Salutogenetische Faktoren hochaltriger Menschen
Eine qualitative Erhebung gesundheitlicher Protektivfaktoren der Langlebigkeit
- Art: Studienarbeit
- Autor: Uwe Porrmann
- Abgabedatum: Februar 2004
- Umfang: 81 Seiten
- Dateigröße: 286,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen Hochschule für Sozial- und Gesundheitswesen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8629-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8629-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8629-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Porrmann, Uwe Februar 2004: Salutogenetische Faktoren hochaltriger Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Salutgenese, Gesundheit, Krankheit, Altenpflege, Alter
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Studienarbeit von Uwe Porrmann
Zusammenfassung:
Ziel der Forschungsarbeit war es, Gründe für ein sehr hohes Lebensalter zu finden und Anhaltspunkte aufzuzeigen, die dieses fördern bzw. begünstigen können. Besonderes Gewicht hat dabei das Modell der Salutogenese von Antonovsky, welches durch den ganzen Forschungsprozess bestimmend war. In der vorliegenden Untersuchung wurden in einem Alten- und Pflegeheim sechs hochaltrige Probanden befragt. Methodologisch wurde die Phänomenologie angewandt. Die Forschung war induktiv angelegt.
Aus den transkribierten Daten wurden mit der Inhaltsanalyse sechs salutogene Kategorien aus der Perspektive der hochaltrigen Experten gebildet. Dies sind: „Erfahrung, Prägung, Erziehung“, „subjektives Wohlbefinden, Gesundheit -Krankheit“, „soziale Beziehungen“, „Lebensbewältigung“, „Arbeit und Beschäftigung“, „Lebenszufriedenheit“.
In der Interpretation und Diskussion der Kategorien wurden das Modell der Salutogenese, ausgewählte Altersstudien sowie gerontologisches Fachwissen herangezogen.
Obwohl die Anzahl der interviewten Personen aus den Ergebnissen keine verallgemeinerbaren Aussagen erlaubt, zeigen die Resultate, dass Hochaltrigkeit phänomenologisch fassbar ist, Langlebigkeit aber nicht mono-kausal erklärt werden kann; es gibt keinen „one best way“ für ein langes Leben. Vielmehr ist die Hochaltrigkeit bestimmt durch ein Geflecht von Faktoren, die in unterschiedlichen Korrelationen wirksam sind. Die Tatsache, dass heute mehr Menschen sehr alt werden, hat sicherlich mehrere Gründe, das kann auf jeden Fall gesagt werden. Entscheidend für Langlebigkeit dürften wohl komplexe Wechselbeziehungen zwischen stabilen salutogenen Persönlichkeitsmerkmalen, Umweltfaktoren und genetischen Dispositionen sein. Auch scheint das Bewältigungshandeln in Krisensituationen, eine positiven Lebenseinstellung und die Prägung in jüngeren Jahren eine bedeutsame Rolle zu spielen. Die Entscheidung über ein langes Leben fällt eher vor und nicht erst im hohen Alter.
Die abschließenden Empfehlungen richten sich an Pflegende, an die Gerontologie als Fachwissenschaft und an die Gesellschaft im Allgemeinen.
Einleitung:
Das Modell der Salutogenese von Aaron Antonovsky hat in jüngerer Zeit in den Sozialwissenschaften viel Aufmerksamkeit erfahren. Der Medizinsoziologe Antonovsky kritisiert in seinem Konzept die rein pathogenetische Betrachtungsweise der Medizin und stellt ihr eine salutogenetische Perspektive gegenüber. Er fragte sich, wie es kommt, dass auch unter schweren Belastungen immer nur ein Teil der Menschen erkrankt, andere aber gesund bleiben. Dieser Argumentation folgend besteht das wahre Geheimnis nicht darin, warum Menschen krank werden und sterben, sondern das Wunder besteht eher darin, warum die meisten über weite Strecken mehr oder weniger gesund sind.
Im Modell der Salutogenese geht es also nicht darum, Risikofaktoren und Stressoren für spezifische Erkrankungen zu suchen und zu eliminieren, sondern die Lebensgeschichte des Menschen mit seiner möglichen positiven Entwicklung in den Vordergrund zu stellen und seine diesbezüglichen Widerstandsressourcen zu fördern.
Die Frage, warum Menschen gesund bleiben, soll Vorrang vor der Frage nach den Ursachen von Krankheiten und Risikofaktoren bekommen. Dementsprechend fragt die salutogenetische Perspektive primär nach den Bedingungen von Gesundheit und nach Faktoren, welche die Gesundheit schützen und zur Unverletzlichkeit beitragen.
Nun stellt sich die Frage, warum gesunde Menschen so wenig Beachtung in der bisherigen Forschung fanden, da man doch von ihnen einiges lernen könnte. Besonders hochaltrige Menschen müssten demzufolge doch über vermutlich besondere Eigenschaften, Ressourcen und Fähigkeiten in ihrem Leben verfügt haben. Diese Umstände waren ausschlaggebend für den Verfasser, sich mit diesem Thema der Gesundheitsforschung aus dem Blickwinkel von hochaltrigen Personen zu beschäftigen.
Gang der Untersuchung:
Der Forschungsbericht ist wie nachfolgend beschrieben aufgebaut:
Nach der Zusammenfassung wird im zweiten Kapitel mit Hilfe der aktuellen Literatur, das Thema der Studie mit den Intentionen des Forschers hierzu, im Überblick dargestellt. Dem derzeitigen Stand der Diskussion folgend, wird anschließend die Forschungsfrage entwickelt und vorgestellt.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Auswahl des Forschungsdesigns, mit der Bestimmung und Begründung des geeigneten Erhebungsverfahrens.
In Kapitel 4 schließt sich die Datenerhebung an, in dem unter anderem der Ablauf der Interviewsituation, der Kommunikationsstil und der Pretest thematisiert werden.
In Kapitel 5 wird das Auswertungsverfahren vorgestellt. Dabei werden die Modifikationen und die Umsetzung des gewählten Verfahrens im Mittelpunkt stehen.
Mit einem Überblick der gebildeten salutogenen Kategorien erfolgreichen Alterns werden anschließend in Kapitel 6 die Forschungsergebnisse mit Interviewbeispielen vorgestellt.
In Kapitel 7 gilt es, im Kontext oder Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, diese Ergebnisse zu diskutieren und interpretieren.
Eine Zusammenfassung der Befunde, der Kritik und Grenzen der Arbeit und mögliche Empfehlungen, wird in Kapitel 8 dargelegt.
Im letzten Kapitel schließt eine persönliche Reflexion des Verfassers den Forschungsbericht ab.
Im Folgenden werden für die Probanden auch die Begriffe Experte, hochaltrige Menschen und sehr alte Menschen, für den Verfasser synonym die Begriffe Forscher und Interviewer verwendet.
Soweit es möglich ist, wurde im Text eine beide Geschlechter umfassende Form gewählt. War das nicht möglich, so wurde einfachheitshalber die männliche Form für beide übernommen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Zusammenfassung | 1 |
| 2. | Einleitung und Aufbau des Forschungsberichts | 2 |
| 2.1 | Prospekt | 4 |
| 2.2 | Motivation | 4 |
| 2.3 | Ziel und Absicht | 5 |
| 2.4 | Theoretischer Hintergrund / Annäherung an die Forschungsfrage | 6 |
| 2.4.1 | Literaturrecherche | 6 |
| 2.4.2 | Das Modell der Salutogenese nach Aaron Antonovsky | 7 |
| 2.4.3 | Begriffserklärungen aus der Sicht des Modells der Salutogenese und deren Bedeutsamkeit für die Studie | 9 |
| 2.4.4 | Forschungsstand der Salutogenese | 12 |
| 2.4.5 | Forschungsstand der Gerontologie | 14 |
| 2.4.6 | Bedeutung für die Pflege | 16 |
| 2.4.7 | Schlussfolgerungen | 17 |
| 3. | Forschungsdesign | 18 |
| 3.1 | Methodologie | 18 |
| 3.1.1 | Das interpretative Paradigma | 18 |
| 3.1.2 | Phänomenologie | 19 |
| 3.1.3 | Qualitativ-induktiver Ansatz | 21 |
| 3.1.4 | Ethische Kriterien | 22 |
| 3.2 | Methodik der Interviews | 23 |
| 3.3 | Forschungsfragen | 24 |
| 3.4 | Auswahl der Probanden und Kontaktaufnahme | 28 |
| 3.5 | Charakteristik der Probanden | 28 |
| 4. | Datenerhebung | 29 |
| 4.1 | Ablauf der Interviews / Stil der Kommunikation | 29 |
| 4.2 | Datenerhebung während und nach der Interview | 29 |
| 4.3 | Pretest | 30 |
| 4.4 | Review der Interviews mit hochaltrigen Probanden | 30 |
| 4.5 | Transkription der Interviews | 31 |
| 5. | Datenanalyse - Bestimmung des geeigneten Auswertungsverfahrens | 33 |
| 5.1 | Inhaltsanalyse | 32 |
| 5.2 | Kategorienbildungsprozess | 34 |
| 5.3 | Kontext- und Kodiereinheit der Inhaltsanalyse | 36 |
| 5.4 | Review des Auswertungsverfahrens | 37 |
| 6. | Ergebnisse der Forschung | 37 |
| 6.1 | Überblick über die gebildeten Kategorien | 37 |
| 6.1.1 | Kurzbeschreibung der salutogenen Kategorien | 38 |
| 6.2 | Beschreibende Kategorien mit Interviewbeispielen | 39 |
| 7. | Diskussion und Interpretation der Ergebnisse | 51 |
| 7.1 | Vorannahmen | 51 |
| 7.2 | Kategorie 1: Erfahrungen, Prägungen, Erziehung | 52 |
| 7.3 | Kategorie 2: Subjektives Wohlbefinden, Gesundheit – Krankheit | 55 |
| 7.4 | Kategorie 3: Soziale Beziehungen | 58 |
| 7.5 | Kategorie 4: Lebensbewältigung | 60 |
| 7.6 | Kategorie 5: Arbeit & Beschäftigung | 62 |
| 7.7 | Kategorie 6: Lebenszufriedenheit | 64 |
| 8. | Schlussfolgerungen | 66 |
| 8.1 | Zusammenfassung der Befunde | 66 |
| 8.2 | Kritik und Grenzen der Arbeit | 68 |
| 8.3 | Empfehlungen | 69 |
| 8.3.1 | Forschung | 69 |
| 8.3.2 | Praxis | 70 |
| 9. | Persönliche Schlussbemerkungen | 71 |
| 9.1 | Reflexion | 71 |
| 10. | Literaturverzeichnis | 73 |
| 10.1 | Bibliographie | 73 |
| 10.2 | Tabellen- und Abbildungsverzeichnis | 76 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832486297
Arbeit zitieren:
Porrmann, Uwe Februar 2004: Salutogenetische Faktoren hochaltriger Menschen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Salutgenese, Gesundheit, Krankheit, Altenpflege, Alter



