Schadstoffreies Wohnen in Holzbauten
Eine kritische Betrachtung industriell gefertigter Baumaterialien im eingebauten Zustand
- Art: Studienarbeit
- Autor: Sven Erb
- Abgabedatum: Juni 2001
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 2,2 MB
- Note: 1,6
- Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9877-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9877-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9877-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Erb, Sven Juni 2001: Schadstoffreies Wohnen in Holzbauten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Baustoff, Emission, PCB, Holzschutzmittel, VOC
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Studienarbeit von Sven Erb
Einleitung:
Innenräume können starken Belastungen mit Luftschadstoffen unterliegen. Die Luftqualität in Innenräumen wird durch zahlreiche und sehr unterschiedliche Faktoren bestimmt. Neben den Lebensgewohnheiten der Bewohner (wie z. B. Rauchen, Umgang mit Haushaltsprodukten wie Wasch-, Reinigungs- und Pflegemitteln beeinflussen v. a. die Baustoffe und Ausstattungen der Innenräume deren Luftqualität.
In diesem Zusammenhang sind die in den letzten Jahren einsetzenden Bemühungen um die Reduzierung von Wärmeverlusten bedeutsam. Die damit verbundene Verminderung der Raumlüftung führt dazu, daß in den Innenraum abgegebene Schadstoffe sich stärker anreichern und langsamer als früher an die Außenluft abgegeben werden. Deshalb bedürfen der Einsatz von Baustoffen einschließlich der Bauhilfsstoffe in Innenräumen und die Auswahl der Ausstattungsgegenstände einer besonders sorgfältigen Prüfung auf mögliche Emissionen. Dies gilt für Farben und Lacke, Klebstoffe, Putze, Dichtungsmittel und sonstige Bautenschutzmittel genauso wie für Tapeten, Teppichböden, Vorhänge und Möbel.
Für Wohnräume muß aus Gründen des Gesundheitsschutzes für alle Menschen der Bevölkerung, insbesondere für Säuglinge, alte Menschen und Kranke jegliche Belastung so gering wie möglich gehalten werden, weil auch die Exposition ununterbrochen sein kann.
Vorliegende Studienarbeit soll Hilfsmittel zur Erkennung, Bestimmung und Beurteilung von Emittenten in Innenräumen sein.
Die Komplexität des Themas spiegelt sich in den verschiedenen Kapiteln wieder.
Problemstellung:
Baumaterialien enthalten teilweise gesundheitsschädliche Stoffe, die zu ernsthaften Beschwerden / Krankheiten führen können, wenn sie über einen langen Zeitraum auf die Gebäudenutzer einwirken. Es ist daher wichtig, daß Architekten, Ingenieure und Bauherren nicht nur die technischen und ökonomischen Kriterien eines Baustoffes bei ihrer Auswahl beachten.
Vorliegende Studienarbeit soll eine grobe Übersicht über die prozentual am häufigsten verwendeten Baumaterialien / -stoffen, deren Inhaltsstoffe sowie eventuelle gesundheitliche Auswirkungen geben.
Gang der Untersuchung:
Die Nachfrage nach Naturbaustoffen seitens moderner, umweltbewußter Bauherren nimmt immer mehr zu. Doch der Markt ist groß und unübersichtlich. Eine Fülle derzeit am Markt befindlicher Ökosiegel, Prüfgutachten und ökologischer Aussagen der Industrie sorgt auch nicht unbedingt für mehr Transparenz.
Daher wurde mit vorliegender Arbeit versucht, das Naturbaustoff-Sortiment auf einer wissenschaftlichen Ebene zu durchleuchten.
Informationsquelle war dabei ausschließlich die im Anhang genannte Literatur (vgl. Kapitel Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. und Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.).
Es werden nur die dem Verfasser am wichtigsten erscheinenden Baustoffe herausgegriffen und behandelt. Dem Autor ist bewußt, daß Emittenten wie z. B. Gardinen, Vorhänge, Bezugsstoffe, Tapeten oder dergleichen mehr, auch zur Innenraumschadstoffbelastung beitragen. Aufgrund der Komplexität der Thematik sowie der Tatsache, daß es sich hierbei nicht um Baustoffe im eigentlichen Sinn handelt, werden diese jedoch nicht beachtet.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 5 |
| II. | Lebenslauf der Baustoffe | 6 |
| III. | Emissionen aus Baumaterialien | 7 |
| A. | Möglichkeiten der Gesundheitsgefährdung | 8 |
| IV. | Gefährliche Stoffe in Innenräumen | 10 |
| A. | Fußbodenbeläge | 10 |
| 1. | Glatte Bodenbeläge | 10 |
| 1.1 | Steinböden und Fliesen | 11 |
| 1.2 | PVC-Bodenbeläge | 11 |
| 1.3 | Linoleumböden | 12 |
| 1.4 | Korkbodenbeläge | 13 |
| 1.5 | Holzfußböden | 15 |
| 2. | Textile Bodenbeläge | 19 |
| 2.1 | Kunstfaserteppiche / Nadelfilzböden | 20 |
| 2.2 | Teppiche aus Naturfasern | 21 |
| B. | Klebstoffe für Bodenbeläge | 26 |
| 1. | Bewertung | 28 |
| C. | Lacke und Lackfarben | 29 |
| 1. | Bindemittel | 29 |
| 2. | Anstrich- und Topfkonservierer | 30 |
| 2.1 | Topfkonservierer | 31 |
| 2.2 | Weitere Wirkstoffe | 33 |
| 3. | Pigmente und Farbstoffe | 34 |
| 4. | Lösungs- bzw. Verdünnungsmittel | 34 |
| 4.1 | Giftstoffe in Lösemitteln | 35 |
| 4.2 | Terpentinersatz | 41 |
| 4.3 | Weitere Gefährdungspotentiale | 41 |
| 4.4 | Bezeichnung, Einsatzbereiche und Inhaltsstoffe von Lacken | 43 |
| D. | Holzschutzmittel | 51 |
| 1. | Altlasten und mögliche Wirkstoffe in Innenräumen | 51 |
| 2. | Pentachlorphenol | 52 |
| 3. | Lindan | 53 |
| 4. | Tributylzinnverbindungen - Tributylzinnoxid (TBTO) | 53 |
| 5. | Xylingen B (Fermecyclox) | 54 |
| 6. | Carbendazim | 54 |
| 7. | Permethrin | 55 |
| 8. | Dichlofluanid | 56 |
| 9. | Bewertung von Holzschutzmitteln | 56 |
| E. | Flüchtige organische Verbindungen in der Raumluft | 56 |
| 1. | Was versteht man unter VOC? | 56 |
| 2. | Vorkommen und Gehalte in der Raumluft | 58 |
| 3. | Mögliche Quellen für VOC | 59 |
| 4. | Überprüfung möglicher Schadstoffquellen | 60 |
| 5. | Toxikologische Bedeutung von VOC | 60 |
| F. | Polychlorierte Biphenyle | 62 |
| 1. | Herstellung und chemische Beschreibung von PCB | 62 |
| 2. | Eigenschaften | 63 |
| 3. | PCB-Quellen in der Raumluft | 63 |
| 4. | Primärquellen | 64 |
| 4.1 | Offene Systeme | 64 |
| 4.2 | Geschlossene Systeme | 65 |
| 5. | Sekundärquellen | 65 |
| 6. | Toxizität | 66 |
| G. | Tabakrauch | 66 |
| H. | Haushaltschemikalien | 67 |
| I. | Wohnungen und ihre Umgebung | 68 |
| 1. | Außenluftbelastungen mit Benzol | 68 |
| 2. | Humantoxikologische Bewertung | 69 |
| 3. | Bewertung | 69 |
| V. | Zusammenfassung | 70 |
| VI. | Anhang | 71 |
| A. | Emissionsquellen und gesundheitliche Beschwerden | 71 |
| 1. | Emissionsquellen | 71 |
| 2. | Krankheitssymptome | 78 |
| B. | Eigenschaften verschiedener Baustoffe | 84 |
| C. | Gesetzliche Regelungen für die Verwendung von Bauprodukten | 89 |
| D. | Quellennachweis | 90 |
| E. | Literatur | 93 |
| F. | Weitere Quellen | 95 |
| G. | Internet-Adressen | 95 |
Manchen Lacken werden Stoffe zugesetzt, die für Bakterien und Pilze giftig sind. Sie werden unter dem Begriff "Biozide" zusammengefaßt. Topfkonservierer sollen den Lack in der Dose vor mikrobiellem Befall schützen, Anstrichkonservierer dagegen auch noch das gestrichene Material. Die Grenze z. B. zu Holzschutzmitteln ist hier fließend. Die Einsatzkonzentration von Topfkonservierern liegt zumeist unter 0,5 bis 1 %, die von Anstrichkonservierern zum Teil darüber. Um eine Topfkonservierung kommt man aber vielfach nicht herum, da die Produkte zum Teil längere Zeit lagern und nach dem Öffnen auch noch weiterhin brauchbar sein sollen. Lacke mit hohen Lösemittelgehalten können in der Re26 27 Topfkonservierer = Wirkstoffe gegen Schimmelbefall Biozide = Fungizide (pilzvernichtende Verbindungen) und Bakterizide (bakterienvernichtende Verbindungen) [...]
In vielen Klebstoffen können hochsiedende Lösemittel enthalten sein, und bedingt durch ihr langsameres Verdunstungsverhalten, zu längerfristigen Innenraumbelastungen führen (siehe hierzu auch Kapitel IVC4 „Lösungs- bzw. Verdünnungsmittel“). Zur Verlegung von Bodenbelägen sollten daher zumindest lösemittelarme (besser: lösemittelfreie) Dispersionsklebstoffe oder lösemittelfreie klebstoffbeschichtete Verlegeunterlagen und Fixierungen verwendet werden. Alternativen sind beispielsweise Dispersionskleber auf Naturharzbasis, die für Holz-, Kork-, Linoleum und Teppiche mit Jute- oder Latexrücken zur Verfügung stehen. Bei Teppichböden mit gummierter Unterseite unterhalb 20 m² ist ein Verkleben in der Regel nicht erforderlich. Parkette lassen sich nageln, Teppiche verspannen. Sollte auf lösemittelhaltige Klebstoffe nicht verzichtet werden können, so ist Klebstoffen, die keiner Gefahrenkennzeichnung unterliegen bzw. kein Methylenchlorid enthalten, der Vorzug zu geben. [...]
Dabei haben die Bindemittel – überwiegend bestehend aus Natur-, Kunstharzen oder Polyacrylaten – die Aufgabe, die Haftung auf dem Untergrund zu verbessern. Lösemittel dienen als Trägermaterial. Je nach verwendetem Bindemittel werden organische Lösemittel und / oder Wasser eingesetzt. Zur Volumenvergrößerung werden als Füllstoffe Kreiden, Kalksteinmehl und / oder Tonmineralien verwendet. Durch den Zusatz von Additiven werden die Eigenschaften des Klebstoffes beeinflußt. Additive können klebeverstärkende Zusätze, Weichmacher, Verdickungs-, Frostschutz- oder Konservierungsmittel etc. sein. Umwelt- und Gesundheitsbelastungen ergeben sich vor allem durch die Verwendung lösemittelhaltiger Klebstoffe. Jedoch werden für nahezu alle Anwendungsbereiche lösemittelarme bzw. –freie Dispersionsklebstoffe angeboten, so daß der Einsatz lösemittelhaltiger Klebstoffe nur noch in wenigen Ausnahmenfällen erforderlich ist. Hierzu zählen unter Umständen: • • • • • PVC- / Gummiprofile Besonders formkritische Untergründe (z. B. Treppen) Verformte Belagsfliesen Bestimmte Parkettarten (großformatige Parkettelemente, Massivdielen, Holzpflaster) Bestimmte Holzarten (Buche, Exoten). [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832498771
Arbeit zitieren:
Erb, Sven Juni 2001: Schadstoffreies Wohnen in Holzbauten, Hamburg: Diplomica Verlag
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Baustoff, Emission, PCB, Holzschutzmittel, VOC




