Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik im Einzelabschluß bei gegebener Unternehmenskonstitution
- Art: Dissertation / Doktorarbeit
- Autor: Karsten Hoffmann
- Abgabedatum: Juli 1993
- Umfang: 441 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6715-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6715-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6715-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hoffmann, Karsten Juli 1993: Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik im Einzelabschluß bei gegebener Unternehmenskonstitution, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Rechnungswesen, Wirtschftsprüfung, Pensionsgeschäfte, Sale and Lease back
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Dissertation / Doktorarbeit von Karsten Hoffmann
Problemstellung:
Betrachtet man die im Statistischen Jahrbuch der Bundesrepublik Deutschland in toto publizierten Bilanzen und Erfolgsrechnungen der großen Kapitalgesellschaften, so ergibt sich für das Jahr 1989 ein aggregierter Jahresüberschuß von 19.739 Mio. DM bei einer Bilanzsumme von 861.386 Mio. DM. Somit betrug der durchschnittliche Jahresüberschuß der großen Kapitalgesellschaften bezogen auf die Bilanzsumme 2,29%. Hieraus ergibt sich die Fragestellung, inwieweit durch den Einsatz des jahresabschlußpolitischen Instrumentariums die im Hinblick auf die Realisierung jahresabschlußpolitischer Ziele zentrale Größe des Jahresüberschusses beeinflußt werden kann. Rechnerisch würde eine erfolgswirksame Verminderung (Erhöhung) der Summe aller Aktiva, bei gleichzeitiger erfolgswirksamer Erhöhung (Verminderung) der Summe aller Passiva [ohne Eigenkapital] um jeweils 1,14% ausreichen, um den ausgewiesenen Jahresüberschuß auf Null zu reduzieren (zu verdoppeln).
Zur Beantwortung der obigen Fragestellung wird im betriebswirtschaftlichen Schrifttum überwiegend die sachverhaltsabbildende Jahresabschlußpolitik untersucht, während sich die Untersuchung der sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik oftmals darin erschöpft, lediglich auf deren Existenz hinzuweisen, ggf. unter Hinzufügung einiger Beispiele, oder ohne weitere Begründung die sachverhaltsabbildende Jahresabschlußpolitik in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses zu stellen. Die geringe Beachtung sachverhaltsgestaltender Maßnahmen als Mittel der Jahresabschlußpolitik steht in deutlichem Gegensatz zu der Bedeutung, die derartigen Gestaltungen in der betrieblichen Praxis zugemessen wird. Darauf wird im Schrifttum vor allem von Vertretern des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer bzw. von diesem Berufsstand nahestehenden Autoren hingewiesen. Neben diesen Hinweisen im Schrifttum, lassen sich weitere Indizien für die Relevanz sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik ausmachen. Zu nennen sind hier die Pflicht zur Prüfung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses und des Lageberichts durch einen Abschlußprüfer sowie die Einführung des BiRiLiG.
Es bleibt festzustellen, daß es bisher an einem Konzept fehlt, mit dessen Hilfe Maßnahmen der sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik im Hinblick auf ihre Abbildung im Jahresabschluß und im Hinblick auf die sich aus ihrer Abbildung im Jahresabschluß ergebenden jahresabschlußpolitischen Implikationen gewürdigt und untersucht werden können. M. a. W.: Es fehlt an einem Konzept, anhand dessen die Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung des Jahresabschlusses durch jahresabschlußpolitisch motivierte sachverhaltsgestaltende Maßnahmen aufgezeigt werden können. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht daher das Anliegen, ein Konzept zu erarbeiten, das zur anwendungs- und gestaltungsorientierten Untersuchung von Maßnahmen der sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik eingesetzt werden kann. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt somit nicht auf einer isolierten Untersuchung sachverhaltsgestaltender Zielinhalte oder der möglichst umfangreichen und abschließenden Enumeration sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter.
Bei der Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik ergibt sich zwangsläufig die Untersuchung der Fragestellung, inwieweit durch sachverhaltsgestaltende Maßnahmen der Aussagegehalt des Jahresabschlusses beeinflußt werden kann und die sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik zur Verhaltensbeeinflussung der Jahresabschlußadressaten eingesetzt werden kann. Insofern dient die Arbeit auch den Jahresabschlußadressaten, da die Kenntnis der Grenzen, der realisierbaren Ziele und der jahresabschlußpolitischen Implikationen sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter auch dazu beiträgt, die Möglichkeiten zur Beurteilung einer Unternehmung anhand des Jahresabschlusses realistischer einschätzen zu können.
Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik wird definiert, als integraler Bestandteil der Jahresabschlußpolitik i. w. S., ist die bewußte, jahresabschlußpolitisch motivierte, „normkonforme“ Gestaltung von realen Transaktionen und Terminen zu dem Zweck, eine den Zielen des jahresabschlußpolitischen Entscheidungsträgers entsprechende Gestaltung des Jahresabschlusses im Hinblick auf eine Beeinflussung des Verhaltens der Jahresabschlußadressaten zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | V | |
| Darstellungsverzeichnis | XIV | |
| Abkürzungsverzeichnis | XVI | |
| 1. | Kapitel: Einführung | 1 |
| A. | Problemstellung | 1 |
| B. | Zielsetzung | 4 |
| C. | Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes | 5 |
| D. | Gang der Untersuchung | 17 |
| 2. | Kapitel: Grundlagen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik | 20 |
| A. | Begriffsexplikation sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik | 20 |
| I. | Zum Begriff und zur Stellung der sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlusspolitik im Rahmen der Jahresabschlusspolitik i. w. S. | 20 |
| II. | Wesensbestimmende Merkmale sachverhaltsgestaltender Maßnahmen. | 28 |
| B. | Objekte sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. | 40 |
| C. | Träger sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. | 42 |
| I. | Ermittlung der potentiellen Entscheidungsträger sachverhaltsgestaltender Jahresabschlusspolitik bei Kapitalgesellschaften. | 42 |
| II. | Jahresabschlusspolitisch induzierte Konfliktpotentiale zwischen einzelnen Entscheidungsträgergruppen. | 55 |
| D. | Stellung der Jahresabschlusspolitik i. w. S. im Rahmen der Jahresabschlußforschung. | 58 |
| 3. | Kapitel: Konzept einer rationalen sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik. | 63 |
| A. | Grundlagen. | 63 |
| B. | Zieltheoretische Grundlagen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. | 65 |
| I. | Vorbemerkung. | 65 |
| II. | Definitionselemente des Zielbegriffes. | 67 |
| III. | Entwicklung eines jahresabschlusspolitischen Zielkataloges. | 70 |
| 1. | Vorbemerkung. | 70 |
| 2. | Finanzpolitische Ziele. | 72 |
| 3. | Informationspolitische Ziele. | 75 |
| 4. | Ziele der Geschäftsleitung. | 82 |
| IV. | Zielrelationen. | 84 |
| C. | Systematisierung sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter. | 86 |
| I. | Zum Begriff des Aktionsparameters. | 86 |
| II. | Zweck einer Systematisierung. | 86 |
| III. | Herleitung relevanter Systematisierungskriterien. | 87 |
| D. | Grenzen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. | 89 |
| I. | Grundlagen. | 89 |
| 1. | Überlegungen zur Zulässigkeit sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. | 89 |
| 2. | Der zweistufige Relevanztest. | 93 |
| 2.1 | Stufe 1 | 93 |
| 2.2 | Stufe 2 | 97 |
| II. | Bilanzierungsprinzipieninduzierte Restriktionen. | 98 |
| 1. | Vorbemerkung. | 98 |
| 2. | Das Prinzip der wirtschaftlichen Betrachtungsweise. | 98 |
| 3. | Das Prinzip der Willkürfreiheit. | 104 |
| 4. | Das Stichtags- und das Wertaufhellungsprinzip. | 109 |
| 5. | Das Realisationsprinzip. | 114 |
| III. | Berichterstattungsbedingte Restriktionen. | 118 |
| 1. | Vorbemerkung. | 118 |
| 2. | Die Anhangsberichterstattung. | 122 |
| 2.1 | Die Generalnorm des § 264 Abs. 2 HGB | 122 |
| 2.1.1 | Vorbemerkung | 122 |
| 2.1.2 | Zwecke der Generalnorm | 123 |
| 2.1.3 | Die Berichterstattung im Rahmen des § 264 Abs. 2 Satz 2 HGB | 132 |
| 2.1.4 | Ergebnis | 137 |
| 2.2 | Die Berichterstattung im Rahmen des Prinzips der Vergleichbarkeit | 140 |
| 2.2.1 | Vorbemerkung | 140 |
| 2.2.2 | Die Berichterstattung im Rahmen des Prinzips der Bilanzidentität | 143 |
| 2.2.3 | Die Berichterstattung im Rahmen des Prinzips der Bewertungsstetigkeit | 144 |
| 2.2.4 | Die Berichterstattung im Rahmen des Prinzips der Darstellungsstetigkeit | 146 |
| 2.2.5 | Die Berichterstattung im Rahmen nicht vergleichbarer Vorjahreszahlen | 148 |
| 2.3 | Die Berichterstattung über die sonstigen finanziellen Verpflichtungen | 151 |
| 2.4 | Die Berichterstattung über die erfolgswirksamen Konsequenzen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik | 155 |
| 2.4.1 | Vorbemerkung | 155 |
| 2.4.2 | Die Berichterstattung über die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie über die Abweichungen von ihnen | 156 |
| 2.4.3 | Die Berichterstattung über die sonstigen betrieblichen Erfolgskomponenten | 157 |
| 2.4.4 | Die Berichterstattung über die außerordentlichen Erfolgskomponenten | 157 |
| 3. | Die Lageberichterstattung | 160 |
| 3.1 | Vorbemerkung | 160 |
| 3.2 | Die Wirtschaftsberichterstattung | 161 |
| 3.3 | Die Nachtragsberichterstattung | 164 |
| 3.4 | Die Prognoseberichterstattung | 165 |
| 3.5 | Die F+E-Berichterstattung | 166 |
| 3.6 | Ergebnis | 166 |
| 4. | Die börsenrechtliche Zwischenberichterstattung. | 168 |
| 5. | Ergebnis. | 175 |
| IV. | Prüfungsbedingte Restriktionen. | 176 |
| 1. | Vorbemerkung. | 176 |
| 2. | Untersuchung der Vorschriften zu Gegenstand und Umfang der Abschlussprüfung, zum Prüfungsbericht und zum Bestätigungsvermerk hinsichtlich ihrer Beziehung zur sachverhaltsgestaltenden Jahresabschlußpolitik | 178 |
| 2.1 | Gegenstand und Umfang der Abschlußprüfung | 178 |
| 2.2 | Der Prüfungsbericht | 179 |
| 2.3 | Der Bestätigungsvermerk | 181 |
| 3. | Untersuchung der Problembereiche bei der Prüfung des außerbuchhalterischen Bereichs, insb. bei der Prüfung von Rechtsgeschäften mit fremden Dritten | 182 |
| 3.1 | Vorbemerkung | 182 |
| 3.2 | Erster Problembereich | 182 |
| 3.3 | Zweiter Problembereich | 185 |
| 3.4 | Dritter Problembereich | 186 |
| 4. | Ergebnis. | 188 |
| V. | Steuerliche Restriktionen. | 191 |
| 1. | Vorbemerkung. | 191 |
| 2. | Maßnahmen sachverhaltsgestaltender Jahresabschlusspolitik und Missbrauch steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten. | 192 |
| VI. | Faktische Restriktionen. | 196 |
| E. | Durchführung sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. | 196 |
| I. | Vorbemerkung. | 196 |
| II. | Grundlagen des Mitteleinsatzes. | 197 |
| 1. | Zielbestimmung. | 197 |
| 2. | Bestimmung des Ausgangszustandes. | 197 |
| 3. | Auswahlkriterien und Wirkungskriterien. | 199 |
| 4. | Kapitel: Dreistufiges Konzept zur Untersuchung sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik. | 204 |
| A. | Stufe 1: Inhaltliche Spezifikation sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter. | 204 |
| B. | Stufe 2: Auswahlkriterien sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter. | 205 |
| I. | Ermittlung sachverhaltsgestaltender Auswahlkriterien. | 205 |
| II. | Einzeldarstellung sachverhaltsgestaltender Auswahlkriterien. | 218 |
| 1. | Erkennbarkeit. | 218 |
| 2. | Bindungswirkung. | 221 |
| 3. | Dosierbarkeit. | 222 |
| 4. | Realisationsaufwand. | 223 |
| C. | Stufe 3: Wirkungskriterien sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter. | 223 |
| I. | Vorbemerkung. | 223 |
| II. | Bestimmung der Primärwirkungen. | 224 |
| 1. | Vorbemerkung. | 224 |
| 2. | Wirkungsweise. | 224 |
| 3. | Wirkungsrichtung. | 227 |
| 4. | Wirkungsbreite. | 232 |
| 5. | Wirkungsdauer. | 232 |
| III. | Bestimmung der Sekundärwirkungen. | 233 |
| 5. | Kapitel: Inhaltliche Spezifikation und Analyse sachverhaltsgestaltender Aktionsparameter im Hinblick auf ihre jahresabschlusspolitischen Implikationen. | 237 |
| A. | Aktionsparameter der sachverhaltsgestaltenden Terminpolitik. | 237 |
| I. | Aufstellung und Feststellung des Jahresabschlusses. | 237 |
| 1. | Inhaltliche Spezifikation. | 237 |
| 1.1 | Begriffsabgrenzung | 237 |
| 1.2 | Zweistufiger Relevanztest | 241 |
| 1.2.1 | Stufe 1 | 241 |
| 1.2.2 | Stufe 2 | 242 |
| 2. | Jahresabschlußpolitische Implikationen | 247 |
| 2.1 | Wirkungskriterien | 247 |
| 2.2 | Auswahlkriterien | 250 |
| II. | Offenlegung des Jahresabschlusses | 252 |
| 1. | Inhaltliche Spezifikation | 252 |
| 1.1 | Begriffsabgrenzung | 252 |
| 1.2 | Zweistufiger Relevanztest | 258 |
| 1.2.1 | Stufe 1 | 258 |
| 1.2.2 | Stufe 2 | 269 |
| 2. | Jahresabschlußpolitische Implikationen | 274 |
| 2.1 | Wirkungskriterien | 274 |
| 2.2 | Auswahlkriterien | 278 |
| B. | Aktionsparameter der sachverhaltsgestaltenden Transaktionspolitik | 280 |
| I. | Grundlagen | 280 |
| 1. | Untersuchung der Beziehungen zwischen konstitutiver und non-konstitutiver sachverhaltsgestaltender Jahresabschlußpolitik | 280 |
| 2. | Untersuchung sachverhaltsgestaltender Maßnahmen im Hinblick auf ihre materiellen Beziehungen zur sachverhaltsabbildenden Jahresabschlußpolitik | 281 |
| 2.1 | Systematisierung der materiellen Beziehungen zwischen sachverhaltsgestaltender und sachverhaltsabbildender Jahresabschlußpolitik | 281 |
| 2.2 | Sachverhaltsgestaltende Aktionsparameter zur Nutzung des Ergebnisbeeinflussungspotentials sachverhaltsabbildender Aktionsparameter | 283 |
| 2.2.1 | Vorbemerkung | 283 |
| 2.2.2 | Aktionsparameter zur Nutzung der built-in flexibility von Verbrauchsfolgeverfahren | 284 |
| 2.2.3 | Aktionsparameter zur Nutzung des Konzeptes der Bewertungsdifferenzierung unter besonderer Berücksichtigung der sachverhaltsabbildenden Politik im Rahmen der Ermittlung der Herstellungskosten | 292 |
| II. | Einzeldarstellung von Aktionsparametern der sachverhaltsgestaltenden Transaktionspolitik | 306 |
| 1. | Vorbemerkung | 306 |
| 2. | In-substance defeasance | 306 |
| 2.1 | Inhaltliche Spezifikation | 306 |
| 2.1.1 | Begriffsabgrenzung | 306 |
| 2.1.2 | Zweistufiger Relevanztest | 309 |
| 2.1.3 | Bilanzierungstechnik | 320 |
| 2.2 | Jahresabschlußpolitische Implikationen | 322 |
| 2.2.1 | Wirkungskriterien | 322 |
| 2.2.2 | Auswahlkriterien | 325 |
| 3. | Pensionsgeschäfte | 326 |
| 3.1 | Inhaltliche Spezifikation | 326 |
| 3.1.1 | Begriffsabgrenzung | 326 |
| 3.1.2 | Zweistufiger Relevanztest | 330 |
| 3.1.3 | Bilanzierungstechnik | 347 |
| 3.2 | Jahresabschlußpolitische Implikationen | 352 |
| 3.2.1 | Wirkungskriterien | 352 |
| 3.2.2 | Auswahlkriterien | 355 |
| 4. | Sale-and-lease-back-Geschäfte | 357 |
| 4.1 | Inhaltliche Spezifikation | 357 |
| 4.1.1 | Begriffsabgrenzung | 357 |
| 4.1.2 | Zweistufiger Relevanztest | 358 |
| 4.1.3 | Bilanzierungstechnik | 369 |
| 4.2 | Jahresabschlußpolitische Implikationen | 370 |
| 4.2.1 | Wirkungskriterien | 370 |
| 4.2.2 | Auswahlkriterien | 375 |
| 5. | Rechtsgeschäfte mit rückwirkend abgeschlossener Wirksamkeit | 377 |
| 5.1 | Inhaltliche Spezifikation | 377 |
| 5.1.1 | Begriffsabgrenzung | 377 |
| 5.1.2 | Zweistufiger Relevanztest | 378 |
| 5.1.3 | Bilanzierungstechnik | 386 |
| 5.2 | Jahresabschlußpolitische Implikationen | 387 |
| 6. | Kapitel: Zusammenfassung und Ergebnis | 389 |
| Literaturverzeichnis | 391 | |
| Rechtsquellenverzeichnis | 414 |
handhabende Abwehrmaßnahme besteht im Einsatz erfolgserhöhender sachverhaltsabbildender Aktionsparameter, wodurch die Übernahme verteuert werden soll.113 Allerdings wurde im Rahmen einer empirischen Studie von Horwitz/Young114 nachgewiesen, daß von den Übernahmekandidaten zur Abwehr eines unerwünschten Übernahmeversuchs auch ergebniserhöhend wirkende sachverhaltsgestaltende Aktionsparameter eingesetzt werden. Auch im Falle eines erfolgreich durchgeführten Übernahmeversuchs werden - vom Management der übernehmenden Gesellschaft - Maßnahmen der sachverhaltsgestaltenden Transaktionspolitik eingesetzt, die vor allem dem Ziel der Verringerung des im Rahmen der Erwerbsfinanzierung aufgenommenen Fremdkapitals (leveraged take over) dienen. Hitschler115 verweist bspw. auf den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögensteile, Sale-and-lease-back-Geschäfte und Factoring von Forderungen. Vereinzelt wird im (frühen) Schrifttum116 die Auffassung vertreten, daß es die Aufgabe der Geschäftsleitung sei, mit Hilfe der handelsrechtlichen Rechnungslegung die "effektive wirtschaftliche Lage", d. h. das tatsächliche Vermögen, den tatsächlichen Erfolg und die tatsächliche Finanzlage zu ermitteln. Da diese Aufgabe mit Hilfe des Jahresabschlusses in seiner gegenwärtigen Form nicht zu erreichen ist,117 wird sie aus dem Katalog der möglichen jahresabschlußpolitischen Geschäftsleitungsziele ausgeschlossen und im folgenden nicht weiter erörtert. [...]
84 4. Ziele der Geschäftsleitung Die Ziele der Geschäftsleitung lassen sich dahin gehend zusammenfassen, daß die Geschäftsleitung mit Hilfe der Jahresabschlußpolitik nach einer möglichst positiven Darstellung ihrer Managementleistung strebt.108 Baetge/Ballwieser109 sehen darin sogar die einzige Zielsetzung einer rationalen Jahresabschlußpolitik. Das Streben der Geschäftsleitung nach einem positiv gestalteten Rechenschaftsbericht in Form des Jahresabschlusses i. w. S. kann dazu führen, daß Fehlleistungen tendenziell kaschiert werden und ein Verlustausweis vermieden wird (Politik der Glättung des Erfolgsausweises).110 Die sich aus diesem Verhalten ergebenden Konfliktpotentiale zwischen Geschäftsleitung und Eigentümern bzw. den von ihnen gebildeten Aufsichts- und Kontrollorganen, werden in der Literatur unter dem Begriff des Principal-AgentKonfliktes diskutiert und wurden bereits im Kap. 2, C, II erläutert. Allerdings lassen sich auch Situationen feststellen, bei denen von der Zielsetzung einer Politik der Erfolgsglättung bewußt abgewichen wird. Bei einem Wechsel der Geschäftsleitung kann es bspw. vorkommen, daß die neue Geschäftsleitung zu Beginn ihrer Tätigkeit durch eine ergebnismindernde Jahresabschlußpolitik versucht, zukünftige Risiken vorwegzunehmen, um damit die Ausgangsbasis für einen zukünftig positiven Erfolgstrend zu legen, die Verantwortung für die Ergebnisminderung jedoch noch der alten Geschäftsführung zuweist.111 Im Falle eines Übernahmeversuchs (Take over) stehen der Geschäftsleitung zu seiner Abwehr verschiedene Möglichkeiten realwirtschaftlicher, rechtlicher und jahresabschlußpolitischer Natur zur Verfügung.112 Eine besonders schnell und autonom zu [...]
abschlusses zu vermittelnden Bildes der Vermögens-/Finanz- und Ertragslage zu erkennen, d. h. identifizierbar ist. Ausgehend von diesem Ergebnis ist nach den Voraussetzungen für eine zielgerichtete Verhaltensbeeinflussung externer Jahresabschlußadressaten zu fragen. Notwendige Bedingung dafür ist die Kenntnis der Informationsbedürfnisse der Jahresabschlußadressaten.104 Um die Informationsbedürfnisse der Jahresabschlußadressaten ermitteln zu können, hat sich im Schrifttum das behavioristische Unternehmenskonzept der Koalitionstheorie durchgesetzt.105 Die Koalitionstheorie betrachtet die Unternehmung nicht als konfliktfreien Wirtschaftsraum, sondern als Instrument der Zielrealisation aller Koalitionsteilnehmer. Die Teilnahme an der Institution "Unternehmung" machen die Koalitionsteilnehmer vom Grad der Erreichung ihrer finanziellen und nicht-finanziellen Zielvorstellungen abhängig. Der Jahresabschluß hat im Rahmen dieses Ansatzes die Aufgabe eines Rechenschaftsberichtes der Unternehmung gegenüber ihren Koalitionsteilnehmern. Die Jahresabschlußadressaten werden dabei nach ihrer Stellung zur Unternehmung in die Gruppe der internen und externen Koalitionsteilnehmer unterschieden.106 Darst. 8 zeigt überblicksartig die Informationsinteressen potentieller, externer Koalitionsteilnehmer.107 [...]
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Arbeit zitieren:
Hoffmann, Karsten Juli 1993: Sachverhaltsgestaltende Jahresabschlußpolitik im Einzelabschluß bei gegebener Unternehmenskonstitution, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Rechnungswesen, Wirtschftsprüfung, Pensionsgeschäfte, Sale and Lease back



