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Wieviel Risiko darf es sein?

Eine empirische Analyse des Einflusses der Risikowahrnehmung und -akzeptanz auf den Reiseentscheidungsprozess

Wieviel Risiko darf es sein?
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Sina Bernhard
  • Abgabedatum: Juni 2010
  • Umfang: 151 Seiten
  • Dateigröße: 10,2 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Fachhochschul-Studiengänge der Wiener Wirtschaft GmbH Österreich
  • Bibliografie: ca. 77
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0629-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bernhard, Sina Juni 2010: Wieviel Risiko darf es sein?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tourismus, Unsicherheit, Gefahr, Reiseerfahrung, Urlaub

MA-Thesis / Master von Sina Bernhard

Einleitung:

Im Tourismus kommt dem Sicherheitsaspekt eine zentrale Bedeutung zu. In Anbetracht der Zunahme von terroristischen Anschlägen, Naturkatastrophen, kriegerischen Auseinandersetzungen und gesundheitlichen Risiken gewinnt diese Thematik auch für den Tourismus eine immer stärkere Bedeutung.

Die vorliegende Arbeit befasst sich vor diesem Hintergrund mit dem Einfluss der Risikowahrnehmung und -akzeptanz seitens der Reisenden auf den Reiseentscheidungsprozess bei Auslandsreisen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen Kunden von Reiseveranstalter. Mittels einer quantitativen Befragung wird analysiert, wie die individuelle Risikowahrnehmung und -akzeptanz auf das Reiseverhalten wirken. Untersucht werden sollen dementsprechend die verschiedenen Einflussgrößen der Wahrnehmung und Akzeptanz von Risiko, die Einschätzung des internationalen Tourismus vor allem hinsichtlich exemplarisch ausgewählter Risikoarten unserer Zeit, die Bedeutung von Sicherheit im Zielgebiet sowie die Haltung gegenüber und Akzeptanz von Sicherheitsvorkehrungen.

Anhand dieser Untersuchung konnten signifikante Unterschiede im Reiseverhalten zwischen riskoaversen und risikoaffinen Reisenden identifiziert werden. Zudem waren Differenzen bei der Beurteilung von Konsequenzen negativer Ereignisse sowie bezüglich der Wahrnehmung des internationalen Tourismus festzustellen.

Die gewonnenen Resultate der geleisteten empirischen Untersuchung offerieren ferner die Möglichkeit zur Gestaltung zielgruppenorientierter Reiseangebote für Anbieter.

Inhaltsverzeichnis:

TABELLENVERZEICHNIS V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VIII
1. EINLEITUNG 1
1.1 AUSGANGSLAGE - BEDEUTUNG VON SCHUTZ UND SICHERHEIT IM TOURISMUS 1
1.2 ZIELSETZUNG 9
1.3 ARGUMENTATIONSGANG 10
2. BEGRIFFLICHKEITEN UND TERMINOLOGISCHE ABGRENZUNGEN 12
2.1 RISIKO 12
2.2 INTERDISZIPLINÄRE SICHTWEISE 13
2.2.1 Psychologische Sichtweise 13
2.2.2 Entscheidungstheoretische Sichtweise 14
2.3 ABGRENZUNG DES BEGRIFFES RISIKO 14
2.3.1 Risiko vs. Unsicherheit 14
2.3.2 Risiko vs. Gefahr 15
2.4 SUBJEKTIVE VS. OBJEKTIVE WAHRSCHEINLICHKEIT 16
2.5 RISIKOARTEN 17
2.5.1 Relevante Risiken der Untersuchung 18
3. RISIKOWAHRNEHMUNG 19
3.1 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE RISIKOWAHRNEHMUNG 19
3.1.1 Quantitative Risikofaktoren 19
3.1.2 Qualitative Risikofaktoren 21
3.1.3 Sozio-demografische Faktoren 21
3.1.4 Psychografische Faktoren 22
3.1.4.1 (Internationale) Reiseerfahrung und Schadenserfahrung 23
3.1.4.2 Urlaubsmotive 23
3.1.4.2.1 Motivation zur Risikominimierung 24
3.1.4.3 Einstellungen und Präferenzen 24
3.1.4.4 Selbstkonzept bzw. Selbst-Image 25
3.1.4.4.1 Selbstkonzept im Tourismus 26
3.1.4.4.2 Bildung von Destinations-Images 27
3.1.4.4.3 Bewertung der Selbst-Image Product-Image Kongruenz 28
3.1.5 Soziale Faktoren 28
3.1.6 Soziokulturelle Faktoren 29
4. RISIKOPROZESS 31
4.1 INDIVIDUELLE RISIKOAKZEPTANZ 32
4.1.1 Verhalten zur Reduzierung der Risikowahrnehmung 33
5. (REISE-)ENTSCHEIDUNGSPROZESS 34
5.1 ARTEN VON KAUFENTSCHEIDUNGSPROZESSEN 34
5.1.1 Bedeutung für den Tourismus 34
5.2 ALLGEMEINER KAUFENTSCHEIDUNGSPROZESS 35
5.3 EINFLUSS VON RISIKOWAHRNEHMUNG UND -AKZEPTANZ AUF DEN REISEENTSCHEIDUNGSPROZESS 35
6. GRUNDLAGEN DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG 38
6.1 UNTERSUCHUNGSDESIGN 38
6.2 ZIEL DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG 38
6.3 STATISTISCHE GRUNDLAGEN 39
6.3.1 Signifikanzniveau und Irrtumswahrscheinlichkeit 39
6.3.2 Häufigkeiten 39
6.3.3 Korrelation und Kreuztabelle 40
6.3.4 Varianzanalyse 40
6.3.5 Diskriminanzanalyse 40
6.3.6 Faktorenanalyse 40
7. QUANTIFIZIERUNG DER EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE RISIKOAKZEPTANZ 41
7.1 INDIKATOR ZUR BESTIMMUNG DER EINZELNEN GRUPPEN 41
7.2 ÜBERPRÜFUNG DER EINFLUSSFAKTOREN 41
8. CHARAKTERISIERUNG DER ZIELGRUPPEN 43
8.1 ZIELGRUPPEN UND ZIELGRUPPENGRÖßE 43
8.1.1 Die risikoaversen Reisenden ~ 12 % 43
8.1.2 Die tendenziell (/ eher) risikoaversen Reisenden ~ 54 % 43
8.1.3 Die tendenziell (/ eher) risikofreudigen Reisenden ~ 28 % 43
8.1.4 Die risikofreudigen Reisenden ~ 6 % 43
8.2 DURCHSCHNITTSWERTE DER EMPIRISCHEN ERHEBUNG 45
8.3 DIE RISIKOAVERSEN REISENDEN 45
8.3.1 Reiseerfahrung 45
8.3.2 Risikowahrnehmung 46
8.3.3 Selbst-Image 46
8.3.4 Einstellung zur Urlaubsvorbereitung 46
8.3.4.1 Informationsquellen 47
8.3.5 Reiseorganisation 48
8.3.6 Einstellung zu Sicherheit 48
8.3.7 Urlaubsmotive 49
8.3.8 Touristentypen 50
8.3.9 Zusammenfassende Betrachtung 50
8.4 DIE TENDENZIELL (EHER) RISIKOAVERSEN REISENDEN 52
8.4.1 Reiseerfahrung 52
8.4.2 Risikowahrnehmung 52
8.4.3 Selbst-Image 52
8.4.4 Einstellung zur Urlaubsvorbereitung 53
8.4.4.1 Informationsquellen 53
8.4.5 Reiseorganisation 54
8.4.6 Einstellung zur Sicherheit 54
8.4.7 Urlaubsmotive 55
8.4.8 Touristentypen 55
8.4.9 Zusammenfassende Betrachtung 56
8.5 DIE TENDENZIELL (EHER) RISIKOFREUDIGEN REISENDEN 57
8.5.1 Reiseerfahrung 57
8.5.2 Risikowahrnehmung 57
8.5.3 Selbst-Image 58
8.5.4 Einstellung zu Urlaubsvorbereitung 58
8.5.4.1 Informationsquellen 58
8.5.5 Reiseorganisation 59
8.5.6 Einstellung zu Sicherheit 60
8.5.7 Urlaubsmotive 60
8.5.8 Touristentypen 61
8.5.9 Zusammenfassende Betrachtung 61
8.6 DIE RISIKOFREUDIGEN REISENDEN 63
8.6.1 Reiseerfahrung 63
8.6.2 Risikowahrnehmung 63
8.6.3 Selbst-Image 64
8.6.4 Einstellung zu Urlaubsvorbereitung 64
8.6.4.1 Informationsquellen 65
8.6.5 Reiseorganisation 66
8.6.6 Einstellung zu Sicherheit 66
8.6.7 Urlaubsmotive 66
8.6.8 Touristentypen 67
8.6.9 Zusammenfassende Betrachtung 68
9. VERGLEICH DER GRUPPEN 69
9.1 VERGLEICH DER REISEERFAHRUNG 70
9.1.1 Schadenserfahrung 72
9.2 VERGLEICH DER RISIKOWAHRNEHMUNG 73
9.3 VERGLEICH DES SELBST-IMAGES 75
9.4 VERGLEICH DER EINSTELLUNG ZUR URLAUBSVORBEREITUNG 78
9.4.1 Die Urlaubsvorbereitung 78
9.4.2 Vergleich der Informationsquellen bei Risiken 81
9.5 VERGLEICH DER REISEORGANISATION 83
9.6 VERGLEICH DER EINSTELLUNG ZU SICHERHEIT 84
9.6.1 Zusammenhang zwischen Präferenz, Sicherheit und Wissen 86
9.7 VERGLEICH DER URLAUBSMOTIVE 88
9.8 VERGLEICH VON VERHALTENSMAßNAHMEN DER VIER ZIELGRUPPEN BEI RISIKEN WÄHREND DER REISEENTSCHEIDUNG 91
10. ZUSAMMENFASSUNG 94
11. TOURISTISCHE RELEVANZ 99
11.1 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR REISEVERANSTALTER 101
11.1.1 Empfehlungen für die risikoaversen Reisenden 102
11.1.2 Empfehlungen für die tendenziell (/eher) risikoaversen Reisenden 104
11.1.3 Empfehlungen für die tendenziell (/eher) risikofreudigen Reisenden 105
11.1.4 Empfehlungen für die risikofreudigen Reisenden 107
12. SCHLUSSFOLGERUNG 109
12.1 LIMITS DER ARBEIT 110
LITERATURVERZEICHNIS 111
ANHANG 118

Textprobe:

Kapitel 8.2, DURCHSCHNITTSWERTE DER EMPIRISCHEN ERHEBUNG:

In diesem Abschnitt der Arbeit werden die sozio-demografischen Durchschnittswerte der Untersuchung in konziser Form erläutert, um sich von den einzelnen Gruppen leichter ein Bild machen zu können.

Der Anteil der männlichen Reisenden liegt bei 50,8 %, der der weiblicher bei 49,2 %. Das Durchschnittswertalter ist 52 Jahre, das monatliche Netto-Haushaltseinkommen liegt zwischen EUR 2.500,- und EUR 2.999,-. Etwas über ein Drittel der Befragten lebt in ländlicheren Regionen Österreichs, die anderen zwei Drittel in der Stadt bzw. Vorstadt. Die Reisenden verreisen im Durchschnitt ca. zweimal im Jahr in das europäische Ausland und alle zwei Jahre einmal in das außereuropäische Ausland.

8.3, DIE RISIKOAVERSEN REISENDEN:

Das Durchschnittsalter dieser Gruppe liegt mit 54 Jahren knapp über dem Durchschnittswert aller Befragten. Der Anteil von Frauen mit 54 % gegenüber Männern mit 46 % zeigt einen etwas höheren Frauenanteil dieser Gruppe. Mehr als die Hälfte hat ein Bildungsniveau erreicht, dass keine Matura einschließt. Insgesamt weisen über 80 % der Reisenden als höchste abgeschlossene Ausbildung eine Höhere Schule mit Matura oder darunter auf. Knapp ein Drittel verdient zwischen EUR 1.500,- und EUR 1.999,-. Weitere 20 % verdienen weniger als EUR 1.500,-. Ein Drittel der risikoaversen Reisenden lebt mit einem oder mehreren Kindern in einem Haushalt zusammen, wobei ein wenig mehr als die Hälfte in der Stadt oder Vorstadt lebt.

Am häufigsten verreist diese Gruppe mit ihrem Partner. Aber auch Freunde (48 %) und Kindern (19 %) wurden von diesen Probanden als Reisebegleitung angegeben. Alleine unternehmen die risikoaversen Reisenden selten Reisen.

8.3.1, REISEERFAHRUNG:

Die Befragten dieser Gruppe verreisen im Durchschnitt einmal pro Jahr ins europäische Ausland. Reisen in Länder außerhalb Europas werden im Durschnitt einmal alle drei Jahre unternommen. 27 % reisen seltener als alle drei Jahre in außereuropäische Länder und weitere 27 % tun dies überhaupt nicht. Die bisherigen Reiseerfahrungen fallen bei dieser Gruppe damit unterdurchschnittlich aus, zumal sich Auslandsreisen fast ausschließlich auf West- und Osteuropa beschränken.

8.3.2, RISIKOWAHRNEHMUNG:

Bei der Beurteilung des internationalen Tourismus vertreten 40 % die Ansicht, dass das Reisen in den letzten zehn Jahren an sich gefährlicher geworden sei, 37 % haben eine neutrale Meinung zu dieser Aussage.

Die Wahrscheinlichkeit, eine Naturkatastrophe oder eine ernsthaften Erkrankung während des Urlaubs zu erleben, wurde neben den anderen Risiken – Terrorismus, pol./ soz. Unruhen – am höchsten bewertet. Politische oder soziale Unruhen werden im Vergleich dazu eher als unwahrscheinlich wahrgenommen. Über die Konsequenzen negativer Ereignisse zeigen sich die risikoaversen Reisenden überaus besorgt, allen voran in Bezug auf terroristische Anschläge.

8.3.3, SELBST-IMAGE:

Obwohl sich die Gruppe der Risikoaversen selbst als zurückhaltend einschätzt und die Befragten lieber mit solchen Menschen zusammen sind, die sie kennen, gaben trotzdem ca. 40 % von ihnen an, im Urlaub lieber Einheimische als Touristen kennenzulernen. Nichtsdestotrotz macht diese Zielgruppe gerne Bekanntschaften mit anderen Touristen oder bleibt mit der Reisebegleitung unter sich.

Das relative Desinteresse an oder die Angst vor anderen Kulturen resultiert darin, dass 60 % der Reisenden angaben, lieber in Regionen mit ähnlicher oder vertrauter Kultur (im Vergleich zum Herkunftsland Österreich) zu reisen. Diese Gruppe sieht sich selbst nicht als Entdecker oder Trendsetter und zieht es vor, in Regionen Urlaub zu machen, in denen schon Personen waren, die sie persönlich kennen.

Ihr Urlaub verläuft weitgehend ruhig. Gerade einmal 10 % der Befragten dieser Gruppe äußern den Wunsch nach Abwechslung und Aktivität während ihres Urlaubs, wogegen über 80 % auf Ruhe und Entspannung sinnen und sich im Urlaub primär erholen möchten.

8.3.4, EINSTELLUNG ZUR URLAUBSVORBEREITUNG:

Die Urlaubsvorbereitung spielt bei der Gruppe der risikoaversen Reisenden eine essentielle Rolle. Drei Viertel der Reisenden möchten nach eigener Aussage nichts dem Zufall überlassen und planen ihre Reiseroute komplett im Voraus. Ebenfalls werden von über 55 % der Risikoaversen sämtliche Unternehmungen und Touren vollständig vor Urlaubsantritt gebucht bzw. organisiert, so dass für den Urlaub selbst keine Fragen offenbleiben. Das Bedürfnis, sich grundlegend über die gewählte Urlaubsdestination zu informieren und dementsprechende Urlaubsvorbereitungen zu treffen, ist als hoch zu bewerten.

Die Urlaubsplanung beginnt bei über 60 % der Reisenden zwischen dem dritten und ersten Monat vor Urlaubsbeginn, sofern die Reise in eine ihnen bekannte Destination führt. Weitere 24 % beginnen mit der Planung bereits sechs bis vier Monate vor Reiseantritt. Falls die Reise jedoch in eine neue, unbekannte Destination geht, so beginnen knapp 40 % der Reisenden vier bis sechs Monate im Voraus mit der Reisevorbereitung.

Arbeit zitieren:
Bernhard, Sina Juni 2010: Wieviel Risiko darf es sein?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tourismus, Unsicherheit, Gefahr, Reiseerfahrung, Urlaub

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