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Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik im Einzelabschluß bei gegebener Unternehmenskonstitution

Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik im Einzelabschluß bei gegebener Unternehmenskonstitution
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Karsten Hoffmann
  • Abgabedatum: Juli 1993
  • Umfang: 441 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6715-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6715-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6715-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hoffmann, Karsten Juli 1993: Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik im Einzelabschluß bei gegebener Unternehmenskonstitution, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rechnungswesen, Wirtschftsprüfung, Pensionsgeschäfte, Sale and Lease back

Dissertation / Doktorarbeit von Karsten Hoffmann

Problemstellung:

Betrachtet man die im Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland in toto publizierten Bilanzen und Erfolgsrechnungen der großen Kapitalgesellschaften, so ergibt sich für das Jahr 1989 ein aggregierter Jahresüberschuß von 19.739 Mio. DM bei einer Bilanzsumme von 861.386 Mio. DM. Somit betrug der durchschnittliche Jahresüberschuß der großen Kapitalgesellschaften bezogen auf die Bilanzsumme 2,29%. Hieraus ergibt sich die Fragestellung, inwieweit durch den Einsatz des jahresabschlußpolitischen Instrumentariums die im Hinblick auf die Realisierung jahresabschlußpolitischer Ziele zentrale Größe des Jahresüberschusses beeinflußt werden kann. Rechnerisch würde eine erfolgswirksame Verminderung (Erhöhung) der Summe aller Aktiva, bei gleichzeitiger erfolgswirksamer Erhöhung (Verminderung) der Summe aller Passiva [ohne Eigenkapital] um jeweils 1,14% ausreichen, um den ausgewiesenen Jahresüberschuß auf Null zu reduzieren (zu verdoppeln).

Zur Beantwortung der obigen Fragestellung wird im betriebswirtschaftlichen Schrifttum überwiegend die sachverhaltsabbildende Jahresabschlußpolitik untersucht, während sich die Untersuchung der sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik oftmals darin erschöpft, lediglich auf deren Existenz hinzuweisen, ggf. unter Hinzufügung einiger Beispiele, oder ohne weitere Begründung die sachverhaltsabbildende Jahresabschlußpolitik in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses zu stellen. Die geringe Beachtung sachverhaltsgestaltender Maßnahmen als Mittel der Jahresabschlußpolitik steht in deutlichem Gegensatz zu der Bedeutung, die derartigen Gestaltungen in der betrieblichen Praxis zugemessen wird. Darauf wird im Schrifttum vor allem von Vertretern des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer bzw. von diesem Berufsstand nahestehenden Autoren hingewiesen. Neben diesen Hinweisen im Schrifttum, lassen sich weitere Indizien für die Relevanz sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik ausmachen. Zu nennen sind hier die Pflicht zur Prüfung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses und des Lageberichts durch einen Abschlußprüfer sowie die Einführung des BiRiLiG.

Es bleibt festzustellen, daß es bisher an einem Konzept fehlt, mit dessen Hilfe Maßnahmen der sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik im Hinblick auf ihre Abbildung im Jahresabschluß und im Hinblick auf die sich aus ihrer Abbildung im Jahresabschluß ergebenden jahresabschlußpolitischen Implikationen gewürdigt und untersucht werden können. M. a. W.: Es fehlt an einem Konzept, anhand dessen die Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung des Jahresabschlusses durch jahresabschlußpolitisch motivierte sachverhaltsgestaltende Maßnahmen aufgezeigt werden können. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht daher das Anliegen, ein Konzept zu erarbeiten, das zur anwendungs- und gestaltungsorientierten Untersuchung von Maßnahmen der sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik eingesetzt werden kann. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt somit nicht auf einer isolierten Untersuchung sachverhaltsgestaltender Zielinhalte oder der möglichst umfangreichen und abschließenden Enumeration sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter.

Bei der Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik ergibt sich zwangsläufig die Untersuchung der Fragestellung, inwieweit durch sachverhaltsgestaltende Maßnahmen der Aussagegehalt des Jahresabschlusses beeinflußt werden kann und die sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik zur Verhaltensbeeinflussung der Jahresabschlußadressaten eingesetzt werden kann. Insofern dient die Arbeit auch den Jahresabschlußadressaten, da die Kenntnis der Grenzen, der realisierbaren Ziele und der jahresabschlußpolitischen Implikationen sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter auch dazu beiträgt, die Möglichkeiten zur Beurteilung einer Unternehmung anhand des Jahresabschlusses realistischer einschätzen zu können.

Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik wird definiert, als integraler Bestandteil der Jahresabschlußpolitik i. w. S., ist die bewußte, jahresabschlußpolitisch motivierte, „normkonforme“ Gestaltung von realen Transaktionen und Terminen zu dem Zweck, eine den Zielen des jahresabschlußpolitischen Entscheidungsträgers entsprechende Gestaltung des Jahresabschlusses im Hinblick auf eine Beeinflussung des Verhaltens der Jahresabschlußadressaten zu erreichen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort V
Darstellungsverzeichnis XIV
Abkürzungsverzeichnis XVI
1. Kapitel: Einführung 1
A. Problemstellung 1
B. Zielsetzung 4
C. Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes 5
D. Gang der Untersuchung 17
2. Kapitel: Grundlagen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik 20
A. Begriffsexplikation sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik 20
I. Zum Begriff und zur Stellung der sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlusspolitik im Rahmen der Jahresabschlusspolitik i. w. S. 20
II. Wesensbestimmende Merkmale sachverhaltsgestaltender Maßnahmen. 28
B. Objekte sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. 40
C. Träger sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. 42
I. Ermittlung der potentiellen Entscheidungsträger sachverhaltsgestaltender Jahresabschlusspolitik bei Kapitalgesellschaften. 42
II. Jahresabschlusspolitisch induzierte Konfliktpotentiale zwischen einzelnen Entscheidungsträgergruppen. 55
D. Stellung der Jahresabschlusspolitik i. w. S. im Rahmen der Jahresabschlußforschung. 58
3. Kapitel: Konzept einer rationalen sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik. 63
A. Grundlagen. 63
B. Zieltheoretische Grundlagen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. 65
I. Vorbemerkung. 65
II. Definitionselemente des Zielbegriffes. 67
III. Entwicklung eines jahresabschlusspolitischen Zielkataloges. 70
1. Vorbemerkung. 70
2. Finanzpolitische Ziele. 72
3. Informationspolitische Ziele. 75
4. Ziele der Geschäftsleitung. 82
IV. Zielrelationen. 84
C. Systematisierung sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter. 86
I. Zum Begriff des Aktionsparameters. 86
II. Zweck einer Systematisierung. 86
III. Herleitung relevanter Systematisierungskriterien. 87
D. Grenzen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. 89
I. Grundlagen. 89
1. Überlegungen zur Zulässigkeit sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. 89
2. Der zweistufige Relevanztest. 93
2.1 Stufe 1 93
2.2 Stufe 2 97
II. Bilanzierungsprinzipieninduzierte Restriktionen. 98
1. Vorbemerkung. 98
2. Das Prinzip der wirtschaftlichen Betrachtungsweise. 98
3. Das Prinzip der Willkürfreiheit. 104
4. Das Stichtags- und das Wertaufhellungsprinzip. 109
5. Das Realisationsprinzip. 114
III. Berichterstattungsbedingte Restriktionen. 118
1. Vorbemerkung. 118
2. Die Anhangsberichterstattung. 122
2.1 Die Generalnorm des § 264 Abs. 2 HGB 122
2.1.1 Vorbemerkung 122
2.1.2 Zwecke der Generalnorm 123
2.1.3 Die Berichterstattung im Rahmen des § 264 Abs. 2 Satz 2 HGB 132
2.1.4 Ergebnis 137
2.2 Die Berichterstattung im Rahmen des Prinzips der Vergleichbarkeit 140
2.2.1 Vorbemerkung 140
2.2.2 Die Berichterstattung im Rahmen des Prinzips der Bilanzidentität 143
2.2.3 Die Berichterstattung im Rahmen des Prinzips der Bewertungsstetigkeit 144
2.2.4 Die Berichterstattung im Rahmen des Prinzips der Darstellungsstetigkeit 146
2.2.5 Die Berichterstattung im Rahmen nicht vergleichbarer Vorjahreszahlen 148
2.3 Die Berichterstattung über die sonstigen finanziellen Verpflichtungen 151
2.4 Die Berichterstattung über die erfolgswirksamen Konsequenzen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik 155
2.4.1 Vorbemerkung 155
2.4.2 Die Berichterstattung über die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie über die Abweichungen von ihnen 156
2.4.3 Die Berichterstattung über die sonstigen betrieblichen Erfolgskomponenten 157
2.4.4 Die Berichterstattung über die außerordentlichen Erfolgskomponenten 157
3. Die Lageberichterstattung 160
3.1 Vorbemerkung 160
3.2 Die Wirtschaftsberichterstattung 161
3.3 Die Nachtragsberichterstattung 164
3.4 Die Prognoseberichterstattung 165
3.5 Die F+E-Berichterstattung 166
3.6 Ergebnis 166
4. Die börsenrechtliche Zwischenberichterstattung. 168
5. Ergebnis. 175
IV. Prüfungsbedingte Restriktionen. 176
1. Vorbemerkung. 176
2. Untersuchung der Vorschriften zu Gegenstand und Umfang der Abschlussprüfung, zum Prüfungsbericht und zum Bestätigungsvermerk hinsichtlich ihrer Beziehung zur sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik 178
2.1 Gegenstand und Umfang der Abschlußprüfung 178
2.2 Der Prüfungsbericht 179
2.3 Der Bestätigungsvermerk 181
3. Untersuchung der Problembereiche bei der Prüfung des außerbuchhalterischen Bereichs, insb. bei der Prüfung von Rechtsgeschäften mit fremden Dritten 182
3.1 Vorbemerkung 182
3.2 Erster Problembereich 182
3.3 Zweiter Problembereich 185
3.4 Dritter Problembereich 186
4. Ergebnis. 188
V. Steuerliche Restriktionen. 191
1. Vorbemerkung. 191
2. Maßnahmen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlusspolitik und Missbrauch steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten. 192
VI. Faktische Restriktionen. 196
E. Durchführung sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. 196
I. Vorbemerkung. 196
II. Grundlagen des Mitteleinsatzes. 197
1. Zielbestimmung. 197
2. Bestimmung des Ausgangszustandes. 197
3. Auswahlkriterien und Wirkungskriterien. 199
4. Kapitel: Dreistufiges Konzept zur Untersuchung sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. 204
A. Stufe 1: Inhaltliche Spezifikation sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter. 204
B. Stufe 2: Auswahlkriterien sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter. 205
I. Ermittlung sachverhaltsgestaltender Auswahlkriterien. 205
II. Einzeldarstellung sachverhaltsgestaltender Auswahlkriterien. 218
1. Erkennbarkeit. 218
2. Bindungswirkung. 221
3. Dosierbarkeit. 222
4. Realisationsaufwand. 223
C. Stufe 3: Wirkungskriterien sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter. 223
I. Vorbemerkung. 223
II. Bestimmung der Primärwirkungen. 224
1. Vorbemerkung. 224
2. Wirkungsweise. 224
3. Wirkungsrichtung. 227
4. Wirkungsbreite. 232
5. Wirkungsdauer. 232
III. Bestimmung der Sekundärwirkungen. 233
5. Kapitel: Inhaltliche Spezifikation und Analyse sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter im Hinblick auf ihre jahresabschlusspolitischen Implikationen. 237
A. Aktionsparameter der sachverhaltsgestaltenden Terminpolitik. 237
I. Aufstellung und Feststellung des Jahresabschlusses. 237
1. Inhaltliche Spezifikation. 237
1.1 Begriffsabgrenzung 237
1.2 Zweistufiger Relevanztest 241
1.2.1 Stufe 1 241
1.2.2 Stufe 2 242
2. Jahresabschlußpolitische Implikationen 247
2.1 Wirkungskriterien 247
2.2 Auswahlkriterien 250
II. Offenlegung des Jahresabschlusses 252
1. Inhaltliche Spezifikation 252
1.1 Begriffsabgrenzung 252
1.2 Zweistufiger Relevanztest 258
1.2.1 Stufe 1 258
1.2.2 Stufe 2 269
2. Jahresabschlußpolitische Implikationen 274
2.1 Wirkungskriterien 274
2.2 Auswahlkriterien 278
B. Aktionsparameter der sachverhaltsgestaltenden Transaktionspolitik 280
I. Grundlagen 280
1. Untersuchung der Beziehungen zwischen konstitutiver und non-konstitutiver sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik 280
2. Untersuchung sachverhaltsgestaltender Maßnahmen im Hinblick auf ihre materiellen Beziehungen zur sachverhaltsabbildenden Jahresabschlußpolitik 281
2.1 Systematisierung der materiellen Beziehungen zwischen sachverhaltsgestaltender und sachverhaltsabbildender Jahresabschlußpolitik 281
2.2 Sachverhaltsgestaltende Aktionsparameter zur Nutzung des Ergebnisbeeinflussungspotentials sachverhaltsabbildender Aktionsparameter 283
2.2.1 Vorbemerkung 283
2.2.2 Aktionsparameter zur Nutzung der built-in flexibility von Verbrauchsfolgeverfahren 284
2.2.3 Aktionsparameter zur Nutzung des Konzeptes der Bewertungsdifferenzierung unter besonderer Berücksichtigung der sachverhaltsabbildenden Politik im Rahmen der Ermittlung der Herstellungskosten 292
II. Einzeldarstellung von Aktionsparametern der sachverhaltsgestaltenden Transaktionspolitik 306
1. Vorbemerkung 306
2. In-substance defeasance 306
2.1 Inhaltliche Spezifikation 306
2.1.1 Begriffsabgrenzung 306
2.1.2 Zweistufiger Relevanztest 309
2.1.3 Bilanzierungstechnik 320
2.2 Jahresabschlußpolitische Implikationen 322
2.2.1 Wirkungskriterien 322
2.2.2 Auswahlkriterien 325
3. Pensionsgeschäfte 326
3.1 Inhaltliche Spezifikation 326
3.1.1 Begriffsabgrenzung 326
3.1.2 Zweistufiger Relevanztest 330
3.1.3 Bilanzierungstechnik 347
3.2 Jahresabschlußpolitische Implikationen 352
3.2.1 Wirkungskriterien 352
3.2.2 Auswahlkriterien 355
4. Sale-and-lease-back-Geschäfte 357
4.1 Inhaltliche Spezifikation 357
4.1.1 Begriffsabgrenzung 357
4.1.2 Zweistufiger Relevanztest 358
4.1.3 Bilanzierungstechnik 369
4.2 Jahresabschlußpolitische Implikationen 370
4.2.1 Wirkungskriterien 370
4.2.2 Auswahlkriterien 375
5. Rechtsgeschäfte mit rückwirkend abgeschlossener Wirksamkeit 377
5.1 Inhaltliche Spezifikation 377
5.1.1 Begriffsabgrenzung 377
5.1.2 Zweistufiger Relevanztest 378
5.1.3 Bilanzierungstechnik 386
5.2 Jahresabschlußpolitische Implikationen 387
6. Kapitel: Zusammenfassung und Ergebnis 389
Literaturverzeichnis 391
Rechtsquellenverzeichnis 414

Automatisiert erstellter Textauszug:

handhabende Abwehrmaßnahme besteht im Einsatz erfolgserhöhender sachverhaltsabbildender Aktionsparameter, wodurch die Übernahme verteuert werden soll.113 Allerdings wurde im Rahmen einer empirischen Studie von Horwitz/Young114 nachgewiesen, daß von den Übernahmekandidaten zur Abwehr eines unerwünschten Übernahmeversuchs auch ergebniserhöhend wirkende sachverhaltsgestaltende Aktionsparameter eingesetzt werden. Auch im Falle eines erfolgreich durchgeführten Übernahmeversuchs werden - vom Management der übernehmenden Gesellschaft - Maßnahmen der sachverhaltsgestaltenden Transaktionspolitik eingesetzt, die vor allem dem Ziel der Verringerung des im Rahmen der Erwerbsfinanzierung aufgenommenen Fremdkapitals (leveraged take over) dienen. Hitschler115 verweist bspw. auf den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögensteile, Sale-and-lease-back-Geschäfte und Factoring von Forderungen. Vereinzelt wird im (frühen) Schrifttum116 die Auffassung vertreten, daß es die Aufgabe der Geschäftsleitung sei, mit Hilfe der handelsrechtlichen Rechnungslegung die "effektive wirtschaftliche Lage", d. h. das tatsächliche Vermögen, den tatsächlichen Erfolg und die tatsächliche Finanzlage zu ermitteln. Da diese Aufgabe mit Hilfe des Jahresabschlusses in seiner gegenwärtigen Form nicht zu erreichen ist,117 wird sie aus dem Katalog der möglichen jahresabschlußpolitischen Geschäftsleitungsziele ausgeschlossen und im folgenden nicht weiter erörtert. [...]

84 4. Ziele der Geschäftsleitung Die Ziele der Geschäftsleitung lassen sich dahin gehend zusammenfassen, daß die Geschäftsleitung mit Hilfe der Jahresabschlußpolitik nach einer möglichst positiven Darstellung ihrer Managementleistung strebt.108 Baetge/Ballwieser109 sehen darin sogar die einzige Zielsetzung einer rationalen Jahresabschlußpolitik. Das Streben der Geschäftsleitung nach einem positiv gestalteten Rechenschaftsbericht in Form des Jahresabschlusses i. w. S. kann dazu führen, daß Fehlleistungen tendenziell kaschiert werden und ein Verlustausweis vermieden wird (Politik der Glättung des Erfolgsausweises).110 Die sich aus diesem Verhalten ergebenden Konfliktpotentiale zwischen Geschäftsleitung und Eigentümern bzw. den von ihnen gebildeten Aufsichts- und Kontrollorganen, werden in der Literatur unter dem Begriff des Principal-AgentKonfliktes diskutiert und wurden bereits im Kap. 2, C, II erläutert. Allerdings lassen sich auch Situationen feststellen, bei denen von der Zielsetzung einer Politik der Erfolgsglättung bewußt abgewichen wird. Bei einem Wechsel der Geschäftsleitung kann es bspw. vorkommen, daß die neue Geschäftsleitung zu Beginn ihrer Tätigkeit durch eine ergebnismindernde Jahresabschlußpolitik versucht, zukünftige Risiken vorwegzunehmen, um damit die Ausgangsbasis für einen zukünftig positiven Erfolgstrend zu legen, die Verantwortung für die Ergebnisminderung jedoch noch der alten Geschäftsführung zuweist.111 Im Falle eines Übernahmeversuchs (Take over) stehen der Geschäftsleitung zu seiner Abwehr verschiedene Möglichkeiten realwirtschaftlicher, rechtlicher und jahresabschlußpolitischer Natur zur Verfügung.112 Eine besonders schnell und autonom zu [...]

abschlusses zu vermittelnden Bildes der Vermögens-/Finanz- und Ertragslage zu erkennen, d. h. identifizierbar ist. Ausgehend von diesem Ergebnis ist nach den Voraussetzungen für eine zielgerichtete Verhaltensbeeinflussung externer Jahresabschlußadressaten zu fragen. Notwendige Bedingung dafür ist die Kenntnis der Informationsbedürfnisse der Jahresabschlußadressaten.104 Um die Informationsbedürfnisse der Jahresabschlußadressaten ermitteln zu können, hat sich im Schrifttum das behavioristische Unternehmenskonzept der Koalitionstheorie durchgesetzt.105 Die Koalitionstheorie betrachtet die Unternehmung nicht als konfliktfreien Wirtschaftsraum, sondern als Instrument der Zielrealisation aller Koalitionsteilnehmer. Die Teilnahme an der Institution "Unternehmung" machen die Koalitionsteilnehmer vom Grad der Erreichung ihrer finanziellen und nicht-finanziellen Zielvorstellungen abhängig. Der Jahresabschluß hat im Rahmen dieses Ansatzes die Aufgabe eines Rechenschaftsberichtes der Unternehmung gegenüber ihren Koalitionsteilnehmern. Die Jahresabschlußadressaten werden dabei nach ihrer Stellung zur Unternehmung in die Gruppe der internen und externen Koalitionsteilnehmer unterschieden.106 Darst. 8 zeigt überblicksartig die Informationsinteressen potentieller, externer Koalitionsteilnehmer.107 [...]

Arbeit zitieren:
Hoffmann, Karsten Juli 1993: Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik im Einzelabschluß bei gegebener Unternehmenskonstitution, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rechnungswesen, Wirtschftsprüfung, Pensionsgeschäfte, Sale and Lease back

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