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Repatriation: Analyse der Schwierigkeiten bei der Rückkehr von Auslandsmitarbeitern und der dazu vorgeschlagenen psychologischen Modelle

Repatriation: Analyse der Schwierigkeiten bei der Rückkehr von Auslandsmitarbeitern und der dazu vorgeschlagenen psychologischen Modelle
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sylvia Brötje
  • Abgabedatum: Juli 2004
  • Umfang: 121 Seiten
  • Dateigröße: 471,1 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8953-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8953-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8953-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brötje, Sylvia Juli 2004: Repatriation: Analyse der Schwierigkeiten bei der Rückkehr von Auslandsmitarbeitern und der dazu vorgeschlagenen psychologischen Modelle, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Expatriation, Wiedereingliederung, Globalisierung, Ausland, Entsendung

Diplomarbeit von Sylvia Brötje

Einleitung:

Noch bis vor kurzem endete das Interesse der Forschung und der Unternehmen an Auslandsentsendungen mit dem Ende der Auslandstätigkeit. Entsprechend endete an dieser Stelle auch die Betreuung durch das Unternehmen. Der Rückkehr in die Heimat wurde so gut wie keine Aufmerksamkeit gewidmet. Stattdessen sah man diese als komplikationslos an. Erst die Probleme, die sich wiederholt in diesem Zusammenhang einstellten, machten die Relevanz dieses Themas deutlich. In vielen Beiträgen zur Gestaltung von Auslandsentsendungen gleichen die Erörterungen über die Wiedereingliederung zurückkehrender Mitarbeiter mehr einem abrundenden Schlusswort als einer eigenständigen Darstellung und Analyse der Rückkehrproblematik.

Dieses Thema wurde erst in den 1980er Jahren aufgegriffen und ab den 1990er Jahren verstärkt behandelt. Während die Bedeutung von Repatriation durch die Wissenschaft langsam erkannt wurde, fehlt es bei den Unternehmen heute vielfach noch an Bewusstsein für diese Problematik.

Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Rückkehr nach beruflichen Auslandsaufenthalten – Repatriation -, den zugrunde liegenden psychologischen Faktoren und daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von Rückkehrprogrammen. Während die Forschung bereits seit längerem die verschiedenen Aspekte von Auslandsentsendungen behandelt, wurde die Bedeutung des Themas Repatriation erst spät erkannt. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl entsprechender Publikationen angestiegen, es wird aber wiederholt der Mangel an Modellen kritisiert. Verschiedene Publikationen haben bereits mögliche Modelle vorgeschlagen, aber eine systematische Zusammenstellung steht bislang noch aus.

Zur Hinleitung auf das Thema Repatriation und zu seiner Einordnung in den Gesamtkontext der Entsendung werden im Vorfeld die Bedeutung, Probleme und der Ablauf von beruflichen Entsendungen (Expatriation) beschrieben. Anschließend wird die Bedeutung von Frauen im internationalen Management besprochen. Darauf folgt eine Beschreibung der Situation für (Ehe-)Partner, die den Expatriate während seines Aufenthaltes begleiten.

Ein weiterer Grund für die ausführliche Darstellung des Themas Expatriation besteht in der wachsenden Erkenntnis darüber, dass die Rückkehrerfahrungen stärker als bisher in Zusammenhang mit den anderen Phasen betrachtet werden müssen.

Nachdem deutlich gemacht wurde, welche Aspekte im Rahmen von Auslandsentsendungen von Bedeutung sind, wird das Hauptthema dieser Arbeit behandelt. Welche Schwierigkeiten bringt die Rückkehr von Auslandsmitarbeitern für diese selbst und für die Unternehmen mit sich?

Hierzu werden zunächst die wichtigsten Begriffe erläutert. Anschließend wird geprüft, ob es auch positive Rückkehrerfahrungen gibt. Danach soll das Problem der Erfolgskriterien für Repatriation behandelt werden.

Anschließend werden die charakteristischen Probleme ausführlich behandelt und vermittelnde Variablen vorgestellt. Ein kurzer Exkurs beschreibt die Rückkehrsituation für weibliche Expatriates.

Das größte Problem bei Repatriation sind die daraus resultierenden Kündigungen und Auslandsmüdigkeit, die ebenfalls genauer betrachtet wird.

Darauf folgend werden Lösungsmöglichkeiten zur Bewältigung der Rückkehrprobleme behandelt. Diese wurden überwiegend in der Literatur vorgeschlagen. Inwieweit sie auch in der Praxis Anwendung finden und warum dies möglicherweise nicht der Fall ist, wird ebenfalls Thema sein.

Wie sieht der Stand der Forschung zu Repatriation-Modellen aus? Unterscheidet sich Repatriation überhaupt genug von anderen Übergängen, um die Entwicklung eigener Modelle zu rechtfertigen?

Es wurden verschiedene Modelle vorgeschlagen, die Repatriation erklären oder beschreiben sollen. Teilweise wurden dazu Modelle aus anderen Bereichen übernommen, teilweise behandeln sie Expatriation und Repatriation gemeinsam. Wiederum andere wurden speziell für das Thema Repatriation entwickelt. Die verschiedenen Modelle und Befunde zu ihnen sollen im viertel Teil vorgestellt werden.

Anschließend erläutere ich, welche psychologischen Modelle bereits zur Erklärung oder Beschreibung der Rückkehrprobleme vorgeschlagen und entwickelt wurden, inwieweit diese sich in Untersuchungen bewähren konnten und welche Implikationen sich daraus für die Gestaltung von Rückkehrtrainings ableiten lassen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG 6
2. EXPATRIATION 10
2.1 Bedeutung 11
2.2 Probleme 18
2.3 Ablauf 20
2.3.1 Auswahl 21
2.3.2 Vorbereitung 23
2.3.3 Entsendung 26
2.3.4 Moralische Gründe für Vorbereitung und Betreuung 28
2.4 Frauen im internationalen Management 29
2.5 Entsendung von (Ehe-)Partnern 31
2.5.1 Single Career Couples 32
2.5.2 Dual Career Couples 34
3. REPATRIATION 37
3.1 Begriffsbestimmung 39
3.2 Positive Rückkehrerfahrungen 41
3.3 Wiedereingliederungserfolg 41
3.4 Probleme 43
3.4.1 Psychologischer Stress 45
3.4.2 Familienprobleme 46
3.4.3 Finanzielle Probleme 46
3.4.4 Karriereprobleme 47
3.5 Vermittelnde Variablen 50
3.6 Exkurs: Repatriation von Frauen 51
3.7 Kündigungen und Auslandsmüdigkeit 52
3.8 Lösungsansätze 55
3.8.1 Umgehung des Problems 55
3.8.2 Konstruktive Ansätze 57
3.8.2.1 Transfer der Auslandserfahrungen 58
3.8.2.2 Sichtbar-Bleiben 60
3.8.2.3 Langfristige Planung 62
3.8.2.4 Unternehmenskultur 63
3.8.2.5 Erleichterung des Wiedereinlebens 64
3.9 Bisherige Praxis in den Unternehmen 66
3.10 Gründe für schlechte Repatriation 68
4. REPATRIATION-MODELLE 70
4.1 Stand der Forschung 71
4.2 Unterschiede zu anderen Übergängen 72
4.3 Psychologische Modelle 74
4.3.1 Übertragene Modelle 74
4.3.1.1 Konsistenztheorien 74
4.3.1.2 Erwartungen 76
4.3.1.3 Überraschungs-Verarbeitungsmodell von Louis 78
4.3.1.4 Attributionstheorien 80
4.3.1.5 Stress 81
4.3.1.6 Person-Environment Fit 86
4.3.1.7 Bedürfnispyramide 88
4.3.1.8 Thibaut & Kelley 90
4.3.2 Modell zu kulturellen Übergängen 91
4.3.2.1 W-Kurve der Adaptation und Readaptation 91
4.3.3 Modelle zu Repatriation 95
4.3.3.1 Typen von Rückkehrern 95
4.3.3.2 Cultural Identity Model of Repatriation 97
4.3.3.3 Rahmenmodell von Black, Gregersen & Mendenhall 101
4.4 Implikationen für Rückkehrtrainings 104
4.5 Ausblick 109
5. ZUSAMMENFASSUNG 111
6. LITERATURVERZEICHNIS 114

Automatisiert erstellter Textauszug:

In den letzten Jahren hat sich immer stärker herausgestellt, wie bedeutend der Aspekt Repatriation für einen erfolgreichen Auslandseinsatz ist. Ignoranz auf diesem Gebiet hat vielfältige Konsequenzen nach sich gezogen, die Auswirkungen auf das persönliche Leben und die berufliche Reintegration des zurückkehrenden Mitarbeiters haben und zu erheblichen Belastungen für das Unternehmen führen können. Nach LINEHAN & SCULLION (2002) wurde das Thema Reentry in Studien über Frauen im internationalen Management stark vernachlässigt. Sie schätzen, dass ca. 97 % aller Expatriates Männer sind, weshalb die bisherigen Studien keine Aussagen über die Repatriation von Frauen zulassen. Aus diesem Grund führten sie Interviews über die Rückkehrerfahrungen mit weiblichen internationalen Managerinnen in gehobenen Positionen durch. Die befragten Managerinnen gaben an, dass die Repatriation-Phase sowohl für Frauen als auch für Männer sehr schwierig und schlecht organisiert ist. Darüber hinaus äußerten sie, dass Frauen aufgrund ihrer Pionier-Rolle mehr Unsicherheiten ertragen müssen. Als das größte Problem wurden die fehlenden Rollenmodelle aufgeführt, und das damit verbundene Gefühl, eine Art Testperson zu sein. Mangels [...]

verbundenen Einstellungsänderungen. (MARTIN & HARRELL, 1996) Je höher auf der Hierarchiestufe sich der Repatriate befindet, desto leichter fällt die Wiederanpassung (FELDMAN & TOMPSON, 1993). Dies kann jedoch dadurch bedingt sein, dass bei Top Managern die Karriereplanung sorgfältiger erfolgt und sie eine bessere Vor- und Nachbereitung erhalten (ALLEN & ALVAREZ, 1998). Allerdings gilt auch: je höher die Hierarchieebene, desto schwieriger gestaltet sich die Suche nach einer passenden Aufstiegsposition. Steigen Expatriates nach ihrer Rückkehr in der Hierarchie, fällt ihnen die Rückkehr leichter (KÜHLMANN & STAHL, 1995). Die Größe der aufnehmenden Organisation hat einen positiven Einfluss auf die Rückkehrerfahrungen, da mehr passende Stellen zur Verfügung stehen. [...]

vermittelnden Variablen zeigt jedoch teilweise widersprüchliche Ergebnisse. Jüngere Menschen scheinen größere Schwierigkeiten bei der Rückkehr zu haben (BLACK et al., 1992a[SB14]). Dies könnte damit erklärt werden, dass sie die Entwicklung ihrer kulturellen Identität im Heimatland noch nicht abgeschlossen haben (BRABANT et al., 1990). HAMMER et al. (1998) konnten einen solchen Zusammenhang jedoch nicht finden. Frauen scheinen bei der Rückkehr tendenziell größere Probleme zu haben als Männer. Dies trifft v.a. auf Frauen zu, die während des Auslandsaufenthaltes in einem Land lebten, in dem die Frauenrolle liberaler war als in ihrer Heimat. (BRABANT et al., 1990). KIM (1988) weist jedoch darauf hin, dass Befunde zu geschlechtsspezifischen Erfahrungen sehr vorsichtig interpretiert werden müssen, da das Geschlecht in diesem Kontext sehr häufig mit anderen Variablen, v.a. der Rolle, konfundiert ist. Die Integration im Gastland wirkt sich negativ auf die Rückkehrerfahrungen aus. Je besser sich der Mitarbeiter im Gastland eingelebt hat, desto schwerer fällt ihm die Rückkehr (ROHRLICH & MARTIN, 1991). Bei Mitarbeitern, die bereits mehrere Auslandseinsätze absolviert haben, kehrt sich diese Beziehung allerdings um, da sie Mechanismen entwickelt haben, die ihnen helfen, mit der Situation umzugehen (CIU & AWA, 1992). Je stärker sich die Gastkultur von der Heimatkultur unterscheidet (HOFSTEDE, 1980), desto schwerer fällt die Repatriation. Dies liegt möglicherweise an den größeren Anpassungsleistungen beim Einleben in die Gastkultur und den damit [...]

Arbeit zitieren:
Brötje, Sylvia Juli 2004: Repatriation: Analyse der Schwierigkeiten bei der Rückkehr von Auslandsmitarbeitern und der dazu vorgeschlagenen psychologischen Modelle, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Expatriation, Wiedereingliederung, Globalisierung, Ausland, Entsendung

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