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Rückstellungen für die Instandhaltung von Wohnimmobilien

Rückstellungen für die Instandhaltung von Wohnimmobilien
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Philipp Hofer
  • Abgabedatum: Februar 2004
  • Umfang: 165 Seiten
  • Dateigröße: 3,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Stuttgart Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9317-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9317-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9317-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hofer, Philipp Februar 2004: Rückstellungen für die Instandhaltung von Wohnimmobilien, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Facility Management, Eigentümerversammlung, Hausverwaltung, Wohnungseigentumsgesetz, Gebäudemanagement

Diplomarbeit von Philipp Hofer

Einleitung:

Die Kosten für die Erhaltung und Wiederherstellung des Nutzwertes einer Immobilie werden durch Rückstellungen abgedeckt. Sie sollen Höhe und Fälligkeit von künftigen Instandhaltungsmaßnahmen berücksichtigen. Fehler bei der Ermittlung der anzusammelnden Rückstellungen können als Folge fehlender Mittel zu einem Instandhaltungsstau bzw. Sonderumlagen oder im umgekehrten Fall zu einer unnötigen Bindung von Kapital mit unzureichender Verzinsung führen. Für größere und komplexe Immobilien sollten deshalb Ergebnisse aus objektspezifischen und bautechnisch orientierten Untersuchungen vorliegen, um angemessene Rückstellungsansätze ableiten zu können.

Die Bewirtschaftung von Wohnimmobilien erfordert ein vorausschauendes Handeln und Kalkulieren der in Zukunft entstehenden Kosten für Wartung, Inspektion und Instandsetzung und für eventuell anfallende Kosten für Modernisierung und Revitalisierung. Der Bereich der Immobilienverwaltung wird häufig von Fachleuten der Betriebswirtschaft ausgeübt, die eine gute betriebswirtschaftliche Verwaltung leisten, sich aber im Bereich der Rückstellungsbildung auf allgemeine Kennzahlen und einfache Formeln berufen. Tatsächlich aber sollte die Höhe der entstehenden Kosten für die Instandhaltung für jedes Gebäude individuell berechnet werden.

Die Vielfalt der kostenrelevanten Elemente in Gebäuden für die Instandhaltung ist groß. Es sollte für jedes Gebäudeteil abgeschätzt werden, wann eine Reparatur bzw. Neueinbau erforderlich ist. Die zeitliche Abschätzung und die erwartete Höhe der Kosten für Instandhaltungsmaßnahmen erfordert bautechnisches Verständnis. Die fachliche Beurteilung und das spezielle Wissen über Baustoffe und Bautechniken sind erforderlich.

Schäden, die frühzeitig erkannt und repariert werden, verhindern ein Ausweiten des Schadens auf andere Bauteile. Wird ein Schaden erst spät entdeckt, oder ist eine Renovierungsmaßnahme wegen fehlender Rückstellungen erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich, kann der Schaden durch Witterungseinflüsse oder durch den täglichen Gebrauch Ausmaße annehmen die ein Vielfaches des ursprünglichen Schadens betragen.

Als Folge mangelnder Wartung und Inspektion können Ausfälle von technischen Einrichtungen und Bauteilen einer Immobilie zu Schäden führen deren Regulierung für den Mieter bzw. Eigentümer nicht nur durch Geldwerte zu ersetzen sind.

Eine kontinuierliche Kontrolle, eine stetige Datenerfassung und Datenauswertung und eine verlässliche Abschätzung der künftig anfallenden Kosten der Immobilie sind die Grundlage für eine gute Immobilienverwaltung.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 12
1. Einleitung 13
2. Begriffsdefinitionen 15
2.1 Facility Management 15
2.2 Gebäudemanagement 15
2.3 Instandhaltung 16
2.3.1 Inspektion und Wartung 16
2.3.2 Instandsetzung 17
2.3.2.1 Kleine, große Instandsetzungen 17
2.4 Abgrenzung zu anderen Veränderungsmaßnahmen 17
2.4.1 Sanierung 17
2.4.2 Modernisierung 18
2.4.3 Revitalisierung 19
3. Bauliche Einflussfaktoren auf die Kosten einer Immobilie 20
3.1 Der Lebenszyklus von Gebäuden 20
3.1.1 Einfluss des Facility Management in der Planungsphase auf die Gesamtkosten 22
3.1.2 Einfluss der Kosten in der Nutzungsphase auf die Gesamtkosten einer Immobilie 24
4. Die Wohnimmobilie und deren Bewirtschaftung 26
4.1 Das Wohnungseigentum 26
4.1.1 Stockwerkseigentum 26
4.1.2 Wohnungseigentum nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) 26
4.1.2.1 Unterschiede zwischen einer BGB-Gemeinschaft und einer Eigentümergemeinschaft 27
4.1.2.2 Begründungsformen des Wohneigentums nach WEG 27
4.1.2.3 Bedeutung und Bemessung der Miteigentumsanteile am gemeinschaftlichen Eigentum 28
4.1.2.4 Abgrenzung der Eigentumsverhältnisse von Wohnungseigentum 29
4.1.2.4.1.1 Sondereigentum 29
4.1.2.4.1.2 Gemeinschaftseigentum 29
4.1.2.4.2 Abgrenzungsprobleme zwischen Gemeinschafts- und Sondereigentum 31
4.2 Immobilienbewirtschaftung als Teilbereich des Facility Management 31
4.3 Betriebskosten von Immobilien 33
4.4 Unterschiedliche Interessenslagen am gleichen Objekt 36
4.4.1 Der Eigentümer 36
4.4.2 Der Nutzer 37
4.4.3 Der Betreiber 37
4.4.4 Die Gesellschaft 38
5. Rückstellungen 39
5.1 Rückstellungen und Rücklagen 39
5.2 Zweck der Bildung von Rückstellungen 39
5.3 Problematik bei der Abschätzung der Höhe der erforderlichen Rückstellungen 40
5.4 Bildung der IR 41
5.5 Interessenskonflikte bei der Bildung der IR 42
5.6 Einflussfaktoren auf die Höhe der IR 44
5.6.1 Lebensdauer von Gebäudeelementen 44
5.6.2 Einflussfaktoren auf das Abnutzungsverhalten und die Lebensdauer von Gebäuden und deren Elemente 45
5.6.3 Inspektions- und Wartungsintervalle 47
6. Methoden und Einflussfaktoren für die Ermittlung der erforderlichen Strategien der Instandhaltung 50
6.1 Rückstellungen 50
6.1.1 Instandhaltung nach der Ausfallstrategie 51
6.1.2 Instandhaltung nach der Inspektionsstrategie 52
6.1.3 Instandhaltung nach der Präventivstrategie 52
6.2 Konventionelle Methoden zur Bemessung der IRen 53
6.2.1 Einfache objektorientierte Berechnungsmethoden 53
6.2.1.1 Formel von Stein 54
6.2.1.2 Formel von Peters 54
6.2.1.3 Formel von v. Hauff 55
6.2.1.4 Instandhaltungspauschalen im öffentlich geförderten Wohnungsbau 55
6.2.2 Bewertung der Ansätze für Baupreissteigerungen 57
6.2.3 Vergleich der Ergebnisse einfacher Berechnungsmethoden 59
6.2.3.1 Vergleich der ermittelten IR-Zuweisungen 60
6.2.3.2 Beispiel für Finanzierung von Instandhaltungsmaßnahmen aus den Rückstellungen 61
6.3 Konventionelle, elementorientierte Berechnungsmethoden 64
6.3.1 Vorgehensweise 65
6.3.2 Kostengliederung 66
6.3.3 Kostengewichtung der Gewerke 68
6.3.4 Konzentrationsanalyse-Analyse 70
6.3.5 Erwartungswerte bedeutsamer Gebäudeelemente 72
6.3.5.1 Kostenintensive Gebäudeelemente 72
6.3.5.1.1 Fenster und Türen 72
6.3.5.1.2 Fassaden 73
6.3.5.1.3 Dächer 73
6.3.5.1.4 Bodenbeläge 73
6.3.5.1.5 Heizflächen 74
6.3.5.2 Lebenszykluskosten kostengewichtiger Gebäudeelemente 74
6.4 EDV-Programme zur Ermittlung der erforderlichen Rückstellungen 82
6.4.1 Die „Individuelle Instandhaltungsrückstellungsplanung“ 82
6.4.2 Instandhaltungsrückstellungsplanung mit EPIQR 88
6.4.2.1 Konzept 88
6.4.2.1.1 Instandsetzung 89
6.4.2.1.2 Energieanalyse 92
6.4.2.1.3 Wohnraumqualität 94
6.4.2.2 Optimierung des Instandhaltungsbedarfs durch Einteilung der Gebäudeelemente in Zustandsklassen 95
6.4.2.2.1 Ermittlung der Wahrscheinlichkeitsverteilung von Gebäudeelementen 95
6.4.2.3 Vorhersage der Kosten für die Instandsetzung 98
6.4.2.3.1 Instandhaltungsplanung von Haustüren unter Berücksichtigung der Lebensdauer 99
6.4.2.3.1.1 Szenarien 100
6.5 Instrumentarium für die Optimierung der IRen 106
6.5.1 Konventionelle Verwalterpraxis 106
6.5.2 Einsatz von Gebäudeinformationssystemen 107
6.5.3 Anwendung von EDV-Systemen in der Praxis 108
7 Überprüfung der Ansätze für Rückstellungen an Hand einer Fallstudie und Vorschlag für künftiges Vorgehen 109
7.1 Fallstudie 109
7.1.1 Beschreibung des Objektes 109
7.1.2 Aufnahme und Unterteilung der bisher angefallenen Instandhaltungskosten 110
7.1.3 Auswertung der Instandhaltungskosten 111
7.1.3.1 Gewichtung der Bauleistungsbereiche 111
7.1.3.2 Zeitlicher Verlauf der Instandhaltungsmaßnahmen 114
7.1.4 Vergleich der ermittelten Instandhaltungskosten mit konventionellen Ansätzen für IR-Zuweisungen 120
7.1.5 Vergleich der Instandhaltungskosten mit EPIQR 123
7.2 Ermittlung der IR-Zuweisungen in der Verwalterpraxis 123
7.3 Formeln oder EDV-Programme? 124
7.3.1 Formeln 124
7.3.2 EDV-unterstützte, elementbezogene Verfahren 124
7.4 Vorschlag für das Vorgehen bei der Bildung angemessener Rückstellungen 125
7.4.1 Objektbezogene Grobschätzung 125
7.4.2 Gebäudeelementbezogene Feinschätzung 126
7.4.3 Festlegen IR-Zuweisungen 126
7.4.4 Aufbau eines technischen Expertenwissens 126
8. Zusammenfassung und Ausblick 128
8.1 Zusammenfassung 128
8.2 Ausblick 130
Literaturverzeichnis 132
Anhang 135

Automatisiert erstellter Textauszug:

- 45 Die Bestimmung der Lebensdauer wird durch verschiedene Forschungsvorhaben begleitet, allerdings weisen die Aussagen über Gebrauchsfähigkeit große Streuungsbreiten auf. Die unterschiedlichen Verschleißintensitäten, denen Gebäudeelemente ausgesetzt sind, und fehlende Gebrauchseigenschaften über neue oder wenig erprobte Gebäudeelemente machen eine genaue Beurteilung über die jeweilige Lebensdauer schwierig. Fehlende oder ungenaue Angaben über Gebäudeelemente erschweren die Instandsetzungsplanung und können zu ungenauen Planungen führen. In der Instandsetzungsplanung wird durch den ermittelten Abnutzungsverlauf eine Planung über Kontroll- und Ersatzzeitpunkte erstellt. Wegen hoher Kosten durch Kontrolle und Austausch werden viele Gebäudeelemente nach Erreichen der ermittelten Lebensdauer unabhängig vom erkennbaren Verschleiß ausgewechselt. Dies wird besonders deutlich bei der Vorgehensweise der Erneuerung der Leuchtstoffröhren in einem Großraumbüro: Ausgehend von der durch den Hersteller angegebenen Funktionsdauer werden, nach dem Erreichen der angenommenen Lebensdauer, die Leuchtstoffröhren unabhängig von ihrer Funktionsfähigkeit ausgetauscht. Der Aufwand durch Aufbau einer Leiter, Gerüstes oder ähnliches machen einen Austausch aller Leuchtmittel wirtschaftlicher, als ein individueller Austausch nach Ausfall.1 [...]

- 43 nur einen sehr geringen Zinsertrag bringt, für alternative Investitionen nicht mehr zur Verfügung steht und die Rendite verringert. Des weiteren spielen für den Kapitalanleger steuerliche Aspekte eine Rolle. Sonderumlagen wirken in dem Jahr der Zahlung steuermindernd für den Eigentümer, die jährliche Zuweisung zur IR bringt hingegen keine positive steuerliche Wirkung. IRen können erst in dem Jahr steuerlich geltend gemacht werden, in dem sie für Instandhaltungsmaßnahmen verwendet werden. Den Anteil an den Zinserträgen der IR muss der Eigentümer versteuern. Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, identifizieren sich oft mit der Wohnanlage.1 Ihr Interesse liegt in einer langfristigen Planung der IR, um Sonderumlagen zu verhindern. Dadurch sinkt auch die Gefahr, dass einzelne Mitglieder der Eigentümergemeinschaft finanziell überfordert werden und für sie die anderen Eigentümer aufkommen müssen. Steuerliche Anreize sind mitunter Gründe für vorzeitige Instandhaltungsmaßnahmen. Steuerlicher Vergünstigungen für Instandsetzungen an Fassade, Dach oder Fenster zur Verbesserung des Wärmeschutzes haben häufig zur Folge, dass auf die Ausnutzung der technischen Lebensdauer der Gebäudeelemente verzichtet wird und diese frühzeitig ausgewechselt werden. Oft gewährt auch die Kommune im Rahmen von Standortsicherungs- und entwicklungsprogrammen in einem Förderzeitraum Vergünstigungen, die zu einer Abweichung der Instandhaltungsplanung führen. Bei Unternehmen werden Instandhaltungsmaßnahmen häufig auch zur Gewinnglättung vorgezogen. Auch Standortortüberlegungen von Unternehmen spielen für die Instandsetzungsplanung eine Rolle. Werden einem Standort schlechte Zukunftsaussichten, z.B. hoher Leerstand von Büro- und Wohnimmobilien voraus gesagt, so empfiehlt sich mit Investitionen sparsam umzugehen.1 Angesichts der unterschiedlichen Interessenslagen an der Bildung der IR entsteht die Frage, ob der Aufwand für eine vorausschauende, detaillierte Instandhaltungsplanung überhaupt noch gerechtfertigt ist, oder ob es nicht einfacher ist, die Instandsetzungen bedarfsorientiert durch Sonderumlagen zu finanzieren. Die Planung der Instandhaltung ist für alle Eigentümer von Interesse. Eine genaue Planung der in Zukunft anfallenden Kosten für die Immobilie unterstützt die individuelle Planung der Eigentümer. Die vereinbarte jährliche Zuweisung zur IR ist eine Einigung der Eigentümer durch Mehrheitsbeschluss in der Eigentümerversammlung und muss nicht mit der tatsächlichen Planung der IR konform gehen. [...]

Bei der Verwendung der IR gibt es oftmals unterschiedliche Vorstellungen. Allgemein gesagt dient die IR der Finanzierung notwendiger Instandhaltungsmaßnahmen. Ob dabei alle Komponenten der Instandhaltung, also Wartung, Inspektion und Instandsetzung gemeint sind, ist nicht genau definiert. In §16 WEG spricht der Gesetzgeber von Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen und zieht somit keine Trennungslinie zwischen Wartung und Instandsetzung. Die Planung der IR trifft mitunter bei Eigentümergemeinschaften auf unterschiedliche Interessenslagen was die Ansammlung und Vorhaltung der Mittel anbetrifft. Grundlegend kann man bei den Eigentümern unterscheiden in Kapitalanlegerinteressen und Eigennutzerinteressen. Kapitalanleger investieren in Immobilien, um finanziell daran zu profitieren. Ihr Interesse bezieht sich meist auf eine kurze Zeit. IRen sind langfristig gebundenes Kapital, das [...]

Arbeit zitieren:
Hofer, Philipp Februar 2004: Rückstellungen für die Instandhaltung von Wohnimmobilien, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Facility Management, Eigentümerversammlung, Hausverwaltung, Wohnungseigentumsgesetz, Gebäudemanagement

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