Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Rückfalluntersuchung für Teilnehmer am Anti-Aggressivitäts-Training der JA Hameln

Rückfalluntersuchung für Teilnehmer am Anti-Aggressivitäts-Training der JA Hameln
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dennis Sögding
  • Abgabedatum: Januar 2001
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 518,6 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3237-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3237-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3237-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sögding, Dennis Januar 2001: Rückfalluntersuchung für Teilnehmer am Anti-Aggressivitäts-Training der JA Hameln, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gewaltrückfall, AAT, Legalbewährung, Sozialtherapien

Diplomarbeit von Dennis Sögding

Problemstellung:

Diese Arbeit resultiert aus einer durch das Niedersächsische Justizministerium angeregten Evaluation des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), an welcher der Autor maßgeblich beteiligt ist.

Sie beschäftigt sich im Kern mit einer Gruppe von 73 Insassen der Jugendanstalt Hameln, die zwischen 1987 und 2000 das Anti-Aggressivitäts-Training dieser größten deutschen Jugendanstalt absolviert haben.

Ziel war es, anhand einer Untersuchung der Legalbewährung den Rückfall der Teilnehmer zu ermitteln und mit Hilfe einer Kontrollgruppe die Effektivität des Anti-Aggressivitäts-Trainings zu messen.

Da alle vorliegenden Evaluationen des Anti-Aggressivitäts-Training sich auf Befragungs- und Verhaltensdaten beziehen, gibt es bisher keine auf die Auswertung von Daten zur Legalbewährung ausgerichtete Erhebung.

Gang der Untersuchung:

Nach einer kurzen Einführung werden in Kurzform in Kapitel 2 Aggressionstheorien, insbesondere die in ein Anti-Aggressivitäts-Training einfließenden Theorien, vorgestellt.

Im dritten Teil werden zwei Institutionen beschrieben, mit deren Einflüssen das Anti-Aggressivitäts-Training geformt wurde. Mit der Geschichte und der Beschreibung des Anti-Aggressivitäts-Training in Kapitel 4 soll dem Leser ein Einblick in die Ziele und die Arbeitsweisen dieser Verhaltenstherapie ermöglicht werden. Danach werden die Unterschiede der in der Evaluation erfolgten Differenzierungen der Trainerphasen herausgestellt. Während des Anti-Aggressivitäts-Trainings wurden bisher zwei Erhebungen zur Effizienz des Trainings durchgeführt. Die Methodik, die Durchführung und die Ergebnisse, sowie eine kurze Analyse der Methodik wird in Kapitel 4.4. erfolgen.

Im Hauptteil wird zunächst die Methodik der eigenen Untersuchung beschrieben. Es folgen Abschnitte zu den untersuchten Anti-Aggressivitäts-Trainingsteilnehmern, den Personen der Vergleichsgruppe und zum entstandenen Datensatz. Die Befunde teilen sich in drei Untergruppen: Unter 5.2. werden die Befunde zum allgemeinen Rückfall beschrieben. Abschnitt 5.3. widmet sich dem differenzierter untersuchten und trainings- relevanten Gewaltrückfall. In 5.4. wird der Gewaltrückfall unter besonderer Berücksichtigung der einzelnen Trainerphasen betrachtet.

Die bereits erwähnten Ergebnisse der vorangegangenen Erhebungen werden in 5.6. mit Ergebnissen der vorliegenden Evaluation und anderen publizierten Rückfallzahlen verglichen.

Ein Überblick der mir bekannten, nach Hamelner Modell durchgeführten Trainings soll ein besseres Verständnis zur Notwendigkeit dieser Untersuchung ermöglichen.

Am Ende steht eine Zusammenfassung der in dieser Arbeit behandelten Themen und Evaluationsergebnisse.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINFÜHRUNG
2. AGGRESSIONSTHEORIEN
2.1 THEORIEANSÄTZE
2.2 POSITIVE AGGRESSION
2.3 TRAININGSRELEVANTE AGGRESSIONSTHEORIEN
3. INSTITUTIONELLE EINFLÜSSE ZUM AAT
3.1 DIE JUGENDANSTALT IN HAMELN
3.2 DIE GLEN-MILLS-SCHOOLS IN DEN USA
4. DIE GESCHICHTE DES ANTI-AGGRESSIVITÄTS-TRAININGS DER JUGENDANSTALT HAMELN
4.1 STRUKTUR DES ANTI-AGGRESSIVITÄTS-TRAININGS
4.2 MODIFIKATIONEN IN DEN EINZELNEN PHASEN DES TRAININGS
4.2.1 BESCHREIBUNG DER ERPROBUNGSPHASE
4.2.2 BESCHREIBUNG DER KONZENTRATIONSPHASE
4.2.3 BESCHREIBUNG DER WEITERENTWICKLUNGSPHASE
4.2.4 BESCHREIBUNG DER DIVERSIFIKATIONSPHASE
4.3 KRITIK AN DER BEHANDLUNG DURCH DAS ANTI-AGGRESSIVITÄTS-TRAINING
4.4 DIE TRAININGSPHASEN UND JEWEILIGEN EFFIZIENZERHEBUNGEN
4.4.1 ERPROBUNGSPHASE
4.4.2 WEITERENTWICKLUNGSPHASE
4.5 ZU DEN EFFIZIENZERHEBUNGEN MIT FAF UND FPI-P
5. ERHEBUNG ÜBER DIE EFFIZIENZ DES ANTI-AGGRESSIVITÄTS-TRAININGS
5.1 AAT TEILNEHMER UND VERGLEICHSGRUPPE
5.1.1 BESCHREIBUNG DES DATENSATZES
5.1.2 BESCHREIBUNG DER GRUPPE DER AAT-TEILNEHMER
5.1.3 AUSWAHL DER VERGLEICHSGRUPPE
5.1.4 BESCHREIBUNG DER VERGLEICHSGRUPPE
5.2 BEFUNDE ZUM ALLGEMEINEN RÜCKFALL
5.2.1 ANZAHL DER ALLGEMEINE RÜCKFÄLLE
5.2.2 ZEITPUNKTE DER ALLGEMEINEN RÜCKFÄLLE
5.2.3 VERSTÖßE GEGEN DAS BETÄUBUNGSMITTELGESETZ
5.2.4 BERECHNUNGEN ÜBER DIE WAHRSCHEINLICHKEIT EINES ALLGEMEINEN RÜCKFALLS
5.2.5 FAZIT ZUM ALLGEMEINEN RÜCKFALL
5.3 BEFUNDE ZUM GEWALTRÜCKFALL
5.3.1 ANZAHL DER GEWALTRÜCKFÄLLE
5.3.2 ZEITPUNKTE DER GEWALTRÜCKFÄLLE
5.3.3 BERECHNUNGEN ZUR RÜCKFALLINTENSITÄT
5.3.4 BERECHNUNGEN ZUR WAHRSCHEINLICHKEIT EINES GEWALTRÜCKFALLS
5.4 DIE VIER PHASEN DES AAT (TRAINERPHASEN S. 4.2.)
5.4.1 GEWALTRÜCKFALL BEZOGEN AUF DIEVIER PHASEN DES AAT (TRAINERPHASEN S. 4.2.)
5.4.2 “ÜBERLEBENSTAFELN“ GEWALTRÜCKFALL, NACH PHASEN DES AAT
5.5 ZUSAMMENFASSUNG UND INTERPRETATIONEN DER UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE
5.6 PRE-/ POST-TEST EVALUATIONSERGEBNISSE IM VERGLEICH MIT DEN EX-POST ERGEBNISSEN ZUR ANALYSE DER LEGALBEWÄHRUNG
6. ÜBERSICHT ÜBER ANTI-AGGRESSIVITÄTS-TRAININGS NACH HAMELNER MODELL
7. RESÜMEE
8. ABBILDUNGSVERZEICHNIS
9. LITERATURVERZEICHNIS

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das Konzept Anti-Aggressivitäts-Training wurde unter der Trägerschaft des Vereins für Jugendhilfe Hameln, am 15.3.1987 in Kraft gesetzt. Der Verein gewährleistete gemeinsam mit der Anstalt die personelle und finanzielle Vorraussetzungen. In sechsmonatigen Intensivkursen wurden 6-8 gewaltaffine Inhaftierte in dem auf Aggressivität spezialisierten Training für ein gewaltfreieres Verhalten geschult. Die Sitzungen fanden zunächst zwei mal pro Woche42, später vier mal pro Woche 43 statt und wurden durch Einzelgesprächen und Freizeitprojekten ergänzt. Die Klientel war zwischen 17 und 23 Jahren alt und fiel mit einer überdurchschnittlichen Gewaltbereitschaft auf, die durch • • • ein Gerichtsurteil, Verhaltensbeschreibungen der JA Mitarbeiter sowie einer Selbstformulierung des Betreffenden [...]

Die daraufhin gebildete interdisziplinäre Arbeitsgruppe bestand aus Sozialarbeitern, Sozialwissenschaftlern, einem Seelsorger, Studenten und integrierte auch betroffene Insassen der JA Hameln. Grundtenor war vor allem die als Ursache der Haft auftretenden Formen von Gewalt. Hierbei „...befaßte man sich einerseits mit der strukturellen Gewalt der totalen Institution Knast und anderseits mit den alltäglichen subkulturellen Verstärkungen von aggressivem Verhalten.“38 Unter letzterem verstand man unter anderem auch die Praxis Durchsetzungsschwächerer, mit Geschenken die Gunst aggressiver Mitinsassen zu gewinnen, um sich vor deren Mißhandlungen zu schützen. Die Arbeitsgruppe ermittelte, daß nur ein Drittel der ca. 400 Inhaftierten die Innenbereiche der Anstalt zu Freistunden aufsuchte, die anderen aus Angst vor Mithäftlingen auf z.B. Cafeteriabesuche verzichtet und in ihrer Wohngruppe blieben.39 Die Resozialisierung gewaltafiner Insassen kann nur in einem gewalt- und subkulturfreien Umfeld erfolgreich realisiert werden. Allerdings sind die durch die Behandlungsmaßnahme „Gewaltverzichtenden“ „...dankbare Opfer für Provokateure...“ der Subkultur und es wird durch eine Einbeziehung in illegale Handlungen die Loyalität erzwungen. Gegen derartige Behinderungen des Behandlungsangebotes wurden unter anderem vollzugsinterne Sanktionen eingesetzt.40 [...]

3. Majorität der Trainer: Die zahlenmäßige Übermacht des Trainerteams sowie die heterogene Zusammensetzung ermöglicht die konsequente Konfrontation mit Fehlhaltungen und Identitätsveränderungsangebote. 4. Laientrainerprinzip: Durch Einbeziehung verschiedener Persönlichkeiten („Antagonisten“) z.B. anderer Inhaftierten oder Vertretern aus der Gemeinde, wird Vertrauen gebildet. 5. Reversibilität: Die Anträge, der Trainer an die Insassen, müssen für beide gelten. Es gibt keine Handlungsprinzipien, die für die Täter gelten, für die Trainer aber außer Kraft gesetzt sind. 6. Identitätsbezug: Trainer und Insassen legen ihre "Stolzhierarchien" offen. Die Differenz zwischen dem wer man ist und dem wer man gern wäre wird auf Stolzmerkmale analysiert. Zur Reduzierung der Differenzwerte werden Trainingsaufträge festgelegt. 7. Realfeldbezug: Die Tat erfolgte außerhalb des Gefängnisses, deshalb müssen die erlernten Verhaltensweisen auch dort überprüft werden. 8. Tutorenprinzip: Es wird wie bei Selbsthilfegruppen auf die Überzeugungskraft ehemaliger Trainingsteilnehmer gesetzt. Sie können helfen größere Persönlichkeitsstörungen aufzudecken und zu verändern. Die Gefahr des "Mauerns" bzw. des Selbstbetruges wird hierdurch deutlich verringert. 9. Commitment-Prinzip: Der Insasse muß auch außerhalb der Therapiesituation (bei Vorträgen usw.) die neuen Überzeugungen aktiv vertreten 10. Nachbetreuungsverpflichtung: Nach der Entlassung werden die Trainingsabsolventen zu Nachbetreuungsseminaren eingeladen; insbesondere die Brüche zwischen Therapiewelt und konkreter Erlebniswelt werden hier aufgearbeitet. 11. Curriculumbezug: Themen sind immer Tätergruppen abhängig (Delikt und Persönlichkeitsdefizite). Bestimmte Themen werden schwerpunktmäßig bei einzelnen Tätern behandelt. Dadurch wird exemplarisches Lernen für die anderen Gruppenmitglieder möglich. 12. Opferbezug: Durch indirekte Täter-Opfer-Kommunikation sollen Legitimationsstrategien verhindert, und eine lebenslange Verantwortung für das Opfer erreicht werden. Indirekte Hilfeleistungen, wie Spenden für den "Weißen Ring" vom [...]

Arbeit zitieren:
Sögding, Dennis Januar 2001: Rückfalluntersuchung für Teilnehmer am Anti-Aggressivitäts-Training der JA Hameln, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gewaltrückfall, AAT, Legalbewährung, Sozialtherapien

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren