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Rechnergestützte Simulation der physikalischen Eigenschaften eines zeitvarianten Mobilfunkkanals

Rechnergestützte Simulation der physikalischen Eigenschaften eines zeitvarianten Mobilfunkkanals
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Verena Jung
  • Abgabedatum: April 2002
  • Umfang: 62 Seiten
  • Dateigröße: 5,8 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Gerhard-Mercator-Universität Duisburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5701-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5701-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5701-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jung, Verena April 2002: Rechnergestützte Simulation der physikalischen Eigenschaften eines zeitvarianten Mobilfunkkanals, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Übertragung, Modellierung, WSUSS-Modell, Matlab

Diplomarbeit von Verena Jung

Einleitung:

Der Austausch von Nachrichten zwischen mobilen Sendern und Empfängern erfolgt über einen Funkkanal, dessen physikalische Eigenschaften die Übertragung der Signale beeinflussen. Der Mobilfunkkanal besteht aus allem, das sich zwischen der Sende- und der Empfangsantenne befindet: Luft (mit Regen oder Schneefall), Gebäude, Berge, Wälder, Fahrzeuge, Personen, usw. Jedes einzelne dieser Objekte trägt zur gesamten Wellenausbreitung bei. Viele Teile des Kanals verändern sich mit der Zeit - Fahrzeuge, Personen, Bäume bewegen sich oder die Witterung ändert sich. Dadurch gelangen die elektromagnetischen Wellen auf verschiedensten Umwegen vom Sender zum Empfänger.

Der Aufbau eines Funktionsmusters, das durch Messungen analysiert und durch Änderungen optimiert wird, ist aufwendig und unflexibel. Darüber hinaus ist es kaum möglich eine exakte deterministische Beschreibung des Mobilfunkkanals als Funktion der Zeit anzugeben. Eine Alternative bietet die Modellierung und Simulation des Systemkonzepts auf einem Digitalrechner: das reale nachrichtentechnische System wird durch ein mathematisches Modell nachgebildet und in Form von Simulationsprogrammen auf dem Rechner implementiert. Ein wesentlicher Vorteil dieser Vorgehensweise ist die Flexibilität des Simulationsmodells. Änderungen von Systemparametern können durch entsprechende Modifikationen der Eingabeparameter des Modells in kurzer Zeit berücksichtigt werden. Die vorliegende Arbeit beschreibt die Modellierung der physikalischen Eigenschaften eines zeitvarianten Mobilfunkkanals, sowie die Simulation mit der Simulationsumgebung MATLAB. Hierbei werden verschiedene Einflussfaktoren auf die Ausbreitung der Funkwellen betrachtet und deren Wirkung mit Hilfe der Simulationen verdeutlicht.

Gang der Untersuchung:

Zunächst erfolgt eine Zusammenstellung der nachrichtentechnischen Grundlagen, die für die Modellierung verwendet werden. Kapitel 2 verschafft einen Überblick über allgemeine Eigenschaften der Mobilfunkübertragung, sowie Anforderungen an das Übertragungssystem.

In Kapitel 3 wird das WSSUS-Modell (Wide Sense Stationary Uncorrelated Scattering) vorgestellt und hinsichtlich unterschiedlicher Geschwindigkeiten der Mobilstation sowie verschiedener Ausbreitungsgebiete untersucht.

Die Begrenzung der Übertragungsbandbreite des Kanals wird in Kapitel 4 angesprochen, während in Kapitel 5 die Ein- und Ausfallsrichtungen der Funkwellen berücksichtigt werden.

Schließlich wird in Kapitel 6 der Ansatz des Technologie-Unternehmens Lucent präsentiert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Nachrichtentechnische Grundlagen 4
2. Eigenschaften des Mobilfunkkanals 8
2.1 Zeitvarianz und Frequenzselektivität 8
2.2 Duplexverfahren 10
2.3 Vielfachzugriffsverfahren 10
2.4 Qualität der Nachrichtenübertragung 11
2.5 Interferenz 11
3. WSSUS-Modell 12
3.1 Spektrum am Ausgang des Kanals 12
3.2 Stochastische Beschreibung des Modells 14
3.3 Modellannahmen 21
3.4 Simulationsergebnisse 26
4. Zeitdiskrete Modellierung 36
4.1 Beschreibung des Modells 36
4.2 Simulationsergebnisse 37
5. Richtungsauflösendes Kanalmodell 40
5.1 Modellannahmen 41
5.2 Simulationsergebnisse 45
6. Kanalmodell nach Lucent 47
7. Zusammenfassung 50

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die in diesem Abschnitt auftretenden Simulationen wurden ausschließlich mit der Simulationsumgebung MATLAB durchgef¨hrt. MATLAB ist ein Software System f¨r u u numerische Berechnungen und Graphiken, das durch Programme mit einer eigenen Programmiersprache (m-files) erweitert werden kann. Die m-files zu den hier vorgef¨hrten u Simulationen befinden sich im Anhang A. Zur Darstellung der Kenngr¨ßen des WSSUS-Modells werden die Tr¨gerfrequenz, die o a Anzahl der Pfade und Abtastwerte und die zum betrachteten Ausbreitungsgebiet geh¨rio gen Parameter des Verz¨gerungs-Leistungsspektrums nach Tabelle 3.1 vorab eingeo ¨ stellt. Bei den folgenden Simulationen wurden jeweils E = 600 Uberlagerungen verwendet, jeweils a = 100 Abtastwerte im Frequenz- und Zeitbereich und eine Tr¨gerfrea quenz von 2 GHz verwendet, wie sie bei UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) benutzt wird. Die Simulationsdauer betr¨gt bei einem Arbeitsspeicher von a 128 MB und einer Taktfrequenz von 800 MHz dann nur wenige Sekunden. Bei einer gr¨ßeren Anzahl von Abtastwerten, etwa a = 1000, sind es bereits einige Minuten. Es o werden zwei verschiedene Ausbreitungsgebiete verglichen: das st¨dtische Ausbreitungsa gebiet Typical Urban und das l¨ndliche Ausbreitungsgebiet Rural Area. a [...]

Bei station¨ren Zufallsprozessen beschreibt die Autokorrelationsfunktion, wie schnell a sich das Zufallssignal als Funktion der Zeit ver¨ndert. Sie enth¨lt außerdem Informaa a tionen uber den erwarteten Frequenzbereich des Prozesses. ¨ Wegen der Multiplikation mit δ(τ2 − τ1 ) handelt es sich um einen Kanal mit unkorrelierter Streuung. Jeder Pfad wird demnach einzeln betrachtet, und die den Pfad charakterisierende Beugung, Streckung oder Reflexion wird als unabh¨ngig von den Eia genschaften anderer Pfade angesehen. Die Impulsantworten h(τ1 , t1 ) und h(τ2 , t2 ) sind also f¨r verschiedene Verz¨gerungen τ1 = τ2 vollst¨ndig unkorreliert (Rh (τ1 , τ2 , ∆t) = 0 u o a f¨r τ1 = τ2 ). u Insgesamt wird der so modellierte, schwach station¨re Kanal mit unkorrelierter Streua ung als WSSUS-Kanal (Wide Sense Stationary Uncorrelated Scattering) bezeichnet. Anhand der beiden Autokorrelationsfunktionen (3.13) und (3.21) k¨nnen nun wichtige o Kenngr¨ßen des Mobilfunkkanals abgeleitet werden [JU95]. o o • ρT (τ1 , ∆t) nach (3.21) wird Verz¨gerungs-Zeit-Korrelationsfunktion genannt und a a beschreibt, wie schnell h(τ, t) im Mittel mit t l¨ngs der ∆t-Achse und mit τ1 l¨ngs der τ -Achse fluktuiert. – Aus der Verz¨gerungs-Zeit-Korrelationsfunktion erh¨lt man mit ∆t = 0 das o a Verz¨gerungs-Leistungsspektrum o [...]

u Eine deterministische Beschreibung des Kanals durch h(τ, t) w¨rde die genaue Kenntnis uber die Geometrie und die Materialeigenschaften der betreffenden Umgebung als ¨ Funktion von t voraussetzen. Da dies in realen Mobilfunkszenarien unm¨glich ist, wird o eine stochastische Beschreibung des Kanals notwendig. H(f, t) und h(τ, t) werden deshalb als Realisationen zweier stochastischer Prozesse mit unabh¨ngigen Variablen f a und t bzw. τ und t angesehen [JU95]. Die Einfallsrichtungen der uber verschiede¨ ne Wege empfangenen Wellen werden dabei nicht ber¨cksichtigt. Modelliert werden u ¨ die Prozesse durch eine zuf¨llige Uberlagerung einer Vielzahl von Wegen. Nach dem a zentralen Grenzwertsatz sind diese Prozesse normalverteilt, so dass die Angabe von Erwartungswert E und Korrelationsfunktion R zur Beschreibung gen¨gt. u Angenommen, es sei kein direkter Pfad vorhanden. Dann gilt [JU95] E[H(f, t)] = 0 und somit auch [...]

Arbeit zitieren:
Jung, Verena April 2002: Rechnergestützte Simulation der physikalischen Eigenschaften eines zeitvarianten Mobilfunkkanals, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Übertragung, Modellierung, WSUSS-Modell, Matlab

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