Die Revitalisierung von Altbauten im ganzheitlichen Ansatz
Probleme, Chancen und Potentiale, dargestellt am Beispiel Brunkviertel in Ludwigshafen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jörg Henneke
- Abgabedatum: Juni 2003
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 12,2 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Nürtingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7371-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7371-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7371-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Henneke, Jörg Juni 2003: Die Revitalisierung von Altbauten im ganzheitlichen Ansatz, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Altbaurevitalisierung, ganzheitlicher Ansatz, Nachhaltigkeit, Musterprojekt, Sanierung
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Diplomarbeit von Jörg Henneke
Einleitung:
In Deutschland gab es laut Bundesamt für Statistik im Jahre 1998 ca. 37 Mio. Wohneinheiten, von denen ca. 34 Mio. vor 1990 errichtet wurden. Nicht nur der teilweise sanierungs- und modernisierungsbedürftige Zustand der Gebäude und Wohnungen an sich, auch der unverhältnismäßig hohe Energieverbrauch und die damit verbundenen hohen CO2-Emissionen sind nicht mehr zeitgemäß. Bei Altbauvierteln kommen häufig Verkehrs- und Infrastrukturprobleme sowie ein für die Bewohner unattraktives Umfeld hinzu. Derartig problematische Entwicklungen von Wohnquartieren ziehen regelmäßig weitreichende Probleme wie häufige Mieterwechsel, Quartiersflucht und die Konzentration sozialschwacher Bewohnerstrukturen nach sich; Problemviertel mit zunehmend schlechtem Image entstehen und geraten in Abwärtsspiralen. Als Hauptursachen hierfür sind die über Jahrzehnte vernachlässigte Instandhaltung und Modernisierung zu nennen.
Die nachhaltige Modernisierung der Altbaubestände ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Bund, Land, Kommunen, Städten, der Wohnungswirtschaft und Öffentlichkeit gerückt. Gründe hierfür sind veränderte Ansprüche und Bedarfe der Bewohner, Problem- und Umweltbewusstsein, veränderte Rahmenbedingungen durch intensivierte Klimaschutzanstrengungen, die Knappheit und Verteuerung fossiler Brennstoffe und innovative Technologien und Lösungsansätze.
Kurzatmige Sanierungs- und Modernisierungsprogramme haben die komplexen Problemstellungen in der Vergangenheit nicht lösen können, sofern diese überhaupt erkannt oder berücksichtigt wurden. Nachhaltig die Attraktivität von Altbauten und Wohngebieten wiederherzustellen und zu sichern, verlangt vielmehr ganzheitliche Ansätze, die sowohl die Modernisierung der Gebäude, der Wohnungszuschnitte und technischen Standards umfassen als auch gleichzeitig eine zeitgemäße Neugestaltung der Verkehrs- und Infrastruktur und des gesamten Wohnumfelds.
Derartig aufeinander abgestimmte integrierte Programme und Maßnahmen, die gleichzeitig die Wohn- und Lebensqualität der Bewohner und die Substanzerhaltung der Gebäude nachhaltig verbessern, werden in der vorliegenden Arbeit als Revitalisierung verstanden. Am Praxisbeispiel der Revitalisierung des Brunckviertels in Ludwigshafen, einer Werkssiedlung der BASF AG aus den 30er Jahren, wird der pragmatische ganzheitliche Ansatz dargestellt und bewertet. Er beruht auf dem Selbstverständnis des projektführenden Wohnungsunternehmens und wurde aufgrund vielfältiger Projekterfahrungen erfolgreich weiterentwickelt. Ziel dieses Ansatzes ist es dabei, durch die Berücksichtigung aller nachhaltig relevanten Einflussfaktoren und Wirkungszusammenhänge, ganz im Sinne der St. Gallener Schule von Hans Ulrich und Gilbert Probst, zunächst die Komplexität derartiger Problemstellungen in einem nachvollziehbaren Problemlösungsprozess zu erfassen.
Darauf aufbauend folgen die Erarbeitung alternativer Lösungsmöglichkeiten und deren gesamthafte Beurteilung, letztlich gemessen an ihrer nachhaltigen Zukunftsfähigkeit. Dies geschieht unter Einbeziehung aller relevanten Einflussfaktoren und schließlich erfolgt die Ableitung entsprechend vernetzter Umsetzungsstrategien und Maßnahmen und die Realisierung auf Grundlage eines entsprechenden Projektmanagements und begleitender offener Kommunikation mit allen relevanten Zielgruppen.
Abgrenzung des Themas:
Im Rahmen der Arbeit wird im Allgemeinen auf einen ausgewählten Teil des Altbaubestands in Deutschland Bezug genommen. Betrachtungsgegenstand sind innerstädtische Wohngebiete. Im Speziellen wird eine nach dem Krieg wieder aufgebaute Werksiedlung aus den 30er Jahren betrachtet, das Brunckviertel in Ludwigshafen. Die Besonderheiten von Altbaubeständen anderer Baualtersstufen werden nur am Rande betrachtet. Nicht näher eingegangen wird auf historische Altbauten, deren Sanierung und Modernisierung unter besonderer Berücksichtigung von Denkmalschutzaspekten erfolgen muss.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | II | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | III | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | Gegenstand der Untersuchung | 1 |
| 1.2 | Abgrenzung des Themas | 2 |
| 1.3 | Definitionen | 3 |
| 1.4 | Ziele der Arbeit | 4 |
| 1.5 | Methode und Aufbau | 4 |
| 2. | GRUNDLAGEN DER ALTBAUMODERNISIERUNG | 6 |
| 2.1 | Ganzheitliche Bestandsaufnahme | 6 |
| 2.1.1 | Grundsätze der Bestandsaufnahme | 6 |
| 2.1.2 | Maßliche Bestandsaufnahme | 8 |
| 2.1.3 | Technische Bestandsaufnahme | 9 |
| 2.2 | Typische Heizwärmeverluste verschiedener Baualtersstufen | 10 |
| 2.3 | Schadensbilder | 13 |
| 2.3.1 | Bauschadensbericht der Bundesregierung | 13 |
| 2.3.2 | Schadensbilder nach Baualtersstufen | 14 |
| 2.4 | Problemfelder von Wohnsiedlungen | 14 |
| 2.5 | Methoden der Wirtschaftlichkeitsberechnung und Finanzierungsaspekte | 15 |
| 2.6 | Energetische Altbaumodernisierung | 17 |
| 2.6.1 | Hemmnisse | 17 |
| 2.6.2 | Baumaßnahmen in altbauverträglicher Form | 18 |
| 2.6.3 | Behutsame Altbaumodernisierung | 19 |
| 2.6.4 | Die wichtigsten Dämmmaßnahmen im Überblick | 20 |
| 2.6.5 | Lüftung | 24 |
| 2.6.6 | Heizung | 25 |
| 2.6.7 | Bedeutung rechtlicher Grundlagen | 26 |
| 3. | REVITALISIERUNGSKONZEPT FÜR DAS BRUNCKVIERTEL | 27 |
| 3.1 | Ausgangssituation | 27 |
| 3.2 | Die Initiatoren und Partner | 28 |
| 3.2.1 | Die LUWOGE/ GEWOGE Ludwigshafen | 28 |
| 3.2.2 | Der Know-how Verbund | 30 |
| 3.3 | Zielsetzung der Revitalisierung | 32 |
| 3.4 | Vorstudie und Analyse | 33 |
| 3.4.1 | Grunddaten | 34 |
| 3.4.2 | Bautechnisches Gutachten | 36 |
| 3.4.3 | Die Brunckviertel Studie | 36 |
| 3.4.4 | Weitere Erhebungen | 37 |
| 3.5 | Planung und Konzeption | 38 |
| 3.5.1 | Konzeptübersicht | 39 |
| 3.5.2 | Das energetische Konzept | 41 |
| 3.5.3 | Das Verkehrskonzept | 43 |
| 3.5.4 | Umfeldgestaltung | 44 |
| 3.5.6 | Zeitplanung | 46 |
| 3.5.7 | Kostenschätzung | 47 |
| 3.5.8 | Wirtschaftlichkeit | 48 |
| 4. | UMSETZUNG DES KONZEPTES | 51 |
| 4.1 | Projektmanagement und Steuerung | 51 |
| 4.2 | Bauabschnitte | 52 |
| 4.3 | Revitalisierungsmaßnahmen | 54 |
| 4.3.1 | Wohnumfeld und Verkehr | 54 |
| 4.3.2 | Modernisierungsmaßnahmen am Beispiel 3L-Haus | 56 |
| 4.3.2.1 | Übersicht | 56 |
| 4.3.2.2 | Wärmedämmung | 57 |
| 4.3.2.3 | Fenster | 61 |
| 4.3.2.4 | Lüftung | 62 |
| 4.3.2.5 | Heizung / Die Brennstoffzelle | 63 |
| 4.3.2.6 | Latentwärmespeicher | 64 |
| 4.3.2.7 | Vergleich 3L / 7L Variante | 65 |
| 4.3.2.7.1 | Die wesentlichsten Unterschiede | 65 |
| 4.3.2.7.2 | Kostenvergleich | 65 |
| 4.4 | Wissenschaftliche Begleitung für das 3L-Haus | 66 |
| 5. | ERFAHRUNGEN UND ERKENNTNISSE | 69 |
| 5.1 | Erfolgsfaktoren | 69 |
| 5.2 | Das Arbeiten in Netzwerken und Kooperationen | 71 |
| 5.3 | Problemfelder | 73 |
| 5.4 | Resonanz von Öffentlichkeit und Interessengruppen | 73 |
| 5.5 | Wirtschaftlichkeit | 74 |
| 5.6 | Persönliche Bewertung | 76 |
| 6. | AUSBLICK | 79 |
| 6.1 | Potenziale und wirtschaftliche Bedeutung | 79 |
| 6.2 | Überwindung aktueller Hemmnisse | 80 |
| 6.3 | Förderung | 81 |
| 6.4 | Zukunftsperspektiven und Chancen | 84 |
| 6.5 | Das Europäische Netzwerk nachhaltiger Stadtentwicklungsprojekte (SUREURO) | 85 |
| 7. | ZUSAMMENFASSUNG | 86 |
| LITERATURVERZEICHNIS | ||
| ANHANG | V | |
| EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG | VI |
langfristigen Investitionen galt es angemessen in der wirtschaftlichen Bewertung zu Ein grundlegendes Problem besteht in der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit derartiger komplexer Projekte über einen langen Zeitraum. Einfache lineare Methoden sind für derartige Zeiträume aufgrund der einfließenden Unsicherheiten, die den Datenannahmen zugrunde liegen, sehr problematisch. Im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Gebäudevarianten 3L-7L-Haus hat sich die LUWOGE / GEWOGE dafür entschieden, die zukünftige Entwicklung und Marktfähigkeit auf Basis von Szenarien zu beurteilen. Um bei diesen Szenarien mit der aussagefähigsten Methoden der Investitionsrechnung zu arbeiten, wurden 3 Methoden vom Institut für Wohnen und Umwelt in Darmstadt (IWU) auf ihre Vor- und Nachteile hin untersucht: Die traditionelle Amortisationsrechnung, die Kapitalwertmethode und der Gegenwartswert des zukünftigen Reinertrags. Letztere hat den Vorteil, dass sie Rendite und Risikoaspekte auch zukunftsorientiert praxisgerecht mit einbezieht. Es werden dabei auch alle qualitativen Aspekte von energetischen Modernisierungsmaßnahmen berücksichtigt, die einen Einfluss auf die zukünftigen Zahlungsflüsse haben, wie z.B. verbesserte Vermietbarkeit, längere technische und wirtschaftliche Lebensdauer, Verbesserung der Potenziale zur Erhöhung des Reinertrags aus der Wohnungsvermietung91 Ergebnis ist, dass die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von energetischen Modernisierungsmaßnahmen durch die Erweiterung der Beurteilungskriterien verbessert wird und auch so hohe Standards wie beim und 3-Liter Haus unter Renditegesichtspunkten solchen mit und Risikobewertungen Risikobewertungen geringerem [...]
3.5.8 Wirtschaftlichkeit Im Rahmen der Konzeption war die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit ein wesentlicher Faktor zur Entscheidungsfindung und Absicherung des Gesamtkonzepts. Da Wohngebäude in der Regel eine wirtschaftliche Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren haben, müssen Investitionsentscheidungen auf die langfristige Marktfähigkeit ausgerichtet sein. Die erwartete Anfangsrendite des Gesamtprojektes lag bei drei bis vier Prozent, die Zielrendite für das Gesamtprojekt in einem Betrachtungszeitraum von 30 Jahren liegt bei mindestens 6%. Um eine nachhaltige Attraktivität und in deren Folge gute Vermietbarkeit zu erreichen, wurde bei der Erarbeitung der zukünftigen Konzeption für das Brunckviertel das Prinzip der Nachhaltigkeit angewandt: Sowohl ökonomische als auch ökologische und soziale Kriterien waren Grundlage des Projektes mit der [...]
48 die Möglichkeiten des Wohnungsunternehmen überschreiten. Zeichnet sich ab, dass das Projekt in der geplanten Form nicht wirtschaftlich finanzierbar ist, kann durch Veränderungen in der Konzeption noch darauf reagiert werden. Bei der Kostenschätzung zur Revitalisierung des Brunckviertels konnte die LUWOGE / GEWOGE auf Erfahrungswerte zurückgreifen, die sie bei vergangenen Projekten gewinnen konnte. Eine erste, sehr grobe Schätzung war also relativ unkompliziert. Man ging aufgrund von aktuellen Erfahrungswerten insbesondere des LUWOGE Projektes Schwarzheide davon aus, dass die Sanierung und Modernisierung im Durchschnitt ca. 2000 DM / m² (1.018 •/m ²) kosten würde. Bei einer Wohnfläche von 48.000 m² ergab sich daraus eine erste Gesamtkostenschätzung von 96.000.000 DM. (ca.49 Mio •). Nicht beinhaltet waren dabei die Neugestaltung der Außenanlagen und Spielplätze sowie weitere Infrastrukturmaßnahmen. Auf der Basis der Detailplanung der einzelnen Maßnahmen und Kosten ergab sich eine genauere Kostenschätzung, die für die Maßnahmen an den Gebäuden, inklusive der Neubaumaßnahmen einen Wert von ca.100 Mio (ca.51 Mio •) ergab. Unter E inbeziehung der Nebengewerke f ür das Umfeld, die Infrastruktur etc. wurde ein Gesamtwert von ca.115 Mio DM (ca.56 Mio •) ermittelt. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832473716
Arbeit zitieren:
Henneke, Jörg Juni 2003: Die Revitalisierung von Altbauten im ganzheitlichen Ansatz, Hamburg: Diplomica Verlag
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Altbaurevitalisierung, ganzheitlicher Ansatz, Nachhaltigkeit, Musterprojekt, Sanierung




