Richard Wagner - Strasse
Wagners Einfluss auf Hitler und die Nationalsozialisten
- Art: Seminararbeit
- Autor: Jerry Dreifuss
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 65 Seiten
- Dateigröße: 3,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität St. Gallen Schweiz
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4882-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4882-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4882-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dreifuss, Jerry Mai 2001: Richard Wagner - Strasse, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bayreuth, Hitler, Richard Wagner, Drittes Reich, Wagner
In den Warenkorb
48,00 €
Seminararbeit von Jerry Dreifuss
Einleitung:
Soeben hat das israelisch Parlament entschieden, dass Richard Wagners „Walküre“ nicht in Jerusalem aufgeführt werden darf. Die gleiche Musik in Israel zu spielen, die den Juden auf Ihrem Weg in die Gaskammer vorgespielt worden sei, käme einer Ausschwitzlüge gleich. Diese Aussage ist kein Einzelfall. Seit dem Ende des 2. Weltkriegs ist wohl mit keinem anderen Komponisten in derart ambivalenter Weise umgegangen worden, wie dies mit Richard Wagner geschah und immer noch geschieht. Wagner, Hitler und das Dritte Reich werden oft in einem Atemzuge genannt und das, obwohl Richard Wagner bereits im Jahre 1883, also Jahrzehnte vor Hitlers Machtergreifung 1933, gestorben war. Wie ist dies möglich? Wie kann man einen Zusammenhang zwischen dem musikalischen Nachlass eines Künstlers und der Massenvernichtungspolitik der Nationalsozialisten herstellen? Darf man ein solches Zusammenwirken überhaupt thematisieren? War Hitler durch Wagners Musik beeinflusst worden und wie gross und entscheidend war ein allfälliger Einfluss des Komponisten und seiner Musik auf den „Führer“? Welche Rolle kommt der Musik Wagners in der Musikpolitik des „Unternehmens“ Drittes Reich zu? Die folgende Arbeit versucht anhand der Musik, Person und Familie von Richard Wagner diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
Neben den für einen Komponisten wie Richard Wagner üblichen Rezeptionen und der auf dessen Musikstil ausgerichteten Literatur, findet sich eine grosse Menge an Texten, die sich nicht (nur) mit der Musik Wagners auseinandersetzen, sondern viel eher mit der Wirkung dieser Musik, sowie der politischen Schriften des Komponisten und deren Wirkung auf das Handeln der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Einige dieser Texte rücken den Komponisten Wagner in ein braunes Licht und klagen ihn als Urheber der Massenvernichtungsidee an, wie sie später von Hitler vollzogen wurde. Andere sehen ihn „lediglich“ als Verbreiter brauner Gedanken in der Anfangsphase des Umbruchs in Deutschland um die Jahrhundertwende. Wieder andere weisen all diese Argumente vehement zurück und lassen zumindest am musikalischen Schaffen Wagners kein nationalistisches oder gar antisemitistisches Element gelten. Sie verlangen eine klare Trennung von Person und Musik, sehen die Musik als etwas Freies an, das von jedem auf eigene Weise interpretierbar ist und daher frei sein muss von jeglicher politischer Aussagekraft. Wieder andere rücken den politischen Wagner ins Licht ihrer Kritik und finden es untragbar, dass die Musik von einem antisemitischen Künstler nach dem Vollzug des 2. Weltkriegs noch gespielt wird. Am Anfang eines neuen Jahrtausend befinden wir uns also in einem kaum überschaubaren Dickicht von Argumenten für und gegen die Person und das Schaffen Richard Wagners. Wo. die „Richard Wagner - Strasse“ überall durchgeführt hat und wer darauf gefahren ist scheint unklar.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, gleich einem „Scheinwerfer“ etwas Licht in dieses Dickicht zu bringen. So sollen die verschiedenen Argumente und Ansichten betreffend Richard Wagners Rolle im Dritten Reich beleuchtet und dargelegt werden. Weiter sollen die Hintergründe dieser Ansichten genauer betrachtet werden, um deren Ursprung zu ergründen und auf diese Weise verständlich zu machen. Es sollen weiter die Stärken und Schwächen der Argumentationen dargelegt werden, ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Schliesslich sollen Schlüsse aus den erarbeiteten Erkenntnissen gezogen werden, die helfen sollen, den Einfluss der Person und Musik Wagners auf das Dritte Reich besser zu verstehen.
Gang der Untersuchung:
Methodisch ist die Arbeit in folgende vier Phasen eingeteilt:
In einer ersten Phase soll der Antisemit Wagner genauer unter die Lupe genommen werden, um die oft zitierte Verbindung von Wagners Idealen zu Hitler verständlich zu machen.
Hitlers Bezug zu Wagner als Person und Künstler soll in einer zweiten Phase betrachtet werden, sowie der Verwandtschaft des Gedankenguts der sogenannten Wagnerianer zu dem der Nationalsozialisten auf den Grund gegangen werden.
In einer dritten Phase soll die Musikpolitik des Dritten Reiches dargelegt werden und auf Wagners Rolle innerhalb dieser Politik eingegangen werden.
In der vierten Phase wird das Verhältnis und der Einfluss Bayreuths auf Hitler und das Dritte Reich beleuchtet.
Die verschiedenen Ansichten und Argumente sollen in alle vier Phasen einfliessen, um ein möglichst objektives Bild darzulegen. Erste Schlüsse sollen bereits in den einzelnen Phasen gezogen werden.
Die fünfte Phase - die Phase der Schlussfolgerungen - soll schliesslich, basierend auf den Erkenntnissen aus den Phasen eins bis vier versuchen, Schlüsse bezüglich der Verbindung von Wagner, seiner Musik und Familie zum Dritten Reich und dessen Führer zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis:
| i. | Inhaltsverzeichnis | i |
| ii. | Abbildungsverzeichnis | ii |
| iii. | Abkürzungsverzeichnis | iii |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Ausgangslage | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Methodik | 2 |
| 2. | Der Antisemit Wagner | 3 |
| 2.1 | Der moderne Antisemitismus | 3 |
| 2.2 | „Das Judentum in der Musik“ | 4 |
| 2.3 | Die Tagebücher Cosimas | 6 |
| 2.4 | Brief an König Ludwig II | 6 |
| 2.5 | Judenhass als Weg zum Germanentum | 7 |
| 2.6 | Die Bayreuther Blätter | 7 |
| 2.7 | Mehr als ein partieller Antisemitismus | 8 |
| 3. | Hitlers Wagner | 9 |
| 3.1 | Judenhass als verbindendes Element | 9 |
| 3.2 | Hitlers Liebe zu Wagners Musik | 10 |
| 3.3 | Der Einfluss von Wagners musikalischem Werk auf Hitler | 11 |
| 3.4 | Parsifal- und dessen Einfluss auf Hitler | 12 |
| 3.4.1 | Politische Kunst | 13 |
| 3.4.2 | Wagners Pläne für Parsifal | 13 |
| 3.4.3 | Die Rolle der Kundry | 13 |
| 3.4.4 | Unbehagen mit dem Parsifal | 15 |
| 3.4.5 | Hitlers Kritik am Parsifal | 15 |
| 3.4.6 | Kann Musik Einfluss auf Politik ausüben? | 16 |
| 3.4.7 | Anweisung zum Genozid? | 16 |
| 3.5 | Gemeinsamkeit Selbstverherrlichung | 18 |
| 3.6 | Wagners Schuld | 18 |
| 4. | Die Wagnerianer | .19 |
| 4.1 | Die Wagnerianer unter Richard Wagner | 19 |
| 4.2 | Die Wagnerianer post Richard Wagner | 21 |
| 4.3 | Gemeinsamkeiten in der Weltanschauung Wagners, der Wagnerianer und der Nationalsozialisten | 22 |
| 5. | Musikpolitik im Dritten Reich | 23 |
| 5.1 | Musikbolschewismus | 24 |
| 5.1.1 | Musik als Iosgelöstes Medium | 24 |
| 5.1.2 | Musikbolschewismus - ein neuer Begriff entsteht | 24 |
| 5.1.3 | Hitlers frühe Hetze gegen die Kulturbolschewisten | 25 |
| 5.1.4 | Der Kroll-Oper-Fall | 25 |
| 5.2 | Besonderheiten der Deutschen Musikpolitik | 26 |
| 5.3 | Der Kampf gegen undeutsche Musik | 26 |
| 5.4 | Musikpolitische Institutionen im Dritten Reich | 27 |
| 5.4.1 | Der Kampfbund für Deutsche Kultur | 27 |
| 5.4.2 | Die Reichskulturkammer und die Musikpolitik Joseph Goebbels | 28 |
| 5.5 | Die Opernpolitik des Dritten Reichs | 29 |
| 5.6 | Wagner als Idol deutscher Kunst | 30 |
| 5.6.1 | Die Macht der Musik | 30 |
| 5.7 | Deutsches Heldentum | 31 |
| 5.7.1 | Ideologische Gemeinsamkeiten | 33 |
| 5.8 | Missbrauch von Wagners Musik für propagandistische Zwecke | 34 |
| 5.8.1 | Kunst und Propaganda | 34 |
| 5.8.2 | Missbrauch und verbindende Elemente | 34 |
| 5.8.3 | Wagners Werk als Regieanweisung für nationalsozialistische Massenveranstaltungen | 35 |
| 5.8.4 | Bleibender Schaden am Werk Wagners | 36 |
| 6. | Der Einfluss Bayreuths auf das Dritte Reich | 37 |
| 6.1 | Ein Zuhause | 37 |
| 6.2 | Bayreuth - der Traum der Kulturstätte | 37 |
| 6.3 | Ein einzigartiges Erlebnis | 38 |
| 6.4 | Der Aufstieg Bayreuths unter Cosima | 39 |
| 6.5 | Der Bayreuther Kreis | 39 |
| 6.6 | Erste Unstimmigkeiten | 40 |
| 6.7 | Die Wiedergeburt Bayreuths | 41 |
| 6.8 | Hitler in Bayreuth | 41 |
| 6.9 | Winifred Wagner | 42 |
| 6.10 | Bayreuth als Nazistätte | 44 |
| 6.11 | Die späten Kriegsjahre | 46 |
| 6.12 | Die Jahre nach dem Krieg | 46 |
| 6.13 | Bayreuther Fazit | 47 |
| 7. | Schlussfolgerungen | 49 |
| iv. | Literaturverzeichnis | vi |
| v. | Anhang | ix |
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832448820
Arbeit zitieren:
Dreifuss, Jerry Mai 2001: Richard Wagner - Strasse, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bayreuth, Hitler, Richard Wagner, Drittes Reich, Wagner




