Der Ruf der Psychologie
Eine Imageanalyse zur Einstellung zur Wissenschaft in Österreich
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sonja Maria Wais
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 717,9 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9429-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9429-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9429-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wais, Sonja Maria Juni 2005: Der Ruf der Psychologie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wissenschaftsvergleich, Wissenschaftskritik, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Imageverbesserung, Rahmenbedingungen
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Diplomarbeit von Sonja Maria Wais
Gang der Untersuchung:
Wissenschaft ist (nach dem Brockhaus 2002) das System des durch Forschung, Lehre und überlieferte Literatur gebildeten, geordneten und begründeten Wissens einer Zeit.
Die Einstellung zu verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen dürfte sehr unterschiedlich sein– orientiert man sich an Gesprächen oder Medienberichten.
Anknüpfend an bereits durchgeführte Arbeiten zum Thema widmet sich die vorliegende Arbeit der Imageproblematik von Wissenschaften unter Bezugnahme auf Modelle der Einstellungsforschung und auf einschlägige empirische Arbeiten.
Neben der Betrachtung unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen wird besonderes Augenmerk auf die Einstellung, die der Psychologie als Wissenschaft entgegen gebracht wird, gelegt.
Im Rahmen einer Fragebogenuntersuchung werden acht verschiedene Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften (Genetik, Mathematik, Physik, Philosophie, Soziologie, Rechtswissenschaften, Neurowissenschaften und Psychologie) von 281 Personen zwischen 17 und 82 Jahren mittels eines speziellen Polaritätenprofils beurteilt, um den konnotativen, semantischen Beurteilungsraum von Wissenschaften darzustellen.
Anhand unterschiedlicher Begriffe wie „vertrauenswürdig“, „nützlich“, „glaubwürdig“, etc. wird versucht, ein der jeweiligen Disziplin typisches Profil zu erstellen.
Dabei wird besonders auf Geschlechts-, Ausbildungs- und Altersunterschiede geachtet.
Zusätzlich werden die Versuchspersonen gebeten, anhand einer Temperaturskala ihre Sympathie zu den einzelnen Wissenschaften anzugeben. Diese Information zeigt, dass Sympathie zu einer Wissenschaft und der Glaube an die Disziplin oft weit auseinander liegen.
In einer anschließenden offenen Frage nach dem Gegenstand und den Aufgaben der Psychologie zeigen sich zahlreiche Zusatzinformationen, die das Image der Psychologie von dem der anderen Wissenschaften noch deutlicher abheben als die rein quantitative Betrachtung.
Aufbauend auf diese Erhebungen liefert die Arbeit zahlreiche Ansatzpunkte zur Verbesserung des Images von Wissenschaften im Allgemeinen – und der Psychologie im Besonderen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 5 |
| 2. | Der Wissenschaftsbegriff | 7 |
| 2.1 | Definition | 7 |
| 2.2 | Entstehung von Wissen | 9 |
| 2.3 | Anfängliche Unterscheidung der Wissenschaften | 10 |
| 2.4 | Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften | 10 |
| 2.4.1 | Naturwissenschaften | 10 |
| 2.4.2 | Geisteswissenschaften | 11 |
| 2.4.3 | Sozialwissenschaften | 12 |
| 2.5 | Zusammenführung | 13 |
| 3. | Wissenschaft Psychologie | 16 |
| 3.1 | Definition | 16 |
| 3.2 | Aufgaben der Psychologie | 17 |
| 3.3 | Rahmenbedingungen der Wissenschaft am Weg zur Aufgabenerfüllung | 19 |
| 4. | Image und Einstellungen | 20 |
| 4.1 | Definition | 20 |
| 4.1.1 | Einstellungen | 20 |
| 4.1.2 | Image | 22 |
| 4.2 | Entstehung und Veränderung von Einstellungen | 24 |
| 5. | Ruf der Psychologie | 27 |
| 5.1 | Grundlegende Bemerkungen | 27 |
| 5.2 | Ausgewählte Studien und Umfragen zum Image der Psychologie | 29 |
| 5.3 | Die aktuelle Ausbildungssituation | 31 |
| 6. | Probleme der Psychologie | 33 |
| 6.1 | Grundlegende Problembereiche | 33 |
| 6.2 | Besondere Problembereiche | 34 |
| 6.2.1 | Probleme der Selbstdarstellung der Psychologie | 34 |
| 7. | Kritik an der Psychologie | 36 |
| 8. | Das Versuchsdesign | 39 |
| 8.1 | Allgemeines zur Untersuchung | 39 |
| 8.2 | Variablen | 40 |
| 8.2.1 | Abhängige, unabhängige Variable(n) | 40 |
| 8.3 | Operationalisierung | 40 |
| 8.4 | Versuchsdesign im Detail | 41 |
| 8.5 | Die Stichprobe | 42 |
| 8.5.1 | Aufteilung nach Geschlecht | 42 |
| 8.5.2 | Aufteilung nach Alter | 42 |
| 8.5.3 | Aufteilung nach Schulbildung | 44 |
| 8.5.4 | Aufteilung nach Journal, Interesse und Einstellung | 45 |
| 9. | Berechnungen | 47 |
| 9.1 | Reliabilität | 47 |
| 9.2 | Faktorenanalyse über die 14 Items zur Skalenbeschreibung | 48 |
| 9.2.1 | Genetik | 48 |
| 9.2.2 | Physik | 48 |
| 9.2.3 | Neurowissenschaften | 49 |
| 9.2.4 | Psychologie | 49 |
| 9.2.5 | Mathematik | 49 |
| 9.2.6 | Philosophie | 49 |
| 9.2.7 | Soziologie | 50 |
| 9.2.8 | Rechtswissenschaften | 50 |
| 9.3 | Weiterführende Gedanken | 51 |
| 9.4 | Korrelationen | 52 |
| 9.5 | Die einzelnen Wissenschaften im Vergleich | 52 |
| 9.6 | Varianzanalyse | 60 |
| 9.6.1 | Signifikante Ergebnisse im Detail | 61 |
| 9.6.1.1 | Psychologie | 61 |
| 9.6.1.2 | Physik | 62 |
| 9.6.1.3 | Philosophie | 63 |
| 9.6.1.4 | Mathematik | 64 |
| 9.7 | Faktorenanalyse | 66 |
| 9.8 | Fehlende Werte | 69 |
| 9.8.1 | Sympathie | 69 |
| 9.8.2 | Bewertung der Wissenschaften | 70 |
| 9.8.3 | Psychologie Profildiagramm | 73 |
| 9.9 | Definitionsanalyse – offene Frage | 74 |
| 9.9.1 | Gegenstand | 75 |
| 9.9.1.1 | Auswertung der Gesamtstichprobe | 75 |
| 9.9.1.2 | Auswertung der Stichprobe nach Geschlecht | 77 |
| 9.9.2 | Aufgaben der Psychologie | 79 |
| 9.9.2.1 | Auswertung der Gesamtstichprobe | 79 |
| 9.9.2.2 | Auswertung der Stichprobe nach Geschlecht | 81 |
| 9.9.3 | Sonstiges | 83 |
| 9.9.3.1 | Auswertung der Stichprobe nach Geschlecht | 87 |
| 9.9.3.2 | Auswertung der Stichprobe nach Altersklassen | 90 |
| 9.9.3.3 | Auswertung der Stichprobe nach Bildung | 93 |
| 9.9.3.4 | Auswertung der Stichprobe nach Interesse | 96 |
| 9.10 | Zusammenfassung wesentlicher Unterschiede | 97 |
| 10. | Zusammenfassung und Vergleich der Forschungsergebnisse | 99 |
| 11. | Persönliche Ideen zur Imageverbesserung | 101 |
| 12. | Literaturverzeichnis | 102 |
| 13. | Abbildungsverzeichnis | 105 |
| 14. | Anhang | 106 |
| 14.1 | Der Fragebogen | 106 |
| 14.2 | Berechnungen | 111 |
| 14.2.1 | Deskriptive Statistik – Wissenschaften im Vergleich | 111 |
| 14.2.2 | Korrelationen | 114 |
| 14.2.3 | Faktorenanalyse – Skalen der Wissenschaften | 115 |
| 14.2.3.1 | Genetik | 115 |
| 14.2.3.2 | Physik | 115 |
| 14.2.3.3 | Neurowissenschaften | 116 |
| 14.2.3.4 | Psychologie | 116 |
| 14.2.3.5 | Mathematik | 117 |
| 14.2.3.6 | Philosophie | 117 |
| 14.2.3.7 | Soziologie | 118 |
| 14.2.3.8 | Rechtswissenschaften | 118 |
| 14.3 | Lebenslauf | 119 |
Geht es um die Selbstdarstellung der Psychologie und den Ruf2, den diese Wissenschaft genießt, zeigen sich weitere Problembereiche. Das Verhältnis zwischen der Psychologie und den Medien scheint problembelastet zu sein, wie unter anderem die Ausführungen von Abele zeigen (Abele, 1990). In ihrer Studie geben über 90% der befragten Forscher an, dass in den Medien bereits über eines ihrer Projekte berichtet worden sei; allerdings beurteilen über die Hälfte der Psychologen diese Berichterstattung eher negativ. Als Hauptkritikpunkte werden Ungenauigkeiten und Überinterpretationen in der Darstellung der Ergebnisse genannt. Auch die zunehmende Medienpräsenz im Fernsehen wird bei Psychologen kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite kann gerade über das Fernsehen ein sehr breites Publikum erreicht werden, auf der anderen Seite misslingt die Vermittlung psychologischer Inhalte häufig aufgrund der speziellen Anforderungen dieses Mediums. Tatsache ist, dass es vielen Psychologen schwer zu fallen scheint psychologisches Wissen für Laien verständlich aufzubereiten und zu vermitteln. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass nach Reber die Forschungsliteratur wenig Einfluss auf die in der Öffentlichkeit kursierenden psychologischen Konzepte hat (Reber, 1996). An dieser Stelle soll auf einen bedeutenden Faktor hingewiesen werden – die Unterscheidung zwischen „Psychologie im Alltag“ und „Psychologie als Wissenschaft“. Während oberflächlich betrachtet die Prozessschritte grundsätzlich ähnlich oder sogar gleich verlaufen, begnügt sich die Alltagspsychologie bei genauerem Hinsehen meist mit einer einzigen Erklärung oder Begründung für einen Sachverhalt (Ulich, 1993). Die Psychologie [...]
Nach Dörner und Selg können nachfolgende Problembereiche der Psychologie festgehalten werden (Dörner & Selg, 1996). • Eine der besonderen Schwierigkeiten der Wissenschaft Psychologie ist nach Dörner & Selg die Tatsache, dass im Rahmen der Forschung nur Wahrscheinlichkeitsaussagen möglich sind. • Wenige Erkenntnisse gibt es zur eventuellen Schwierigkeit der Forschung, dass psychische Prozesse oftmals von minimalen Bedingungen in massiver Weise beeinflusst werden. Diese Bedingungen sind nach Dörner und Selg jedoch sehr variabel und können sich demnach von Mensch zu Mensch verändern. • Hinzukommt, dass psychologische Sachverhalte in nahezu immer komplexe Sachverhalte eingebettet sind – alle Wechselwirkungen zwischen Variablen zu betrachten ist schwierig, oft beinahe unmöglich. • Eine weitere Schwierigkeit der Psychologie liegt im Gegenstand der Psychologie. Psychische Phänomene verändern sich, Interessen und auch Werte bleiben nicht ein Leben lang stabil. Versuchspersonen reagieren laut Dörner & Selg im Experiment sensibel, Menschen bilden sich im Laufe von Befragungen Meinungen, oftmals kann eine solche demnach streng genommen nur als Momentaufnahme gesehen werden. • Geht es um die Erfassung der Schwierigkeiten, mit denen die Psychologie zu kämpfen hat, darf auch die Messbarmachung nicht unbesprochen bleiben. Die Psychologie beschäftigt sich mit dem Erlebten des Menschen. Die Frage, wie dieses erfasst werden kann, auf welche Art Unsichtbares sichtbar und greifbar gemacht werden kann, ist eine, die die Psychologie als Wissenschaft ständig und stetig begleitet. • Zu guter letzt darf auch die ethische Komponente nicht außer Acht gelassen werden. Nicht jedes Experiment ist ethisch vertretbar, ob es zulässig ist, Versuchspersonen kurzzeitig nicht über den wahren Stand der Untersuchung aufzuklären, ist nicht [...]
Gerade in jüngster Vergangenheit ist ein erhöhtes mediales Interesse an dem Berufsstand der Psychologen feststellbar. Sei es im Zuge von Katastrophenberichten wie der Tsunamikatastrophe, schweren Autounfällen oder aber Taten menschlicher Gewalt wie Entführungen und Überfällen – immerzu sind es Psychologen, die mit zu Rate gezogen werden. Selbst in politischen Diskussionen - wie „Offen gesagt“- gelten sie immer öfter als Ratgeber und –man höre und staune – Experten. (Eventuell lässt dies auf eine Imageänderung der Wissenschaft schließen.) Die steigende Präsenz der Psychologen in der Öffentlichkeit ist keineswegs zu leugnen – dies stellt auch Schülein fest. (Schülein, 1998). Fraglich bleibt jedoch, ob der Boom der Psychologen nicht vielmehr quantitativ als qualitativ zu sehen ist. Dazu jedoch mehr im nachfolgenden Kapitel, in dem die Probleme, mit denen die Wissenschaft Psychologie zu kämpfen hat, geschildert werden. Mit dem augenscheinlich steigenden Interesse der Gesellschaft an der Psychologie ist unmittelbar auch ein Anstieg der Zahl an jungen Leuten verbunden, die in die psychologische Richtung drängen. Während international – mit Ausnahme von Italien und Mexiko- Zulassungsbeschränkungen dafür sorgen, dass für das Modefach Psychologie trotz des Andrangs an Studierwilligen akzeptable Bedingungen bestehen, blieb in Österreich das Studium für alle Interessierten geöffnet (Janig et al., 1994). Innerhalb von 20 Jahren vervierfachten sich die Studierendenzahlen, ohne dass die Anzahl an Lehrenden nennenswert zugenommen hätte. Die Konsequenz sind Großvorlesungen, Seminare und Übungen, die diesen Namen nicht mehr verdienen, sowie Massenprüfungen. Das Studium ist dadurch unpersönlicher und formalisierter geworden, eine Tatsache, die besonders in einem Fach wie der Psychologie kontraproduktiv ist. Dieser Umstand trägt [...]
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Arbeit zitieren:
Wais, Sonja Maria Juni 2005: Der Ruf der Psychologie, Hamburg: Diplomica Verlag
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Wissenschaftsvergleich, Wissenschaftskritik, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Imageverbesserung, Rahmenbedingungen



