Die Rolle der Modemarke heute und in Zukunft
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Andrea Ruhland
- Abgabedatum: Oktober 2002
- Umfang: 70 Seiten
- Dateigröße: 2,6 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Pforzheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7367-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7367-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7367-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ruhland, Andrea Oktober 2002: Die Rolle der Modemarke heute und in Zukunft, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Mode, Zukunft der Marke, Markenkult, Markenmanagement, Postmoderne
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MA-Thesis / Master von Andrea Ruhland
Einleitung:
Die zunehmende Dynamisierung und Internationalisierung in der Textilbranche stellt eine große Herausforderung für die Markenpolitik der Mode-Hersteller dar. In diesem von kurzlebigen Trends und schnellen Saisonwechseln geprägten Markt, können nur die Unternehmen Erfolg haben, die eine bewusst strategisch ausgerichtete Markenpolitik verfolgen. Die Gesamtsituation der Branche ist schlecht, und dies nicht erst seit dem 11. September 2001. Dies lässt sich eindeutig daran erkennen, dass das Warenangebot auf dem Bekleidungsmarkt in etwa um 30% die Nachfrage übersteigt.
Der Umsatz der deutschen Bekleidungsindustrie belief sich im Jahre 2001 auf 10.473 Mio. Euro. Nach 1999 und 2000 war dies das dritte Jahr in Folge, in dem die Modeindustrie Umsatzrückgänge zu verzeichnen hatte. Die Bekleidungsmode steht in ständigem Wettbewerb mit anderen Wünschen der Verbraucher wie Autos oder Reisen und steigenden Lebenshaltungskosten. Die Modebranche reagiert also sehr sensibel auf allgemeine Konjunkturschwankungen. Den Herstellern machen zudem die verbreitete Produkthomogenität und die auf den Markt drängenden Billiganbieter zu schaffen.
Die Modeindustrie klagt über sinkende Umsätze, aber bei Events wie Fußball, Popkonzerten, Musicals und Trendsportarten tobt der Konsumrausch – hier achtet kein Konsument auf Euro und Cent. Die beste Möglichkeit, um ein Stück von diesem Kuchen abzubekommen, um also langfristig auf dem Modemarkt erfolgreich bestehen zu können, ist der Aufbau und die Pflege von starken Markenpersönlichkeiten. Dies zeigen eindrucksvoll Marken wie GAP, GUCCI, LEVIS, ARMANI und CHANEL, die bereits Kultstatus erreicht haben und die gegen die erwähnten Probleme fast resistent zu sein scheinen.
Wurde die Marke in den 1980er Jahren von vielen Experten noch totgesagt, so ist sie heute so vital und faszinierend wie nie zuvor, gerade auch in der Modebranche. Doch wo geht es hin mit der Marke? Und wie wird sich die Modemarke weiterentwickeln? Der Modebranche stehen weitere tief greifende Änderungen bezüglich Internationalisierung, technischen Neuentwicklungen und verändertem Konsumentenverhalten bevor. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie relevant die Modemarke in Zukunft sein wird und wie sie sich präsentieren muss.
Der Begriff Mode erstreckt sich nicht nur auf den Sektor Bekleidung, sondern auch auf viele andere Lebens- und Produktbereiche. Der modische Einfluss und Wandel kann z. B. bei Wohnungseinrichtung oder Freizeitgestaltung festgestellt werden. Als klassisches Modegut schlechthin gilt jedoch die Bekleidung. „Bei der Bekleidung ist der Modewandel durch den saisonalen Wechsel der Kollektionen vorprogrammiert und wird durch das große öffentliche Interesse schnell wahrgenommen“.
Der Begriff Mode bezieht sich im folgenden ausschließlich auf das Modegut Bekleidung, falls nicht ausdrücklich etwas anderes erwähnt wird. Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung der Modemarke heute und in Zukunft. Ziel ist es, zuerst die aktuelle Situation mit ihren Chancen und Risiken zu analysieren und aufbauend darauf, einen Ausblick und Empfehlungen für die Gestaltung und Führung von Modemarken in Zukunft zu geben.
Diese Arbeit gliedert sich in drei wichtige Kapitel. In den theoretischen Ausgangsüberlegungen wird in Kapitel zwei zunächst das Phänomen Mode charakterisiert und näher erläutert. Dieses Kapitel soll das Verständnis für das Thema Mode allgemein schärfen. Der Faszination Marke widmet sich Kapitel drei. Neben Grundüberlegungen und der aktuellen Situation der Marke wird hier ausführlich auf die Zukunft der Marke eingegangen.
Der Hauptteil, Kapitel vier, untersucht die Rolle der Modemarke heute und in Zukunft. Kernpunkte sind die Bedeutung von Mode und Marke in der heutigen Zeit, die Zukunft der Mode sowie die Rolle der Modemarke in Zukunft. Der letzte Teil dieser Ausarbeitung beinhaltet eine Schlussbetrachtung der Verfasserin, in der die wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit nochmals hervorgehoben und abschließend beurteilt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Phänomen Mode | 2 |
| 2.1 | Begriffsdifferenzierung Mode, Trend und Stil | 3 |
| 2.2 | Charakter der Bekleidungsmode | 4 |
| 2.2.1 | Variablen der Modegestaltung | 4 |
| 2.2.2 | Moderisiko | 4 |
| 2.3 | Deutscher Modemarkt heute | 5 |
| 2.4 | Mode und Symbol | 7 |
| 2.5 | Mode als Simulant der Zukunft | 8 |
| 3. | Faszination Marke | 9 |
| 3.1 | Definition und heutiges Verständnis der Marke | 9 |
| 3.2 | Hersteller-, Handels- und Luxusmarke | 10 |
| 3.3 | Struktur der Marke | 12 |
| 3.3.1 | Markenpositionierung | 12 |
| 3.3.2 | Markenidentität | 13 |
| 3.3.3 | Markenwert und Markenimage | 15 |
| 3.4 | Funktionen der Marke | 17 |
| 3.5 | Zukunft der Marke | 17 |
| 3.5.1 | Marketing und Konsum 2000+ | 18 |
| 3.5.1.1 | Hyperwettbewerb und Globalisierung | 18 |
| 3.5.1.2 | Neuer Konsument | 19 |
| 3.5.1.3 | Gesellschaft und Kultur im Wandel | 21 |
| 3.5.1.4 | Polarisierung der Märkte - der Zwei-Klassen-Markt | 23 |
| 3.5.2 | Postmoderne Marke | 24 |
| 3.5.2.1 | Postmoderne als Bezugskontext | 24 |
| 3.5.2.2 | Anforderungen an das Markenmanagement unter postmodernen Umfeldbedingungen | 25 |
| 3.5.2.3 | Erfolgsfaktoren für das Future Branding | 27 |
| 4. | Die aktuelle und zukünftige Bedeutung der Marke in der Modebranche | 29 |
| 4.1 | Marke und Mode heute | 29 |
| 4.1.1 | Modemarke - ein Widerspruch in sich? | 29 |
| 4.1.2 | Definition Modemarke | 32 |
| 4.1.3 | Von der Markierung zum Markenkult - Entwicklung der Marke bei Bekleidungsmode | 32 |
| 4.1.4 | Heutige Situation der Modemarke | 34 |
| 4.1.4.1 | Arten und Bedeutung | 34 |
| 4.1.4.2 | Strategien bei Modemarken | 35 |
| 4.1.4.3 | Markenwelten | 37 |
| 4.1.4.4 | Aktuelle Probleme der Modemarke | 37 |
| 4.1.5 | Konsumentenverhalten in Bezug auf Mode und Modemarken | 40 |
| 4.1.5.1 | Impression Management durch Kleidung | 40 |
| 4.1.5.2 | Mode und Identität | 40 |
| 4.1.5.3 | Kaufmotive für Mode | 41 |
| 4.1.5.4 | Stellenwert der Modemarke | 41 |
| 4.2 | Zukunft der Mode | 43 |
| 4.2.1 | Vom Catwalk in die Warenwelt - durchgestylte Lebenswelten | 43 |
| 4.2.2 | Personal Fashion | 43 |
| 4.2.3 | Smart Fashion | 44 |
| 4.3 | Rolle der Modemarke in Zukunft | 45 |
| 4.3.1 | Relevanz der Modemarke | 45 |
| 4.3.2 | Gestaltung der Modemarke | 47 |
| 4.3.3 | Situation der Markenabsender | 50 |
| 4.3.4 | Modemarken-Kommunikation | 52 |
| 4.3.5 | Risiken und Probleme der Modemarke | 54 |
| 4.3.6 | Zehn Thesen zur Zukunft der Modemarke | 55 |
| 5. | Fazit | 56 |
| Literaturverzeichnis | VII | |
| Anhang |
Die Entwicklung und der Aufbau von Marken stellen mittlerweile in allen Branchen ein präferenzstrategisches Vorgehen dar, durch das eine Abgrenzung gegenüber dem Wettbewerb und eine Profilierung bei Handel und Verbraucher erzielt werden soll. So auch in der Modebranche. Auf dem modeabhängigen Bekleidungsmarkt, der durch ein Überangebot an Waren und einem harten nationalen und internationalen Wettbewerb gekennzeichnet ist, nimmt die Zahl der Hersteller- und der Handelsmarken zu.95 Anhand der in Kapitel 3.1 aufgezeigten Merkmale des „klassischen Markenartikels“ wird im folgenden untersucht, inwieweit man das Konzept des Markenartikels auf die Bekleidungsmode anwenden kann. Primäre Produktbereiche des klassischen Markenartikels, gemäß den oben genannten Kriterien, sind bspw. Nahrungs- und Genussmittel, Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel sowie Kosmetik. Sie erfüllen alle Kriterien. Doch wie ist ein Produkt der Bekleidungsmode mit den Merkmalen eines Markenartikels zu vereinbaren? Die Kollektionen aller Modemarken sind für den privaten Gebrauch geschaffene Fertigwaren. [...]
Worldmaking (zu A) Mit Worldmaking ist der Aufbau und die Pflege von Markenerlebniswelten gemeint. Die Marken sollen in der Wirklichkeit der Konsumenten Bedeutung gewinnen, indem sie beachtet, gemocht und gekauft werden. Worldmaking stellt den erlebenden Menschen in den Mittelpunkt aller Marketingbemühungen. Markenerlebniswelten sind aber nicht nur Disneylands oder Badelandschaften. Die Markenartikler müssen sich vielmehr bemühen, die Markenerlebniswelt im Alltag der Konsumenten zu erzeugen.92 An die Stelle des überholten USP tritt der UEP, der Unique Experience Proposition, den die Marke durch einzigartige Erlebnisangebote einlöst.93 Worldmaking zieht sich durch alle Bereiche des Marketing- und Kommunikationsmix. Kommunikationsinstrumente werden nicht länger Elemente eines einfachen Sender-Empfänger-Modells sein, sondern Erlebnisangebote, „die die Begegnung zwischen Mensch und Marke folgenreich steuern“.94 [...]
Storytelling (zu S) Wie in Kap. 3.5.5.2 bereits aufgezeigt wurde, wird die Segmentierung der Zielgruppe vermehrt über Marken-Themen bzw. Storytelling vorgenommen werden müssen. Der Erfolg von Marken wird in Zukunft davon abhängen, wie es ihnen gelingt, Geschichten zu erzählen, die den Konsumenten ansprechen und mit seinem Lebenskonzept korrespondieren. „Telling stories, imparting a feeling of authenticity, and offering interaction with products and a particular kind of experience – those things are going to be important for brands in the future”.88 Wichtig ist hierbei, wie glaubwürdig die Geschichte, die eine Marke erzählt, ist. Die Geschäftspraktiken der Markenartikler werden in diesem Kontext immer mehr in den Blickpunkt rücken und die Wahl für eine Marke zunehmend davon und nicht mehr nur von funktionalen oder Imageaspekten abhängen.89 Relevanz für eine neue Generation (zu I) „The key issue is always the issue of relevance for a new generation. American Express is fading. Ford is struggling”.90 Markenartikler müssen verstehen, welches Leben die Konsumenten, besser gesagt die potentiellen zukünftigen Konsumenten in zehn Jahren leben möchten. Eine Marke muss sich permanent erneuern und den Spagat zwischen Stabilität und Dynamik in der Markenführung meistern. Zurück in die Vergangenheit ist hierbei keine Antwort. Positive Beispiele hierfür sind MOTOROLA und GUCCI, die vor zwanzig Jahren etwas anderes waren als heute, die sich also permanent weiterentwickelt haben und heute erfolgreich sind. Mund-zu-Mund-Kommunikation (zu A) Welche viralen Markenstrategien werden als Alternative zur klassischen Werbekampagne in Zukunft von Bedeutung sein? Word-of-Mouth-Kommunikation. Mund-zu-MundPropaganda ist gewiss kein neues Instrument, um Bekanntheit und Glaubwürdigkeit zu erreichen, doch es ist das Instrument, das in Zukunft für die Markenkommunikation immer bedeutender werden wird. Angesichts von Bilanzfälschungen, Lebensmittelskandalen und tausenden TV-Spots pro Tag, wird die Information, die Konsumenten von Familie, Freunden und vertrauten Kollegen und Bekannten erhalten, zu einem immer wichtigeren Entscheidungsfaktor bzgl. des Konsums und der Markenwahl. Und die Mund-zu-MundPropaganda wird mit Hilfe der mobilen Kommunikation neue Formen annehmen. In Japan bspw. sind Jugendliche über eine spezielle Technologie namens NTT mobil miteinander verbunden. Entdecken sie ein besonderes Angebot beim Einkaufen, können sie es sofort an Ihre Freunde weitergeben. „It will be very, very important that companies get plugged into those sorts of networks, into those sorts of tribal systems“.91 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832473679
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Mode, Zukunft der Marke, Markenkult, Markenmanagement, Postmoderne



