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Regulierungsmechanismen des Arzneimittelmarktes

Auswirkung preis- und mengenpolitischer Instrumente auf die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung

Regulierungsmechanismen des Arzneimittelmarktes
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Seidlitz
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 89 Seiten
  • Dateigröße: 403,8 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8857-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8857-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8857-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Seidlitz, Matthias Januar 2005: Regulierungsmechanismen des Arzneimittelmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Festbeitrag, Generika, Gesundheitsreform, Negativliste, Gesetzliche Krankenversicherung

Diplomarbeit von Matthias Seidlitz

Zusammenfassung:

Das Thema dieser Diplomarbeit ist die Auswirkung regulatorischer Eingriffe in Form politisch motivierter Gesundheitsreformen auf die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung in den Jahren 1989 bis 2003.

Im Mittelpunkt stehen hierbei preispolitische und mengenpolitische Regulierungsansätze. Vor allem der Einfluss der Festbetragsregelung, der Arzneimittelbudgets, der generischen Substitution und der Negativliste werden anhand der Ausgabenentwicklung für erstattungsfähige Arzneimittel auf ihr Kostendämpfungspotenzial analysiert.

Der theoretische Teil der Arbeit befasst sich neben einer Legaldefinition des Begriffs Arzneimittel mit deren Klassifikationsmöglichkeiten.

Des weiteren wird der deutsche Arzneimittelmarkt auf vorhandene Marktmängel und Marktversagen untersucht, aus deren Diskussion abgeleitet wird, inwiefern staatliche Eingriffe überhaupt gerechtfertigt sind und worauf diese Eingriffe abzielen.

In einem weiteren Schritt wird auf die begriffliche Abgrenzung von Regulierung eingegangen. Es wird erörtert, worum es sich bei Regulierung handelt, wie diese vorgenommen werden kann und welche Ziele verfolgt werden. Im Zuge dessen folgt die Diskussion dreier Hauptregulierungs-Mechanismen.

Der empirische Teil der Arbeit befasst sich einleitend mit einer aktuellen Analyse des deutschen Pharmamarktes (Marktgröße, Umsatz, Unternehmen, Anzahl Arzneimittel usw.). Ferner wird ein kurzer historischer Abriss politischer Reformen der Jahre 1989 bis 2003 gegeben und die aktuelle Situation des GMG geschildert.

Nachfolgend wird die o.g. Wirkungsanalyse anhand realer Zahlen des GKV-Arzneimittelindex vorgenommen.

Neben einer Vielzahl selbsterklärender Grafiken und Abbildungen enthält die Diplomarbeit umfangreiches Zahlenmaterial zur Ausgabenentwicklung, zur Preisentwicklung, zu den Festbeträgen und zur Zusammensetzung der GKV-Arzneimittelausgaben (Komponentenzerlegung). Ein umfangreiches Literatur- und Rechtsquellenverzeichnis erleichtert die weitergehende Recherche.

Einleitung:

Der Arzneimittelmarkt unterliegt in Deutschland, ähnlich wie in vielen Ländern Europas, einer umfassenden staatlichen Regulierung. Als Teil des Marktes für Gesundheit und Gesundheitsgüter existieren hierbei neben den ökonomischen auch soziale Aspekte, denen bei der Betrachtung Rechnung getragen werden muss. Dabei sind insbesondere die sozialen Gesichtspunkte Ansatz für ordnungspolitische Maßnahmen, die Eingriffe in das marktwirtschaftliche Geschehen fordern. Durch steigende Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung für Arzneimittel und andere Gesundheitsgüter sieht sich das deutsche Gesundheitssystem einem Finanzierungsproblem gegenüber, das mittels steigender Pflichtbeiträge allein nicht gelöst werden kann. Vielmehr bedarf es struktureller Veränderungen, um die vorhandenen Ressourcen effizienter einzusetzen und die Grundversorgung der Bevölkerung mit medizinischen Dienstleistungen und Arzneimitteln weiterhin zu gewährleisten. Da der Markt dies allein bislang nicht in geeigneter Weise sicherstellen konnte, wurden staatliche Maßnahmen ergriffen, um das Verhalten der Marktteilnehmer abzustimmen. Allein der Rückblick auf die letzten fünfzehn Jahre zeigt, dass es eine Reihe von Reformen und Veränderungen gab, mit denen der Staat versucht hat, sich der Probleme des Gesundheitssystems anzunehmen und sie zu lösen. Die komplexe Struktur des Pharmamarktes bot dazu eine Vielzahl von Ansatzpunkten, gleichwohl führte diese Komplexität auch dazu, dass einzelne Maßnahmen weitere Änderungen nach sich zogen, um in der Konsequenz das Ziel einer kosteneffizienteren und optimalen Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln weiter zu verfolgen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten staatlicher Einflussnahme auf den deutschen Arzneimittelmarkt. Die Analyse fokussiert hierbei preis- und mengenpolitische Regulierungsinstrumente, ihre Ansatzpunkte und die Ziele, die mit ihrer Hilfe erreicht werden sollen. Ausgangspunkt der empirischen Analyse bilden dabei die Reformmaßnahmen der letzen fünfzehn Jahre, beginnend mit dem Gesundheitsreformgesetz von 1989. Ferner wird der Status quo des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes vor dem Hintergrund des historischen Maßnahmenkatalogs diskutiert. Kapitel 2 geht auf die charakteristischen Merkmale des Arzneimittelmarktes ein und liefert eine mögliche Erklärung, warum Regulierung sinnvoll und notwendig ist. Das dritte Kapitel befasst sich mit potenziellen Instrumenten, mit denen der Staat in das Marktgeschehen eingreifen kann. Im vierten Kapitel wird der deutsche Arzneimittelmarkt detailliert betrachtet und neben einem geschichtlichen Rückblick der bisherigen Reformen die Wirkung ausgewählter preis- und mengenpolitischer Maßnahmen auf die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung analysiert.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 3
Tabellenverzeichnis 4
Abkürzungsverzeichnis 5
1. Einführung 6
2. Charakteristika des Marktes für Arzneimittel 7
2.1 Arzneimittel als besonderes Gut 7
2.1.1 Begriffliche Einordnung 7
2.1.2 Klassifikationsmethoden von Arzneimittel 8
2.2 Marktmängel als Grundlage staatlicher Einflussnahme 11
3. Instrumente staatlichen Handels 18
3.1 Gegenstand und Richtung der Regulierung 18
3.2 Preispolitische Instrumente 20
3.3 Distributionspolitische Instrumente 25
3.4 Mengenpolitische Instrumente 27
4. Wirkungsanalyse preis- und mengenpolitischer Regulierungsmaßnahmen am Beispiel der Gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland 30
4.1 Der deutsche Arzneimittelmarkt 30
4.2 Geschichtlicher Rückblick und aktuelle Rahmenbedingungen der GKV 33
4.3 Wirkungsanalyse preispolitischer Instrumente 41
4.3.1 Einfluss der Festbetragseinführung 47
4.3.2 Einfluss der generischen Substitution 52
4.4 Wirkungsanalyse mengenpolitischer Instrumente 57
4.4.1 Arzneimittelbudget 58
4.4.2 Negativliste 61
5 Schlusswort t64
Anhang 66
Abbildungen 66
Tabellen 74
Literaturverzeichnis 80
Weiterführende Literatur 83
Internetquellenverzeichnis 83
Rechtsquellenverzeichnis 86

Automatisiert erstellter Textauszug:

Regressverpflichtungen befreit. Die Haftung der Ärzte bei Überschreitungen des Arzneimittelbudgets wurde ab dem Jahr 1999 auf 5% des Budgets beschränkt. Das nach einem Politikwechsel in Deutschland verabschiedete Gesetz wurde als Wegbereiter für die Gesundheitsreform 2000 gesehen. Es enthielt umfassende Regelungen zur finanziellen Entlastung der Patienten. So wurden die Zuzahlungen zu den drei Packungsgrößen auf 4,09 Euro, 4,61 Euro und 5,11 Euro gesenkt. Die durch das NOG eingeführte Dynamisierung und Kopplung der Zuzahlungen an die Beitragssätze wurden abgeschafft. Chronisch Kranke wurden gänzlich von der Zuzahlung zu Arzneimitteln befreit, sofern sie im Vorjahr 1% ihres Einkommens zur Behandlung derselben Krankheit aufwenden mussten. Die Festbeträge wurden weiter gesenkt und die Krankenkassen wurden verpflichtet, bei der Berechnung der Festbeträge von vergleichbaren Arzneien die Erstattungshöchstgrenzen im unteren Drittel der Abgabepreise festzulegen. Die Finanzierung der Maßnahmen sollte ohne Beitragssatzerhöhung, jedoch mit Einbeziehung geringfügig Beschäftigter in die Sozialversicherung erfolgen109. [...]

GKV-Neuordnungsgesetz (1. und 2. NOG, 1997) Zum 1. Januar und 1. Juli 1997 in Kraft gesetzt, bedeuteten die Neuordnungsgesetze eine weitere Anhebung der Patientenbeteiligung an Arzneimittelkosten. Die Zuzahlung in Abhängigkeit der Packungsgröße wurde auf 4,61 Euro, 5,62 Euro und 6,65 Euro für kleine, mittlere und große Packungen angehoben. Auch für Heil- und Hilfsmittel stieg die Selbstbeteiligung. Neu ist ferner die Regelung, dass die Zuzahlungshöhe individuell nach Höhe der entrichteten Beitragssätze bemessen wird. Steigt der Beitragssatz zur Krankenkasse um ein Zehntelprozent, dann steigen die Zuzahlungen, die in Euro angegeben werden, um 0,51 Euro und die prozentualen Zuzahlungen um 1%. Diese Verfahrensweise wurde zwar im Gesetz beschlossen, allerdings bis zum 31.12.1998 ausgesetzt. Zum 1. Juli 1999 wurden die Zuzahlungen für Arznei- und Hilfsmittel dynamisiert und an die Entwicklung des durchschnittlichen Entgeltes der Rentenversicherung angepasst und alle zwei Jahre erhöht107. Durch die [...]

35 Selbststeuerungsmöglichkeiten der Beteiligten sowie die Wirtschaftlichkeit und die Qualität sollten verbessert und der Wettbewerbsgedanke stärker verfolgt werden. Die wohl einschneidendste Maßnahme war die Budgetierung der Leistungen im Arzneimittelbereich und für ärztliche Leistungen. Für die Jahre 1993 bis 1995 wurde ein Budget beschlossen, mit dem die Gesamtsumme aller zu verordnenden Arzneimittel festgelegt war. Durch die Arzthaftung bei Überschreitung des Budgets waren erstmals auch Anreize auf Seiten der Leistungserbringer gesetzt worden, ökonomische bzw. finanzielle Aspekte in das Verordnungsverhalten einfließen zu lassen. Da in der Praxis jedoch die Ärzte trotz Budgetüberschreitung nicht in Regress genommen wurden, verpuffte der Effekt der Budgetierung. Die Budgetierung belastete zusätzlich die Apothekenebene, da die Festlegung des Arzneimittelbudgets auf dem Niveau von 1991 erfolgte. Ein weiterer Bestandteil des GSG ist die Erhöhung der Zuzahlung der Versicherten zu Arzneimitteln. Die Festlegung eines Preismoratoriums, welches Preisstopps und Preissenkungen beinhaltete, sollte auf Herstellerebene greifen. Ferner gab es erste Versuche, eine Positivliste und eine Importförderklausel für Arzneimittel einzuführen. Beide Vorhaben scheiterten jedoch bereits im Vorfeld des Gesetzes102. Ebenfalls neu war die Möglichkeit der freien Kassenwahl durch die Versicherten, die ab 1997 umgesetzt werden sollte und damit verbunden die Einführung eines Risikostrukturausgleichs103. Das GSG beinhaltete darüber hinaus eine Regelung zur Begrenzung der Arztzahl, Praxisbudgets und Anreize zur Leistungsausweitung von Fachärzten sowie Maßnahmen, die den Krankenhaussektor betrafen. Obwohl das GSG es schaffte, das Defizit der GKV auszugleichen und in einen Überschuss zu verwandeln, stieg der Beitragssatz leicht an. [...]

Arbeit zitieren:
Seidlitz, Matthias Januar 2005: Regulierungsmechanismen des Arzneimittelmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Festbeitrag, Generika, Gesundheitsreform, Negativliste, Gesetzliche Krankenversicherung

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