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Sale und Leaseback Transaktionen von Immobilien

Unter dem Einfluss der International Financial Reporting Standards (IFRS)

Sale und Leaseback Transaktionen von Immobilien
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Sebastian Woitas
  • Abgabedatum: März 2006
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9601-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9601-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9601-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Woitas, Sebastian März 2006: Sale und Leaseback Transaktionen von Immobilien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Häuser, Real Estate, Corporate Finance, Grundbesitz, Haus

MA-Thesis / Master von Sebastian Woitas

Einleitung:

Wurde Leasing bisher oft nur als reine Finanzierungsalternative betrachtet, so stehen nunmehr Steuereffekte, die Einflussnahme auf Bilanzen, Generierung von Liquidität, Hebung stiller Reserven und nicht zuletzt die Flexibilisierung der von Unternehmen genutzten Flächen im Fokus der Betrachter. Veränderte Rahmenbedingungen und vom Kapitalmarkt gegebene Anreize bestimmen zunehmend das Geschehen. Immobilienportfolioverkäufe in Milliardenhöhe durch Konzerne oder auch von Ländern und Kommunen in der jüngsten Vergangenheit, gelten als Vorläufer einer möglichen, neuen Welle von Immobilienverkäufen mit anschließender Rückmietung, dem Sale & Leaseback.

Doch so vorteilhaft derartige Modelle mit einem scheinbaren Höchstmaß an Flexibilität auch sein mögen, allein die wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Konstruktionen wie Sale & Leaseback wird über die Weiterentwicklung dieser Lösungen und den daraus resultierenden Erfolg entscheiden. Diskussionen verschärfen sich dann vor allem bei der Frage nach dem Ausmaß der bilanz- und steuerrechtlichen Vorteile von Sale & Leaseback und bei der Frage nach einer bilanzneutralen Gestaltung (Off-Balance) von Immobilienleasingverträgen.

Dies betrachtend soll in der Arbeit zunächst die Frage beantwortet werden, welche Motivationen für Sale & Leasebacks bestehen. Was also bewegt Unternehmen zu derartigen Transaktionen und was sind dabei „wahre“ und was eher „dubiose“ Gründe. Im Anschluss daran soll geklärt werden, welche der wahren Beweggründe hinsichtlich ihrer Realisierung letztlich und überhaupt eines bilanziellen Einflusses bedürfen. Es soll zudem gezeigt werden, was Sale & Leaseback unter HGB bzw. IFRS so speziell macht und wo es tatsächlich zu veränderten Rahmenbedingungen und einer möglichen Verschlechterung der Bedingungen für die Bilanzneutralität von Leasingverträgen eben durch IFRS kommen kann. Eine finale Analyse des IFRS 17 „Leasingverhältnisse“ soll dann zeigen, wie selbiger „auszuhölen“ ist und ein Off-Balance Status auch unter den IFRS realisiert werden kann.

Gang der Untersuchung:

Die Ausführungen dieser Arbeit werden durchlaufend von Beispielen aus und Bezügen zur Praxis sowie eigenen praktischen Erfahrungen aus Sale & Leaseback Transaktionen begleitet. Ziel dieser Arbeit ist es zunächst, folgende Aussagen zu verifizieren bzw. zu falsifizieren:

– Die Mehrheit der Gründe für Sale & Leaseback bleibt von bilanziellen Änderungen durch die IFRS im Wesentlichen unberührt.

– Einem der scheinbar hauptsächlichsten Anliegen für Sale & Leaseback, der Bilanzoptimierung durch bilanzneutrale Gestaltung der anschließenden Miet- bzw. Leasingverträge, kann nur noch bedingt nachgekommen werden. Die Rahmenbedingungen verschlechtern sich im Vergleich zur HGB-Bilanzierung.

– Es gibt Lösungsansätze, um Immobilien bzw. entsprechende Verträge trotz der IFRS nicht in der Bilanz des Leasingnehmers konsolidieren zu müssen und diese damit Off-Balance zu führen.

– Sale & Leaseback verliert, trotz der IFRS, kaum an Attraktivität.

Darüber hinaus soll es das Ziel dieser Arbeit sein, eine Art Anleitung für die Bilanzierung von Leasingverträgen bei Sale & Leaseback für all diejenigen Entscheidungsträger in Unternehmen zu erstellen, die sich für den Umgang mit unternehmenseigenen Immobilien verantwortlich zeigen. Damit sind u.a. Corporate Real Estate Manager, Chief Executive Officers bzw. Chief Financial Officers gemeint. Aber auch Vertreter der beratenden Zunft gelten als potenzielle Zielgruppe für die nachfolgenden Ausarbeitungen.

Die Thesis soll eine möglichst fundierte Grundlage zur Beherrschung des Themas schaffen, selbige überschaubar darstellen und nicht zuletzt auch „Begleiter“ bei der praktischen Umsetzung des Themas Sale & Leaseback sein. Bisweilen werden Themen wie dieses dominiert von Halbwissen und parteiergreifender Meinungsmache und enden damit nicht selten in irreführenden Darstellungen. Die Hauptsache ist, so scheint es, zu allem und jedem etwas sagen zu können, ganz gleich ob fundiert und begründet: Es zählt einzig die Präsens – in Wort wie in Schrift. Aber wie kann man es nun besser machen, wie also die Problematik um die IFRS und ihre Wirkung auf das Leasing konsequent und möglichst erschöpfend darstellen?

Zunächst sollte man sich dem Thema Sale & Leaseback unter den IFRS vom Grundsatz her nähern. Im Anschluss an diese Einleitung erläutert Kapitel 2 daher die Grundlagen der Immobilienbilanzierung – unter dem HGB und unter den IFRS – und erläutert dabei den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Bilanzierungsvorschriften.

Im Anschluss hieran ist dann zu analysieren, was Unternehmen hinsichtlich eines Sale & Leaseback Szenarios treibt. Kapitel 3 wird demnach, mit einer kurzen Einführung in die allgemeine Strukturen des Sale & Leaseback beginnend, die Frage beantworten, was Unternehmen zu derartigen Transaktionen bewegt. Gerade an diesem Punkt kommt es immer wieder zu Verwerfungen und Falschargumentationen, denen es entgegen zu treten gilt. Spricht man über die Bilanzwirksamkeit von Immobilientransaktionen, so ist zunächst ein Abgleich anzustellen, der zeigt, welche der zuvor dargestellten Beweggründe denn überhaupt eines bilanziellen Einflusses bedürfen.

Kapitel 4 und 5 zeigen dann, was Sale & Leaseback unter HGB bzw. IFRS so speziell macht, was sich wirklich ändert und wo es tatsächlich zu veränderten Rahmenbedingungen und einer möglichen Verschlechterung eben durch IFRS respektive der Bilanzneutralität von Leasingverträgen kommt. Die abschließenden Lösungsansätze sollen Möglichkeiten aufzeigen, wie man den nunmehr gegebenen Umständen begegnen kann und damit die erwünschte Bilanzneutralität, so sie denn nötig ist, trotzdem wahren oder schaffen kann.

Kapitel 6 wird dann alle gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassen und ein für diese Arbeit abschließendes Urteil finden, ob sich Sale & Leaseback Szenarien unter den IFRS auch weiterhin als ökonomisch sinnvoll erweisen können. Nach dem dann bereits erläutert wurde, wo Leasing herkommt und wie es sich entwickelt hat, kann dann zumindest ansatzweise eine anfängliche Prognose gewagt werden, die zeigt, wo sich Leasing respektive Sale & Leaseback in den nächsten Jahren hinentwickeln könnte. Es sind also vor allem die Fragen nach dem „Wann?“, „Wie?“, „Wo?“ und „Wie weit?“, die diese Analyse tragen: Sale & Leaseback unter den IFRS!

Zusammenfassung:

Die Arbeit zeigt, dass sich die Rahmenbedingungen für Sale & Leaseback unter den IFRS nur teilweise und bedingt verschlechtert haben. Es ist gut möglich, dass gegenüber Unternehmen, die zukünftig nach IFRS bilanzieren – sei es, weil sie dazu verpflichtet sind, sei es freiwillig – bspw. in Sachen Bilanzeffekt ein Verkaufsargument geschwächt oder gar entfallen kann. Die Wahrscheinlichkeit dafür allerdings ist eher gering. Andererseits sollte der Off-Balance Aspekt nicht überbewertet werden.

Leasing hat auch jenseits von Bilanzeffekten eine Berechtigung. Daran wird sich auch in Zukunft, mit oder ohne IFRS, nichts ändern. Letztlich ergeben sich aus den neuen Regelungen der IFRS auch Chancen für Leasingnehmer und Leasinggeber. Eines gilt jedoch momentan um so mehr: Dort wo Off-Balance Sinn macht, gibt es Lösungsansätze und Gestaltungsmöglichkeiten. Betrachtet man die „wahren“ Gründe für Sale & Leaseback, weiß man, den Off-Balance-Aspekt richtig zu bewerten und ist man sich darüber hinaus über die Stärken und Schwächen der verschiedenen Bilanzierungsvorschriften, respektive der erheblichen Schwachstellen des IFRS 17“Leasingverhältnisse“ im Klaren, kann zwangsläufig nur ein Urteil zugelassen werden: Sale & Leaseback Transaktionen sind und bleiben ein strategisch wichtiges und reizvolles Instrumentarium im Umgang mit betriebsnotwendigen Immobilien – auch unter den International Financial Reporting Standards!

Inhaltsverzeichnis:

Lebenslauf des Autors III
Vorwort des Autors IV
Abbildungsverzeichnis IX
Abkürzungsverzeichnis X
1. Einleitung 12
1.1 Neue Wege beim Umgang mit eigengenutzten Immobilien 12
1.2 Problemstellung 14
1.3 Forschungsstand 15
1.4 Ziel der Arbeit und Methodik 16
2. Grundlagen der Immobilienbilanzierung 18
2.1 Bilanzierung von Immobilien nach dem HGB 18
2.1.1 Grundlage zur Besteuerung 18
2.1.2 Grundlagen der Buchführungspflicht 19
2.1.3 Verknüpfung von Handels- und Steuerbilanz 20
2.1.4 Grundsätze bei der Bilanzierung 21
2.1.5 Sachanlagevermögen 21
2.1.6 Umlaufvermögen 22
2.1.7 Bewertungsansätze 23
2.1.8 Mietverhältnisse 26
2.2 Bilanzierung von Immobilien nach den IFRS 27
2.2.1 Allgemeines 27
2.2.2 Hintergrund und Ziele der IFRS 27
2.2.3 Maßgeblichkeitsprinzip 28
2.2.4 IFRS Ansätze 30
2.2.5 IFRS 2 (Bilanzierung von Vorräten) 31
2.2.6 IFRS 11 (Fertigungsaufträge) 31
2.2.7 IFRS 16 (Bilanzierung von Sachanlagevermögen) 32
2.2.8 IFRS 40 (Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 33
2.2.9 IFRS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten) 33
2.2.10 Wirksamkeit von Mietzahlungen 34
2.2.11 Fair Value im Mittelpunkt der IFRS Philosophie 34
3. Einführung in das Immobilien-Leasing 36
3.1 Grundlagen 36
3.2 Rechtliche Einordnung 37
3.3 Entwicklung des Leasings 38
3.4 Formen des Leasings 39
3.5 Leasingparteien 40
3.6 Strukturen einer Sale & Leaseback Transaktion 41
3.7 Vertragsformen 42
3.8 Leasingfähigkeit von Gewerbeimmobilien 44
3.9 Einpreisung von Risiken 45
3.10 Gründe für Sale & Leaseback 45
3.10.1 Fragliche Gründe 46
3.10.1.1 Allgemeine Verbesserung der Bilanzstruktur/aktive Bilanzpolitik 46
3.10.1.2 Leasing verbessert den Buchgewinn 49
3.10.1.3 Verbesserung des Unternehmensrating 49
3.10.1.4 Freihalten von Kreditlinien durch 100%-Finanzierung 54
3.10.1.5 Kapital-/Liquiditätsschonung durch 100%-Finanzierung 55
3.10.1.6 Verbesserung der Liquidität bei Liquiditätsengpässen 55
3.10.1.7 Optimierung der Refinanzierungskosten 56
3.10.2 Erwiesene Gründe 57
3.10.2.1 Erzielung positiver Steuereffekte 57
3.10.2.2 Kapitalfreisetzung zur Investition ins Kerngeschäft 60
3.10.2.3 Kapitalfreisetzung zum Abbau von Fremdverbindlichkeiten 61
3.10.2.4 Aufdeckung stiller Reserven 62
3.10.2.5 Weitere Gründe 62
3.10.3 Zusammenfassung 64
4. Sale & Leaseback unter dem HGB 66
4.1 Allgemeines 66
4.2 Status quo HGB: Das praktizierte Paradoxon 66
4.3 Die bilanzielle Zurechnung von Leasingobjekten 67
4.3.1 Finance Lease 67
4.3.2 Operating Lease 68
4.4 Leasingerlasse des Bundesfinanzministeriums (BFM) 69
4.4.1 Vollamortisationsleasing 69
4.4.2 Übersicht zum Vollamortisationsleasing 71
4.4.3 Teilamortisationsleasing 72
4.4.4 Übersicht zum Teilamortisationsleasing 74
4.4.5 Zusammenfassung 74
5. Sale & Leaseback unter den IFRS 76
5.1 Einleitung 76
5.2 IFRS 17 (Leasingverhältnisse) 76
5.2.1 Eigentumsübergang 77
5.2.2 Günstige Kaufoption 78
5.2.3 Vertragslaufzeit 79
5.2.4 Barwert der Mindestleasingraten 79
5.2.5 Spezialleasing 81
5.3 IFRS 27 (Bilanzierung von Anteilen an Tochterunternehmen) 81
5.4 Zusammenfassung 84
5.5 Vergleich HGB vs. IFRS 85
5.6 Lösungsansätze zur Off-Balance Gestaltung 86
5.6.1 Auslegung des IFRS 17 86
5.6.1.1 Kaufoption 87
5.6.1.2 Mietlaufzeit 88
5.6.1.3 Barwert der Mindestleasingraten 89
5.6.2 IFRS 31 (Joint Venture) 91
5.6.3 Problematik des Maßgeblichkeitsprinzips 93
6. Zusammenfassung 95
6.1 Rückblick 95
6.2 Verifizierung/Falsifizierung der aufgestellten Thesen 97
6.3 Ausblick: Die Zukunft des Leasings 98
Literatur- und Quellenverzeichnis 100
Eidesstattliche Erklärung 105

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ein anderes, weit verbreitetes Argument ist, dass Sale & Leaseback eine 100%Fremdfinanzierung ermöglicht und damit Kreditspielräume für andere Investitionen freihält. Gemeint ist, dass Unternehmen durch das Outsourcing von Immobilien mittels Sale & Leaseback Liquidität in voller Höhe des Fair Values einer Immobilie generieren können. Wohingegen Immobilien, die im Eigentum gehalten und beliehen werden, einen Fremdkapitalbetrag maximal in Höhe des Beleihungswertes der Immobilie (loan-to-value [LTV] ratio) generieren können. Dieser beträgt i.d.R. selten mehr als 60 - 70 Prozent des Fair Values der Immobilie. Kreditgeber wollen sich bzw. ihr Kapital vor dem Wertverlust von Immobilien schützen. Somit scheint es, als könne durch Sale & Leasback mehr Kapital generiert werden.92 Allerdings ist es, bei genauerer Betrachtung, um die Nachhaltigkeit dieser Aussage schnell geschehen. Denn so viel steht fest: Die mit dem Leasing korrespondierente Verbindlichkeit ist gegenüber dem BeleihungsSzenario ebenfalls höher, und zwar genau um den Unterschiedsbetrag zwischen den über die Vertragslaufzeiten kumulierten Leasingraten und dem über den Beleihungswert festgelegten und vom Kapitalgeber ausgegebenen Fremdkapitalbetrag. Nach den Darlegungen von Devaney/Lizieri hat dies genau drei Effekte zur Folge. Erstens wird die effektive Verschuldung im Vergleich zur klassischen Kreditaufnahme höher, was die Erwartungen der Eigenkapitalgeber erneut nach oben korrigiert. Dies führt zur Erhöhung der Eigenkapitalrendite, was eine Reduzierung der Marktkapitalisierung zur Folge hat, das Unternehmen wird defacto abgewertet. Zweitens wird die durch das Leasing zusätzlich verursachte Verbindlichkeit die Möglichkeiten des Unternehmens einschränken, weiteres Fremdkapital aufzunehmen. Damit wäre die These des Freihaltens von Kreditspielräumen durch Leasing widerlegt. Nicht zuletzt kann die Reduzierung des Anlagevermögens, wegen der ebenfalls geringer werdenden Sicherheiten im Unternehmen, zu einem Druck auf das Rating hinsichtlich langfristiger Verbindlichkeiten führen. Langfristige Kredite werden für das Unternehmen u.U. teurer. [...]

Miller/Modigliani (2005)88 beschrieben werden: Unabhängig davon, ob man eine Pizza in zwei gleichgroße Teile oder zwei unterschiedlich große Stücke aufteilt, es bleibt immer dieselbe Pizza mit der gleichen Größe.89 Mehr Fremdkapital zu geringerem Zins wird also aufgewogen durch weniger Eigenkapital zu höherem Eigenkapitalzins. Das Rating wird sich demnach nicht signifikant verbessern. Die folgende Darstellung bestätigt diese Aussage. Sie zeigt die Renditeentwicklung von Corporate-Bonds in Abhängigkeit zur Restlaufzeit. Es wurden Unternehmen gewählt, die in dem abgebildeten Zeitraum umfangreiche Sale & Leaseback Transaktionen durchgeführt haben. Wie die Analyse zeigt, gab es zu keinem Zeitpunkt einen wirklich signifikanten Einfluss auf die Bond-Rendite, stellvertretend für das Unternehmensrating. [...]

dass alle bestehenden Mietvertragsverbindlichkeiten eines Unternehmens im Anhang einer Bilanz dargestellt werden sollten, unabhängig welcher Natur sie sind. Und auch die IFRS schreiben eine Offenlegung entsprechender Verpflichtungen im Anhang der Bilanz vor. Dies bedeutet letztendlich nichts anderes, als dass die mit Mühe und nach allen Regeln der Bilanzkunst aus der Bilanz herausgelösten Assets doch wieder in Zusammenhang mit dieser erscheinen werden. So die Immobilie nicht in der Bilanz selbst erscheinen muss, erscheint sie doch zumindest im dazugehörigen Anhang. Diese Immobilien lassen sich defacto nicht „verstecken“. Bleibt die Frage, wie diese Verträge von Analysten und Investoren letztlich betrachtet und eingestuft werden? Die Antwort: Als nichts anderes denn als Fremdkapital. Leasingverträge sind nichts anderes als eine in ihrem Umfang eindeutig eingrenzbare und definierbare Verbindlichkeit gegenüber Dritten. Wenn also ein Unternehmen im Sale & Leaseback Verfahren eine Immobilie veräußert und Leasinggebererwartungen nichts anderes zulassen als bspw. eine 15-jährige Rückmietung, so ist dies nichts anderes als eine Form eines langfristigen Kredites, der in seiner Höhe dem Barwert aller zukünftigen Mietzahlungen entspricht und damit weit über 80 Prozent des Fair Values einer Immobilie entsprechen kann. Ratinganalysten und Investoren werden dieses Quasiversteckspiel völlig leidenschaftslos betrachten und diese Art Verbindlichkeit als das betrachten, was sie ist. Als zusätzliches Fremdkapital nämlich, welches das Unternehmen nunmehr risikoreicher macht. Sicherlich mag das Argument aufkommen, dass Fremdkapital i.d.R. geringer verzinst wird als das Eigenkapital und ein höherer Anteil an niedriger verzinslichem Fremdkapital nunmehr auch das Weighted Average Cost of Capital (WACC), die Unternehmensverzinsung, verringern wird. Weiterhin hieße dann ein niedrigeres WACC auch eine Verringerung des unternehmensspezifischen Risikos. Folglich solle ein verbessertes Unternehmensrating erzeugt werden. So logisch diese Schlussfolgerung klingen mag, so falsch ist sie. Denn die zuvor begonnene Investoren- und Analystenbetrachtung muss noch weiter ausgeführt werden. Für diese nämlich wird das Unternehmen durch die Quasiaufnahme zusätzlichen Fremdkapitals, bei gleichzeitiger Verringerung der Sicherheiten durch den Verkauf von Immobilien, risikoreicher. Analysten werden diesem Umstand mit einem höheren Risikofaktor (Beta-Faktor) gerecht. Das Unternehmen wird bei gleichbleibendem Cash Flow, ob der nun höheren Diskontierungsrate aus dem Capital Asset Pricing Model (CAPM), niedriger bewertet. Auch Investoren betrachten dies ähnlich und erhöhen die Erwartungen an ihr in das Unternehmen investierte Eigenkapital. Im Ergebnis bleibt alles beim alten. Bildlich kann dies durch das Pizza-Modell von [...]

Arbeit zitieren:
Woitas, Sebastian März 2006: Sale und Leaseback Transaktionen von Immobilien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Häuser, Real Estate, Corporate Finance, Grundbesitz, Haus

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