Risikomanagementtheorie und -praxis am Beispiel der Deutschen Bank AG
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Catherina Gagsch
- Abgabedatum: Juli 2010
- Umfang: 40 Seiten
- Dateigröße: 2,0 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
- Bibliografie: ca. 25
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0413-5
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Gagsch, Catherina Juli 2010: Risikomanagementtheorie und -praxis am Beispiel der Deutschen Bank AG, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Risikomanagement, Deutsche Bank AG, Risikomanagementprozess, Risikoarten, Risikoanalyse
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Bachelorarbeit von Catherina Gagsch
Einleitung:
Risikomanagement bedeutet eigentlich, es mit der Zukunft und dem damit verbundenen Wandel aufzunehmen. Aufgrund der Tatsache, dass es gerade in letzten Jahren zu vielen Veränderungen in der Wirtschaft und speziell auch im Finanzsektor kam, nahm die Bedeutung des Risikomanagement entscheiden zu. Gründe dafür liegen zum Beispiel in der Globalisierung der Kapitalmärkte, der vor allen Dingen durch den technischen Fortschritt entstandenen Komplexität und Dynamik der Märkte, aber auch in der Zunahme der Unternehmenskrisen und -insolvenzen, als Folge der Veränderungen.
Besonders in einem Kreditinstitut übernimmt das Risikomanagement eine tragende Rolle. Denn im Rahmen der Geschäftsaktivität einer Bank ist das Übernehmen von Risiken unvermeidlich. So können zum Beispiel aufgrund der Finanzierungsfunktion der Bank Bonitätsrisiken entstehen, oder auch aufgrund von Auslandsgeschäftsaktivitäten Wechselkursrisiken auftauchen.
In der vorliegenden Arbeit soll im zweiten Abschnitt die Risikomanagementtheorie genauer beleuchtet werden. Dabei wird in besonderen auf die begriffliche Erklärung des Risikos, sowie auf den Risikomanagementprozess bestehend aus den Phasen Identifikation, Quantifikation/Bewertung und Risikostrategien eingegangen. Der dritte Abschnitt handelt schließlich von der praktischen Umsetzung, der in der Theorie beschriebenen Methoden. Als Beispiel dafür wurde die Deutsche Bank AG, als Investmentbank herangezogen. Dieser Abschnitt besteht aus einer kurzen Unternehmensvorstellung, sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen wie Basel II, einer Beschreibung der Organisationsstruktur des Risikomanagements sowie der eingehenden Analyse des Risikomanagementprozesses anhand des Kreditrisikos, des Marktrisikos, des operationellen Risikos und des Liquiditätsrisikos.
Dabei ist das Ziel, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Theorie und Praxis herauszuarbeiten und die genaue Umsetzung der Theorie in die Praxis zu betrachten.
Frage ist also: Wie setzt die Deutschen Bank AG, den in der Theorie beschriebenen Risikomanagementprozess, dies in ihren Risikomanagement um?
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 5 |
| 2. | Risikomanagementtheorie | 6 |
| 2.1 | Der Begriff des Risikos | 6 |
| 2.1.1 | Risikoauffassungen | 7 |
| 2.1.2 | Risikoarten | 8 |
| 2.1.3 | Risikowahrnehmung | 11 |
| 2.2 | Der Risikomanagementprozes | 12 |
| 2.2.1 | Überblick des Regelkreislaufs | 12 |
| 2.2.2 | Risikoanalyse | 13 |
| 2.2.2.1 | Identifikation | 13 |
| 2.2.2.2 | Quantifikation | 14 |
| 2.2.2.3 | Bewertung | 17 |
| 2.2.3 | Risikostrategien | 18 |
| 2.2.3.1 | Aktive Risikostrategien | 19 |
| 2.2.3.1 | Passive Risikostrategien | 20 |
| 3. | Deutsche Bank AG | 21 |
| 3.1 | Unternehmensvorstellung | 21 |
| 3.2 | Gesetzliche Rahmenbedingungen | 22 |
| 3.3 | Risikomanagement | 24 |
| 3.3.1 | Organisation und Steuerungsinstrumente | 24 |
| 3.3.2 | Analyse | 27 |
| 3.3.2.1 | Kreditrisiko | 27 |
| 3.3.2.2 | Marktrisiko | 29 |
| 3.3.2.3 | Operationelles Risiko | 32 |
| 3.3.2.4 | Liquiditätsrisiko | 33 |
| 4. | Schlussfolgerung | 34 |
| 5. | Literatur | 36 |
Textprobe:
Kapitel 2.2.3.1, Aktive Risikostrategien:
Die an dieser Stelle wichtigsten Risikostrategien, die angesprochen werden sollen, sind Risikovermeidung, Schadenverhütung und -herabsetzung sowie Risikodiversifikation und -kompensation.
Die extremste Maßnahme stellt dabei die Risikovermeidung dar. Sie schließt das Risiko gänzlich aus, indem sie die Eintrittswahrscheinlichkeit gleich Null setzt. Für eine Bank könnte dies beispielsweise einen kompletten Rückzug aus einem bestimmten Land bedeuten. In der Praxis findet diese Strategie eher selten Anwendung, da zu meistens bessere Alternativen bestehen. Ein weiterer Grund für die geringe Anwendung ist die daraus folgende eingeschränkte Geschäftsaktivität. Denn mit der Risikovermeidung werden nicht nur Risiken ausgeschlossen, sondern es entfallen auch Chancen, die die Ertragslage verbessern könnten. Dies stellt selbstverständlichen einen erheblichen Nachteil dieser Strategie dar.
Die Risikominderung teilt sich in zwei Bereiche. Der eine zielt darauf ab, die Eintrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren, der Andere hat das Ziel, das Schadenausmaß herabzusetzen. Beide Möglichkeiten sollen zur Folge haben, dass das Risiko für die Bank vertretbar geworden ist. Dabei könnte als Beispiel zur Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos die Schadenverhütung angeführt werden. Hier werden Maßnahmen angewandt, die beispielsweise darauf abzielen, das Personal zu schulen. Somit könnte zum Beispiel das operationelle Risiko verringert werden, dass gerade im Banksenktor von besonderer Bedeutung ist. Denn beispielsweise bei der Vergabe von Krediten können Fehler einzelner Mitarbeiter enorme Auswirkungen nach sich ziehen.
Die Schadenherabsetzung bezieht sich hingegen lediglich darauf, zweckvolle Bestimmungen zu entwickeln, die die Wirkung des jeweiligen Risikos reduzieren. Indem der Kreditnehmer beispielsweise Sicherheiten aufweisen muss, sodass sein Kredit genehmigt wird, würde unter die Schadenherabsetzungsmaßnahmen fallen.
Risikodiversifikation ist ein weiteres häufig angewendetes Mittel, um den Verlust zu mindern. Das Prinzip der Diversifikation zielt auf eine Spaltung des Gesamtrisikos in einzelne Teilrisiken ab. Dabei soll die Kombination von Teilrisiken in der Summe von Schadenausmaß her größer sein, als das Gesamtrisiko nach der Diversifikation. Denn durch die Separation wird bewirkt, dass bei Auftreten des Risikos nur noch einzelne Teilrisiken betroffen sind. Somit findet eine Art Risikoausgleich statt, der das Gesamtrisiko mindert. Die Teilrisiken aus dem das Gesamtrisiko zerlegt wird, sollten unabhängig voneinander sein, damit dieser Risikoausgleich besser erfolgen kann.
Eine ähnliche Form der Risikodiversifikation stellt die Risikokompensation dar. Grundgedanke ist hier der Risikoposition, die gemindert werden soll, eine möglichst komplett entgegen wirkende Risikoposition gegenüber zu stellen. Daraus resultierend erfolgt der Effekt des Ausgleiches, indem die eine Position steigt und die andere fällt.
Passive Risikostrategien:
Risikostrategien, die an dieser Stelle näher beleuchtet werden sollen, sind Risikoakzeptanz bzw. -vorsorge und Risikoübertragung.
Alle diese Strategien haben gemeinsam, dass sie weder die Eintrittswahrscheinlichkeit noch das Schadenausmaß antasten. Sie sollen lediglich das eingetretene Risiko auffangen. Dies kann beispielsweise mit der bewussten Risikoakzeptanz erfolgen. Mit dieser Strategie wird das entsprechende Risiko akzeptiert, da es weder verringert noch ausgeschlossen werden kann. Somit sollen für diese identifizierten Risiken Finanzierungsmöglichkeiten entwickelt werden, die im Falle eines Eintrittes dafür Sorge tragen, dass der Fortbestand der Bank nicht gefährdet wird. Die in der Bewertung als kleinere Risiken eingestuft wurden, werden dabei aus den laufenden Zahlungsströmen finanziert und für die bedrohlicheren Risiken werden Reserven gebildet. Dabei könnte eine Bank beispielsweise selbst Rückstellungen bilden oder auch Verluste mit hinreichend Eigenkapital unterlegen.
Eine zweite Methode ist die Risikoübertragung. Dabei wird einem externen Risikoträger (z.B. einem Versicherer) die Konsequenz des Risikos übertragen, sodass dieser bei Eintritt den im Vertrag bestimmen Schaden übernimmt. Somit sind Risiken, die ein höheres Schadenausmaß aufweisen als im Vertrag vereinbart, nicht abgedeckt. Als Gegenleistung muss der entsprechende Vertragspartner ein Entgelt zahlen, dass im Gegensatz zum Schaden Sicherheit und Regelmäßigkeit aufweist.
In diese Strategie fallen aber auch die so genannten derivativen Finanzinstrumente wie Optionen, Swaps und Termingeschäfte. Dabei erhält der Käufer einer Option beispielsweise das Recht ein bestimmtes Gut zu dem im Voraus vereinbarten Preis zu einem späteren Zeitpunkt erwerben oder veräußern zu können. Allerdings stellt dies lediglich eine Möglichkeitund keine Verpflichtung zur Ausübung dar. Damit kommt es an dieser Stelle zu einem Risikotransfer, der vom Käufer auf den Verkäufer erfolgt. Dieser übernimmt mithilfe der Option beispielsweise Marktrisiken, wie Veränderung der Zinssätze. Aber auch Swaps stellen ein beliebtes Instrument der Risikoübertragung dar. Bei dieser Finanzierungstechnik handelt es sich zu meist um einen Austausch von variablen zu festen Zahlungen. Dabei kann man zwischen den Zinsswaps und den Währungsswaps unterscheiden.Mithilfe dieser beiden Arten können z.B. Zinsänderungsrisiken oder auch Währungsrisiken übertragen werden. Gerade die derivativen Finanzinstrumente werden im Banksenktor häufig angewendet und sind deswegen ein wichtiges Instrument im Risikotransfer.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842804135
Arbeit zitieren:
Gagsch, Catherina Juli 2010: Risikomanagementtheorie und -praxis am Beispiel der Deutschen Bank AG, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Risikomanagement, Deutsche Bank AG, Risikomanagementprozess, Risikoarten, Risikoanalyse



