Die Rolle der Sozialistischen Partei Spaniens im Weg Spaniens nach Brüssel
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Paul Schmidt
- Abgabedatum: März 2000
- Umfang: 147 Seiten
- Dateigröße: 8,4 MB
- Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2707-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2707-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2707-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmidt, Paul März 2000: Die Rolle der Sozialistischen Partei Spaniens im Weg Spaniens nach Brüssel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: EU, Sozialdemokratie, PSOE, Internationale Politik, Spanien
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Magisterarbeit von Paul Schmidt
Einleitung:
Die folgenden Seiten sind ein Versuch die Charakteristika der sozialistischen Parteien Südeuropas in der Phase der europäischen Integration ihrer Länder zwischen 1975-1985, am konkreten Beispiel der PSOE im Weg Spaniens nach Brüssel, aufzuzeigen. Die Arbeit ist für die, an der Entwicklung der europäischen Sozialdemokratie interessierte Öffentlichkeit gedacht. Das Thema „Die Rolle der PSOE auf dem Weg Spaniens nach Brüssel” ist auch heute noch sehr aktuell, denn die Erfahrungen der südeuropäischen Beitrittswerber waren von großer Bedeutung für die Beitrittsverhandlungen der nord- und mitteleuropäischen Beitrittskandidaten und stellen auch einen wichtigen Erfahrungswert für die osteuropäischen Beitrittswerber dar.
Auf Parteiebene sind der Wandel zur „catch-all” Partei, die Abnahme des ideologischen „policy-making”, die Personalisierung und „Europäisierung” der sozialistischen Politik, die Beziehungen zwischen Partei und Gewerkschaft, politische Richtungsentscheidungen sowie die spezifische Ausprägung der spanischen Parteienlandschaft, interessante Vergleichskriterien.
Auf nationalstaatlicher Ebene bietet sich der Parteienkonsens in der demokratischen Übergangszeit Spaniens, die Stabilisierung des politischen Systems, die außenpolitischen Schwerpunkte der spanischen Politik sowie die langen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Gemeinschaft (EG) in Verbindung mit der sicherpolitischen Orientierung als konkrete Vergleichsmomente an. Die Arbeit untersucht die spanischen Erwartungen bezüglich des EG-Beitritts und geht auf die Frage ein, wie eine so breite Unterstützung durch alle im Parlament vertretenen Parteien, durch Medien und durch die öffentliche Meinung für eine EG-Mitgliedschaft Spaniens zustande kommen konnte.
Die südeuropäische Erweiterung der EG von 1986 stand unter anderen Vorzeichen als die nord-mitteleuropäische Erweiterung 1995 und die bevorstehende osteuropäische Erweiterung. Die Europäische Gemeinschaft/Europäische Union (EU) entwickelte sich weiter, der eiserne Vorhang ist gefallen und die (inter)nationalen Beziehungen sind heute wesentlich stärker als noch vor fünfzehn Jahren durch das Phänomen der Globalisierung geprägt. Die südeuropäische Erweiterung, auf Ebene der Parteien, auf nationalstaatlicher Ebene und auf supranationaler Ebene ist somit ein wichtiger Erfahrungswert.
Gang der Untersuchung:
Der erste Teil dieser Diplomarbeit behandelt die Entwicklung der europäischen Sozialdemokratie. Die Einteilung in sogenannte „golden years“ (1945-1973) und „decline years“ (1973-1989) der sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien Westeuropas wird dargestellt. Sowohl die Probleme sozialdemokratischer Strategien dieser Zeit als auch die Kritik an den sozialdemokratischen Grundsätzen werden diskutiert. Abschließend wird die Kontinuität der Wahlergebnisse der europäischen Sozialdemokratie belegt. Als thematische Einführung werden im anschließenden Kapitel die Charakteristika der portugiesischen Sozialisten sowie der griechischen sozialistischen Partei während ihrer Annäherung an die EG analysiert und mit der Rolle der PSOE verglichen.
Die Fallstudie der „Rolle der Sozialistischen Partei Spaniens auf dem Weg Spaniens nach Brüssel“ beginnt mit einem kurzen Abriss der Parteigeschichte der PSOE. Danach folgt ein Abschnitt in dem sowohl die internationale Isolation unter Franco als auch die verschiedenen Perioden in der Außenpolitik Spaniens besprochen werden. In Folge wird der Einfluss der Sozialistischen Internationale (SI), die Konsenspolitik der spanischen Parteien und die Rolle der PSOE als Oppositionspartei dargestellt. Weiters behandelt die Arbeit den Führungsstil des Generalsekretärs der PSOE (1974-1997) und spanischen Präsidenten Felipe González (1982-1996), den Wandel der Sicherheitspolitik der PSOE sowie die größten Hürden der spanischen EG-Beitrittsverhandlungen. Das Manuskript schließt mit einem kurzen Ausblick, in dem die sozialistische Europapolitik nach 1986, die Konsequenzen der EG-Mitgliedschaft für Spanien, etwaige Erfahrungswerte für zukünftige EU-Erweiterungen sowie abschließend die Bedeutung „Europas“ für Spanien besprochen wird. Das abschließende Resümee fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Diplomarbeit noch einmal zusammen.
Im Anhang werden drei Interviews mit spanischen, sozialistischen Politikern, die bei den Beitrittsverhandlungen Spaniens mit der EG eine entscheidende Rolle spielten, wiedergegeben. Der Verfasser interviewte Fernando Morán, Juan Antonio Yañez und Manuel Marín im Februar 2000.
Die Arbeit basiert auf spanischer und englischer Sekundärliteratur über die EG-Verhandlungen Spaniens, auf Zeitungsberichten sowie auf Interviews. Obwohl der EG-Beitritt Spaniens bereits einige Zeit zurückliegt, ist die Rolle der PSOE während dieser Zeit noch relativ unerforscht. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. Erstens: Solange eine Partei Regierungsverantwortung trägt, werden interne Parteistrategien und Entscheidungsprozesse nur bedingt preisgegeben. Die PSOE war bis 1996 Regierungspartei. Viele der Spitzenpolitiker dieser Periode sind auch gegenwärtig noch im politischen Geschäft tätig. Zweitens: Die politischen Köpfe der PSOE waren zu Beginn der 80er Jahre sehr jung und sind heute noch nicht in dem Alter in dem „üblicherweise” Memoiren geschrieben werden.
Die spanischen Zitate aus der Literatur wurden vom Verfasser übersetzt und können in deutscher Sprache in den Anmerkungen nachgelesen werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungen | 4 | |
| 1. | Vorwort | 6 |
| 2. | Einführung | 6 |
| 3. | Zur historischen Entwicklung der Sozialdemokratie | 9 |
| 3.1 | „Golden Years” | 9 |
| 3.2 | Die europäische Sozialdemokratie in der Krise? | 13 |
| 3.2.1 | Kritik an sozialdemokratischen Grundsätzen | 14 |
| 3.3 | Die Kontinuität der europäischen Sozialdemokratie | 18 |
| 4. | Sozialistische Parteien auf dem Weg zur südeuropäischen EG-Erweiterung | 20 |
| 4.1 | „The winner takes it all” | 20 |
| 4.1.1 | Die Fragmentierung des Parteienspektrums | 21 |
| 4.2 | Die griechische Panellino Socialistiko Kinima | 22 |
| 4.2.1 | Auf dem Weg in die Regierung | 24 |
| 4.2.2 | Die Organisation der Partei | 27 |
| 4.3 | Die Partido Socialista Portueges | 29 |
| 4.3.1 | Zur Organisation der PSP | 32 |
| 4.4 | Die Partido Socialista Obrero Español | 33 |
| 4.4.1 | Der Drang nach „Europa” | 35 |
| 5. | Die Rolle der „PSOE“ auf dem Weg Spaniens nach Brüssel | 40 |
| 5.1 | Die historische Entwicklung der PSOE | 40 |
| 5.1.1 | Gewerkschaft und Partei | 41 |
| 5.1.2 | Die Rolle der Parteimitglieder | 42 |
| 5.1.3 | Interne Strömungen | 43 |
| 5.2 | Die internationale Isolation beenden | 44 |
| 5.2.1 | Zur Entwicklung der spanischen Außenpolitik nach 1975 | 45 |
| 5.2.21 | Etappe: 1976-1980 | 47 |
| 5.2.3 | Zwischenetappe: 30.3.1979-9.1980 | 47 |
| 5.2.42 | Etappe: 1980-1982 | 48 |
| 5.2.53 | Etappe: 1982-1986 | 49 |
| 5.3 | Exkurs: Die Rolle der SI als transnationale Organisation | 50 |
| 5.4 | Paktpolitik und Konsens | 52 |
| 5.4.1 | Der Konsens der „transición” | 52 |
| 5.4.2 | Der Beitritt zur NATO oder das Ende des Konsens | 54 |
| 5.5 | Von der Opposition bis zur entscheidenden Wahl | 55 |
| 5.5.1 | Zuerst links dann rechts | 56 |
| 5.5.2 | Zur sozialistischen Außenpolitik der „transición” | 58 |
| 5.5.3 | Eine Marxismusdebatte, die nie eine war | 60 |
| 5.5.3.1 | Kritische Stimmen | 62 |
| 5.5.3.2 | Die Polarisierung der Debatte | 62 |
| 5.5.4 | Modernisieren und Regieren | 64 |
| 5.5.5 | Zehn Millionen Wähler | 66 |
| 5.5.5.1 | Demokratie nach außen und Autorität in den eigenen Reihen | 67 |
| 5.5.5.2 | Kritik von links außen verstummt | 68 |
| 5.6 | Sozialistische Sicherheitspolitik | 69 |
| 5.6.1 | Regierungsverantwortung und Sicherheitspolitik | 71 |
| 5.6.1.1 | „El Decálogo de Paz y Seguridad” | 73 |
| 5.6.1.2 | Zwischen NATO und EG | 74 |
| 5.6.1.3 | Das Referendum | 77 |
| 5.7 | Exkurs: „Felipe“! | 78 |
| 5.7.1 | Der Präsident und sein Außenminister | 82 |
| 5.8 | Zahlreiche Hürden in „Europa“ | 83 |
| 5.8.1 | Der lange Weg in die EG | 85 |
| 5.8.2 | Die Ausgangslage der sozialistischen Regierung | 87 |
| 5.8.3 | Eine neue Strategie | 88 |
| 5.8.4 | Wirtschaftliche Probleme der Integration Spaniens | 90 |
| 5.8.4.1 | Die Zollunion | 91 |
| 5.8.4.2 | Die Gemeinsame Agrarpolitik | 91 |
| 5.8.5 | Bonn als „Zünglein an der Waage“ | 93 |
| 5.8.5.1 | Der Europäische Rat tagt in Stuttgart | 94 |
| 5.8.6 | Spanisch-französische Beziehungen | 95 |
| 5.8.6.1 | Zwei Schritte nach vor und einer zurück | 98 |
| 5.8.6.2 | Das Treffen des Europäischen Rats in Fontainebleau | 99 |
| 5.9 | Der Kreis schließt sich | 100 |
| 6. | Ausblick | 103 |
| 7. | Resümee | 107 |
| 8. | Anhang: Interviews | 113 |
| 8.1 | Interview mit Fernando Morán | 113 |
| 8.2 | Interview mit Juan Antonio Yañez | 123 |
| 8.3 | Interview mit Manuel Marín | 132 |
| 9. | Literaturverzeichnis | 140 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832427078
Arbeit zitieren:
Schmidt, Paul März 2000: Die Rolle der Sozialistischen Partei Spaniens im Weg Spaniens nach Brüssel, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
EU, Sozialdemokratie, PSOE, Internationale Politik, Spanien



