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Regionale Entwicklungseffekte durch die Nutzung von Solarenergie

Beispiel Rügen

Regionale Entwicklungseffekte durch die Nutzung von Solarenergie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Schmidt
  • Abgabedatum: Februar 2001
  • Umfang: 219 Seiten
  • Dateigröße: 4,7 MB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4496-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4496-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4496-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmidt, Stephan Februar 2001: Regionale Entwicklungseffekte durch die Nutzung von Solarenergie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Architektur, Energie, Region, Sonnenenergie, Tourismus

Diplomarbeit von Stephan Schmidt

Einleitung:

Mit der CO2-Minderungs-Selbstverpflichtung nach der Rio-Folgekonferenz in Kyoto, steigenden Ölpreisen und dem Atomausstieg im Hintergrund, rückt die Nutzung erneuerbarer Energien immer mehr ins Blickfeld. Der Einwand, sie seien zu teuer, soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Anhand der Insel Rügen werden regionalwirtschaftliche Folgen von Solarenergie-Nutzung beleuchtet. Schwerpunkt sind Kapitalflüsse im Solarinstallations- sowie Image- und Wirtschaftseffekte im Tourismusbereich. – Gegenwärtig werden auf Rügen jährlich 2.300 DM/Einwohner für Energie aufgewendet und fließen überwiegend ab. Es wird gezeigt, daß die aktive Sonnenenergienutzung durch Kollektoren (Wärme) und Photovoltaikanlagen (Strom) unter heutigen Randbedingungen in Deutschland positive Effekte auf die Regionalentwicklung hat. Dabei sind die zugrunde gelegten Annahmen ausgesprochen vorsichtig und nahezu pessimistisch. Regionale Arbeitsplätze entstehen vor allem im Solarwärmebereich, weil für die Photovoltaik nur sehr niedrige Ausbauziele zugrundegelegt sind.

Die regionale Kapitalbilanz aus abfließenden Investitionsbeträgen und zufließenden Fördermitteln/vermiedenen Energiekosten ist für den Kollektoren-Zubau ausgeglichen, für die Photovoltaiknutzung dagegen klar positiv. Dort verbleibt rund noch einmal soviel wie der investierte Betrag als Kaufkraftsteigerung in der Region. Von besonderem regionalwirtschaftlichem Interesse sind dabei die Stromeinspeisevergütungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Wirtschaftsschwache Regionen können davon überproportional profitieren. Das EEG ist, obgleich thematisch ausgelegt, räumlich wirksam als eine Förderung strukturschwacher/peripherer Räume. Hinzu kommen nicht-monetäre Vorteile für beispielsweise das regionale Marketing. Entwicklungsmöglichkeiten unter anderem im Tourismus können von fünf anderen zum Vergleich betrachteten Nord- und Ostsee-Inseln abgeleitet werden. - Orientierung für eine verstärkte Nutzung von Solar- und anderen erneuerbaren Energien auf Rügen bieten die politischen Ziele auf nationaler und EU-Ebene. Die bereits in Umsetzung befindlichen Beispiele der Vergleichs-Inseln dienen als Meßlatte für den Rüganer Entwicklungsstand. Es zeigt sich, daß Rügen bei der Sonnenenergie-Nutzung an letzter Stelle dieser Inseln steht.

Anhand des Komplexes Prora, der vor der Sanierung steht, wird beispielhaft die praktische Anwendung solarer Techniken beschrieben. - Handlungsempfehlungen, wie die regionalen Akteure die Nutzung der Sonnenenergie (kostengünstig) voranbringen können, runden das Bild ab.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 6
Kurzfassung / Summary 10
Einführung 12
Zielsetzung und Vorgehensweise 14
1. Ausgangslage 19
1.1 Allgemeine Probleme der Energieversorgung 19
1.2 Untersuchungsgebiet Insel Rügen 24
1.2.1 Lage des Untersuchungsgebietes 24
1.2.2 Die Energiesituation auf Rügen 26
1.2.3 Wirtschaftliche Situation auf Rügen 34
1.3 Allgemeine klima- und energiepolitische Ziele 39
1.4 Gegenwärtige Solarenergienutzung und weitere Rahmenbedingungen 43
2. Regionale Entwicklungseffekte durch Solarenergie-Nutzung 57
2.1 Datenlage und Vorgehensweise zu Kapitalflüssen und Arbeitsplatzeffekten 57
2.2 Solarthermie 59
2.2.1 Solarthermie-Ausbauziele 59
2.2.2 Investitionsbedingter Kapitalfluß – Anlageninvestitionen 64
2.2.3 Investitionsbedingter Kapitalfluß – Förderung 70
2.2.4 Vermiedene Energiekosten 72
2.2.5 Regionale Solarthermie-Arbeitsplätze / Umweltbilanz 75
2.2.6 Zusammenfassung Solarthermie, regionalwirtschaftliche Betrachtung 78
2.3 Photovoltaik 81
2.3.1 Photovoltaik-Ausbauziele 81
2.3.2 Investitionsbedingter Kapitalfluß – Anlageninvestitionen 85
2.3.3 Investitionsbedingter Kapitalfluß – Förderung 89
2.3.4 Kapitalflüsse durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 94
2.3.5 Vermiedene Energiekosten 99
2.3.6 Regionale Photovoltaik-Arbeitsplätze / Umweltbilanz 101
2.3.7 Zusammenfassung Photovoltaik, regionalwirtschaftliche Betrachtung 104
2.4 Image- und Tourismuseffekte 109
2.4.1 Datenlage und Vorgehensweise 109
2.4.2 Erneuerbare Energien und Tourismus auf Rügen 110
2.4.3 Beispiele von Energiekonzepten und Erfahrungen anderer Inseln 116
2.4.4 Zusammenfassung Image und Tourismuseffekte 126
2.5 Zusammenfassung des Kapitels 129
3. Umsetzungsbeispiel Prora / Ost-Rügen 134
3.1 Datenlage und Vorgehensweise 134
3.2 Bestandsanalyse 135
3.2.1 Gebäudebeschreibung und Nutzung des Komplexes Prora 135
3.2.2 Energetischer Zustand: Versorgung und Verbräuche 141
3.2.3 Ziele energetischer Sanierung des Komplexes Prora 142
3.3 Einsatzmöglichkeiten der Solarenergie 145
3.3.1 Passive Solarenergienutzung 145
3.3.2 Aktive Solarenergienutzung 148
3.3.3 Energetische Gesamtabschätzung und Kostenschätzung; derzeitiger Planungsstand 154
3.4 Touristische und Marketingaspekte 160
3.5 Zusammenfassung des Kapitels 163
4. Handlungsempfehlungen 164
Literatur, Internet, weitere Quellen 186
Anhang: 201
Liste der Gesprächspartner 201
Dachflächen- und Solarertragsübersicht für die Blöcke 1+2 des Komplexes Prora 202
Abkürzungen 203
Umrechnungstabellen für Maße und Einheiten 204
Glossar 205
Ortsindex 210
Sachindex 211
Dank / Eidesstattliche Erklärung 213

Automatisiert erstellter Textauszug:

2.3.2. Investitionsbedingter Kapitalfluß – Anlageninvestitionen Das Kapital, das im Rahmen des Photovoltaik-Ausbaus investiert wird, kann anhand der Zubauschritte in Verbindung mit der prognostizierten Preisentwicklung bestimmt werden (Tab.2). Weil Fördermittel derzeit nicht über das Jahr 2003 hinaus voraussehbar sind, wird hier nur der Zeitraum bis dahin betrachtet. Die Fraunhofer-/DLR-/Greenpeace-Studie geht von einem sehr günstigen FörderHintergrund aus und davon, daß durch große Nachfrage die Anlagenpreise rasch sinken. Während 1 kW Photovoltaik-Leistung in 1998 rund 14.500 DM kostete, wird für 2000 mit rund 12.700 DM gerechnet (optimistisches Kostenszenario). Das sind bis 2003 jeweils 91% des Vorjahrespreises. Dann wird eine langsamere Degression angenommen. Bereits in den letzten drei Jahren seit Erscheinen der Studie sind geringe Abweichungen festzustellen. Nach dem 100.000-Dächer-Programm sind seit Mai 2000 PV-Anlagen nur noch bis zu einer Höchstgrenze von 13.500 DM/kWp förderfähig. Dies soll als derzeitiger Marktpreis gelten. Die 12.700 des Szenarios liegen klar darunter. Das hat mindestens vier Ursachen: Erstens handelt es sich explizit um ein optimistisches Kostenszenario. Zweitens sind die tatsächlichen Förderbedingungen weniger optimal als angenommen. Finanzielle Mankos werden verstärkt durch Anlaufschwierigkeiten und organisatorisches Chaos bei der Abwicklung des 100.000-Dächer-Programms. Drittens ist die jetzige Nachfrage auf dem deutschen PV-Markt dennoch groß genug, um Lieferengpässe zu verursachen, solange die Produktionskapazitäten noch unverändert sind. Und schließlich sind die Preise derzeit eher im Steigen begriffen durch den hohen Dollarkurs. Rohsilizium und Wafer werden großenteils nach Europa eingeführt. Eine Kapazitätserweiterung in der Produktion von PV-Anlagen(-Teilen) kann in den nächsten Jahren noch durch europaweit deutlich steigende Nachfrage „geschluckt“ werden. Nach dem deutschen EEG wurden Schlag auf Schlag auch anderswo günstige Vergütungen für PV-Strom eingeführt, die anders als beim EEG sogar tatsächlich die Stromgestehungskosten abdecken (Kärnten, Luxemburg). Es ist absehbar, daß weitere Länder den Vorbildern folgen. Das lädt zur Bedienung des außerdeutschen Marktes ein, so daß sich die angespannte Nachfrage-Situation in Deutschland nicht automatisch beruhigt. – Eine kurzfristige Stärkung des Euro gegenüber dem Dollar ist ebenfalls nicht abzusehen. – Und sollten die Preise sinken, kommt das nicht sofort beim Endkunden an. So empfiehlt z.B. der Gründer der Freiburger Solarfabrik, Georg Salvamoser, die nächsten Preissenkungen in der Produktion wegen der geringen Margen in der Installation zunächst nicht an den Kunden weiterzugeben (SoT 78). Die folgenden Arbeitsplatz- und Kapitalfluß-Abschätzungen werden nur bis 2003 durchgeführt. Ein weitergehendes Preis-Szenario ist hier daher unnötig. Bis dahin wird [...]

daß bei geringer Bevölkerungsdichte mehr Dachflächen pro Einwohner zur Verfügung stehen, ist das Szenario für die Rüganer leichter umzusetzen. – Eine Abweichung vom deutschlandweiten Szenario ergibt sich ohnehin in der Anfangsphase, da die Studie schon drei Jahre zurückliegt. Wird die exakte Einwohnerzahl Rügens zugrunde gelegt, errechnet sich ein Zielwert von nur 1,14 MWp PV-Leistung, die bis 2010 auf der Insel zu installieren sind (statt 1,2 MWp). Dem könnte durch einen „bescheideneren“ Anfang Rechnung getragen werden, wie in Tab.9 dargestellt. Der Einstieg mit 15 kWp im ersten Jahr entspricht dabei etwa 6 Einfamilienhäusern, die auf Rügen mit Photovoltaik ausgerüstet werden (Anlagengröße von 2,5kWp). Ab 2003 ist dann ein linearer Anstieg der jährlichen Zubau-Summen vorgesehen. Auch die inselweite Gesamtleistung nach zehn Jahren ist aber ausgesprochen gering vor dem Hintergrund, daß in z.B. Herne und München diese PV-Leistung nicht nur innerhalb eines Jahres, sondern in jeweils einem einzigen Projekt realisiert wurde. Zum Vergleich wird der einwohnerbezogene PV-Zubau für ganz Vorpommern gegenübergestellt. Bis 2010 ergibt sich hier eine Gesamtleistung von 7,7 MWp. Tab.9: Zubau der Photovoltaikanlagen-Leistung (kWp/a) auf der Insel Rügen und in Vorpommern 2001 – 2010, analog zum Szenario von Fraunhofer ISE/ DLR/ Greenpeace (1997)(Ausbauziel 15 Wp/Einwohner) 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Rügen 15 Σ = 40 Σ = 1,14 MWp in 2010 Vorpommern 96 161 321 482 642 803 964 1124 1285 1445 25 50 75 100 125 150 175 200 225 Σ = 1100 [...]

Analog zu diesem Szenario läßt sich ein PV-Szenario für Rügen erstellen. Anhand der Einwohnerzahl Rügens von knapp 80.000 (genauer 76.208 am 31.12.1999) würde auf den Landkreis rund ein Tausendstel der in Deutschland installierten Leistung entfallen. Das Greenpeace-Szenario könnte praktisch unverändert durch 1000 geteilt und auf Rügen bezogen werden (Tab.9). Die Landfläche der Insel hat zwar einen größeren Anteil in gesamtdeutscher Relation, allerdings sollten Solaranlagen vorzugsweise auf Gebäuden installiert werden, anstatt freie Fläche in Anspruch zu nehmen. Nimmt man an, daß Gebäude- und Einwohnerzahlen korrelieren, ergibt die Kopplung der Energieleistung an die Einwohnerzahl auch für Rügen Sinn. Nimmt man dagegen an, [...]

Arbeit zitieren:
Schmidt, Stephan Februar 2001: Regionale Entwicklungseffekte durch die Nutzung von Solarenergie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Architektur, Energie, Region, Sonnenenergie, Tourismus

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