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Rechtliche und praktische Probleme des Abfindungsanspruchs bei betriebsbedingter Kündigung unter Berücksichtigung sozial- und steuerrechtlicher Aspekte

Rechtliche und praktische Probleme des Abfindungsanspruchs bei betriebsbedingter Kündigung unter Berücksichtigung sozial- und steuerrechtlicher Aspekte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jennifer von Gemünden
  • Abgabedatum: November 2004
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 660,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Rheinische Fachhochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4081-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4081-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4081-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: von Gemünden, Jennifer November 2004: Rechtliche und praktische Probleme des Abfindungsanspruchs bei betriebsbedingter Kündigung unter Berücksichtigung sozial- und steuerrechtlicher Aspekte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Abfindung, KSchG, Kündigungsschutzgesetz, Sozialauswahl, Unternehmensentscheidung

Diplomarbeit von Jennifer von Gemünden

Einleitung:

Im Rahmen der Agenda 2010 der Bundesregierung ist am 1.1.2004 der § 1 a des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) als Art. 1 Nr. 1 des Gesetzes zur Reformen am Arbeitsmarkt vom 24.12.2003 in Kraft getreten. Das Kündigungsschutzgesetz wurde reformiert und um § 1 a KSchG erweitert. Hintergrund für eine Neuschöpfung dieses Paragraphen war laut Regierungserklärung vom 14.3.2003, dass der Arbeitnehmer bei betriebsbedingter Kündigung zwischen der Klage auf Bestandsschutz und einer gesetzlich definierten und festgelegten Abfindung wählen kann.

Bisher hatte es keine vergleichbare Norm im Kündigungsschutzgesetz gegeben, obwohl in der außergerichtlichen und gerichtlichen Praxis über die Beendigung von Arbeitsverhältnissen und deren Modalitäten Abfindungen regelmäßig auf der Tagesordnung stehen.

Im Zuge der Globalisierung verlangt der Markt die rasche Anpassung der Produkte und Dienstleistungen. Daher schwankt der Arbeitskräftebedarf ebenso wie die Realisierbarkeit erwünschter Arbeitsbedingungen. Mit dem Abfindungsanspruch nach § 1 a KSchG verfolgt der Gesetzgeber daher das Ziel, ein taugliches Instrument zu schaffen, mit dem Arbeitsverhältnisse modern und ökonomisch vertretbar beendet werden können. Das neue Recht soll eine Flexibilisierung und Belebung des Arbeitsmarktes ermöglichen.

Gegenstand der vorliegenden Diplomarbeit ist vor allem die Darstellung des neuen gesetzlichen Abfindungsanspruchs bei betriebsbedingter Kündigung und seiner Auswirkung auf das Gebiet des Sozial- und Steuerrechts, sowie die Auseinandersetzung mit Anwendungs- und Auslegungsproblemen.

Bisher endet eine Vielzahl von Kündigungsschutzprozessen mit einem gerichtlichen Vergleich, in dem sich der Arbeitnehmer mit der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses einverstanden erklärt, unter der Bedingung, dass der Arbeitgeber sich im Gegenzug dazu verpflichtet, für den Verlust des Arbeitsplatzes eine Abfindung zu bezahlen. Arbeitnehmer gehen häufig, verallgemeinernd und fälschlicherweise davon aus, dass bei einer arbeitgeberseitigen Kündigung grundsätzlich ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung bestehe.

Richtig ist vielmehr, dass sich der Arbeitgeber freiwillig zu einer Abfindung verpflichten kann, sei es außergerichtlich oder im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs. Diese Vorgehensweise bereitet dem Arbeitgeber einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand sowie zusätzliche Unsicherheit über den Ausgang des Arbeitsrechtsstreits.

Aus diesem Grunde soll wie in der Regierungserklärung aufgeführt der Abfindungsanspruch der schnellen außergerichtlichen Beendigung von Arbeitsverhältnissen dienen und dem Arbeitgeber infolgedessen die unvorhersehbare Kostenlast aus einem Kündigungsschutzprozesses ersparen. Des weiteren wird davon ausgegangen das infolge der sinkenden Kündigungsschutzklagen die Arbeitsgerichte entlastet werden und eine Harmonisierung in die Abfindungspraxis einkehrt, die zuvor durch kränkelnde Aufhebungs- und Abwicklungsverträge nicht gegeben war.

In der Literatur spielt die Frage des „Cui bono?“ eine entscheidende Rolle, denn bereits vor Inkrafttreten des § 1 a KSchG gab es gegenläufige Standpunkte, wie sich die Norm für alle Beteiligten auswirkt.

In den einzelnen Abschnitten dieser Diplomarbeit wird der Abfindungsanspruch des § 1 a KSchG in seinen rechtsdogmatischen Einzelheiten dargestellt und bewertet. Große Bedeutung wird hier den Stellungnahmen der Literatur beigemessen und deren kritischer Erörterung.

Zusätzlich wird ein Überblick über das Recht der betriebsbedingten Kündigung und die sonstige dort spezifische Abfindungspraxis gegeben.

Die steuerrechtlichen und sozialrechtlichen Aspekte des Abfindungsanspruchs werden anhand von Beispielen dargestellt.

Zum Vergleich der Situation in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wird das Kündigungsschutzrecht im Vereinten Königreich, in Frankreich und Italien vorgestellt.

Im letzen Abschnitt werden die Ergebnisse zusammengefasst und erörtert. Sonstige Ausgestaltungen und Auseinandersetzungen mit weiteren Aspekten des Reformpakets der Agenda 2010, werden in dieser Arbeit nicht behandelt.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort III
Inhaltsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis IX
Abbildungsverzeichnis XII
I. Einleitung und Problemstellung 1
II. Abfindungen in der Rechtspraxis 3
1. Begriff der Abfindung 3
2. Aufhebungsvertrag 4
3. Abwicklungsvertrag 6
a. „unechter“ Abwicklungsvertrag 6
b. „echter“ Abwicklungsvertrag 7
c. Gerichtlicher Abwicklungsvergleich 8
III. Rechtliche Voraussetzungen bei betriebsbedingter Kündigung 8
1. Betriebsbedingter Kündigungsgrund 9
2. Dringende betriebliche Gründe 10
a. Betriebliche Erfordernisse 10
b. Dringlichkeit der betrieblichen Erfordernisse 10
c. Außerbetriebliche Gründe 11
d. Innerbetriebliche Gründe 11
3. Unternehmerentscheidung 12
a. „Offenbar“ unsachlich 12
b. „Offenbar“ unvernünftig 13
c. „Offenbar“ willkürlich 13
4. Sozialauswahl 13
a. Soziale Gesichtspunkte 13
a.a Dauer der Betriebszugehörigkeit 14
b.b Lebensalter 14
c.c Unterhaltspflichten 14
d.d Schwerbehinderung 15
b. Gewichtung 15
c. Selektion von „Leistungsträgern“ 15
5. Interessenausgleich 16
a. Begriff des Interessenausgleiches 17
b. Gegenstand des Interessenausgleiches 17
6. Darlegungs- und Beweislast 17
IV. Praktische Probleme bei betriebsbedingten Kündigungen 18
1. Einschnitt in die unternehmerische Freiheit 18
a. Dringende betriebliche Erfordernisse 19
b. Entscheidungen betreffend der Sozialauswahl 19
c. Frage der Darlegungs- und Beweislast 20
2. Zusammenfassung 21
3. Thesen 23
V. Abfindungsanspruch §§ 9, 10 KSchG 24
VI. Abfindungsanspruch bei betriebsbedingter Kündigunggemäß § 1 a KSchG 25
1. Entstehungsvoraussetzungen des Abfindungsanspruchs 25
a. Arbeitgeber 26
b. Beendigung des Arbeitsverhältnisses 26
a.a Ordentliche betriebsbedingte Kündigung 26
b.b Außerordentliche Kündigung 26
c.c Änderungskündigung 26
d.d Sonstige 27
c. Kündigungsgrund 27
d. Hinweis des Arbeitgebers 27
2. Höhe der Abfindung 27
a. Gesetzliche Höhe 28
b. Monatsverdienste nach § 10 Abs. 3 KSchG 29
c. Dauer des Arbeitsverhältnisses 29
3. Verstreichenlassen der Klagefrist 30
4. Rechtsfolgen 30
a. Entstehungszeitpunkt des Abfindungsanspruchs 30
b. Anfechtung 31
c. Abtretung 31
d. Aufrechnung 31
e. Pfändbarkeit 32
f. Vererblichkeit 33
g. Verzug und Verzögerungsschaden 33
h. Schadensersatzansprüche 34
i. Rücktritt 35
j. Verjährung 35
5. Behandlung des Abfindungsanspruchs in besonderen Fällen 36
a. Im Insolvenzfall 36
b. Bei Betriebsübergang 36
6. Aufnahme des Abfindungsanspruchs in der Literatur 37
a. Rechtsunsicherheit und Auslegungsprobleme 37
b. Anwendung in der Praxis 38
c. Fließrichtung künftiger Reformen 39
7. Streitfragen 41
a. Rechtsnatur 41
a.a Gesetzlicher Anspruch 41
b.b Vertraglicher Anspruch 42
c.c Auswirkungen 42
b. Wirkung des § 269 ZPO bei Klagerücknahme 43
c. Erklärungsmängel des Arbeitgebers und ihre Auslegung 46
VII. Sozialrechtliche Aspekte des Abfindungsanspruchs 47
1. Behandlung der Abfindung im Arbeitsförderungsgesetz SGB III 47
a. Sperrzeit § 144 Abs. 1 Nr.1 SGB III 48
b. Urteil des BSG vom 18.12.2003 (B11 AL 35/03 R) 49
2. Erstattungspflicht des Arbeitgebers nach § 147 a SGB III 52
VIII. Steuerrechtliche Aspekte des Abfindungsanspruchs 53
1. Freibeträge des § 3 Nr.9 EStG 53
a. Allgemein 53
a.a Auflösung des Dienstverhältnisses durch Arbeitgeber 54
b.b Auflösung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer 54
c.c Gerichtliche Auflösung 55
b. Freibeträge 55
2. Fünftelungsprinzip 57
a. Ermäßigte Besteuerung 57
b. Voraussetzung für die Anwendung der Fünftel-Regelung 58
c. Anwendungsprobleme 59
3. Steuergünstige Gestaltung in der Praxis 60
4. Beschränkt steuerpflichtige Einkünfte bei Abfindungen 61
IX. Abfindungsanspruch bei Vorliegen der §§ 111, 112 BetrVG 61
1. Rechtsnatur und Rechtspraxis 61
a. Sozialplan 62
b. Probleme in der Rechtspraxis 63
X. Ausblick Europa 64
1. Kündigungsschutz in Großbritannien 65
2. Kündigungsrecht in Frankreich 66
3. Kündigungsschutz in Italien 67
4. Fazit 67
XI. Zusammenfassung 69
Literaturverzeichnis 73
Rechtsquellenverzeichnis 77
Rechtsprechungsverzeichnis 78
Verzeichnis der Dienstanweisungen 79
Verzeichnis der Gesetzentwürfe und Gesetzesanträge 79
Erklärung 81
Lebenslauf 82
Anhang I: Musterschreiben

Arbeit zitieren:
von Gemünden, Jennifer November 2004: Rechtliche und praktische Probleme des Abfindungsanspruchs bei betriebsbedingter Kündigung unter Berücksichtigung sozial- und steuerrechtlicher Aspekte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Abfindung, KSchG, Kündigungsschutzgesetz, Sozialauswahl, Unternehmensentscheidung

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