Röntgencomputertomographische Untersuchungen zum Einfluß von salzreichen Lösungen und Trockenphasen auf die Aggregat- und Makroporenstruktur verschiedener Bentonite
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Gunnar Wenzel
- Abgabedatum: Dezember 2000
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 8,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4784-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4784-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4784-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wenzel, Gunnar Dezember 2000: Röntgencomputertomographische Untersuchungen zum Einfluß von salzreichen Lösungen und Trockenphasen auf die Aggregat- und Makroporenstruktur verschiedener Bentonite, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Tomographie, Trocknung, Tonmineralogie, Computer
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Diplomarbeit von Gunnar Wenzel
Einleitung:
Bentonite werden aufgrund ihrer Fähigkeit, Wasser in die Zwischenschichten einzubauen und des damit verbundenen großen Quellvermögens häufig als Abdichtungsmaterial eingesetzt.
Diese Arbeit sollte die Risiken untersuchen, die durch Volumenverluste bei Austrocknung oder durch Einflüsse elektrolytreicher Lösungen für die Dichtwirkung der Bentonite entstehen können. Erstmals wurde dabei die Technik der Röntgen-Computertomographie (CT) zur zerstörungsfreien Erfassung der inneren Probenstrukturen angewendet.
Eine für diese Arbeit konstruierte neuartige Probenzelle erlaubte den zyklischen Wechsel von Aufsättigungs- und Austrocknungsphasen und die Erfassung der damit verbundenen Volumenänderungen unter einer in allen Versuchsphasen konstanten Auflast. Durch die CT-Tauglichkeit der Zelle konnten die zeitlichen und räumlichen Veränderungen der Probenstrukturen im Verlauf der Zyklen visualisiert werden, ohne diese Veränderungen zu beeinflussen.
Die einzelnen Versuchsphasen gliederten sich in:
- Aufsättigung mit demineralisiertem Wasser.
- Austrocknung bei 35°C.
- Wiederaufsättigung mit demineralisiertem Wasser / mit 0,1 molarer Calciumchloridlösung.
- Wiederaustrocknung bei 35°C.
Als Probenmaterial wurde ein natürlicher Natrium-Bentonit, ein natürlicher Calcium-Bentonit und ein sodaaktivierter Calcium-Bentonit eingesetzt.
Alle Bentonite erreichten in der Aufsättigungsphase eine volle Dichtwirkung, eine Durchströmung der Proben trat nicht ein. Der Natrium-Bentonit erreichte die erwartet hohen Quelldehnungs- und Wasseraufnahmewerte, gefolgt vom sodaaktivierten Bentonit und vom Calcium-Bentonit.
Durch die CT-Untersuchungen war es möglich, die während der Austrocknungs-phase auftretende radiale Schrumpfung der Proben zu erfassen und zu quantifizie-ren. Alle Proben zeigten dabei eine anfängliche Reduzierung des Durchmessers, bevor es beim sodaaktivierten Bentonit zum Aufreißen eine durchgehenden Zentral-risses kam. Auch der Natrium-Bentonit zeigte diesen Zentralriß sowie ein bis drei kleinere Nebenrisse.
Während der Wiederaufsättigungsphase wurde ein Teil der Proben mit demineralisiertem Wasser, ein anderer Teil der Proben mit 0,1 molarer Calcium-chloridlösung aufgesättigt. Bei allen Proben konnte mit Hilfe der CT-Untersuchungen die anfängliche Bildung eines engständigen durchgehenden Scherbruchgefüges aufgrund ungleichmäßiger Durchfeuchtung und Quellung. Bei der Aufsättigung mit Wasser konnte sowohl dieses sekundäre Scherbruch- als auch das primäre Trocken-rißsystem durch Quellung innerhalb von 24 Stunden wiederverschlossen werden. Die Wiederaufsättigung mit Calciumchlorid zeigte jedoch eine starke Einschränkung des Quellvermögens aller Bentonite durch Reduzierung der intrakristallinen und der osmotischen Quellung. Dieses reduzierte Quellvermögen reichte nicht aus, die primären Trockenrisse zu schließen, so daß eine konstante Durchströmung der Proben eintrat.
Ziel der Wiederaustrocknung war die Beantwortung der Frage, ob während der ersten Phasen aufgetretene Strukturen Schwächezonen im Probengefüge hinterlassen, an denen bei erneuter Austrocknung bevorzugt Risse entstehen können. Der Natrium- und er sodaaktivierte Bentonit zeigten dabei nur die Konservierung der primären Trockenrißstrukturen, der Calcium-Bentonit bildete mehrere kleinere Risse aus, die sehr gut mit dem Scherbengefüge der sekundären Scherbrüche korrelierten.
Ein für die Bewertung der Langzeitbeständigkeit von Bentonitabdichtungen wichtiges Ergebnis war die deutliche Volumenverringerung aller Bentonite im Verlauf der Aufsättigungs-Austrocknungs-Zyklen. Während der Aufsättigungsphase kommt es zu einer Mobilisierung der Tonmineralpartikel, die sich bei Austrocknung unter der Auflast und durch die vorhandene Wasserspannung deutlich besser einregeln. Sie erreichen somit eine höhere Lagerungsdichte und ein geringeres Volumen.
Die CT-Technologie hat sich im Verlauf dieser Arbeit als ein wertvolles Werkzeug für geotechnische Untersuchungen erwiesen. Nur durch ihren Einsatz war es möglich, sowohl die räumlichen als auch die zeitlichen Veränderungen der Probenstrukturen zu erfassen, ohne die randlichen Versuchsbedingungen verändern zu müssen, wie es bei herkömmlichen Strukturanalysen der Fall ist.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Bentonite | 2 |
| 2.1 | Allgemeines | 2 |
| 2.2 | Bentonite als Abdichtungsmaterial | 3 |
| 2.3 | Smectite | 5 |
| 2.3.1 | Genese von Bentoniten | 5 |
| 2.3.2 | Struktur der Smectite | 5 |
| 2.3.3 | Entstehung der Schichtladung | 7 |
| 2.3.4 | Morphologie der Smectite | 9 |
| 2.4 | Quellverhalten der Smectite | 10 |
| 2.4.1 | Aufnahme freien Wassers in Mikroporen | 10 |
| 2.4.2 | Innerkristalline Quellung | 10 |
| 2.4.3 | Osmotische Quellung | 12 |
| 2.5 | Sodaaktivierung von Bentoniten | 16 |
| 3. | Röntgencomputertomographie | 18 |
| 3.1 | Allgemeines | 18 |
| 3.2 | Spektrum der Röntgenstrahlung | 20 |
| 3.2.1 | Bremsstrahlung | 20 |
| 3.2.2 | Charakteristische Strahlung | 20 |
| 3.2.3 | Wärmestrahlung | 21 |
| 3.3 | Durchstrahlung von Materie | 22 |
| 3.3.1 | Adsorption | 23 |
| 3.3.2 | Streuung | 23 |
| 3.4 | Röntgencomputertomographie | 26 |
| 3.4.1 | Verfahrensweise | 26 |
| 3.4.2 | Röntgen-Computertomograph des Lehrstuhls für Ingenieur- und Hydrogeologie | 30 |
| 3.4.3 | Entstehungsschritte eines Tomogramms | 34 |
| 3.5 | Röntgencomputertomographie in den Geowissenschaften | 42 |
| 3.5.1 | Ermittlung der Dichte und des Wassergehalts von Böden | 43 |
| 3.5.2 | Beschreibung der Fluidbewegung in Böden | 43 |
| 3.5.3 | Erfassung von Porenräumen und –strukturen in Böden | 44 |
| 3.5.4 | Erfassung von Struktur und Textur magmatischer Gesteine | 45 |
| 3.5.5 | Untersuchung interner Versagensfälle in Böden | 47 |
| 3.5.6 | Erfassung von Diffusionskoeffizienten schwerer Ionen in wassergesättigten porösen Medien | 48 |
| 3.5.7 | Untersuchungen zur Porosität kristalliner Gesteine | 50 |
| 3.5.8 | Untersuchungen am Lehrstuhl für Ingenieur- und Hydrogeologie der RWTH Aachen | 50 |
| 4. | Konstruktion einer CT- Meßzelle zur Untersuchung von Volumenänderungen | 52 |
| 4.1 | Handhabung der Probenzelle | 57 |
| 4.1.1 | Kontrolle der Probenzelle | 57 |
| 4.1.2 | Probeneinbau | 57 |
| 4.1.3 | Trockenscan | 57 |
| 4.1.4 | Aufsättigung | 58 |
| 4.1.5 | Austrocknung | 59 |
| 4.1.6 | Wiederaufsättigung | 62 |
| 5. | Versuchsablauf | 63 |
| 5.1 | Probenmaterial | 63 |
| 5.2 | Untersuchungsablauf | 67 |
| 5.2.1 | Serie 1 | 67 |
| 5.2.2 | Serie 2 | 67 |
| 5.2.3 | Serie 3 | 68 |
| 6. | Darstellung und Diskussion der Ergebnisse | 69 |
| 6.1 | Aufsättigung mit demineralisiertem Wasser | 69 |
| 6.1.1 | Wasseraufnahme | 69 |
| 6.1.2 | Quelldehnung | 71 |
| 6.1.3 | CT-Untersuchungen | 72 |
| 6.2 | Austrocknung | 74 |
| 6.2.1 | Wasserabgabe | 74 |
| 6.2.2 | Volumenverlust | 75 |
| 6.2.3 | CT-Untersuchungen | 78 |
| 6.3 | Wiederaufsättigung mit demineralisiertem Wasser | 80 |
| 6.3.1 | Wasseraufnahme | 80 |
| 6.3.2 | Quelldehnung | 81 |
| 6.3.3 | CT-Untersuchungen | 82 |
| 6.4 | Wiederaufsättigung mit 0,1 molarer CaCl2-Lösung | 84 |
| 6.4.1 | Wasseraufnahme | 84 |
| 6.4.2 | Quelldehnung | 86 |
| 6.4.3 | CT-Untersuchungen | 88 |
| 6.5 | Wiederaustrocknung | 89 |
| 6.5.1 | Wasserabgabe | 89 |
| 6.5.2 | Volumenverlust | 90 |
| 6.5.3 | CT-Untersuchungen | 91 |
| 6.6 | Langzeitaufsättigung | 92 |
| 6.6.1 | Wasseraufnahme | 92 |
| 6.6.2 | Quelldehnung | 93 |
| 6.6.3 | CT-Untersuchungen | 93 |
| 7. | Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse | 94 |
| 8. | LITERATURVERZEICHNIS | 99 |
3.5.2 Beschreibung der Fluidbewegung in Böden Die oben erwähnte Abhängigkeit des Abschwächungskoeffizienten vom Wassergehalt eines Bodens, also die Änderung des dargestellten Grauwertes eines trockenen bzw. aufgesättigten Bodens, kann zur Darstellung der zeitlichen und räumlichen Ausbreitung einer Fluidfront innerhalb einer Bodenprobe verwendet werden. PETERS & HARDHAM (1990) führten Untersuchungen an einem gesiebten Sand mit einer durchschnittlichen Porosität von 36,2% durch und konnten dabei belegen, daß die Verdrängung von Erdöl durch Wasser aufgrund der unterschiedlichen Abschwächungskoeffizienten beider Medien mittels der Computertomographie zu erfassen ist. BAARDSEN et al. (1990) untersuchten ebenfalls die Ausbreitung von Wasser- und Ölströmungen innerhalb einer Sandsteinprobe, wobei das Ziel der Untersuchungen Diplomarbeit Gunnar Wenzel [...]
Da bei einer getrockneten Bodenprobe der Wassergehalt θw=0 ist, vereinfacht sich die Formel zu: µ = µs * ρt / ρs, so daß bei bei bekannter Dichte des Bodens der Abschwächungskoeffizient µs des Feststoffs, bzw. bei bekanntem Abschwächungskoeffizient µs des Feststoffs die Dichte des Bodens ermittelt werden kann. Das Ergebnis dieser Rechnung sind aber immer Durchschnittswerte, da auch eine getrocknete Bodenprobe meist einen heterogenen Aufbau, z. B. durch Korngrößenunterschiede oder eingeschlossene Luftporen, aufweist. Recht genaue Werte lassen sich jedoch bei Proben mit engeren Kornbändern und bekanntem Porenvolumen erzielen, wie TOLLNER et al. (1989) bei der Bestimmung des Wassergehaltes eines mittelgroben Sandes unter Verwendung der obigen Formel belegten (nach: MOLL, 1998). [...]
Die Computertomographie wird seit Anfang der achtziger Jahre in den Geowissenschaften vor allem in den Bereichen der Boden- und Lagerstättenkunde eingesetzt, da sie eine zerstörungsfreie Analyse interner Probenstrukturen, wie z. B. Poren, ermöglicht. In der Lagerstättenkunde, vor allem im Bereich der Erdölprospektion, sind gerade diesen effektiven Porenräume ein entscheidendes Kriterium zur Bewertung potentieller Speichergesteine. Im Bereich der Bodenkunde wird die Computertomographie vorwiegend zur Bestimmung von Dichte und Wassergehalt eines Bodens, zur Visualisierung des Porengefüges sowie zur Beschreibung von Boden-Wasser-Interaktionen herangezogen. Neuere Untersuchungen nutzen die CT-Technologie zur Beschreibung von internen Strukturen magmatischer Gesteine oder zur Darstellung von Versagensvorgängen bei Scherbeanspruchungen. Diplomarbeit Gunnar Wenzel [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832447847
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Tomographie, Trocknung, Tonmineralogie, Computer



