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Rechtliche Aspekte zur Geruchseinwirkung aus lebensmittelverarbeitenden Betrieben in der Wohnbebauung und technische Lösungsmöglichkeiten zur Minderung

Rechtliche Aspekte zur Geruchseinwirkung aus lebensmittelverarbeitenden Betrieben in der Wohnbebauung und technische Lösungsmöglichkeiten zur Minderung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martina Krog
  • Abgabedatum: Juli 1997
  • Umfang: 158 Seiten
  • Dateigröße: 7,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0658-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0658-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0658-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krog, Martina Juli 1997: Rechtliche Aspekte zur Geruchseinwirkung aus lebensmittelverarbeitenden Betrieben in der Wohnbebauung und technische Lösungsmöglichkeiten zur Minderung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Biofilter, Geruchsimmisionen, Geruchsminderung, Keimimmission, Nachbarrecht

Diplomarbeit von Martina Krog

Einleitung:

Sind Nachbarn Geruchsimmissionen aus lebensmittelverarbeitenden Betrieben ausgesetzt, so stehen ihnen verschiedene rechtliche Mittel dagegen zur Verfügung:

Im Bereich des öffentlichen Rechts kann der Nachbar in laufende immissionsschutz-, bau- und gaststättenrechliche Verfahren eingreifen oder bei bestehenden Genehmigungen nachträgliche Maßnahmen zur Geruchsminderung anstreben. Die Ansprüche richten sich dabei stets gegen eine Verwaltungsbehörde.

Das Privatrecht eröffnet die Möglichkeit einer Klage gegen den Betreiber, zumeist auf Grundlage des Tatbestandes einer Eigentumsverletzung.

Zentrales Problem in beiden Rechtsgebieten ist die Beurteilung der Geruchsimmission, da es hierfür noch keine objektiven Meßmethoden gibt.

Um die Geruchsimmissionen von vornherein zu vermindern oder um auf Nachbarbeschwerden zu reagieren, stellt sich für den Betreiber die Aufgabe der Geruchsminderung.

In großen lebensmittelverarbeitenden Betrieben ist die biologische Abluftreinigung durch Biofilter ein etabliertes Verfahren. In dieser Arbeit wurde geprüft, ob ein Biofilter auch bei einem kleineren Betrieb wie einer Restaurantküche einsetzbar ist. Der Wirkungsgrad einer Versuchsanlage wurde durch olfaktometrische Messungen bestimmt und war, wie die Verminderung der Konzentration der Kohlenstoffäquivalente vom Roh- zum Reingas zufriedenstellend. Diese Ergebnisse ließen sich durch eine effektivere Fettabscheidung in der Küchenabluftanlage verbessern. Grundsätzlich ist die Biofiltration für die Geruchsminderung auch bei kleineren Betrieben geeignet.

Zur Beurteilung der lufthygienischen Situation beim Betrieb des Biofilters wurde als Methode die Filtration von Roh- und Reinluft mit anschließender Kultivierung der gesammelten Mikro-organismen ausgewählt. Am Meßtag hielt der Biofilter einige Bakterien aus der Rohluft zurück, emittierte jedoch eine hohe Anzahl von Schimmelpilzsporen. Dies kann ein gesundheitliches Gefährungspotential im Hinblick auf allergische Erkrankungen darstellen.

Neben der Abluftbehandlung ist die technische Gestaltung der Abgasableitung nach der Grundsätzen der Technischen Anleitung Luft und der VDI-Richtlinie 2280 für die Vermeidung von Geruchsbelästigungen von Bedeutung.

Die technischen Möglichkeiten können vom Inhaber des lebensmittelverarbeitenden Betriebes selbst ausgeschöpft werden, um Geruchsbelästigungen in der Nachbarschaft zu vermeiden. Andernfalls hat die Nachbarschaft zahlreiche rechtliche Mittel, gegen die störenden Gerüche vorzugehen. Angesichts dieser Konstellation ist das Problem der Geruchsbelästigungen aus aus lebensmittelverarbeitenden Betrieben in der Nachbarschaft zur Wohnbebauung beherrschbar.

Abstract:

If a neighbour is exposed to malodours from food processing businesses he can employ different legal means to fight the nuisance:

Regarding public law, the neighbour can intervene current authorisation procedures (in respect to immission -, planning and building -, catering regulations). In case of an existing license, he can strive for additional reduction of odours. Claims are always made against a government board.

In private law, there is the possibility of legal action against a food processing business, usually based on the fact of injury of property.

The elementary problem of both fields of law is the evaluation of malodours because there are no objective methods for measurement.

In order to avoid malodours from the very beginning or to react to complaints from a neighbour, the food processing business has to minimise odours.

In large food processing plants waste air usually is cleaned by biofilters. This thesis investigated whether biofilters can also be used in small food processing businesses, e. g. restaurants. The degree of effectiveness was determined by olfactometrical measuring. The results of these measurements were satisfactory, as well as the reduction of the concentration af carbon equivalents in the filtering process. These results could even be improved by more effective grease filters in kitchen air filter systems. In general biological odour filtering is suitable for use in small food processing businesses.

To evaluate air hygiene when using biofilters, unfiltered and filtered air was additionally purified with a membrane filter. Micro-organisms accumulated in this filtering process were cultivated on nutrient media. The results show that the biofilter kept back some bacteria out of the unfiltered air but emitted a large number of mould spores. Mould spores can lead to allergies.

Besides waste air filtering, the construction of waste air ducts according to the German "Technische Anleitung Luft" (Technical Instruction Air) and the Guideline VDI 2280 is of great importance for the reduction of malodours.

The owner of a food processing business can voluntarily employ all technical means to reduce malodours. If he does not do so, a neighbour can employ legal means to intervene against these odours. Considering the given possibilities, the problem of malodours from food processing businesses in residential areas can be mastered.

Inhaltsverzeichnis:

Zusammenfassung 1
Summary 2
Einleitung/Introduction 3
A. Öffentlich- und privatrechtliche Ausgestaltung des Nachbarschutzes 4
1. Fragestellung 4
2. Einleitung 5
3. Öffentlich-rechtlicher Nachbarschutz - Immissionsschutzrecht 6
3.1. Grundlegende Begriffe des BImSchG 6
3.1.1 Schädliche Umwelteinwirkungen 7
3.1.2 Der Nachbarbegriff des BImSchG 9
3.1.3 Allgemeinheit 10
3.1.4 Anlagenbegriff 10
3.2 Konkretisierung der "schädlichen Umwelteinwirkung" 11
3.2.1 BImSchG und Landesimmissionsschutzgesetz NW 11
3.2.2 Verordnungen zur Durchführung des BImSchG 12
3.2.3 Verwaltungsvorschriften nach dem BImSchG 13
3.2.4 Durchführungserlaß (NW) zur TA Luft 14
3.2.5 Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL) 15
3.3 Konkrete Nachbaransprüche 16
3.3.1 Schutznormtheorie 16
3.3.2 Genehmigungspflichtige Anlagen 17
3.3.2.1 Anspruchsgrundlage 17
3.3.2.2 Ansprüche im Genehmigungsverfahren 18
3.3.2.3 Ansprüche im Widerspruchsverfahren 18
3.3.2.4. Nach Bestandskraft der Genehmigung 19
3.3.2.5 Besonderheiten im vereinfachten Verfahren 19
3.3.3 Nicht genehmigungspflichtige Anlagen 19
3.3.3.1 Anspruchsgrundlage 20
3.3.3.2 Durchsetzung der Grundpflichten durch die Behörde 21
3.3.3.3 Ansprüche des Nachbarn bezüglich der Grundpflichten 22
3.4 Einstweiliger Rechtsschutz 23
4. Öffentlich-rechtlicher Nachbarschutz - Baurecht 24
4.1 Der Nachbarbegriff im Baurecht 24
4.2 Bauplanungsrecht 24
4.2.1 Bebauungsplan 25
4.2.2 Rechtsschutz des Nachbarn gegen die Baugenehmigung 27
4.3 Verbindung zwischen Bauplanungsrecht und Bauordnungsrecht 29
4.4 Bauordnungsrecht 30
4.4.1 Baugenehmigung 30
4.4.2 Rechtsschutz des Nachbarn gegen die Baugenehmigung 31
4.4.3 Einstweiliger Rechtsschutz 33
4.5 Besonderes Bauordnungsrecht: Gaststättenbauverordnung 33
5. Öffentlich-rechtlicher Nachbarschutz - Gaststättenrecht 35
5.1 Gasstättengesetz 35
5.1.1 Erlaubnis, Versagensgründe, Auflagen 35
5.1.2 Zuständigkeitsregelung in NW 36
5.2 Nachbaransprüche 36
5.3 Einstweiliger Rechtsschutz 37
6. Zusammenfassung öffentlich-rechtlicher Immissionsschutz 38
7. Privatrechtlicher Nachbarschutz 39
7.1 Der Nachbarbegriff im Zivilrecht 39
7.2 Nachbarschutz nach BGB - Eigentumsverletzung 39
7.2.1 Anspruchsgrundlage 40
7.2.1.1 Wesentlichkeit der Beeinträchtigung 43
7.2.1.2 Ortsüblichkeit 45
7.2.1.3 Wirtschaftlich zumutbare Maßnahmen der Verhinderung 46
7.2.1.4 Unzumutbare Beeinträchtigung der ortsüblichen Grundstücksnutzung/des Grundstücksertrages 47
7.2.2 Durchsetzung des Anspruchs 47
7.2.2.1 Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten 48
7.2.2.2 Beseitigungs- /Unterlassungsklage 48
7.2.2.3 Einstweilige Verfügung 50
7.2.2.4 Ausgleichs- und Entschädigungsanspruch 50
7.2.2.5 Beweislasten 51
7.3 Sonderfall: Summierte Immissionen 52
7.4 Weitere privatrechtliche Ansprüche 52
7.4.1 Schadensersatzansprüche aus § 823 BGB 52
7.4.2 Ansprüche aufgrund des Umwelthaftungsgesetzes 54
7.4.3 Ansprüche aus dem Nachbarrechtsgesetz NW 55
7.5 Zusammenfassung 56
B. Geruchsminderung durch den Biofilter 57
1. Einleitung 57
2. Allgemeine Beschreibung des Biofilter-Systems 57
2.1 Mikrobiologische Aspekte 58
2.2 Verfahrenstechnische Bestandteile 59
3. Der Versuchsbiofilter 61
3.1 Beschreibung der Anlage 61
3.2 Betrieb des Versuchsbiofilters 63
3.2.1 Betriebserfahrungen 64
3.2.2 Ermittelte allgemeine Betriebsparameter 65
4. Untersuchungen zur Geruchsminderung 67
4.1 Olfaktometrische Untersuchungen 67
4.1.1 Prinzip der Olfaktometrie zur Wirkungsgradbestimmung 68
4.1.2 Probenahme für die Olfaktometrie 70
4.1.3 Probenahme am Versuchsbiofilter 70
4.1.4 OlfaktometrischeUntersuchung der Biofilterproben 72
4.1.5 Ergebnisse 74
4.1.6 Diskussion der Olfaktometrie-Ergebnisse 75
4.2 Bestimmung der Gehalte an organischem Kohlenstoff 75
4.2.1 Meßprinzip des FID 76
4.2.2 Messungen am Versuchsbiofilter 76
4.2.3 Ergebnisse 77
4.2.4 Diskussion der Ergebnisse 78
5. Zusammenfassung 79
C. Einfluß des Biofilters auf die Lufthygiene 80
1. Einleitung 80
2. Die Mikroorganismenarten im Biofilter 81
2.1 Pilze 82
2.2 Bakterien 82
3. Gesundheitsgefahren durch luftgetragene Mikroorganismen 83
3.1 Gesundheitsgefahren durch Pilze 84
3.2 Gesundheitsgefahren durch Bakterien 84
3.3 Endotoxine und Exotoxine 85
3.4 Einfluß der Partikelgröße auf die Krankheitserscheinungen 86
4. Die Sammlung und Bestimmung luftgetragener Mikroorganismen 88
4.1 Methoden zur Keimsammlung 88
4.1.1 Sedimentationsmethode 88
4.1.2 Impaktionsverfahren 89
4.1.3 Impingement-Methode 91
4.1.4 Filtrationsmethode 92
4.2 Weiteres zum Nachweis der gesammelten Keime 94
5. Messungen am Versuchsbiofilter 95
5.1 Auswahl der Methode 96
5.2 Durchführung der Messung 96
5.3 Meßergebnisse 100
5.3.1 Meßergebnisse im Vorversuch 100
5.3.2 Meßergebnisse im Hauptversuch 101
5.4 Diskussion dieser Ergebnisse 101
6. Zusammenfassung 103
D. Technische Gestaltung der Abgasableitung 104
1 Einleitung 104
2. Inhalt der Regelwerke 104
2.1 TA Luft 104
2.2 VDI-Richtlinie 2280 105
2.3 VDI-Richtlinie 3781 Blatt 4 105
3. Anwendung der Regelwerke 105
E. Fazit 106
F. Literaturverzeichnis 107
Abschnitt A 107
Abschnitt B 115
Abschnitt C 117
Abschnitt D 120

Arbeit zitieren:
Krog, Martina Juli 1997: Rechtliche Aspekte zur Geruchseinwirkung aus lebensmittelverarbeitenden Betrieben in der Wohnbebauung und technische Lösungsmöglichkeiten zur Minderung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Biofilter, Geruchsimmisionen, Geruchsminderung, Keimimmission, Nachbarrecht

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