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Die Rolle von Wissen in der internationalen Politik

Untersucht am Beispiel der internationalen politischen Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Desertifikation

Die Rolle von Wissen in der internationalen Politik
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Max Ehlers
  • Abgabedatum: September 1996
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 5,4 MB
  • Note: 1,4
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0125-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0125-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0125-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ehlers, Max September 1996: Die Rolle von Wissen in der internationalen Politik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Desertifikation, Internationale Politik, Internationale Regime, Nord-Süd-Zusammenarbeit, Umweltschutz

Magisterarbeit von Max Ehlers

Einleitung:

Im Dezember 1996 trat ein neues internationales Umweltabkommen in Kraft, die "United Nations Convention to Combat Desertification in those Countries Experiencing Serious Drougt and/or Desertification, Particularly in Africa". Seit Anfang der 70er Jahre hatte das Thema Desertifikation auf der internationalen Tagesordnung gestanden, auf der Rio-Konferenz schließlich konnten sich die afrikanischen Staaten mit ihrer Forderung nach einer Wüstenkonvention durchsetzen.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit untersucht die Geschichte der internationalen politischen Beschäftigung mit Desertifikation als Fallstudie für die Frage nach dem Einfloß von Wissen auf Prozesse der internationalen Politik. Konkret geht es um die Frage, inwieweit Wissenschaft aufgrund ihres vermeintlich neutralen Charakters im anarchischen Raum der internationalen Politik kooperationsfördernd sein kann, wie es Funktionalisten und Neo-Funktionalisten im Gegensatz zu Strukturalisten behaupten. Die Fallstudie stellt damit einen "Test" der gängigen, vom amerikanischen Politologen Peter-Michael Haas begründeten Epistemic-Community-Literatur dar, die wiederum auf den Neofunktionalisten Ernst Haas aufsetzt.

Die sorgfältige Studie zeigt, daß das Zustandekommen der Konvention nicht auf einen wissenschaftlichen Konsens der mit Desertifikation befaßten Wissenschaftler zurückzuführen ist. Im Gegenteil hat sich Desertifikation als wissenschaftliches Konzept zwar im Lauf der letzten fünfundzwanzig Jahre halten können, unterlag dabei jedoch einem starken Bedeutungswandel und ist vor allem bis heute im Kern seiner Bedeutung umstritten. Somit zeigt sich, daß eine Gemeinschaft von "Desertißkationswissenschaftlern" nicht als Explanans für die Konvention als global gebotenem Umweltabkommen herhalten kann. Gleichzeitig deckt die Fallstudie auf, daß die Entwicklungsländer die Einigung über die Konvention auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 zwar als Verhandlungserfolg für sich verbuchen können, daß dieser jedoch nicht ohne einen Wandel im Verständnis der Entwicklungshilfepraxis staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen möglich gewesen wäre. Der "bottom-up"-Prozeß der Entwicklungshilfe, essentieller Bestandteil der Desertifikationskonvention, soll unter Einschluß der lokal betroffenen Bevölkerung eine effektivere Bekämpfung der sich verschlechternden Erträge von Böden in Trockengebieten ermöglichen. Gleichzeitig konnten die Entwicklungsländer sich nicht durchsetzen mit ihrer Forderung, im Vertragstext finanzielle Transferleistungen von Nord nach Süd festzuschreiben.

Weder Strukturalismus noch Funktionalismus bieten eine befriedigende Erklärung der Desertifikatioszusammenarbeit. Während die Fallstudie die Hoffnung auf Wissenschaft als kooperationsfördernden Faktor in der internationalen Politik entkräftet, gibt sie gleichzeitig Hinweise darauf, daß andere Faktoren als nur die Staaten in der internationalen Politik eine möglicherweise zunehmend wichtige Rolle spielen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Wissen als Faktor der Regimeentstehung 9
2.1 Die Theorie internationaler Regime 9
2.2 Neorealismus und internationale Kooperation 10
2.3 Von Funktionalismus zu Kognitivismus: Die Rolle von Wissen in der internationalen Politik 12
2.4 Zur Fallstudie über die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Desertifikation 21
3. Die Geschichte von Wissenschaft und Politik im Bereich Desertifikation 24
3.1 Desertifikation als internationales Thema Anfang der 70ger Jahre 7C
3.1.1 Die Angst vor einer wachsenden Sahara 26
3.1.2 Der Begriff der Desertifikation 27
3.1.3 Schlußfolgerung: Die Suche nach Wissen 29
3.2 Große Pläne: Die UN-Konferenz und der Aktionsplan zur Bekämpfung von Desertifikation 30
3.2.1 UNCOD, der PACD und die Definition von Desertifikation 30
3.2.2 Schätzungen über das Ausmaß von Desertifikation 34
3.2.3 Ursachen und Prozesse der Desertifikation 35
3.2.4 Maßnahmen gegen Desertifikation 38
3.2.5 Schlußfolgerung: Die Rolle von Wissen für UNCOD und PACD 41
3.3 Der PACD im Treibsand: Politik und Wissenschaft der Desertifikation in den 80er Jahren 43
3.3.1 Die politische Kontroverse um die Finanzierung des PACD 43
3.3.2 Zwischen den Stühlen von Wissenschaft und Politik: UNEP 47
3.3.3 Die wissenschaftliche Kontroverse über Desertifikation 50
3.3.4 Einsichten aus der Desertifikationsbekämpfung 57
3.3.5 Die internationale Dimension von Desertifikation 60
3.3.6 Schlußfolgerung: Das Wissen über Desertifikation und internationale Politik in den 80er Jahren 68
3.4 Der Neuansatz der 90er Jahre: Die Desertifikationskonvention 70
3.4.1 UNEP im Wandel: Reaktion auf die Revision? 70
3.4.2 Der Beschluß über die Desertifikationskonvention 72
3.4.3 Die Verhandlungen über die Desertifikationskonvention 75
3.4.4 Schlußfolgerung: Der Faktor Wissen und die Konvention 81
4. Schlußfolgerungen aus der Fallstudie: Wissen als Erklärungsfaktor internationaler Kooperation 85
4.1 Der geringe Einfluß von Wissen über Desertifikation 86
4.2 Die Desertifikationskonvention -Grundstein eines internationalen Regimes? 89
4.3 Wissen, Wissenschaft und Politik 93
Literaturverzeichnis 97

Arbeit zitieren:
Ehlers, Max September 1996: Die Rolle von Wissen in der internationalen Politik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Desertifikation, Internationale Politik, Internationale Regime, Nord-Süd-Zusammenarbeit, Umweltschutz

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