Regaloptimierung und Spacemanagement im Handel
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Peter Wagner
- Abgabedatum: September 1999
- Umfang: 119 Seiten
- Dateigröße: 3,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2999-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2999-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2999-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung: Die Studie wurde 1999 von der IHK Niederbayern-Oberpfalz für herausragende Leistungen im Bereich "Handel" ausgezeichnet.
- Arbeit zitieren: Wagner, Peter September 1999: Regaloptimierung und Spacemanagement im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Spacemanagement, Sortimentsanalyse, Handel, Raumaufteilung, Selbstbedienung
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Diplomarbeit von Peter Wagner
Einleitung:
Eine der wichtigsten Aufgaben im Handel ist die Aufteilung der knappen Regal- und Verkaufsflächen auf die Vielzahl der konkurrierenden Produkte. Nicht selten haben große Supermärkte aus über 60000 verschiedenen Artikeln zu wählen, von denen sie auf Tagesbasis ca. 45000 führen. Die meisten Handelsbetriebe haben zudem „...einen bestimmten Anteil ihrer Verkaufsfläche, wenn nicht sogar den größten Anteil, SB-Präsentationen gewidmet. Die SB-Präsentationen schaffen einen Kaufrahmen, in dem die Produkte und Marken eigenständig die Nachfrage der Kunden stimulieren müssen ohne die Empfehlungen und Aufmunterungen des Verkaufspersonals.” Dabei ist es für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens nicht nur entscheidend, das Sortiment möglichst nah an den Wünschen der Kunden auszurichten, sondern auch durch geschickte Platzierung und Gewichtung der Waren die Manipulationsmöglichkeiten beim Kaufentscheid der Kunden zu nutzen.
Das betriebswirtschaftliche Entscheidungsfeld, das sich mit diesen Aspekten auseinandersetzt, stellt das Thema dieser Arbeit dar.
Ziel dieser Arbeit ist es v.a., einen Überblick darüber zu geben, welche Einflussgrößen die optimale Allokation der Artikel bestimmen und wie sich diese in unterschiedlichen Regaloptimierungsmethoden niederschlagen. Der Fokus liegt dabei auf der quantitativen Betrachtung, da optisch-qualitative Aspekte zu umfassend für den Rahmen dieser Arbeit wären und zudem dem Zeitgeist unterliegen und nur schwer branchenübergreifend zu verallgemeinern sind.
Die Ausführungen dieser Arbeit zielen besonders auf den SB-Handel mit Regalpräsentation ab. Dennoch sind die meisten Gesichtspunkte auch auf andere Segmente des Handels übertragbar.
Gang der Untersuchung:
Im folgenden Kapitel werden alle Grundlagen und Einflussgrößen erläutert, die wesentlich für die Regaloptimierung sind und in den Optimierungsmodellen häufig wiederkehren. Kapitel drei bildet mit einer kritischen Darstellung unterschiedlicher Regaloptimierungsmethoden den Schwerpunkt der Arbeit. Anschließend beschäftigt sich Kapitel vier mit ausgewählten Problemen in der Praxis, bevor Kapitel fünf die Besonderheiten darstellt, die bei der Optimierung ganzer Verkaufsflächen im Gegensatz zu einzelnen Regalen zu beachten sind. Eine Zusammenfassung mit Schlussfolgerungen schließt die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Gliederung | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. Kapitel : Einführung | 1 | |
| 1.1 | Einleitung | 1 |
| 1.2 | Begriffserläuterungen | 1 |
| 1.3 | Ziel und Aufbau dieser Arbeit | 3 |
| 2. Kapitel : Grundlagen und Einflußgrößen | 4 | |
| 2.1 | Grundlagen der Regaloptimierung | 4 |
| 2.2 | Kontaktleistung und Flächenelastizität | 7 |
| 2.3 | Produktbeziehungen und Kreuzelastizitäten | 12 |
| 2.4 | Präferenzen und Loyalitäten | 14 |
| 2.5 | Präsenzlücken und Substitutionsverhalten | 16 |
| 2.6 | Positionierung | 19 |
| 3. Kapitel : Methoden der Regaloptimierung | 24 | |
| 3.1 | Kommerzielle Software und Praxisregeln | 25 |
| 3.2 | Optimierungsmodelle | 30 |
| 3.2.1 | Basismodell nach Barth | 31 |
| 3.2.2 | Modell nach Corstjens und Doyle | 33 |
| 3.2.3 | Modell SH.A.R.P. nach Bultez und Naert | 38 |
| 3.2.4 | Dynamischer Programmierungsansatz nach Zufryden | 44 |
| 3.2.5 | Heuristisches Sortiments- und Allokationsmodell | 47 |
| 3.2.6 | Bestandsoptimierendes Modell nach Urban | 57 |
| 3.2.7 | Modell mit Positionsberücksichtigung | 67 |
| 3.2.8 | Dynamisches Modell nach Corstjens und Doyle | 71 |
| 4. Kapitel : Regaloptimierungsprobleme in der Praxis | 76 | |
| 4.1 | Probleme bei der Umsetzung von Allokationsempfehlungen | 76 |
| 4.2 | Einfluss der Hersteller | 79 |
| 5. Kapitel : Besonderheiten des Spacemanagements | 81 | |
| 6. Kapitel : Zusammenfassung und Schlussfolgerungen | 85 | |
| Anhang 1 | 90 | |
| Anhang 2 | 92 | |
| Anhang 3 | 94 | |
| Literaturverzeichnis | VII | |
| Eidesstattliche Erklärung | XIV |
Modelle und gewünschte Regalbestückungen können in der Praxis oft nicht exakt umgesetzt werden. Die wesentlichen Gründe hierfür sind : Metrische skalierte Flächenzuweisungen scheitern, da der Platzbedarf einer Verpackung die kleinste “Manövriermasse“ der Artikel ist. Selbst der Versuch auf das naheliegendste ganze Vielfache an Verpackungen zu runden ist problematisch, da die Differenz des Flächenbedarfs zur exakten Empfehlung i.d.R. nicht einfach durch eine Einheit eines anderen Artikels ausgeglichen werden kann. Eine ähnliche Problematik ergibt sich, wenn man beispielsweise wie bei dem Modell von Barth175 versucht, Gleichheit der Artikeln bzgl. einer metrischen Kennzahl zu erreichen176. Sollen gleiche Marken, Sorten oder Verpackungsgrößen als Block präsentiert werden, so kann dies auch einer computergestützten Planogrammberechnung nicht immer möglich sein, da die Enden der Regalböden eine unvermeidliche Sprungstelle darstellen177. Die Wahrscheinlichkeit, daß eine perfekte Blockpräsentation gemäß einer bestimmten Allokationsvorgabe umgesetzt werden kann, verringert sich noch, wenn für bestimmte Artikel oder Artikelgruppen Plazierunghöhen vorgegeben werden. [...]
Curhan kommt in seinen Untersuchungen ebenfalls zu dem Schluß, daß in großen, gut geführten Supermärkten die meisten Artikel überpräsentiert sind. Er führt dies auch auf eine übertriebene Flächenzuweisung an Eigenmarken zurück185. Cox fordert sogar, allen Produkten außer präferierten Impulsartikeln nur eine Minimalfläche zuzuweisen, die von der Fehlmengenwahrscheinlichkeit und dem Umfang einer Transporteinheit bestimmt werden sollte186. Aus diesen Blickwinkeln wäre ein Austausch der ‘Überpräsentationen’ mit neuen Artikeln erfolgversprechender, da dann alle Artikel in den elastischen Bereich der Kontaktleistungsfunktion rücken würden und zugleich mehr Präferenzkunden akquiriert werden könnten. Ein möglicher Grund für das häufige Auftreten von Überpräsentationen in großflächigen Läden ist sicherlich das Streben nach schlanken Logistik- und Personalkosten durch weniger Artikel und längere Regalpflegezyklen. [...]
Besonders realitätsnahe und vielversprechende Ansätze wie die von Boris et al. und Urban unterliegen einem anderen Problem. Heuristiken wie Simulated Annealing oder genetische Algorithmen liefern nur optimale Ergebnisse, wenn sie mit geeigneten Werten für die Steuerungsparameter angewandt werden. Dazu bedarf es jedoch eines sehr spezifischen Wissens. Aufgrund der großen Unterschiede zwischen den Modellen stellt sich für einen Händler natürlich auch die Frage, welches Modell bei einer bestimmten Warengruppe und Geschäftsgröße die besten Ergebnisse liefern kann ? Direkte Praxisvergleiche der Modelle untereinander sind in der Literatur nicht zu finden. Ein vielversprechender Ansatz könnte sein, darauf zu achten, bei welchen Parametern die Artikel die größten Unterschiede aufweisen, um dann ein Modell auszuwählen, welches speziell diese Parameter berücksichtigt. Eine generelle Aussage, ob im Handel eher zuviel oder zuwenig Artikel pro Warengruppe geführt werden, kann aus den bisherigen Forschungen nicht abgeleitet werden. Das fortschrittliche Modell von Borin, Farris und Freeland182 empfiehlt im Optimum einem großen Supermarkt eine scharfe Reduzierung seiner Auswahl183 an Ketchup-Artikeln von 18 auf 7. Dagegen verglichen Drèze, Hoch und Purk in einem großen Supermarkt die mittlere Kontaktleistungsfunktion innerhalb einer Warengruppe mit der Flächenverteilung der Artikel184. Die Abbildungen 20 und 21 verdeutlichen die Ergebnisse. Die Histogramme zeigen, daß einem Großteil der Artikel ein Präsentationsfläche zugebilligt wird, die sich deutlich im unelastischen Abschnitt der Kontaktleistungsfunktion befindet. Bei den Schmerzmittel („Analgesics“) konnte die Kontaktleistung bei 10 inch² Präsentationsfläche bereits zu 98% ausgeschöpft werden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832429997
Arbeit zitieren:
Wagner, Peter September 1999: Regaloptimierung und Spacemanagement im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Spacemanagement, Sortimentsanalyse, Handel, Raumaufteilung, Selbstbedienung



