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Regionalentwicklung in Brandenburg

Brandenburger zwischen Clusterbildung und ländlichem Raum

Regionalentwicklung in Brandenburg
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sandra Brenner
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Brandenburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9104-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9104-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9104-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Brenner, Sandra Dezember 2002: Regionalentwicklung in Brandenburg, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Regionalpolitik, regionale Disparitäten, Leitbild der dezentralen Konzentration, Porter, Landesentwicklungsplanung

Diplomarbeit von Sandra Brenner

Problemstellung:

Mehr als elf Jahre nach der politischen und wirtschaftlichen Vereinigung Deutschlands, scheinen die Unterschiede zwischen den beiden Teilen Deutschlands mehr als groß. Von einem einheitlichen Deutschland kann noch lange nicht gesprochen werden. Während die alten Bundesländer sich langsam dem Ende ihrer Wohlstandsphase bewusst werden, ist der Osten gerade bzw. immer noch dabei die Grundlagen für eine eigenständige und tragfähige Wirtschaft aufzubauen.

Trotz des, nunmehr als abgeschlossen betrachteten, wirtschaftlichen Transformationsprozesses zwischen den alten und neuen Bundesländern sind drei Aussagen über die verschiedenen politischen und theoretischen Lager hinweg Konsens: in den NBL existiert keine selbsttragende Wirtschaft und diese ist mittelfristig auch nicht zu erwarten, es ist für lange Zeit festgelegt, dass wichtige Entscheidungen für die wirtschaftliche Entwicklung außerhalb Ostdeutschlands getroffen werden und die Unterschiede zwischen den ostdeutschen Regionen zunehmen.

Sämtliche Analogien zu vergangenen Zeiten, anderen Ländern und Zukunftsvisionen haben verdeutlicht, das theoretische Bezüge weitgehend fehlen. Durch das Fehlen der Erklärungsansätze für die Entstehung der regionalen Disparitäten können wirtschafts- und regionalpolitische Implikationen kaum gewonnen werden.

Um aber die, trotz dessen, bereits bestehenden und angewandten regionalpolitischen Maßnahmen, von nationaler und europäischer Ebene, zu beurteilen und möglichst effektiv einzusetzen, ist eine Einordnung der räumlichen Entwicklungsprozesse der neuen Bundesländer in die Theorien der Regionalökonomik unerlässlich.

Daraus ergeben sich die zentralen Fragestellungen dieser Arbeit:

Welche regionalökonomischen Theorien liefern Erklärungsansätze für die bestehenden Ungleichgewichte innerhalb von Regionen?

Welche Implikationen ergeben sich daraus für wirksame regionalpolitische Handlungsansätze?

Die Handlungsansätze sollen anhand Brandenburgs auf ihre Anwendbarkeit geprüft werden. Brandenburg ist, als Einziges der neuen Bundesländer konfrontiert mit dem Spannungsverhältnis zwischen Berlin als Agglomerationsraum und dem extrem dünn besiedelten ländlichen Räumen.

Gang der Untersuchung:

Um die eben genannten Fragen zu beantworten, werden zunächst begriffliche Grundlagen geklärt. Das darauf folgende Kapitel soll sich mit der Theorie der Regionalpolitik beschäftigen. Dort werden neben den Bestimmungsfaktoren auch einige bestehende Theorien zur Regionalentwicklung vorgestellt. Nach der Vermittlung von Kenntnissen zur nationalen und europäischen Regionalpolitik werden die regionalpolitischen Grundsätze Brandenburgs vorgestellt. Es wird auf die bestehenden Disparitäten im Vergleich zu Deutschland, den neuen Bundesländern und Berlin sowie innerhalb Brandenburgs eingegangen. Im Anschluss daran werden Handlungsempfehlungen für die brandenburgische Regionalpolitik gegeben. Abschließend werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abkürzungsverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 6
1. Problemstellung und Vorgehensweise 7
2. Definitorische Grundlagen und Abgrenzungen 9
2.1 Regionen - Basiseinheiten der Regionalpolitik 9
2.2 Regionale Disparitäten - Ausgangspunkt der Regionalpolitik 11
3. Theorie der Regionalpolitik 12
3.1 Bestimmungsfaktoren der Regionalentwicklung 13
3.1.1 Transportkosten 13
3.1.2 Interne Ersparnisse 14
3.1.3 Externe Effekte 15
3.1.4 Kosten der Produktionsfaktoren 16
3.2 Regionalpolitische Konzeptionen 17
3.2.1 Theorie der zentralen Orte 18
3.2.2 Regionale Polarisationstheorie 19
3.2.3 Theorie der Infrastruktur 22
3.2.4 Exportbasis-Theorie 25
3.2.5 Neue Regionaltheorie 28
3.2.6 Konzept der „industrial districts“ 30
3.2.7 „Innovativer Milieu“ Ansatz 32
3.2.8 Konzept der regionalen Kompetenzzentren 33
3.2.9 Cluster-Ansatz 35
3.2.10 Wertung der Theorien 39
3.3 Regionalpolitik - Definition und Positionsbestimmung 41
3.3.1 Nationale Regionalpolitik für Ostdeutschland 42
3.3.2 Europäische Regionalpolitik für Ostdeutschland 48
4. Regionalentwicklung in Brandenburg 52
4.1 Brandenburgs Leitbild der dezentralen Konzentration 53
4.2 Entwicklung und Disparitäten in Brandenburg 58
4.2.1 Bevölkerungsentwicklung 59
4.2.2 Entwicklung der Branchen- und Erwerbstätigenstruktur, Erwerbstätig- und Arbeitslosigkeit 61
4.2.3 Außenhandel 66
4.2.4 Wirtschaftswachstum 68
4.2.5 Effizienz der Wirtschaftsförderung 70
4.3 Handlungsempfehlungen 74
4.3.1 Polarisationstheorien und Infrastruktur 75
4.3.2 Cluster und innovative Netzwerke 77
4.3.3 Weitere Aspekte 80
5. Fazit und Ausblick 82
Literaturverzeichnis 84
Ehrenwörtliche Erklärung 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die gewählte Reihenfolge in der Vorstellung der Theorien unterstützt die zunehmende Bedeutung der Transaktionskosten. D.h. der Vorteil von Agglomerationen liegt nicht nur in der Steigerung von Skalenerträgen aufgrund von Größeneffekten. Vielmehr kommt es auch auf die Reduzierung von Transaktionskosten, mit der Folge der Zeitersparung und damit Wettbewerbsvorteilen, an. In allen Theorien werden Clusterbildungen als am wirtschaftlich sinnvollsten beschrieben, sei es als reine räumliche Konzentration verschiedener Wirtschaftssubjekte oder als Agglomeration mit kooperativen Verbindungen zwischen den Wirtschaftssubjekten. Obwohl in Krugmans Theorie auch die Option der Abnahme von regionalen Disparitäten offen steht, scheint die Zunahme regionaler Disparitäten in der Mehrzahl der bestehenden Theorien aufgrund der genannten Ballungseffekte ökonomisch wahrscheinlicher. [...]

3.2.10 Wertung der Theorien Durch die Darstellung der Kritikpunkte an der jeweiligen Theorien wurden diese bereits einzeln gewertet. In diesem Abschnitt sollen nur die wesentlichen Punkte der Theorien herausgegriffen werden. Die dargestellten „traditionellen“ Theorien geben einen Ausschnitt aus dem grundsätzlichen Verständnis zu den Abläufen innerhalb und zwischen den Regionen. Des Weiteren geben sie einen Überblick über die vielfältigen Einflussfaktoren in den Regionen und deren Interdependenzen. Die Theorien der Neuen Ökonomischen Geografie bauen im Wesentlichen auf den Kontakt (beruflich sowie privat) zwischen den regionalen Akteuren, die Senkung von Transaktionskosten, innovativen Branchen/ Unternehmen und einer breiten und tiefen Wissensbasis im Umfeld der Unternehmen. Regionen werden nicht mehr nur als „Faktorraum“ gewertet, bei dem die formale Ausstattung oder möglichst günstige Kennziffern und Unternehmensbedingungen zählen. Die Region wird als Akteurraum wichtig. Für sie ist die Verankerung und Identifizierung der Akteure in der bzw. mit der Region herausragender als in den traditionellen Ansiedlungskonzepten. Die Netzwerkverbindungen unter ihnen stellen eine neue Form der Koordinierung und Organisation dar. Ihre Netzwerkstruktur in Verbindung mit einem gemeinsamen Wertesystem (Milieu) fördert innovatives Verhalten. Unabhängig davon, ob sie eine gemeinsame Position vertreten oder eine konstruktive Auseinandersetzung führen. 97 [...]

zu bestimmen.“92 Dennoch hat PORTER „mit seinem Konzept der geografisch konzentrierten Cluster starke Impulse für die Diskussion einer clusterorientierten Regionalpolitik ...“ 93 gegeben. Er behauptet: „Regionalpolitik ist selten besonders erfolgreich, weil sie in der Regel zu allgemeinen Subventionen greift, die Unternehmen veranlassen oder bestechen sollen, Fabriken oder andere Anlagen in einer bestimmten Region anzusiedeln.“94 Regionalpolitik ist wirksamer, wenn sie dem Grundsatz folgt, sich auf Cluster zu stützen und Anziehungspunkte wie Universitäten, Forschungslaboratorien, spezielle Infrastruktur und Facharbeiter zu bilden. Dennoch lassen sich aus ihm indirekte Empfehlungen für Regionalpolitik entnehmen. So muss auch in einer Region der Privatsektor die Rolle für die Faktorbildung übernehmen, da nur er weiß, was benötigt wird. Die Nachfrage der einheimischen Kunden (Private als auch andere Unternehmen) ist dabei für die Unternehmen sehr wichtig, da die Unternehmen durch sie die Bedürfnisse der Kunden kennen lernen. Des Weiteren sollte auf keinem Fall versucht werden eine „... bunt zusammengewürfelte Gruppe von Firmen anzuspornen, Zulieferbetriebe oder Vertriebszentren an einem Ort zu errichten, den sie nie weiterentwickeln oder aufwerten werden.“95 Ebenso verhält es sich bei der Ansiedlung von großen ausländischen Gesellschaften. Diese verlegen oft nur einen Teil der Wertkette, wegen günstiger Faktorbedingungen wie geringe Löhne, ins Ausland. Sobald der Faktorvorteil nachlässt, ziehen sie an einen günstigeren Ort. Dies ist also keine gute Voraussetzung, eine stabile Wirtschaft aufzubauen. Wenn sich dennoch ausländische Gesellschaften in einer Region ansiedeln, sollte versucht werden, auch andere Firmen der gleichen Branche an diesem Standort anzusiedeln, um einerseits den Wettbewerb zu fördern und andererseits mit Hilfe des Wettbewerbs den Aufbau verwandter und unterstützender Branchen anzuregen. Der Staat/die Landesregierung [...]

Arbeit zitieren:
Brenner, Sandra Dezember 2002: Regionalentwicklung in Brandenburg, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Regionalpolitik, regionale Disparitäten, Leitbild der dezentralen Konzentration, Porter, Landesentwicklungsplanung

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