Rohstoffe als eigenständige Asset-Klasse im Portfoliomanagement
Eine empirische Untersuchung unter Berücksichtigung makroökonomischer Faktoren
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Daniel Hoffmann
- Abgabedatum: September 2004
- Umfang: 71 Seiten
- Dateigröße: 588,5 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8485-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8485-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8485-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hoffmann, Daniel September 2004: Rohstoffe als eigenständige Asset-Klasse im Portfoliomanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Commodities, Asset-Allocation, Korrelationen, Gold
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Diplomarbeit von Daniel Hoffmann
Einleitung:
Während des Aktienbooms der 90er Jahre der v.a. durch die Technologie- und Internetbranche getragen wurde, flossen Großteile des Kapitals in diesen Bereich und es wurden erhebliche Überkapazitäten aufgebaut, während der Rohstoffsektor seinerzeit ein Schattendasein führte und unbeachtet blieb. Ursache dafür waren die vergleichsweise geringen Margen, die kaum Anleger veranlasste in Rohstoffwerte bzw. in Rohstoffe selbst zu investieren.
Ergebnis dieser Entwicklung war, dass in den letzten Jahren die Rohstoffproduzenten zum einen die Produktion deutlich rationalisierten und zum anderen ihre Explorationstätigkeiten stark reduzierten bzw. keine neuen Rohstoffvorkommen erschlossen. Einige Minen wurden mangels Rentabilität ganz geschlossen Der Salami-Crash an den Aktienmärkten seit dem Jahr 2000 deutet eine Trendwende an. Der Kapitalstrom wurde auf der Suche nach konstanten und weniger volatilen Kapitalanlagen zunächst schwerpunktmäßig in festverzinsliche Wertpapiere gelenkt, was sich auch als profitabel erwies, solange die Zinsen sanken und die Anleger entsprechende Kursgewinne verbuchten. Angesichts historisch niedriger Zinsen besteht aber nunmehr auch an den Bondmärkten wenig Kurspotential. Mittlerweile rückt eine bisher wenig beachtete Asset-Klasse, die Rohstoffe, in den Fokus der Wirtschaftsberichterstattung und der Anleger, nicht zuletzt auch wegen des Anstiegs der Rohstoffpreise seit Anfang vergangenen Jahres.
Ursache für den Preisanstieg der Rohstoffe ist das geschrumpfte Angebot, welches einer gestiegene Nachfrage gegenüber steht. Die Nachfrage der Industrienationen übte bisher den größten Einfluss auf die Rohstoffpreise aus. Die fortschreitende Industrialisierung der Emerging Markets, und hier insbesondere Chinas, führte zu einer verstärkten Rohstoffnachfrage, die nach wie vor anhält. Auf der Angebotsseite ist es allerdings nicht ohne weiteres möglich die Kapazitäten auszuweiten, denn zum Teil dauert es Jahre bis zur (Wieder-) Inbetriebnahme von Bergwerken. Die Aussichten auf weiter steigende Rohstoffnotierungen locken daher zunehmend mehr Investoren an.
Die Rahmenbedingungen für eine Anlage in Rohstoffe für deutsche Investoren waren bisweilen unattraktiv. Bis 1.1.1998 war der Rohstoffhandel, Edelmetalle ausgenommen, den Banken sogar ausdrücklich untersagt. Für viele Investoren hatte der Commodity-Sektor ohnehin ein anrüchiges Image. Die Scheu liegt in der Vergangenheit begründet, denn in den letzten Jahren wurden besonders Kleinanleger durch unseriöse Anbieter/Broker mit hohen Renditeversprechen in Warentermingeschäfte gelockt, bei dem sie aufgrund horrender Gebühren und des Einsatzes von großem Hebel viel Geld verloren. Doch Rohstoffhandel mittels Derivaten ist keine Erfindung der Neuzeit, denn bereits im 10. Jahrhundert wurden in Venedig Geschäfte über Rohstoffe abgeschlossen, die den heutigen Rohstoffkontrakten sehr ähnlich sind. Im Jahre 1570 wurde die erste Warenterminbörse, die „Royal Exchange“ gegründet.
Die Aufklärungsarbeit der Wirtschaftspresse und die Emission von Anlageprodukten seitens vieler Banken haben das Interesse der Anleger geweckt. Aber was spricht für Commodities als alternatives Investment und fester Bestandteil in der Asset-Allocation?
Unter dem Gesichtspunkt der Diversifikation spricht besonders die negative Korrelation zu anderen Assets wie Aktien und festverzinsliche Wertpapiere für ein Rohstoffinvestment.
Aber auch der Inflationsschutz rückt immer mehr in den Fokus. Da Inflation in den 90ern, einer Phase die von Disinflation geprägt war, kaum ein Thema war, waren Rohstoffe als Hedging- Instrument nicht gefragt. Die zunehmende Ausweitung der Geldmengen durch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken bergen jedoch die Gefahr, dass die Preissteigerungen nicht mehr nur in den Vermögensgegenständen stattfinden, sondern auch auf die Realwirtschaft in Form von höheren Konsumentenpreisen durchschlagen. Schutz davor bietet der Kauf von Rohstoff- Derivaten, quasi als Versicherungspolice gegen Inflation. Bei anderen Assets ist das nicht oder nur bedingt möglich, weil zwar auch deren Preise steigen, aber weitaus geringer als die Inflationsrate.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINE NEUE ÄRA FÜR ROHSTOFFINVESTMENTS | 1 |
| 1.1 | TRENDWENDE AM ROHSTOFFMARKT? | 1 |
| 1.2 | COMMODITIES ALS ASSET-KLASSE | 1 |
| 2. | ROHSTOFFPREISE ALS MAß FÜR DIE GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG | 3 |
| 2.1 | MARKTTEILNEHMER AN DEN ROHSTOFFMÄRKTEN | 3 |
| 2.2 | ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DEN SPOT- UND TERMINMÄRKTEN | 3 |
| 2.3 | ROHSTOFFINDIZES | 5 |
| 2.3.1 | GSCI | 6 |
| 2.3.2 | CRB-Index | 9 |
| 2.3.3 | Dow Jones AIG Index | 11 |
| 2.3.4 | Überblick und Fazit für die Indizes | 13 |
| 3. | STATISTISCHE GRUNDLAGEN | 16 |
| 3.1 | VORAUSSETZUNGEN | 16 |
| 3.2 | DISKRETE UND STETIGE VARIABLEN | 16 |
| 3.3 | SKALENARTEN | 17 |
| 3.4 | DARSTELLUNG MULTIVARIATER DATENSÄTZE | 17 |
| 3.5 | KORRELATION UND KORRELATIONSKOEFFIZIENT | 17 |
| 3.6 | VOLATILITÄT | 18 |
| 4. | ROHSTOFFE UND GESAMTWIRTSCHAFTLICHES UMFELD | 20 |
| 4.1 | ROHSTOFFPREISE UND KONSUMENTENPREISE BZW. PRODUZENTENPREISE | 20 |
| 4.2 | ROHSTOFFPREISE UND ZINSEN | 23 |
| 4.3 | ROHSTOFFE UND REALES GROSS DOMESTIC PRODUCT (GDP) | 27 |
| 4.4 | ROHSTOFFE UND WÄHRUNGEN | 29 |
| 4.5 | ROHSTOFFE UND AKTIEN | 32 |
| 4.6 | FAZIT | 34 |
| 5. | KORRELATIONSANALYSE EINZELNER COMMODITIES | 36 |
| 5.1 | ENERGIE | 36 |
| 5.1.1 | Einflussgrößen | 36 |
| 5.1.2 | Erdgas | 37 |
| 5.1.3 | Rohöl | 38 |
| 5.1.4 | Heizöl | 38 |
| 5.1.5 | Unverbleites Benzin | 38 |
| 5.2 | AGRARPRODUKTE | 39 |
| 5.2.1 | Einflussgrößen | 39 |
| 5.2.2 | Sojabohnen | 40 |
| 5.2.3 | Sojaöl | 40 |
| 5.2.4 | Mais | 41 |
| 5.2.5 | Weizen | 41 |
| 5.3 | VIEH/ FLEISCH | 42 |
| 5.3.1 | Einflussgrößen | 42 |
| 5.3.2 | Mastrinder | 42 |
| 5.3.3 | Schlachtrinder | 43 |
| 5.3.4 | Lebende Schweine | 43 |
| 5.4 | WEICHWAREN (SOFT COMMODITIES) | 44 |
| 5.4.1 | Einflussgrößen | 44 |
| 5.4.2 | Zucker | 44 |
| 5.4.3 | Kaffee | 45 |
| 5.4.4 | Kakao | 45 |
| 5.4.5 | Orangensaft | 45 |
| 5.4.6 | Baumwolle | 46 |
| 5.5 | EDELMETALLE (PRECIOUS METALS) | 46 |
| 5.5.1 | Einflussgrößen | 46 |
| 5.5.2 | Gold | 47 |
| 5.5.3 | Silber | 48 |
| 5.5.4 | Platin | 49 |
| 5.6 | INDUSTRIEMETALLE (BASE METALS) | 50 |
| 5.6.1 | Einflussgrößen | 50 |
| 5.6.2 | Kupfer | 51 |
| 5.6.3 | Aluminium | 51 |
| 5.6.4 | Blei | 51 |
| 5.6.5 | Zink | 52 |
| 5.6.6 | Nickel | 52 |
| 6. | EIGNUNG VON COMMODITIES IN DER ASSET-ALLOCATION | 54 |
| 6.1 | PREISENTWICKLUNG | 54 |
| 6.2 | DIVERSIFIKATION | 56 |
| 6.3 | LIQUIDER FUTUREHANDEL | 58 |
| 6.4 | FAZIT | 59 |
durchschnittlicher Lohnanstieg um 9,3 Prozent.14 Die Mehreinkommen und der soziale Aufstieg sind Grund für einen höheren Konsum sowohl bei Gebrauchs- als auch bei Luxusgütern, was eine höhere Nachfrage nach Industriemetallen, Softs, Getreide und auch Edelmetallen nach sich zieht und sich über die Rohstoffweltmärkte auch auf die "alten" Industrieländer auswirkt. Dadurch werden Vorprodukte verteuert und durch den starken Wettbewerb auf den z.T. gesättigten Märkten können die Produzenten ihre gestiegenen Kosten nicht auf die Verbraucher überwälzen. Die Folge sind weiter steigender Kostendruck auf die Unternehmen und geringere Gewinnmargen. Damit geht eine schwächere Investitionsneigung und letzten Endes negative konjunkturelle Impulse einher. Die Notenbanken, deren primäre Zielsetzung die Preisniveaustabilität ist, reagieren auf steigende Preise unter "normalen" Umständen mit einer Anhebung der kurzfristigen Zinsen. Das würde zu einer verringerten Kreditnachfrage, einer gebremsten Konjunktur und damit auch zu rückläufigen Preisen führen. Die Gefahr einer Rezession lässt eine Zinsanhebung seit dem Aktiencrash 2000 aus Sicht der Notenbank nicht zu, weil das einen wirtschaftlichen Abschwung verstärken würde. Daher stieg nach den massiven Zinssenkungen der Fed in den letzten Jahren die Geldmenge stark an und der Inflationsdruck in den Sach- und Vermögenswerten erhöhte sich. Da beide Erklärungsansätze gleichzeitig aufgetreten sind und sich gegenseitig verstärken, kann damit die Abweichung von der bisherigen Parallelität zwischen Rohstoffpreisen und Zinsen erklärt werden. Damit der bereits ungewöhnlich lang geöffnete Spread sich wieder verkleinert, kann angenommen werden, dass die Renditetiefststände zumindest bei den langfristigen Zinssätzen erreicht wurde und sich nun eine Phase von (stark) steigenden Zinsen anschließen wird. Abbildung 16: Reuters/ CRB Future Index vs. Rendite für 10-jährige T-Bonds [...]
Aufgrund dieser Regelmäßigkeiten können Rohstoffpreise ein Indikator für Zinsprognosen sein. Aus Abb. 14 wird deutlich, dass sich seit Anfang 2002 ein Spread geöffnet hat, welcher seither auseinander läuft. Während die Rohstoffpreise anstiegen, sind die Renditen am kurzen Ende weiter gesunken. Ursache kann zum einen der gestiegene Rohstoffbedarf der Emerging Markets und zum anderen die expansive Geldpolitik der Notenbanken sein. Beide Szenarien sollen nachstehend erläutert werden. Viele Emerging Markets, allen voran China, sind auf dem guten Weg sich zu modernen Industriestaaten zu entwickeln bzw. haben zum Teil diesen Sprung schon geschafft. Die positive wirtschaftliche Entwicklung führte zu stark steigenden Löhnen, z.B. in China im Jahr 2003 ein [...]
Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten wirken sich auch auf die Rentenmärkte aus. Eine wichtige Komponente des Zinses ist die Inflation bzw. die Inflationserwartung. Die im vorhergehenden Abschnitt betrachteten Konsumentenpreise wirken sich somit indirekt auf die Zinssätze aus. Wie stark der Zusammenhang zwischen Rohstoffen und Zinsen ist, wird im Folgenden untersucht. Aus den Abb. 14 und 16 lässt sich erkennen, dass sowohl bei den 3-Monats-Renditen der Tbills, als auch bei den Renditen der 10-jährigen T-Bonds ein Zusammenhang zwischen den Zinssätzen und den Rohstoffpreisen, gemessen am Reuters/CRB Future Index, besteht. Die Korrelationsanalyse zwischen den amerikanischen Renditen der Staatsanleihen und dem Reuters/CRB Future Index brachte folgende Ergebnisse: [...]
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Arbeit zitieren:
Hoffmann, Daniel September 2004: Rohstoffe als eigenständige Asset-Klasse im Portfoliomanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
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Commodities, Asset-Allocation, Korrelationen, Gold



