ergebnis bestätigt unsere Argumentation aus der Einführung: Nicht die Gesamtbelastung durch Steuern ist entscheidend, sondern die Struktur und Systematik der Besteuerung.117 Steuern können den Faktoreinsatz verändern. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist ein strukturelles Problem. Deshalb kann auch nur eine solche Steuerreform Beschäftigung schaffen, die die Struktur verändert. [...]

Die Einführung des Stufentarifes bei Merz bzw. der defacto Flat-Tax bei Kirchhof geht nach Meinung der beiden Urheber ebenfalls mit einer großen Vereinfachung des Steuerrechts einher. Jeder wisse seinen marginalen Steuersatz und könne sich notfalls auf einen „Bierdeckel“ seine Steuerschuld ausrechnen. Die Anhänger des linear-progressiven Tarifes verweisen hingegen auf die hohen Kosten der Stufen (siehe Konzept 21 CSU, S. 42) und argumentieren, dass nicht der Steuersatz sondern die Ermittlung der Bemessungsgrundlage die Schwierigkeiten bringe. Außerdem sei mit einem Stufentarif ein Verlust an vertikaler Gerechtigkeit verbunden.113 In diesem Fall hat die Vereinfachung offenbar tatsächlich einen Preis. Insgesamt ist das System des Kirchhof-Modells am einfachsten und systematischsten. Das Merz-Modell bleibt durch den Verzicht auf die Integration der Unternehmenssteuern auf knapp ¾ des gleichen Weges stehen. Das Konzept der Dualen ESt. ist zwar in sich ebenfalls schlüssig, sorgt aber mit der gesondert erhobenen Kapitalsteuer für eine zusätzliche Dimension im Steuersystem. Eine ähnlich starke Reduktion der [...]

Arbeit zitieren:
Wysk, Karsten Februar 2004: Schaffen die aktuellen Steuerreformvorschläge mehr Beschäftigung und Zufriedenheit?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbeitslosigkeit, Arbeitssteuern, Kapitalsteuern, Faktorbesteuerungsverhältnis, Schwarzarbeit

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