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Die Rolle des polnischen Finanzsystems in der Transformation

Die Studie wurde mit dem Akademischen Commerzbank-Preis 1999 ausgezeichnet.
Die Rolle des polnischen Finanzsystems in der Transformation
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jens Dietrich
  • Abgabedatum: September 1999
  • Umfang: 90 Seiten
  • Dateigröße: 854,9 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Chemnitz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2045-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2045-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2045-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Studie wurde mit dem Akademischen Commerzbank-Preis 1999 ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Dietrich, Jens September 1999: Die Rolle des polnischen Finanzsystems in der Transformation, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Banken, Polen, Wirtschaftspolitik, Finanzsystem, Finanzmärkte

Diplomarbeit von Jens Dietrich

Einleitung:

Effizient arbeitenden Finanzmärkten wird allgemein eine große Bedeutung für eine funktionierende Marktwirtschaft beigemessen. Aber welche Rolle spielen sie in den Transformationsländern, also jenen, die sich gerade im Übergang von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft befinden? Dieser Frage wird in der vorliegenden Arbeit am Beispiel Polens, wo dieser Übergang bisher relativ erfolgreich verläuft, nachgegangen.

Gang der Untersuchung:

Dazu wird zunächst eine Einführung in die Funktionsweise der sozialistischen Planwirtschaft, speziell des Geld- und Kreditwesens, in Polen gegeben. Darauf aufbauend wird im Hauptteil der Arbeit untersucht, inwieweit die wesentlichen Institutionen des polnischen Finanzsystems, konkret die Geschäftsbanken, die Zentralbank sowie der Aktien- und Rentenmarkt, der ihnen nach westlichem Muster zugedachten Aufgabe, ein stabiles und effizientes System der Kapitalallokation zu schaffen, in den vergangenen 10 Jahren gerecht geworden sind. Insbesondere wird gezeigt und begründet, dass ein grosser Teil der Investitionen als Direktinvestitionen an den Kapitalvermittlern vorbei geflossen ist. Daneben wird auch auf Aspekte der Stabilität des polnischen Finanzsystems im Zusammenhang mit den jüngsten internationalen Finanzkrisen (Asien, Russland) eingegangen. Die Arbeit endet mit einem kurzen Ausblick, der Anhang enthält Tabellen zur Entwicklung der Volkswirtschaft allgemein und speziell des Geld- und Kreditwesens in den 90er Jahren.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 1
Inhaltsverzeichnis 2
Abkürzungsverzeichnis 4
0. Einführung 6
1. Die Ausgangslage 8
1.1 Das Erbe des "real existierenden Sozialismus" 8
1.1.1 Struktur und Funktionsweise planwirtschaftlich geprägter Volkswirtschaften 8
1.1.2 Geldverfassung und Kreditwesen im Sozialismus 10
1.2 Exkurs: Zur sozioökonomischen Geographie Polens 12
1.3 Überblick über die politischen und wirtschaftlichen Reformen in Polen bis zum Beginn der Transformation 13
2. Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen der Transformation in Polen 17
2.1 Die Auswirkungen des Systemumbruchs auf den realen Sektor 17
2.1.1 Exkurs: Die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union 18
2.2 Grundprobleme der Transformation: Stabilisierung und Entwicklung 21
2.3 Der Balcerowicz-Plan und das Stabilisierungsprogramm des Internationalen Währungsfonds 24
2.4 Der Verlauf des Privatisierungsprozesses 27
2.5 Die Fiskalpolitik 30
3. Die Tätigkeit der polnischen Nationalbank 33
3.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen 33
3.2 Die polnische Währungspolitik 34
3.2.1 Rückblick: Wechselkurssystem und Devisenbewirtschaftung in den 80er Jahren 34
3.2.2 Das Stabilisierungsprogramm des Internationalen Währungsfonds und die Auswirkungen auf die Wirtschaft 36
3.3 Die Geldpolitik der Polnischen Nationalbank 41
3.3.1 Das geldpolitische Umfeld 41
3.3.2 Die Instrumente der Geldpolitik 43
3.3.3 Die Geldpolitik in der näheren Zukunft 47
4. Die Rolle der Finanzmärkte im polnischen Transformationsprozeß 48
4.1 Der Sektor der Geschäftsbanken 49
4.1.1 Die Restrukturierung des Geschäftsbankensektors im Zuge der Transformation 49
4.1.2 Das Problem der schlechten Kredite und die Bereinigung der Bankbilanzen 52
4.1.3 Die Leistungsfähigkeit der polnischen Geschäftsbanken 54
4.2 Die Entwicklung der übrigen Finanzmärkte 58
4.3 Internationale Finanzkrisen 65
4.3.1 Verlaufsmuster und Gefahren internationaler Finanzkrisen 65
4.3.2 Auswirkungen der jüngsten internationalen Finanzkrisen auf Polen 66
5. Fazit 70
Anhang 73
Literaturverzeichnis 78

Automatisiert erstellter Textauszug:

Wirtschaftswissenschaft unvorbereitet. Eine Transformationstheorie gab es bis vor 10 Jahren praktisch nicht. Eine der Grundfragen (vielleicht die Grundfrage) der Transformation ist die nach dem Ablauf des Übergangs von einem System zum anderen, also die Frage nach der zeitlichen und sachlichen Abfolge der Transformationsschritte. Aufgrund der Komplexität der Materie gehen die Ansichten diesbezüglich weit auseinander, sodaß eine nähere Erörterung in diesem Rahmen unmöglich ist. Jedoch können die unterschiedlichen Positionen schlaglichtartig anhand einiger idealtypischer Begriffspaare kurz aufgezeigt werden, welche lauten: • Schocktherapie versus Gradualismus (Soll die neue Wirtschaftsordnung mit einem „Big Bang“ am Anfang oder mittels vieler kleinerer Schritte über einen längeren Zeitraum implementiert werden?), • (schnelle) Liberalisierung versus (temporärer) Protektionismus (Wann und inwieweit sollen die Grenzen für Waren- und Geldströme geöffnet werden und welche, mehr oder weniger restriktiven, ordnungspolitischen Maßnahmen sollen ergriffen werden?), • (Monetäre) Stabilisierung versus (realwirtschaftliche) Entwicklung (hier wird impliziert, daß eine makroökonomische Stabilisierung bestimmte restriktive Maßnahmen erfordert, die die wirtschaftliche Entwicklung behindern und Wohlfahrtsgewinne einschränken oder zeitweilig Wohlfahrtsverluste bewirken). Gerade beim letztgenannten Punkt (aber auch bei den anderen) sollte, wenn irgendwie möglich, aus politischen und sozialen Erwägungen heraus ein Mittelweg gefunden [...]

Der kurze Ausflug in monetärkeynesianisches Gedankengut macht zweierlei klar: erstens, wie wichtig ein konsistenter ordnungspolitischer Rahmen für das Funktionieren eines Wirtschaftssystems ist, zweitens, und das ist hier wichtiger, auf was sich die mittel- und osteuropäischen Länder eigentlich „eingelassen“ haben, als sie sich – mehr oder weniger freiwillig – für den Übergang zum kapitalistischen System der Marktwirtschaft entschieden haben. Es handelt sich um nichts mehr und nichts weniger als um die Alternative der Integration in die Weltwirtschaft oder der Peripherisierung. Vereinfacht ausgedrückt, um den Weg in die erste oder in die dritte Welt.23 Die beginnende Systemtransformation in Mittelund Osteuropa traf die [...]

Zunächst noch einmal ein kurzer Rückblick auf die vielbeschworene Konkurrenz zwischen kapitalistischer und sozialistischer Wirtschaftsordnung. Darauf Bezug nehmend, vertritt Riese20 die Ansicht, jede der beiden Wirtschaftsordnungen habe ihre eigene Funktionslogik. Der Sozialismus beruhe auf gesellschaftlichem Eigentum und gesellschaftlicher Aneignung von Zins und Profit. Es sei daher nicht richtig, von Systemüberlegenheit zu sprechen, höchstens von der Funktionsfähigkeit des Systems. Nach seiner Logik „... scheiterte der Sozialismus, als er sich (und weil er sich) den Funktionsbedingungen des Kapitalismus stellen mußte. ... Das aber bedeutet, daß eben nicht die Verletzung der wohlfahrtsökonomisch bestimmten Normen der liberalen Ökonomie, sondern deren Akzeptanz den Niedergang der sozialistischen Ökonomien verursacht hat. Denn sie gerieten mit dieser Normakzeptanz in Widerspruch zu den Funktionsbedingungen der Planwirtschaft und setzten sich einer Systemkonkurrenz aus, die sie nicht bestehen konnten.“21 Dagegen „sind die Entwicklungsländer keiner Systemkonkurrenz ausgesetzt, sondern ... die Benachteiligten einer vom Weltmarkt ausgehenden Zementierung der internationalen Arbeitsteilung, die ihre Entwicklung unterbindet oder doch zumindest erschwert und dadurch Stagnation oder, allgemeiner formuliert, eine Verletzung der Normen der liberalen Ökonomie hervorruft.“22 [...]

Arbeit zitieren:
Dietrich, Jens September 1999: Die Rolle des polnischen Finanzsystems in der Transformation, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Banken, Polen, Wirtschaftspolitik, Finanzsystem, Finanzmärkte

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