Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Palliativversorgung
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Julia Bartkowski
- Abgabedatum: Juni 2011
- Umfang: 95 Seiten
- Dateigröße: 525,1 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
- Bibliografie: ca. 69
- ISBN (eBook): 978-3-8428-2121-7
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bartkowski, Julia Juni 2011: Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Palliativversorgung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Implementierung, Sozialarbeiter, Palliative-Care-Team, Palliativversorgung, Soziale Arbeit
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Bachelorarbeit von Julia Bartkowski
Einleitung:
Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Palliativversorgung in Deutschland ist bisher nur unzureichend definiert. Es besteht ein unscharfes Berufsbild und es fehlen gesetzliche Regelungen für eine feste Implementierung eines Sozialarbeiters im palliativen Kontext. Dadurch entstehen Unklarheiten über die Erforderlichkeit sowie das Ausmaß und die Art der Einbindung eines Sozialarbeiters in die Palliativversorgung.
Es steht außer Frage, dass die Soziale Arbeit bereits heute ein Bestandteil palliativer Betreuung ist. Jegliche Einführung in das Thema stellt den Ärzten und dem Pflegepersonal unter anderem einen Sozialarbeiter an die Seite. Offen bleibt allerdings die strukturelle Einbindung des Sozialarbeiters in das interdisziplinäre Palliative-Care-Team.
Obwohl nur wenige Informationen zur Situation in Deutschland vorliegen, so Wasner, ‘scheint klar zu sein, dass bereits heute Sozialarbeiter in hospizlichen oder palliativen Einrichtungen einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Lebensqualität Schwerstkranker und Sterbender und ihrer Familien aufrecht zu erhalten oder zu verbessern’.
Das ganzheitliche Konzept palliativer Versorgung, welches sich in gleicher Weise den körperlichen, den seelischen als auch den psychosozialen Bedürfnissen der Patienten widmet, erfordert eine fachliche psychosoziale Begleitung, die durch einen Sozialarbeiter gewährleistet werden kann.
Diese Arbeit bezieht sich auf die Soziale Arbeit im Kontext palliativer Betreuung. Die Bereitstellung der palliativen Betreuung erfolgt heute in den folgenden drei Kategorien: Stationäre Einrichtungen wie Palliativstation oder Hospiz, teilstationäre Einrichtungen wie z. B. Tageshospize sowie ambulante Einrichtungen. Konkret setzt sie sich mit der strukturellen Einbindung der Sozialen Arbeit in das interdisziplinäre Palliative-Care-Team auf Palliativstationen auseinander.
Einerseits kann der Sozialarbeiter als internes Mitglied des interdisziplinären Palliative-Care-Teams tätig sein (in dieser Arbeit als ‚interner‘ Sozialarbeiter bezeichnet). Anderseits kann die Palliativstation auf den Sozialdienst des Krankenhauses zurückgreifen, wobei der Sozialarbeiter in diesem Fall nicht als fester Bestandteil des Palliative-Care-Teams anzusehen ist, sondern als externer Dienstleister, der bei Bedarf hinzugezogen werden kann (in dieser Arbeit als ‚externer‘ Sozialarbeiter bezeichnet).
Die Arbeit trägt dazu bei, den heutigen Status Quo bezüglich der strukturellen Einbindung von Sozialarbeitern auf deutschen Palliativstationen zu beschreiben und hieraus resultierende Schlussfolgerungen zu ziehen.
Im folgenden Kapitel 2 werden einführend die Entwicklungen und Grundsätze der Palliativversorgung sowie die Organisationsformen hospizlicher und palliativer Arbeit beschrieben.
Im nachfolgenden Kapitel 3 werden basierend auf der vorliegenden Literatur die Aufgabenbereiche eines (‚externen‘) Sozialarbeiters, der im Sozialdienst eines Akutkrankenhauses arbeitet, denen eines (‚internen‘) Sozialarbeiters im Palliative-Care-Team gegenüber gestellt und mit diesen verglichen.
Im Kapitel 4 wird anschließend die vorliegende Literatur untersucht, um zunächst die Kriterien eines erfolgreichen Palliative-Care-Teams zu identifizieren und sodann die Auswirkungen auf die jeweilige Arbeitssituation des Sozialarbeiters im Kontext Palliativversorgung (‚extern‘ sowie ‚intern‘) zu beschreiben.
Diese Ausführungen bilden die theoretische Grundlage für die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte empirische Untersuchung, die zwei Anteile umfasst: Eine Online-Umfrage sowie ein Experteninterview. Im Zentrum der Online-Umfrage stand die Frage nach der Art der Einbindung des Sozialarbeiters auf der Palliativstation mit der Differenzierung in ‚extern‘ oder ‚intern‘. Die Methodik, das Vorgehen, die Ergebnisse sowie eine diesbezügliche Diskussion sind im Abschnitt 5.2 dargestellt.
Im Rahmen des Experteninterviews mit dem Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. wurden Hintergrundinformationen bezüglich der Einbindung Sozialer Arbeit, mögliche Defizite sowie entsprechende Ansätze zur Verbesserung der Situation erhoben. Die Methodik, das Vorgehen, die Ergebnisse sowie eine diesbezügliche Diskussion sind im Abschnitt 5.3 dargelegt. Im Kapitel 6 werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 3 | |
| 1 | Einleitung | 4 |
| 2 | Die Palliativversorgung | 7 |
| 2.1 | Definition | 7 |
| 2.2 | Ursprung und Entwicklung | 8 |
| 2.3 | Organisationsformen der Palliativversorgung | 9 |
| 3 | Die Soziale Arbeit im Krankenhaus und in der Palliativversorgung | 16 |
| 3.1 | Soziale Arbeit im Krankenhaus – der ‚externe‘ Sozialarbeiter | 17 |
| 3.2 | Soziale Arbeit im Palliative-Care-Team – der ‚interne‘ Sozialarbeiter | 21 |
| 3.3 | Vergleich der Tätigkeitsfelder | 27 |
| 4 | Das Team in der Palliativversorgung | 31 |
| 4.1 | Begrifflichkeit | 32 |
| 4.2 | Die Betrachtung des Palliative-Care-Teams in der Literatur | 33 |
| 4.3 | Auswirkungen auf die Arbeit des Sozialarbeiters im Palliative-Care-Team | 37 |
| 5 | Empirischer Teil | 38 |
| 5.1 | Gegenstand und Motivation | 38 |
| 5.2 | Online-Umfrage | 40 |
| 5.2.1 | Methodisches Vorgehen und Durchführung | 40 |
| 5.2.2 | Ergebnisse (Deutschlandweit) | 43 |
| 5.2.3 | Ergebnisse (bezogen auf die Bundesländer) | 48 |
| 5.2.4 | Vergleich mit der Literatur und Diskussion | 49 |
| 5.3 | Experteninterview | 53 |
| 5.3.1 | Methodisches Vorgehen | 53 |
| 5.3.2 | Durchführung und Vorstellung des Experten | 57 |
| 5.3.3 | Ergebnisse | 59 |
| 5.3.4 | Vergleich mit der Literatur und Diskussion | 62 |
| 6 | Zusammenfassung und Ausblick | 64 |
| 7 | Quellenangaben | 68 |
| 8 | Anhang | 75 |
Textprobe:
Kapitel 3.1, Soziale Arbeit im Krankenhaus – der ‚externe‘ Sozialarbeiter:
Die Hinwendung der Sozialen Arbeit zu Patienten eines Krankenhauses begann in Deutschland 1896 mit dem Engagement der Mädchen- und Frauengruppe für soziale Hilfsarbeit um Lina Basch. Einen weiteren Meilenstein setze 1914 Alice Salomon, als sie das ‘Komitee Soziale Krankenhausfürsorge’ gründete. Gefolgt von dem Aufbau des ‘Vereins Soziale Krankenhausfürsorge der Berliner Universitätskliniken außerhalb der Charité e.V.’ (Verein SFK), der von Hedwig Landsberg und Anni Tüllmann 1918 vorangetrieben wurde, breitete sich die Sozialarbeit im Krankenhaus als Handlungsfeld in Deutschland aus.
Heutzutage sieht der Gesetzgeber die soziale Betreuung und Beratung im Krankenhaus sowie die Regelung eines nahtlosen Übergangs von der Krankenhausbehandlung zur Rehabilitation oder zur Pflege vor. Die konkrete Ausformulierung in Form von Rahmenempfehlungen und den Landeskrankenhausgesetzen wird den Bundesländern selbst übertragen.
Laut Ansen et al. ‘erfolgte aber keine einheitliche Definition der Aufgaben, auch die personelle Ausstattung ist bis heute nicht übereinstimmend standardisiert. Die Qualifikation der Mitarbeiter des Sozialen Dienstes in Krankenhäusern ist in der Regel nicht festgeschrieben. Insgesamt ist die rechtliche Basis des Handlungsfelds als nicht umfassend zu bewerten’. Es ist demnach nicht eindeutig gesetzlich geregelt, dass die in §112 Abs. 2 Nr.4, 5 SGB V verlangten Leistungen der sozialen Betreuung und Beratung sowie die Überleitung von einem Sozialarbeiter erbracht werden müssen.
W. R. Wendt sieht den Krankenhaussozialdienst, der in ‘Allgemeinkrankenhäusern meistens mit Aufgaben bei der Entlassung oder Überleitung von Patienten eingedeckt wird – mit Aufgaben, deren kurative und rehabilitative Funktion gering ist, bzw. gering geschätzt wird’, als Praxisfeld klinischer Sozialarbeit. Weiter warnt er, auf der Grundlage einer Anzeige der Bundesfachgruppe Gesundheit von 2001, vor der Verdrängung der Sozialen Arbeit aus dem Krankenhausbereich, weil die von den Sozialarbeitern übernommenen Funktionen auch durch andere Berufsgruppen ersetzt werden können. ‘Die Gefahr besteht. Umso deutlicher muss in der Praxis wie im professionellen Selbstkonzept die klinische Kompetenz Sozialer Arbeit erkennbar sein’. Die fehlende Profilierung der Sozialen Arbeit in diesem Bereich zeigt sich unter anderem auch in der oben genannten unklaren gesetzlichen Regelung.
Nach Ansen et al. dominieren in der Krankenhaussozialarbeit zwei Tätigkeitsbereiche: ‘Zum einen handelt es sich um administrative Arbeitsformen wie die Vermittlung von Pflegeeinrichtungen oder Anschlussrehabilitationen, die Klärung der Kostenübernahmen oder Einrichtung von Betreuungen. Zum anderen geht es im Rahmen persönlicher Hilfen u. a. um psychosoziale Interventionen und um die Förderung von persönlichen Kompetenzen bei komplikationsreichen Erkrankungen’. Dies geschieht im Regelfall über die soziale Beratung. Hierbei handelt es sich um eine problembezogene Kommunikation, mit dem Ziel der sozialen Reintegration des Patienten in ein möglichst normales Leben.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842821217
Arbeit zitieren:
Bartkowski, Julia Juni 2011: Die Rolle der Sozialen Arbeit in der Palliativversorgung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Implementierung, Sozialarbeiter, Palliative-Care-Team, Palliativversorgung, Soziale Arbeit



