Say, am I stewed or did a grapefruit just flew by?
Die Komik der Marx Brothers zwischen Unterhaltung und Avantgarde
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Holger Metzner
- Abgabedatum: April 2000
- Umfang: 129 Seiten
- Dateigröße: 674,2 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5966-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5966-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5966-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Metzner, Holger April 2000: Say, am I stewed or did a grapefruit just flew by?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Groucho, Filmtheorie, Lachen, Filmgeschichte, Comedy
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Diplomarbeit von Holger Metzner
Einleitung:
Eine hermeneutische Analyse einer der erfolgreichsten und gleichzeitig avantgardistischsten Comedy-Gruppen des 20. Jahrhunderts. Die Marx-Brothers haben nicht nur ein Millionenpublikum unter einfachen amerikanischen Arbeitern gefunden, sondern auch Impulse für die bildende und darstellende Kunst Europas gegeben. Die Ursache dieses Erfolges liegt wesentlich in ihrer Verwurzelung in den großen Krisen und Umbrüchen ihrer Zeit.
Die vorliegende Arbeit verfolgt den Zusammenhang zwischen komischem Ausdruck und lebensweltlicher Realität. Groucho, Harpo und Chico – als festgelegte komische Figuren entstammen sie einer uralten Komödientradition. Dabei präsentieren alle drei eine jeweils verschiedene Lachkultur. Im Vergleich dieser historischen Vorbilder mit der Realisierung durch die Marx-Brothers in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden die Abgründe, Absurditäten und Neurosen einer kapitalistischen Gesellschaft deutlich, die unserer eigenen Zeit in ihrer Schnellebigkeit, Dynamik und Aggressivität sehr nahe ist.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 2 | |
| Einleitung | 3 | |
| Bühnentradition und Film | 6 | |
| Komische Figur vs. dramatischer Charakter. | 10 | |
| Karikatur und freies Spiel: Groucho Marx | 12 | |
| Objekt und grotesker Körper: Harpo Marx | 28 | |
| Das Scheitern am Scheitern: Chico Marx | 38 | |
| Gegenspiel und Zusammenspiel | 46 | |
| Narration und Handlungswelt | 56 | |
| Sprachkomik | 66 | |
| Schlußbetrachtung | 74 | |
| Die Marx Brothers und die Avantgarde | 76 | |
| Literaturverzeichnis | 83 | |
| Sekundärliteratur | 83 | |
| Primärliteratur | 86 | |
| Internet-Seiten (Auswahl) | 87 | |
| Filmverzeichnis | 88 |
ländlichen (europäischen) Gegend, der dem städtischen Leben nur ungenügend angepaßt ist, entspricht durchaus den gesellschaftlichen Erfahrung der Zeit. Es ist aber möglich, den Konflikt von ursprünglicher Agrar- und moderner Stadtkultur nicht nur räumlich, sondern auch diachron zu betrachten: Während der prosperity der 20er Jahre war es in den USA zu einem extremen Wachstum, sowohl der Bevölkerung, als auch der Produktivität gekommen. Beide Faktoren hatten eine rasche Verstädterung zur Folge, die durch die allgemeine Mobiliät noch gefördert wurde1. Die Verlagerung des kulturellen Schwerpunktes von der Landwirtschaft auf urbane Zentren ist ein bedeutender innergesellschaftlicher Vorgang. Die Darstellung des komischen Scheiterns Chicos ist also nicht nur die Auseinandersetzung mit einem fremden, sondern vor allem die Auseinandersetzung mit einem anachronistisch gewordenen Verhaltensmuster innerhalb der eigenen Gesellschaft. [...]
Fremdbestimmtheit kann sich in einer Vielzahl von Möglichkeiten konstituieren, etwa von außen durch die „Tücke des Objekts“ oder durch die Prädominanz einer im Subjekt selbst angelegten Disposition, wie extremer Geiz oder Geilheit. Im Augenblick des Scheiterns bewirkt die jeweilige Ursache der Fremdbestimmtheit, daß das Subjekt der Handlung zum Objekt wird – die Intentionalität geht scheinbar auf ein anderes Subjekt über. Aus der Beschreibung von Chicos Fehlhandlungen geht hervor, daß es nicht nur individuelle Dummheit oder Unfähigkeit ist die ihn scheitern läßt, sondern es ist die Kollision einer einfach strukturierten Denkart mit der komplexen Großstadtwelt. Im Sinne Stierles könnte man also davon spre1 [...]
Was sich bei Chicos Umgang mit den Schwierigkeiten der Sprache und der Kommunikation überhaupt gezeigt hat, gilt auch für sein Verhalten in umfassenderen Systemen. In Duck Soup befindet er sich als Doppelspion in einer komplizierten Situation, deren Brisanz er nicht im geringsten erfaßt. Er redet beide Vorgesetzte in aller Öffentlichkeit mit „Hello boss!“ an und rechnet seine jeweiligen Arbeitsleistungen mit der Stechkarte ab, wie ein einfacher Angestellter. Schließlich entscheidet er sich für die Seite, die die bessere Verpflegung bietet. Als Angeklagter erhebt er gleich zu Beginn einer Gerichtsverhandlung Einspruch. Auf die erstaunte Frage des Richters antwortet er: „I couldn´t think of anything else to say.“ Chico verkürzt das vielschichtige Verfahren eines juristischen Prozesses auf eine Floskel, die er zufällig kennt, deren Inhalt ihm aber ebenfalls verschlossen bleibt. Gemeinsam ist allen Anlässen des 61 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832459666
Arbeit zitieren:
Metzner, Holger April 2000: Say, am I stewed or did a grapefruit just flew by?, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Groucho, Filmtheorie, Lachen, Filmgeschichte, Comedy



