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Das SAP-Implementierungsmodell SASPF der Bundeswehr

Das SAP-Implementierungsmodell SASPF der Bundeswehr
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Robert Bölke
  • Abgabedatum: Mai 2003
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 834,6 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Private FernFachhochschule Darmstadt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6956-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6956-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6956-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bölke, Robert Mai 2003: Das SAP-Implementierungsmodell SASPF der Bundeswehr, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Softwareeinführung, Risikomanagement, Geschäftsprozess, Militär, Standardsoftware

Diplomarbeit von Robert Bölke

Zusammenfassung:

Derzeit organisiert die Bundeswehr ihre Informationssysteme neu. Einen interessanten und lehrreichen Ausschnitt dieser Reorganisation zeigt diese Arbeit auf: Die Einführung eines der mächtigsten handelsüblichen Softwarepakete – der Standardsoftware R/3 der SAP AG – in die Bundeswehr. Hierbei handelt es sich um die zurzeit größte SAP-Einführung (50.000 parallele Nutzer) in Europa, sie ist angelegt über ein Zeitraum von 10 Jahren und kostet insgesamt 750 Mio. EUR. Sie tragt den Namen SASPF und ist allein durch ihre Größe und Einmaligkeit als Anschauungsobjekt für andere Unternehmen interessant. Schon einmal hat die Bundeswehr die Software-Branche mit einem eigenen Lösungsweg revolutioniert. Damals war es das so genannte V-Modell, das die Entwicklung von Software standardisierte. Diese Arbeit will das Vorgehen der Bundeswehr bei ihrer aktuellen SAP-Umsetzung darstellen, es bewerten und eine alternative Lösungsmöglichkeit aufzeigen.

Da keine militärische SAP-Branchenlösung für die Bundeswehr vorhanden war und SAP R/3 stark auf die Privatwirtschaft zugeschnitten ist, konnte die Referenzstruktur von SAP nicht direkt auf die Bundeswehr abgebildet werden. Somit untersuchte eine eigens geschaffene Organisation der Bundeswehr die Strukturen und Abläufe in der Bundeswehr und legte ein eigenes Prozessmodell fest. Dieses Prozessmodell konnte wiederum nicht direkt auf die Referenzstruktur von SAP übertragen werden. Die Bundeswehr entschied sich nicht für den üblichen Weg der Anpassung, sondern versuchte, beide Architekturen (Bundeswehr und SAP) zu verbinden. Für die Synchronisation der beiden Prozessmodelle von Bundeswehr und SAP wurde ein eigenes Verfahren „Y-Match“ geschaffen. Mit dessen Hilfe sollten die Vorteile aus beiden Welten vereint werden. Diese ungewöhnliche Lösung für eine SAP-Einführung bildete den Ausgangspunkt für diese Arbeit und wird daher ausführlich beschrieben.

Auf den ersten Blick scheint diese Lösung elegant, doch aktuelle Probleme bei der Einführung von SASPF gaben Anlass, die Lösung der Bundeswehr auf den Prüfstand zu stellen. Zurzeit steckt SASPF als eines der weltweit größten SAP-Projekte in Schwierigkeiten. „Es ist Viertel vor zwölf“, mahnte der Programmmanager SASPF Adolf-Peter Bröhl. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Rainer Arnold, gibt als außenstehender Dritter vor allem der SAP AG die Schuld für die Probleme und Verzögerungen, die sich derzeit auftun. Bemerkenswert ist, dass die momentanen Probleme in der aktuellen SASPF-Risikobewertung der Bundeswehr als unbedeutend eingestuft werden. Diese Einschätzung könnte fatale Auswirkungen haben. Hier zeigt sich, dass die Risikobewertung für SASPF als klassisches Risikoportfolio keinem systemischen Ansatz folgte. Sie ließ somit keine Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Risikofaktoren zu. Bei einer Projektdauer wie SASPF mit zehn Jahren oder mehr, erschien es dem Autor zweckmäßiger, die Risiken als ein System zu begreifen, bei dem sich die einzelnen Faktoren durchaus beeinflussen können. Um die Risiken von SASPF mit dem Verfahren „Y-Match“ neu zu bewerten wurde ein Werkzeug auf der strategischen Unternehmensplanung verwendet: Die Szenario-Technik. Mit ihr war es möglich, die einzelnen Risikofaktoren zu vernetzen und Wechselwirkungen aufzuzeigen.

Die Konsequenz aus den ermittelten Szenarien war ein Handlungsbedarf am derzeitigen SAP-Implementierungsmodell SASPF. Ein Entfernen vom SAP-Standard birgt die Gefahr, eine teure Insellösung zu schaffen. Die Komplexität und der Aufwand, den das Verfahren Y-Match nach sich ziehen wird, sind heute noch nicht absehbar.

Als alternative Lösung zeigt der Autor ein Prozessmodell auf Basis einer SAP-Solution Map. Diese entstammt zwar als Methode der Kundenpflege von SAP, eignet sich aber auch zur Geschäftsprozessmodellierung. Sie bietet den Vorteil, dass die Geschäftsprozesse direkt in SAP-Produkte umgesetzt werden können. Eine Überführung des Prozessmodells in die Referenzstruktur von SAP ist nicht nötig. Als Ergänzung für ein geändertes Prozessmodell der Bundeswehr bieten sich Collaborative Business Maps an. Sie stellen die Möglichkeit einer unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit dar und unterstützen damit die aktuellen Bestrebungen der Bundeswehr, ganze Bereiche auszulagern. Überlegungen der US Army zur eigenen SAP-Einführung gehen ebenfalls in Richtung einer Implementierung mit Hilfe von Solution Maps.

Für Studenten ist vor allem folgender Aspekt dieser Arbeit interessant:

Die Bereiche Informatik, BWL, Sozialwissenschaft, Risiko-Management und Marketing werden interdisziplinär miteinander verknüpft.

Für privatwirtschaftliche Unternehmen sind folgende Konsequenzen aus dieser Arbeit interessant:

In der Referenzstruktur von SAP stecken 30 Jahre Erfahrung. Jede Modifikation am Standard führt zu einem neuen Änderungsbedarf in der Zukunft. Daher kann grundsätzlich nur eine Lösung das Ziel sein, die sich am Standard orientiert.

Die Szenario-Technik kann bei IT-Projekten eine Alternative zum klassischen Risiko-Portfolio darstellen. Gerade bei einer langen Projekt-Laufzeit ist ein systemischer Ansatz, der auch Wechselwirkungen berücksichtigt, zweckmäßig.

Wenn man Übergangslösungen schafft, sollte man auch bedenken, ob und wie man notfalls langfristig mit ihnen leben und arbeiten kann.

Gerade bei Software-Projekten ist es durch die schnellen Innovationszyklen schwer möglich, die erstmalige Lösung bis zum Ende beizubehalten. Hier muss die Marktbeobachtung als ständiges Instrument in das Projektmanagement aufgenommen werden.

Die Nutzung von SAP-Solution Maps und Collaborative Business Maps stellt eine einfache und produktive Möglichkeit zur Modellierung von Geschäftsprozessen und deren Überführung in SAP dar.

Der Anpassungsaufwand von Software ist während und nach der Einführung immer wieder kritisch zu überprüfen. Er sollte in einem gesundem Verhältnis zum Nutzen der Lösung stehen. Zu diesem Zweck wurde eine ereignisgesteuerten Prozesskette „Implementierungsmodell“ geschaffen.

Die Arbeit wurde offiziell als Vorschlag für das Kontinuierliche Verbesserungsprogramm (KVP entspricht im zivilen Bereich dem betrieblichen Verbesserungswesen) beim IT-Amt der Bundeswehr eingereicht.

Die Programm Organisation SASPF in Bonn prüft derzeit, ob Teile der Arbeit in das Programm SASPF der Bundeswehr einbezogen werden können.

Eine Genehmigung zur Veröffentlichung der Arbeit ist durch die verantwortlichen Dienststellen und den zuständigen Disziplinarvorgesetzten gemäss VMBl vom 21.07.1982, S. 211, Nr. 4 Abs. 1c erfolgt.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
TABELLENVERZEICHNIS VII
1. EINLEITUNG 1
1.1 HINFÜHRUNG ZUM THEMA 2
1.2 MOTIVATION, ZIEL UND VORGEHEN DIESER ARBEIT 4
1.3 ARBEITSDEFINITION SAP-IMPLEMENTIERUNGSMODELL 6
1.4 ZWISCHENERGEBNIS: GRUNDLAGEN DIESER ARBEIT 7
2. VERGANGENHEIT 8
2.1 DIE ENTSCHEIDUNG DER BUNDESWEHR FÜR SAP 8
2.2 DAS SYSTEM R/3 DER SAP AG ALS MILITÄRISCHE LÖSUNG 11
2.3 ZWISCHENERGEBNIS: KEINE GEEIGNETE BRANCHENLÖSUNG 14
3. GEGENWART 15
3.1 DAS PROZESSMODELL DER BUNDESWEHR 16
3.2 DIE SYNCHRONISATION MIT HILFE VON Y-MATCH 21
3.3 ZWISCHENERGEBNIS: DER LÖSUNGSWEG DER BUNDESWEHR 26
3.4 EXKURS: DIE RISIKOBEWERTUNG SASPF DER BUNDESWEHR 27
4. ZUKUNFT 29
4.1 PHASE I: AUFGABEN- UND PROBLEMANALYSE 30
4.2 PHASE II: EINFLUSSANALYSE 30
4.3 PHASE III: TRENDPROJEKTIONEN UND FAKTORENBÜNDELUNG 33
4.4 PHASE IV: SZENARIO-INTERPRETATION 39
4.5 PHASE V: MAßNAHMEN UND HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN 41
4.6 ZWISCHENERGEBNIS: BEWERTUNG UND KONSEQUENZEN 42
5. EINE ALTERNATIVE GEGENWART 43
5.1 EIN MÖGLICHES PROZESSMODELL MIT SOLUTION MAPS 44
5.2 UNTERNEHMENSÜBERGREIFENDE ZUSAMMENARBEIT 46
5.3 DIE BUNDESWEHR ALS UNTERNEHMENSNETZWERK 47
5.4 ZWISCHENERGEBNIS: BEWERTUNG DER ALTERNATIVE 49
5.5 AUSBLICK 50
6. ZUSAMMENFASSUNG UND ERGEBNIS 51
ANHANG 54
LITERATURVERZEICHNIS 60
ÜBER DEN AUTOR 72
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Arbeit zitieren:
Bölke, Robert Mai 2003: Das SAP-Implementierungsmodell SASPF der Bundeswehr, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Softwareeinführung, Risikomanagement, Geschäftsprozess, Militär, Standardsoftware

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