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Die Sanierung des Unternehmens in der Insolvenz

Die Sanierung des Unternehmens in der Insolvenz
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Anton Vasilev
  • Abgabedatum: Oktober 2006
  • Umfang: 65 Seiten
  • Dateigröße: 320,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • Bibliografie: ca. 31
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0043-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0043-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0043-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Vasilev, Anton Oktober 2006: Die Sanierung des Unternehmens in der Insolvenz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Insolvenz, Sanierung, Insolvenzordnung, Insolvenzplan, Insolvenzverfahren

Diplomarbeit von Anton Vasilev

Einleitung:

Die Insolvenz ist die existenzbedrohlichste Situation für ein Unternehmen. Eine erfolgreiche Sanierung gelingt in den seltensten Fällen, eine Liquidation bzw. Zerschlagung der Unternehmung ist häufig die Regel. Die Folgen sind zwangsläufig eine Vernichtung von Kapital und der Verlust von Arbeitsplätzen. Darüber hinaus können Unternehmensinsolvenzen weitreichende negative volkswirtschaftliche Effekte nach sich ziehen (z.B. Rückgang der Kaufkraft, „Domino-Effekte“ bei Zulieferern, Belastung der Sozialsysteme, Steuerausfälle, etc.). Daher besitzt die Analyse der Sanierung von Unternehmen in der Insolvenz eine besondere Relevanz in der betriebswirtschaftlichen Forschung.

Seit 1999 stiegen die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland kontinuierlich an und erreichten im Jahr 2003 mit 39.470 Insolvenzanträgen ihren Höhepunkt. Seit 2003 ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen, welcher u.a. auf die moderate konjunkturelle Widerbelebung nach dem „Platzen“ der Spekulationsblase der „New Economy“ zurückzuführen ist. Trotz dieser leicht rückläufigen Entwicklung mussten im Jahre 2005 36.850 Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen. Dabei wurden 563.000 Arbeitsplätze vernichtet und es entstanden insgesamt Insolvenzschäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. Abbildung 1 fasst die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsplätze seit 1999 zusammen.

Verantwortlich für die hohen Insolvenzschäden und Arbeitsplatzverlusten sind vor allem die Zusammenbrüche großer Unternehmen und Konzerne. Prominente Beispiele der letzten Jahre sind die Insolvenzen von Philipp Holzmann, Kirch Media Gruppe, Grundig, Aeoro Lloyd oder Heros. Aktuell hat abermals ein bedeutendes Unternehmen einen Insolvenzantrag (wegen Zahlungsunfähigkeit) gestellt: BenQ–Mobile Deutschland, die durch den taiwanischen Elektronikhersteller BenQ von Siemens übernommene Mobilfunksparte, sah sich nach nur einem Jahr nach der Übernahme zu diesem Schritt gezwungen.

Insolvente Unternehmen müssen nicht zwangsläufig vom Markt austreten, u. U. können diese innerhalb des Insolvenzverfahrens saniert, fortgeführt und somit vor einer Stilllegung und Auflösung gerettet werden. Durch die Insolvenzrechtreform im Jahre 1999 wurden hierfür verbesserte Möglichkeiten geschaffen, die für insolvente Unternehmen zahlreiche Sanierungschancen bieten. In der Praxis jedoch werden diese Sanierungsoptionen bisher kaum genutzt oder nicht effizient eingesetzt. Ein Grund hierfür ist die Unkenntnis im Umgang mit dem neuen Insolvenzrecht.

Hinzu kommen die allgemeine Komplexität einer Unternehmenssanierung und die damit verbundenen hohen Anforderungen an die Sanierungsträger. Demnach ist im Rahmen einer Sanierung von Unternehmen in der Insolvenz, neben der notwendigen juristischen Kenntnis, der zahlreichen insolvenzspezifischen Vorschriften und des betriebswirtschaftlichen Sanierungswissen, auch die Berücksichtigung der Interessessen und Kalküle der an einer geplanten Sanierung Beteiligten von zentraler Bedeutung.

Gang der Untersuchung:

Vor dem Hintergrund der angesprochenen Problematik verfolgt die vorliegende Arbeit das Ziel – nachdem in Kapitel 2 allgemeine Grundlagen erläutert werden –, im 3. Kapitel die durch die Insolvenzordnung bereitgestellten Möglichkeiten für eine Unternehmenssanierung darzustellen und zu diskutieren. Der Fokus richtet sich hierbei insbesondere auf den Insolvenzplan als Sanierungsinstrument.

Darüber hinaus werden in Kapitel 4 die Verwertungskalküle, Interessen und Präferenzen der an einer Sanierung Beteiligten herausgearbeitet. Diese Erkenntnisse sind im Rahmen des Insolvenzplanverfahrens und bei der Erstellung und Umsetzung von Sanierungskonzepten, worauf in 5. Kapitel näher eingegangen wird, von Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Grundlagen und Begriffsbestimmungen 3
2.1 Verhalten der Akteure und Transaktionskosten 3
2.2 Unternehmenskrisen und ihre Ursachen 3
2.3 Restrukturierung, Turnaround und Sanierung 5
2.4 Zerschlagung und Liquidation 6
3. Insolvenzordnung als institutioneller Rahmen der Sanierung 7
3.1 Ablauf des gerichtlichen Insolvenzverfahrens 9
3.1.1 Verfahrenseinleitung 9
3.1.2 Verfahrenseröffnung 11
3.1.3 Eröffnetes Verfahren/Entscheidung über die Verwertung 12
3.1.4 Verfahrensbeendigung 14
3.2 Formen der Vermögensverwertung 14
3.2.1 Zerschlagung und Liquidation im Regelverfahren 15
3.2.2 Sanierung 16
3.2.3 Übertragende Sanierung 17
3.2.4 Sonderform der Eigenverwaltung 19
3.3 Insolvenzplan als zentrales Instrument der Sanierung 21
3.3.1 Planinitiativrecht 21
3.3.2 Gliederung und Inhalt des Insolvenzplans 22
3.3.3 Gruppenbildung und Gleichbehandlungsgrundsatz 25
3.3.4 Abstimmung über Insolvenzplan und Obstuktionsverbot 27
3.3.5 Wirkung und Überwachung des bestätigten Insolvenzplans 28
3.4 Insolvenzplantypen .29
3.4.1 Originäre und derivative Pläne 29
3.4.2 „Prepacked“ Plan 30
3.4.3 Liquidations–, Übertragungs–, Sanierungspläne und kombinierte Pläne 30
3.5 Zusammenfassung und kritische Würdigung 32
4. Verwertungskalküle, Interessen und Präferenzen der Beteiligten 35
4.1 Verwertungskalküle der Beteiligten bei einer Liquidation 35
4.1.1 Gruppe der absonderungsberechtigten Gläubiger 36
4.1.2 Gruppe der einfachen und nachrangigen Insolvenzgläubiger 36
4.1.3 Gruppe der Anteilseigner 36
4.2 Verwertungskalküle der Beteiligten bei einer Sanierung 37
4.2.1 Sanierung vs. Liquidation 38
4.2.2 Mindestbeteiligungsquote am Sanierungserfolg 38
4.3 Empirische Analysen zu Präferenzen und Interessen der Beteiligten bezüglich Sanierungsstrategien 39
4.3.1 Gläubiger 39
4.3.2 Anteilseigner 40
4.3.3 Management 41
4.4 Zusammenfassung und strategische Implikationen 42
5. Entwicklung und Umsetzung von Sanierungskonzepten 44
5.1 Beiträge der Krisenbewältigungsforschung 41
5.1.1 Prozessuales Element 45
5.1.2 Inhaltliches Element 48
5.1.3 Institutionelles Element 49
5.2 Sanierungsprüfung als Basis der Sanierung 49
5.2.1 Sanierungsbedürftigkeit 50
5.2.2 Sanierungsfähigkeit 51
5.2.3 Sanierungswürdigkeit 52
5.3 Erfolgsfaktoren der Sanierung 53
6. Schlussbetrachtung 55
Literaturverzeichnis 59

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Grundlagen und Begriffsbestimmungen 3
2.1 Verhalten der Akteure und Transaktionskosten 3
2.2 Unternehmenskrisen und ihre Ursachen 3
2.3 Restrukturierung, Turnaround und Sanierung 5
2.4 Zerschlagung und Liquidation 6
3. Insolvenzordnung als institutioneller Rahmen der Sanierung 7
3.1 Ablauf des gerichtlichen Insolvenzverfahrens 9
3.1.1 Verfahrenseinleitung 9
3.1.2 Verfahrenseröffnung 11
3.1.3 Eröffnetes Verfahren/Entscheidung über die Verwertung 12
3.1.4 Verfahrensbeendigung 14
3.2 Formen der Vermögensverwertung 14
3.2.1 Zerschlagung und Liquidation im Regelverfahren 15
3.2.2 Sanierung 16
3.2.3 Übertragende Sanierung 17
3.2.4 Sonderform der Eigenverwaltung 19
3.3 Insolvenzplan als zentrales Instrument der Sanierung 21
3.3.1 Planinitiativrecht 21
3.3.2 Gliederung und Inhalt des Insolvenzplans 22
3.3.3 Gruppenbildung und Gleichbehandlungsgrundsatz 25
3.3.4 Abstimmung über Insolvenzplan und Obstuktionsverbot 27
3.3.5 Wirkung und Überwachung des bestätigten Insolvenzplans 28
3.4 Insolvenzplantypen .29
3.4.1 Originäre und derivative Pläne 29
3.4.2 „Prepacked“ Plan 30
3.4.3 Liquidations–, Übertragungs–, Sanierungspläne und kombinierte Pläne 30
3.5 Zusammenfassung und kritische Würdigung 32
4. Verwertungskalküle, Interessen und Präferenzen der Beteiligten 35
4.1 Verwertungskalküle der Beteiligten bei einer Liquidation 35
4.1.1 Gruppe der absonderungsberechtigten Gläubiger 36
4.1.2 Gruppe der einfachen und nachrangigen Insolvenzgläubiger 36
4.1.3 Gruppe der Anteilseigner 36
4.2 Verwertungskalküle der Beteiligten bei einer Sanierung 37
4.2.1 Sanierung vs. Liquidation 38
4.2.2 Mindestbeteiligungsquote am Sanierungserfolg 38
4.3 Empirische Analysen zu Präferenzen und Interessen der Beteiligten bezüglich Sanierungsstrategien 39
4.3.1 Gläubiger 39
4.3.2 Anteilseigner 40
4.3.3 Management 41
4.4 Zusammenfassung und strategische Implikationen 42
5. Entwicklung und Umsetzung von Sanierungskonzepten 44
5.1 Beiträge der Krisenbewältigungsforschung 41
5.1.1 Prozessuales Element 45
5.1.2 Inhaltliches Element 48
5.1.3 Institutionelles Element 49
5.2 Sanierungsprüfung als Basis der Sanierung 49
5.2.1 Sanierungsbedürftigkeit 50
5.2.2 Sanierungsfähigkeit 51
5.2.3 Sanierungswürdigkeit 52
5.3 Erfolgsfaktoren der Sanierung 53
6. Schlussbetrachtung 55
Literaturverzeichnis 59

Textprobe:

Kapitel 3, Die Insolvenzordnung als institutioneller Rahmen der Sanierung:

Am 1. Januar 1999 ist die neue Insolvenzordnung (InsO) in Kraft getreten. Sie löste in den alten Bundesländern die Konkurs– und Vergleichsordnung und in den neuen Bundesländern die Gesamtvollstreckungsordnung (GesO) ab. Auslöser der Reform war die Erkenntnis, dass die Funktionsfähigkeit des alten Insolvenzrechts, gemessen an den heutigen Anforderungen, nicht mehr gegeben war. Neben dem Hauptproblem der Massearmut, dominierte als Verfahrensmaxime die Liquidation bzw. Zerschlagung von insolventen Unternehmen gegenüber einer Sanierung.

Primäre Zielsetzung der Insolvenzrechtsreform war die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Insolvenzrechts durch die Beseitigung der bekannten Verfahrensmängel der alten Konkurs- und Vergleichsordnung sowie durch eine Ausrichtung der neuen Insolvenzordnung an den Gesetzen des Marktes und des Wettbewerbs.

Diese Zielsetzung sollte insbesondere durch ein einheitliches Insolvenzverfahren, durch gezielte Maßnahmen gegen die Massearmut sowie durch eine Stärkung der Gläubigerautonomie erreicht werden. Neben Neuem wie dem Insolvenzplan, der Restschuldbefreiung oder dem Verbraucherinsolvenzverfahren liegt das grundsätzliche Verfahrensziel der InsO, wie auch im alten Insolvenzrecht, vorrangig in der gemeinschaftlichen Befriedigung der Gläubiger (§ 1 Satz 1 InsO). Zu diesem Zweck stellt die InsO zwei gleichrangige Instrumente zur Verfügung:

(1) Das gerichtliche (Regel-)Insolvenzverfahren, das die Rechte und Ansprüche der Verfahrensbeteiligten detailliert regelt und primär die Zerschlagung oder Liquidation des Schuldnervermögens vorsieht.

(2) Den Insolvenzplan, in dem von den gesetzlichen Vorschriften abweichende Regelungen zur Bewältigung der Insolvenz getroffen werden können, insbesondere zum Erhalt des Unternehmens.

Mit der Einführung des Insolvenzplans wurde erstmals im deutschen Insolvenzrecht ein Verfahren zur planmäßigen Sanierung eines notleidenden Unternehmens zur Verfügung gestellt, welches – so zumindest die Hoffnungen des Gesetzgebers – die Chancen für eine erfolgreiche Sanierung wesentlich verbessern soll.

Aus verfahrenstechnischer Sicht ist der Insolvenzplan in das gerichtliche Insolvenzverfahren eingebettet, sodass die Eröffnung des Regelverfahrens die Grundvoraussetzung für einen Insolvenzplan ist. Daher soll im Folgenden der Ablauf des gerichtlichen Insolvenzverfahrens in seinen Grundzügen dargestellt werden, bevor auf die verschiedenen Formen der Vermögensverwertung und auf den Insolvenzplan detaillierter eingegangen wird.

Arbeit zitieren:
Vasilev, Anton Oktober 2006: Die Sanierung des Unternehmens in der Insolvenz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Insolvenz, Sanierung, Insolvenzordnung, Insolvenzplan, Insolvenzverfahren

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