Reformbedarf bei der staatlichen Regulierung der steuerberatenden Berufe
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kay Pallasch
- Abgabedatum: Februar 2000
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 3,0 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3105-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3105-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3105-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pallasch, Kay Februar 2000: Reformbedarf bei der staatlichen Regulierung der steuerberatenden Berufe, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Regulierung, Wirtschaftspolitik, Steuerberatung, Deregulierung, Wettbewerbspolitik
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Diplomarbeit von Kay Pallasch
Problemstellung:
Die freien Berufe, und somit auch die Steuerberatung, sehen sich mit umfassenden Reformierungen konfrontiert. Diese Veränderungen haben ihren Ursprung im europäischen Vereinigungsprozess. Nachdem sich die Steuerberatung in Deutschland seit dem Nationalsozialismus gesetzlich manifestiert hat und ein geschützter Beruf des Steuerberaters entstanden ist, hat sich ähnlich des Innungswesens beim Handwerk eine finanzstarke und einflussreiche Berufsorganisation entwickelt, die ihre „Privilegien“ verteidigt. Der Konflikt hierbei besteht in der Verletzung des Grundrechtes der Berufsfreiheit mit der Begründung, in der Steuerberatung ein Gut mit wichtigem, schützenswertem Allgemeinwohlinteresse vorzufinden.
Regulierungsbegründungen lassen sich mit Hilfe der volkswirtschaftlichen Regulierungstheorien herauskristallisieren. Einerseits findet man Merkmale normativer Regulierungsbegründung, der asymmetrischen Information. Andererseits sind Merkmale der positiven Regulierung, also die Durchsetzung von Interessengruppen klar zu erkennen.
Reguliert ist dieser Markt im Zutritt sowie im Verhalten. Der Marktzutritt ist reguliert durch eine Qualitätsprüfung. Hierbei ist zu kritisieren, dass durch die Schwere der Prüfung und durch die Voraussetzungen zur Zulassung derselben, aus einer subjektiven Zulassungsbeschränkung eine objektive entsteht. Dadurch ist die Legitimation zur Verletzung der Berufsfreiheit überschritten. Im Marktverhalten stehen die Beschränkungen beim Werben und die Bindung an eine Gebührenordnung, also an Preisvorgaben, im Vordergrund.
Eine wesentliche Rolle bei der Regulierung in der Steuerberatung spielen die Berufsorganisationen. Im Mittelpunkt dabei stehen die, durch gesetzliche Zwangsmitgliedschaft charakterisierten, Steuerberaterkammern.
Bei der Betrachtung der Auswirkungen der Marktregulierungen ist festzustellen, dass der Marktpreis der Steuerberatung unterhalb des staatlichen Preises der Gebührenordnung liegt. Interessant hierbei ist, dass in Bereichen, in denen begrenzt Wettbewerb besteht, die Gebührenordnung eine Preisuntergrenze in Höhe der Grenzkosten, also entsprechend dem allokativen Zielkriterium, zulässt. Des weiteren erscheint der Umfang der geschützten Tätigkeiten nicht gerechtfertigt. Hierbei stellt die Diskussion um Merkmale einer positiven Regulierung Anhaltspunkte hervor, die klare Gruppeninteressen erkennen lassen, deren Schutz mit normativen Begründungen als nicht gerechtfertigt erscheinen.
Erst der Druck von außen, die europäische Harmonisierung, erzwingt Veränderungen. So ist die Steuerberatung in Europa unterschiedlich bzw. gar nicht geregelt. Die, mit der im europäischen Vertrag geregelten Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit, auftretenden rechtlichen Fragen werden somit auch unterschiedlich interpretiert. Die Stimmen reichen von bedingungsloser Liberalisierung bis hin zur europäischen Vereinheitlichung auf deutschem Regulierungsniveau. Abzuwarten sind hier die gerichtlichen Entscheidungen und die Entwicklung in der nationalen Gesetzgebung. Eine erste Lockerung der deutschen Regulierung verspricht das siebente Steuerberatungsänderungsgesetz, mit dessen Inkrafttreten zum Halbjahr 2000 gerechnet werden kann.
Unbestritten ist die Bedeutung der Steuerrechtspflege und das damit verbundene hohe Gemeinwohlinteresse an einer stabilen Qualitätssicherung. Der jetzige Umfang und in dessen Folge hohe Wohlfahrtsverlust scheint nicht gerechtfertigt. Die Steuerberatung in den USA soll nicht als Lösungsmuster dienen, zeigt aber, das eine staatliche Regulierung nicht zwingend ist.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 2. | Die Situation der Freien Berufe in der Europäischen Entwicklung | 6 |
| 3. | Die Entwicklung der deutschen Steuerberatung und ihrer Regulierung | 7 |
| 3.1 | Steuerberatung, Marktabgrenzung und Definition | 7 |
| 3.2 | Die Zeit vor 1945 | 9 |
| 3.3 | Die Entwicklung seit 1945 | 9 |
| 4. | Ökonomische Regulierungsbegründung | 9 |
| 4.1 | Wirtschafts- und Wettbewerbspolitik | 9 |
| 4.2 | Wettbewerbliche Ausnahmebereiche | 10 |
| 4.3 | Die normative Theorie der Regulierung | 10 |
| 4.3.1 | Informationsmängel | 11 |
| 4.3.2 | Unkenntnis | 11 |
| 4.3.3 | Qualitätsunkenntnis und asymmetrische Information | 12 |
| 4.3.3.1 | Asymmetrische Information | 12 |
| 4.3.3.2 | Qualitätsunsicherheit, Adverse Auslese | 13 |
| 4.3.3.3 | Lösungsansätze bei asymmetrischer Information | 15 |
| 4.3.4 | Versagen am Markt der Steuerberatung | 16 |
| 4.4 | Die positive Theorie der Regulierung | 18 |
| 4.4.1 | Die Nachfrage nach Regulierung | 18 |
| 4.4.2 | Das Angebot an Regulierung | 20 |
| 4.5 | Vergleich von normativer und positiver Theorie | 21 |
| 5. | Die Regulierung der Steuerberatung | 22 |
| 5.1 | Gesetzliche Grundlagen | 22 |
| 5.2 | Die Regulierungen in der Steuerberatung | 23 |
| 5.2.1 | Marktzutrittsbeschränkungen | 23 |
| 5.2.2 | Marktverhalten | 27 |
| 5.2.2.1 | Werbeverbot | 28 |
| 5.2.2.2 | Die Gebührenordnung | 29 |
| 5.3 | Die Berufsorganisationen des steuerberatenden Berufes | 30 |
| 5.3.1 | Die Kammern | 30 |
| 5.3.2 | Der Steuerberaterverband | 31 |
| 5.3.3 | Die DATEV e.G. | 31 |
| 6. | Negative Auswirkungen, Bewertung | 32 |
| 6.1 | Ineffizienzen | 32 |
| 6.1.1 | Allokative Ineffizienz, Die Kosten der Regulierung | 33 |
| 6.1.1.1 | „Grenzkosten“ der Steuerberatung | 33 |
| 6.1.1.2 | Die Kosten der Kammern | 36 |
| 6.1.2 | Technische Ineffizienz | 37 |
| 6.1.3 | Dynamische Ineffizienz | 38 |
| 6.2 | Positive Regulierung | 39 |
| 6.2.1 | Nachfrager von Regulierung | 39 |
| 6.2.2 | Anbieter von Regulierung | 41 |
| 7. | Das Europäische Bild des steuerberatenden Berufes und die Tendenzen in der Regulierung | 42 |
| 7.1 | Liberale Berufsausübung in Mitgliedsstaaten am Beispiel der Steuerberatung in Spanien | 43 |
| 7.2 | EU- Recht contra nationales Recht | 44 |
| 7.2.1 | Dienstleistungsfreiheit | 45 |
| 7.2.2 | Niederlassungsfreiheit | 47 |
| 8. | Steuerberatung in den USA | 48 |
| 8.1 | Tax Accountants (Steuerbuchprüfer) | 48 |
| 8.2 | Tax Attorneys(Steueranwälte) | 48 |
| 8.3 | Berufskammern | 49 |
| 8.4 | Honorar | 49 |
| 9. | Deregulierungsansätze | 49 |
| 10. | Zusammenfassung | 50 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832431051
Arbeit zitieren:
Pallasch, Kay Februar 2000: Reformbedarf bei der staatlichen Regulierung der steuerberatenden Berufe, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Regulierung, Wirtschaftspolitik, Steuerberatung, Deregulierung, Wettbewerbspolitik



