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Risikoprämien zweier Assetklassen eines Unternehmens

Risikoprämien zweier Assetklassen eines Unternehmens
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tina Guendling
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Aschaffenburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7258-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7258-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7258-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Guendling, Tina Mai 2002: Risikoprämien zweier Assetklassen eines Unternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Corporate Bond, Aktie, CAPM, APT, Wertpapier

Diplomarbeit von Tina Guendling

Einleitung:

Auf Grund des bereits seit Mitte der neunziger Jahre andauernden Trends eines niedrigen Realzinses suchen Anleger nach alternativen Investitionsmöglichkeiten, mit denen sie höhere Erträge erzielen können, als mit einer Bundesanleihe bester Bonität oder mit Pfandbriefen. Hohe Renditen versprechen die Anleihen der Schwellenländer oder in Fremdwährung emittierte Anleihen, aber oftmals ist mit dieser Rendite auch ein sehr hohes Risiko verbunden.

Eine durchaus attraktive Rendite bei überschaubarem Risiko wird den Käufern von Unternehmensanleihen geboten, denn die Unternehmen müssen für ihre im Vergleich zu Staatsanleihen etwas schlechtere Bonität Renditeaufschläge bezahlen, um sich Fremdkapital auf dem Rentenmarkt beschaffen zu können. Allerdings müssen die Unternehmen nicht nur bei der Fremdkapitalbeschaffung durch Anleihen Aufschläge zahlen, sondern auch bei der Eigenkapitalfinanzierung mittels der Ausgabe von Aktien.

Ob ein Zusammenhang zwischen den Renditeaufschlägen dieser beiden Assets besteht, ist Gegenstand dieser Arbeit. Es soll untersucht werden, wie eine Risikoprämie (Risk Premium) sowohl für den Aktien- als auch für den Rentenmarkt definiert werden kann und wie eventuell vorliegende Bewertungsdiskrepanzen identifiziert bzw. genutzt werden können. Hierzu müssen Indikatoren aufgespürt werden, die anzeigen, ob sich die Kurse der beiden Anlageklassen simultan bewegen oder ob einer der beiden Wertpapiermärkte dem anderen zeitlich vorausläuft. Zu erwarten wäre zumindest eine tendenzielle Entwicklung in die gleiche Richtung, schließlich stellen beide Wertpapierarten Ansprüche auf den gleichen Firmenwert dar und werden somit auch von den gleichen firmenspezifischen Gegebenheiten beeinflusst. Falls tatsächlich ein Hinweis existiert, dass der Aktienkurs dem der Anleihe vorausläuft oder vice versa, so könnte diese Information für eine profitable Investmentstrategie verwendet werden.

Ob und in welchem Ausmaß Aktien und Unternehmensanleihen eine höhere Rendite erzielen als eine Anlage in risikolosen Papieren, stellt aber nicht nur eine zentrale Frage des strategischen Asset Managements dar, sondern ist auch aus der Perspektive der Unternehmensfinanzierung von grundlegender Bedeutung. Schließlich bestimmt jene Rendite, welche die Eigenkapitalgeber als Verzinsung auf ihr eingesetztes Kapital erwarten, gleichzeitig die Eigenkapitalkosten des Unternehmens.

Gang der Untersuchung:

In dieser Diplomarbeit wird die Risikoprämie zweier Assetklassen eines Unternehmens untersucht. Dabei soll zum einen überprüft werden, ob die Aktie und die Anleihe eines Unternehmens fair bewertet sind und zum anderen, ob sich ein Zusammenhang in deren Kursentwicklung feststellen lässt. Hierzu werden zunächst einige theoretische Grundlagen, wie beispielsweise die Zielgröße eines Investments, die Performance, erläutert. Des Weiteren wird dargelegt, was unter einem Kapitalmarkt zu verstehen ist, welche Struktur er aufweist, welche potenziellen Finanzierungsformen über den Kapitalmarkt bestehen und wie diese bewertet werden können.

Im vierten Kapitel wird das zentrale Element vieler Asset Pricing Modelle, die Risikoprämie, behandelt und es wird dargelegt, wie diese sowohl für den Aktienmarkt als auch für den Rentenmarkt definiert werden kann. In diesem Zusammenhang wird auch ein Überblick über Studien zur Messung der Risikoprämie an Kapitalmärkten gegeben. Darüber hinaus widmet sich dieser Abschnitt der Diskussion um das „Equity Premium Puzzle“ von Mehra und Prescott. Es werden verschiedene Erklärungsansätze aufgeführt, die versuchen, der Frage nachzugehen, weshalb in den USA die langfristige Aktienrendite die Rentenrendite stärker übertrifft, als ökonometrische Modelle dies postulieren. Gegenstand des fünften Kapitels ist eine Fallstudie zur Messung der Risikoprämie zweier Wertpapierklassen eines Unternehmens, am Beispiel der France Télécom, der Heidelberg Cement sowie der IBM. Der formulierte Modelaufbau wird mittels einer Regressionsanalyse überprüft und deren Resultate werden abschließend interpretiert.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS VI
MANAGEMENT SUMMARY X
BILDVERZEICHNIS XI
TABELLENVERZEICHNIS XII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS XIII
FORMELVERZEICHNIS XV
1. EINLEITUNG 1
2. DIE PERFORMANCE ALS ZIELGRÖSSE EINER KAPITALANLAGE 3
2.1 Die Rendite 4
2.2 Das Risiko 5
2.2.1 Die Volatilität als Risikomaß 8
2.1.2 Die untere Semivarianz und die Semivolatilität 10
2.2.3 Der Shortfall risk 11
2.2.4 Der Value at Risk (VaR) 12
2.2.5 Der Korrelationskoeffizient 13
2.3 Die Liquidität 15
3. FINANZIERUNGSFORMEN EINES UNTERNEHMENS ÜBER KAPITALMÄRKTE 16
3.1 Der Kapitalmarkt 16
3.2 Aktien 18
3.2.1 Bewertungskonzepte einer Aktie 19
3.2.1.1 Der Barwertansatz 19
3.2.1.2 Das Capital Asset Pricing Modell (CAPM) 21
3.2.1.3 Die Arbitrage Pricing Theory (APT) 25
3.2.1.4 Die Option Pricing Theory (OPT) 27
3.3 Anleihen 29
3.3.1 Staatsanleihen 32
3.3.2 Unternehmensanleihen 32
3.3.3 Bewertungskonzepte einer Anleihe 34
3.3.3.1 Der Barwertansatz 34
3.3.3.2 Die Effektivzinsbestimmung 34
3.3.3.3 Die Zinsstrukturkurve 35
4. DIE RISIKOPRÄMIE 38
4.1 Definition und Problematik der Risikoprämie 38
4.2 Überblick über empirische Studien zur Messung der Risikoprämie 39
4.2.1 Realisierte Risikoprämien an internationalen Kapitalmärkten 39
4.2.2 Realisierte Risikoprämien am amerikanischen Kapitalmarkt 41
4.2.3 Realisierte Risikoprämien am deutschen Kapitalmarkt 42
4.3 Die Risikoprämie bei Aktien 43
4.3.1 Erklärungsansätze zur Risikoprämie: „The Equity Premium Puzzle“ 44
4.3.2 The Equity risk premium: A solution? 47
4.3.3 Kritik an den Lösungsansätzen 50
4.4 Die Risikoprämie bei Unternehmensanleihen 52
5. FALLSTUDIE: RISIKOPRÄMIEN ZWEIER ASSETKLASSEN EINES UNTERNEHMENS 56
5.1 Einleitung 56
5.2 Spezifikation des Modellaufbaus 57
5.2.1 Auswahl der Unternehmen 57
5.2.1.1 France Télécom 58
5.2.1.2 Heidelberg Cement 59
5.2.1.3 IBM 60
5.2.2 Definition der verwendeten Risikoprämie 61
5.2.3 Definition der verwendeten Aktienrendite 63
5.2.4 Definition der verwendeten Unternehmensanleiherendite 66
5.3 Theoretische Grundlagen zur Durchführung der einfachen Regressionsanalyse 66
5.3.1 Die Methode der kleinsten Quadrate 68
5.3.2 Die Stationaritätseigenschaft 69
5.3.3 Das Bestimmtheitsmaß 70
5.3.4 Der t–Test 71
5.3.5 Der Durbin–Watson–Test 73
5.4 Durchführung der Untersuchung 76
6. ZUSAMMENFASSUNG 82
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 84
ANLAGEN 89

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die unterschiedlichen Resultate lassen sich dadurch erklären, dass ein anderer Zeitraum untersucht wurde, aber auch dadurch, dass nicht der gleiche risikofreie Zins verwendet wurde. In einigen Untersuchungen wird ein Geldmarktzins und in anderen eine Staatsanleihe, mit einer Laufzeit von mehreren Jahren, zu Grunde gelegt. Eine andere Erklärung für die divergierenden Prämien ist deren mathematische Berechnung. Es gibt keine einheitliche Regelung, ob die Risikoprämie durch das geometrische oder arithmetische Mittel berechnet werden soll. Die arithmetische Methode unterstellt, dass die Gewinne am Ende eines Jahres entnommen werden, wohingegen bei der geometrischen Ermittlung davon ausgegangen wird, dass die Gewinne reinvestiert werden. Bei der geometrischen Durchschnittsrendite wird folglich eine langfristige 153 Anlagestrategie (Buy and Hold) unterstellt. Sie ist immer niedriger als die arithmetische und kann eine Verzerrung von ca. ein bis zwei Prozent154 punkten bewirken. Die genannten Gründe können die Ursache für die unterschiedlichen Ergebnisse sein, obwohl der gleiche Zeitraum ausgewertet wurde. So ermitteln beispielsweise Ibbotson (2000) und Shiller (2000) für den Zeitraum von 1926 bis 1998 eine Überschussrendite, die sich um 100 bp. unterscheidet. [...]

4.2.1 Realisierte Risikoprämien an internationalen Kapitalmärkten Dimson, Marsh und Staunton (2000) haben die historisch realisierten Risikoprämien von 1900 bis 2000 für verschiedene Länder untersucht. Sie definieren die Risikoprämie als Differenz aus der geometrischen Rendite 148 einer Aktie und der Rendite eines Treasury Bills , der in dem gleichem Land emittiert wurde, wie die Aktie. Erkenntnis dieser Studie war, dass die höchste Prämie für eine Investition am französischen Finanzmarkt (7,5 %) vergütet wurde, wohingegen die niedrigste Prämie in Dänemark (2,5 %) erzielt wurde. Der Durchschnitt beträgt 5,1 % und in den meisten Ländern lag der vergütete Risikobonus für die zweite Hälfte des Jahrhunderts erheblich über der zu Beginn des Jahrhunderts erzielten. Die Untersuchungsergebnisse werden anhand der beiden folgenden Grafiken zusammengefasst, wobei zu beachten ist, dass die Untersuchungsperiode am Schweizer Kapitalmarkt erst im Jahr 1911 beginnt und am dänischen erst 1915. Am deutschen Kapitalmarkt wurden die beiden Jahre 1922 und 1923 außer Acht gelassen. [...]

Einigkeit herrscht in der Finanzwirtschaft nur insofern über die o.g. Definition, als sich die Risikoprämie aus einem risikolosen Zins zuzüglich einer risikoadjustierten Prämie zusammensetzt. Bei diesem sehr weit gefassten Begriff ist problematisch, dass kein standardisiertes Verfahren zur Berechnung der Risikoprämie existiert. Fehlende Normen in Bezug auf die inhaltliche Zusammensetzung der Renditen, z.B. Bruttorenditen vs. Nettorenditen, Vorsteuerrenditen vs. Nachsteuerrenditen, aktive Rendite vs. Benchmarkrendite und auf das methodische Vorgehen, bspw. stetige vs. diskrete Renditen, arithmetische vs. geometrische Renditen, 146 können zu unterschiedlichen Risikoprämien führen. Darüber hinaus gibt es keine Regelung, welche Anforderungen die Benchmark erfüllen soll, 147 z.B. Laufzeit der risikofreien Anlage. [...]

Arbeit zitieren:
Guendling, Tina Mai 2002: Risikoprämien zweier Assetklassen eines Unternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Corporate Bond, Aktie, CAPM, APT, Wertpapier

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