SAP-gestütztes Qualitätskostenreporting bei der Firma Meteor Gummiwerke
Schwerpunkt 'Ausschußkosten'
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alexander Dietrich
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 89 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover Deutschland
- Bibliografie: ca. 30
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0051-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dietrich, Alexander Juni 2002: SAP-gestütztes Qualitätskostenreporting bei der Firma Meteor Gummiwerke, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: SAP, ABAP, Ausschusskosten, Qualität, Qualitätskosten
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Diplomarbeit von Alexander Dietrich
Einleitung:
Die Qualität der Produkte und der Produktionsprozesse spielt für ein Unternehmen eine immer wichtiger werdende Rolle. Im Zusammenhang mit der Qualität können verschiedene Kennzahlen ermittelt werden, u.a. auch die Qualitätskosten. Die Erfassung und Auswertung dieser Kosten ist zu einer Notwendigkeit geworden, zum einen wegen der an das Unternehmen gestellten Anforderungen und zum anderen um die Höhe der im Betrieb anfallenden Kosten ermitteln zu können.
Die bei der Firma Meteor Gummiwerke GmbH & Co. durchgeführte Diplomarbeit hat zum Ziel, die Erfaßbarkeit der Qualitätskosten mit der betrieblichen Standardsoftware SAP R/3 zu untersuchen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den Ausschußkosten, einem Teilbereich der Qualitätskosten. Neben einem Überblick über SAP-gestützte Qualitätskostenerfassung soll im Bezug auf die Ausschußkosten eine Anwendung für die Auswertung dieser Kosten entwickelt werden.
Der theoretische Teil der Arbeit umfaßt die Kapitel zwei, drei und vier. Im zweiten Kapitel werden wichtige, mit der Qualität eng verbundene Begriffe erläutert. Die einzelnen Bereiche der Qualität werden verdeutlicht und Gründe für die steigende Bedeutung der Qualität in Unternehmen hervorgehoben. Das dritte Kapitel führt den Begriff der Qualitätskosten ein. Es stellt verschiedene Möglichkeiten dar, diese Kosten in einzelne Bereiche aufzuteilen. Das vierte Kapitel befaßt sich mit dem Arbeitsumfeld. Es werden der Arbeitgeber, die Firma Meteor Gummiwerke GmbH & Co. Vorgestellt, sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem firmeneigenen Verständnisses von Qualität und Qualitätskosten und den klassischen Betrachtungsweisen beschrieben. Im letzten Abschnitt des Kapitels wird das Softwareumfeld des Unternehmens vorgestellt.
In den Kapiteln fünf und sechs, dem praktischen Teil der Arbeit, steht die SAP-gestützte Erfassung der Qualitätskosten im Mittelpunkt. Dazu wird im fünften Kapitel die Erfassung der relevanten Daten mit SAP R/3 diskutiert. Es werden die einzelnen Erfassungsmöglichkeiten vorgestellt sowie Vorschläge zu deren Umsetzung gemacht. Kapitel sechs befaßt sich mit den Ausschußkosten. Hierbei wird der Entwicklungsprozeß einer Anwendung zur Erfassung und Auswertung der Ausschußkosten in SAP R/3 dargestellt.
Im abschließenden Kapitel dieser Arbeit werden die relevanten Erkenntnisse zusammengefaßt und es wird ein Ausblick für das weitere Vorgehen im Rahmen der Qualitätskostenerfassung gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Qualitätsaspekte | 3 |
| 2.1 | Qualität und ihre Definition | 3 |
| 2.1.1 | Die Rolle der Qualität in der Automobilbranche | 3 |
| 2.1.2 | Begriffsdefinition | 4 |
| 2.2 | Die „Null-Fehler“-Philosophie | 6 |
| 2.2.1 | Die Bedeutung von „Null-Fehler“ | 6 |
| 2.2.2 | Warum „Null-Fehler“? | 7 |
| 2.3 | Qualität als wirtschaftlicher Faktor | 9 |
| 2.3.1 | Auswirkungen der Qualität auf ein Unternehmen | 9 |
| 2.3.2 | Qualität am Beispiel japanischer Unternehmen | 12 |
| 2.3.3 | Wandlung der Unternehmen | 13 |
| 2.4 | Unternehmenszertifizierung | 15 |
| 2.4.1 | Ziele der Unternehmenszertifizierung | 15 |
| 2.4.2 | Pro und Kontra der Zertifizierung | 17 |
| 3. | Qualitätskosten | 19 |
| 3.1 | Begriffsdefinition | 19 |
| 3.2 | Klassische Einteilung der Qualitätskosten | 20 |
| 3.2.1 | Fehlerverhütungskosten | 21 |
| 3.2.2 | Prüfkosten | 21 |
| 3.2.3 | Fehlerkosten | 22 |
| 3.3 | Alternative Einteilung der Qualitätskosten | 23 |
| 3.4 | Funktionelle Abhängigkeit zwischen den Qualitätskostenbereichen | 24 |
| 3.5 | ABC-Analyse der Qualitätskosten | 27 |
| 4. | Beschreibung des Arbeitsumfeldes | 29 |
| 4.1 | Arbeitgeber | 29 |
| 4.1.1 | Unternehmensbild | 29 |
| 4.1.2 | Organisations- und Produkthierarchie | 29 |
| 4.1.3 | Qualität bei Meteor | 31 |
| 4.2 | Softwareumfeld | 32 |
| 4.2.1 | SAP R/3 | 32 |
| 4.2.2 | Abbildung eines Fertigungsauftrages in SAP R/3 | 34 |
| 5. | Erfassung der Qualitätskosten mit SAP R/3 | 38 |
| 5.1 | Qualitätskosten bei Meteor | 38 |
| 5.2 | Prüfkosten | 40 |
| 5.3 | Qualitätssichernde Maßnahmen | 41 |
| 5.4 | Fehlerkosten | 42 |
| 6. | Entwicklung des Ausschußberichts | 46 |
| 6.1 | Analyse | 46 |
| 6.1.1 | Ist-Zustand | 46 |
| 6.1.2 | Kritische Würdigung des Ist-Zustands | 47 |
| 6.1.3 | Anforderungen an den Soll-Zustand | 48 |
| 6.2 | Entwurf | 49 |
| 6.2.1 | Generelle Gedanken zum Programmaufbau | 49 |
| 6.2.2 | Aufbau der Datenbeschaffung | 49 |
| 6.2.3 | Aufbau der Datenauswertung | 57 |
| 6.3 | Realisierung | 60 |
| 6.3.1 | Datenbeschaffung | 60 |
| 6.3.2 | Datenauswertung | 62 |
| 6.4 | Programmtest | 69 |
| 6.4.1 | Datenbeschaffung | 69 |
| 6.4.2 | Datenauswertung | 70 |
| 7. | Zusammenfassung | 71 |
| Abbildungsverzeichnis | 72 | |
| Tabellenverzeichnis | 73 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 74 | |
| Fremd- und Fachwortverzeichnis | 75 | |
| Anhang | 77 | |
| Gesprächsnotizen | 80 | |
| Quellenverzeichnis | 84 | |
| Literaturverzeichnis | 84 | |
| Internetquellen | 86 |
Textprobe:
Kapitel 5.4, Fehlerkosten:
Die Fehlerkosten werden in fünf Hauptbereiche aufgeteilt: Nacharbeit intern, Nacharbeit extern, Verschrottung, Reklamation und Ausschuß.
Nacharbeit intern:
Interne Nacharbeit fällt immer dann an, wenn an einem Produkt vor seiner Auslieferung an den Kunden nachbesserungsfähige Mängel festgestellt werden. Handelt es sich dabei um eine kleine Anzahl am Mängeln, werden diese noch während eines Produktionsvorgangs erkannt, werden sie an Ort und Stelle nachgearbeitet. In diesem Fall sind die anfallenden Kosten für die Qualitätskostenerfassung verloren, da keine separate Rückmeldung der für die Nacharbeit aufgewendeten Zeit stattfindet. Bei größeren fehlerbehafteten Mengen oder spätem Erkennen der Fehler wird ein Nacharbeitauftrag angelegt. In diesem Fall können die angefallenen Kosten über die Rückmeldungen zu dem entsprechenden Nacharbeitauftrag ermittelt werden.
Fazit: Da Nacharbeitaufträge analog zu den Fertigungsaufträgen erfaßt werden, ist keine Änderung der bestehenden Auftragsstruktur und der Vorgehensweise bei ihrer Erfassung notwendig. Durch die vorhandene Auftragsstruktur lassen sich die angefallenen Kosten sowohl auf die Werk-, als auch auf die Modellebene verteilen.
Nacharbeit extern:
Externe Nacharbeit unterscheidet sich von der internen daran, daß Produktmängel nicht im Unternehmen, sondern nach der Auslieferung an den Kunden von diesem festgestellt werden. Das Material wird dabei entweder von Drittfirmen nachgearbeitet, die nachzuarbeitenden Erzeugnisse können aber auch direkt an Meteor zurückgeschickt werden. Neben dem zusätzlichen Aufwand in der Fertigung entstehen dabei auch Kosten für den Versand sowie die Bearbeitung des Auftrages, die als Reklamationskosten erfaßt werden.
Beanstandete Produkte werden bei Meteor auf ihre Nachbesserbarkeit überprüft. Erzeugnisse, die nicht nachgearbeitet werden können, werden zur Verschrottung freigegeben. Kann der Mangel behoben werden, wird ein Nacharbeitauftrag angelegt, der ähnlich einem Fertigungsauftrag aufgebaut ist und abgesehen von dem Wareneingang nach dem gleichen Schema, wie in Abbildung 17 gezeigt wird, abläuft. Die im Rahmen eines Nacharbeitauftrages anfallenden Kosten sind alle dem Fehlerkostenbereich zuzurechnen.
Fazit: Die aktuelle Handhabung der Kostenerfassung bei der Nacharbeit läßt keine Unterscheidung mehr zu, ob das Produkt vom Kunden reklamiert ist oder firmenintern nachgearbeitet werden mußte. Zur genauen Abgrenzung interner und externer Nacharbeitsaufträge ist es notwendig, eine neue Auftragsart anzulegen. Nur durch eine separate Verbuchung der Kosten für interne und externe Nacharbeit kann eine Aussage darüber getroffen werden, wie viele Fehler erst beim Kunden und wie viele von den Prüfvorgängen bereits im Unternehmen aufgedeckt werden.
Verschrottung:
Verschrottung fällt im Gegensatz zum Ausschuß außerhalb der Produktion an. Gründe dafür sind z.B. abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum oder Schäden bei der Lagerhaltung. Die Kosten der Verschrottung werden zuzüglich den Ausschuß- sowie den Entsorgungskosten unter dem Oberbegriff „Abfall“ zusammengefaßt.
Die Verschrottung wird auf einen Verschrottungsauftrag gebucht, dabei wird lediglich die Materialnummer des zu verschrottenden Produktes erfaßt. Dadurch ist eine Zuordnung des zu verschrottenden Materials einem Werk oder einem Modell nicht möglich.
Fazit: Um die Verschrottungskosten den kostenverursachenden Bereichen zuordnen zu können, wird eine neue Struktur des Verschrottungsauftrags benötigt. Durch die Erfassung weiterer Informationen wie z.B. der Kostenstelle oder des Modells, im Zusammenhang mit denen die Verschrottung angefallen ist, ist eine genauere Kostenaufteilung möglich.
Reklamation:
Ist ein Kunde mit den Eigenschaften der ihm zugeschickten Produkte nicht zufrieden, kommt es zu Beanstandungen. Bevor die Beanstandung als eine solche akzeptiert werden kann, muß das Produkt von der firmeneigenen Qualitätsabteilung oder einer von Meteor beauftragten Firma, auf ihre Richtigkeit überprüft werden. In bestimmten Fällen wird dies durch einen Mitarbeiter beim Kunden durchgeführt. Unabhängig davon, ob die Beschwerde berechtigt ist oder nicht, verursacht die Bearbeitung einer Reklamation Kosten für die Prüfung der reklamierte Ware, die Reisekosten der Mitarbeiter und den Bearbeitungsaufwand bei der Abwicklung der Reklamation.
Aus der vorhandenen Struktur der Reklamationserfassung kann die Materialnummer des reklamierten Produktes sowie die Modellbezeichnung, für die das Produkt eingesetzt wird, ermittelt werden. Wird das reklamierte Produkt bei Meteor in mehreren Werken hergestellt, ist es nach einer Beanstandung nicht mehr möglich, zu erkennen, welchem Werk die Reklamation zuzuordnen ist.
Fazit: Auf Modellebene können die Reklamationskosten bereits erfaßt werden. Für eine Kostenzuordnung auf Werkebene wird eine bessere Kennzeichnung der Produkte benötigt. Durch diese Kennzeichnung soll der Herstellungsort eindeutig nachvollzogen werden können. Die Kosten für die Reklamationsabwicklung können mit einem auf Erfahrung basierenden Wert pauschal verbucht werden, was den Aufwand bei der Kostenberechnung verringert.
Ausschuß:
Der in der Produktion anfallende Ausschuß wird in die Kategorien technischer und ungeplanter Ausschuß aufgeteilt. Technischer Ausschuß stellt eine Größe dar, die sich zwar minimieren aber nicht ganz vermeiden läßt. Erklären läßt sich dieser Umstand dadurch, daß Produktionsmaschinen beim Anlauf oft erst Betriebstemperatur erreichen oder justiert werden müssen. Die dabei produzierten Erzeugnisse entsprechen i.d.R. nicht den an sie gestellten Anforderungen. Jedes zusätzlich zu dem technischen Ausschuß anfallende, nicht weiterverarbeitbare Erzeugnis wird als ungeplanter Ausschuß verstanden.
Fazit: Da der Ausschuß zu jedem Fertigungsauftrag zurückgemeldet wird, muß keine Anpassung der Auftragsstruktur vorgenommen werden. Durch das Auslesen der Rückmeldungen kann der Ausschuß jedem Material und Werk, und dadurch auch den Modellen zugeordnet werden. Bei der Verbuchung der Ausschußmengen wird nicht zwischen dem technischen und dem ungeplanten Ausschuß unterschieden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842800519
Arbeit zitieren:
Dietrich, Alexander Juni 2002: SAP-gestütztes Qualitätskostenreporting bei der Firma Meteor Gummiwerke, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
SAP, ABAP, Ausschusskosten, Qualität, Qualitätskosten



