Die Reblaus in der Reisschüssel: Der chinesische Weinmarkt und Möglichkeiten seiner Bearbeitung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Markus Braun
- Abgabedatum: Dezember 2005
- Umfang: 121 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9653-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9653-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9653-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Braun, Markus Dezember 2005: Die Reblaus in der Reisschüssel: Der chinesische Weinmarkt und Möglichkeiten seiner Bearbeitung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Weinbau, verhandeln, interkulturelle Kommunikation, Weinvermarktung, Weinexport
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Diplomarbeit von Markus Braun
Einleitung:
Unter dem Titel „Die Reblaus in der Reisschüssel – Der chinesische Weinmarkt und Möglichkeiten seiner Bearbeitung – Ein Leitfaden zur Ermittlung einer geeigneten Markteintrittsstrategie für österreichische Weinproduzenten mit dem Zielmarkt VR China“, sollen die im Folgenden erläuterten Themenkreise theoretisch und empirisch aufgearbeitet werden.
Die Arbeit gliedert sich im Wesentlichen in vier Bereiche. Zum Einstieg soll die historische Entwicklung und die aktuelle Situation der Weinerzeugung in China erörtert werden. Beginnend mit den Ursprüngen der Entstehung des Weinbaus bis hin zur heutigen Situation im Reich der Mitte, sollen auch die Weinbaugebiete, die derzeit verwendeten Rebsorten und die Technologie des chinesischen Weinbaus dargestellt werden. Auch die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen werden Erwähnung finden. Im ersten Themenblock liegt des weiteren ein zusätzlicher Fokus auf dem staatlichen Einfluss und den Veränderungen durch Chinas Beitritt zur WTO. Zur Abrundung wird auf die internationale Einflussnahme bei der Weinerzeugung in China eingegangen.
Im zweiten Themenblock soll einerseits das Marktpotenzial erforscht, andererseits die Möglichkeiten der Marktentwicklung aufgezeigt werden. Dazu wird es notwendig sein, in erster Linie das allgemeine Marktpotenzial zu analysieren. Einleitend soll anhand der in der VR China vorhandenen Rebfläche und der Situation der Inlandsproduktion ein Überblick über die Produktionsaktivitäten gegeben werden. Die darauf folgende Analyse der Verkaufszahlen soll die Größe des chinesischen Weinmarktes verdeutlichen. Zusätzlich gilt es, auf Kundenseite eine detaillierte Untersuchung durchzuführen, welche im Besonderen die Kaufkraft und das Konsumentenverhalten abdecken und daraus eine Bestimmung der Zielgruppen ermöglichen soll. Da das Ziel dieser Arbeit in erster Linie eine Hilfestellung für den Export darstellen soll, wird in diesem Abschnitt zusätzlich die Importsituation untersucht, um Chancen und Gefahren beim Export österreichischen Weines nach China einschätzen zu können.
Ein weiterer Punkt wird in der bestehenden Marktbearbeitung durch nationale und internationale Unternehmen liegen, um die Konkurrenzsituation genauer definieren zu können. In diesem Abschnitt soll des weiteren auch auf die unterschiedlichen Möglichkeiten des Markteintritts und ihrer Vor- und Nachteile eingegangen werden. Aus der zur Verfügung stehenden Bandbreite an Alternativen, gilt es in weiterer Folge die für österreichische Weinproduzenten am besten geeignete(n) Strategie(n) herauszuarbeiten.
Der dritte Themenbereich dient der Darstellung einer Fallstudie, welche anhand einer Standortanalyse der beispielhaft ausgewählten Metropole Shanghai mit all ihren Chancen und Gefahren vorstellt. In der Untersuchung soll anhand einer Umfrage erforscht werden, ob die Hotellerie Shanghais als Absatzmarkt für Importwein geeignet ist. Außerdem soll anhand dieser Analyse das Absatzpotenzial für österreichischen Wein kritisch hinterfragt werden. Um dies zu erreichen, soll die Struktur der Hotels hinsichtlich des Managements, der Gäste und des Weinangebots festgestellt werden. In Zusammenhang mit der Analyse der Vertriebswege von Wein in China, soll ein Rückschluss auf die Distribution österreichischen Weins in Hotels gebildet werden.
Im vierten Themenbereich gilt es, das Hauptziel der Arbeit zu erreichen, indem ein Leitfaden zur Entscheidungsfindung für eine Markteintrittsstrategie für österreichische Weinproduzenten erstellt werden soll. Für die Erstellung der als Hilfestellung für die Weinproduzenten gedachten Checkliste, sollen am Beginn dieses Abschnitts interkulturelle Besonderheiten charakterisiert werden, die den Geschäftserfolg in die VR China beeinflussen können. Diese Darstellung soll konkret die chinesische Schrift, das als Guanxi bekannte chinesische Beziehungssystem, das Konzept des Gesichts, traditionelle Symbolik, Essen und Trinken, sowie Kommunikation und Gesprächsführung bei Verhandlungen erläutern.
Dem Leser soll dadurch geholfen werden, sich ein Bild über chinesische Umgangsformen zu machen, die in der Geschäftspraxis mit Chinesen auftreten.
Anschließend an die interkulturellen Besonderheiten soll durch die Erläuterung der wesentlichen Exportrichtlinien, einer Zielgruppensegmentierung und der Bedeutung von Fachmessen für die Weinbranche in China die Ableitung der Checklist für die Markteintrittsstrategie in den chinesischen Weinmarkt durchgeführt werden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 10 |
| 1.1 | Umfeld des Themas | 10 |
| 1.2 | Ableitung der Fragestellung | 10 |
| 1.3 | Ziele und Nutzen | 11 |
| 1.4 | Methodik und Vorgehensweise | 11 |
| 1.5 | Gliederung der Arbeit | 12 |
| 1.6 | Warum China? – Warum der Weinmarkt? | 14 |
| 1.7 | Schwerpunkt österreichische Weinproduzenten | 15 |
| 1.8 | Quellenkritik | 16 |
| 2. | Historische Entwicklung und aktuelle Situation der Weinerzeugung inChina | 17 |
| 2.1 | Entstehung des Weinbaus allgemein | 17 |
| 2.2 | Entstehung des Weinbaus in China | 18 |
| 2.3 | Weinbau heute – Gebiete, Rebsorten, Technologie | 19 |
| 2.4 | Die wichtigsten Kellereibetriebe | 21 |
| 2.4.1 | Changyu Pioneer Wine Company | 22 |
| 2.4.2 | Beijing Kellerei - Dragon Seal | 23 |
| 2.4.3 | China Great Wall Wine Co. Ltd. | 24 |
| 2.4.4 | Suntime Ltd. | 26 |
| 2.5 | Anbaugebiete von Wein in China | 27 |
| 2.5.1 | Bohai-Region | 28 |
| 2.5.2 | Huai Fluß-Ebene | 29 |
| 2.5.3 | Löss-Hochplateau | 29 |
| 2.5.4 | Der Nordosten | 29 |
| 2.5.5 | Der Nordwesten | 30 |
| 2.5.6 | Der Süden | 30 |
| 2.6 | Verbreitete Rebsorten in China | 30 |
| 2.7 | Weinbau und Politik | 32 |
| 2.7.1 | Politische Maßnahmen von 1950 bis Ende der 70er Jahre | 32 |
| 2.7.2 | Öffnung Chinas ab 1978 | 33 |
| 2.8 | Einflüsse des Beitritt Chinas zur WTO auf den Weinmarkt | 34 |
| 2.9 | Rechtliche Bestimmungen für die Weinherstellung | 35 |
| 2.10 | Internationale Einflussnahme auf die Weinerzeugung in China | 36 |
| 3. | Marktpotenzial und Möglichkeiten der Marktentwicklung | 38 |
| 3.1 | Allgemeine Angaben zur Volksrepublik China | 38 |
| 3.2 | Rebfläche und Produktionssituation | 40 |
| 3.3 | Weinverkäufe | 46 |
| 3.4 | Konsumsituation | 47 |
| 3.4.1 | Wachstumsszenario | 48 |
| 3.5 | Importsituation | 51 |
| 3.6 | Der chinesische Konsument | 53 |
| 3.6.1 | Altersstruktur | 53 |
| 3.6.2 | Beschäftigungs- und Einkommenssituation | 54 |
| 3.6.3 | Kultur und Tradition | 55 |
| 3.6.4 | Marktsegmentierung | 56 |
| 3.6.5 | Das Kaufverhalten der Chinesen | 57 |
| 3.6.6 | Regionale Unterschiede beim Weinkonsum | 58 |
| 3.7 | Marktbearbeitung national und international | 59 |
| 3.8 | Möglichkeiten des Markteintritts in China | 61 |
| 3.8.1 | Der Export | 61 |
| 3.8.2 | Die Repräsentanz | 61 |
| 3.8.3 | Das Joint Venture | 61 |
| 3.8.4 | Das Wholly Foreign Owned Enterprises (WFOE) | 62 |
| 3.8.5 | Empfehlungen zur Wahl der Markteintrittsstrategie | 62 |
| 3.9 | Prognosen für die Entwicklung des Weinmarktes bis 2009 | 63 |
| 4. | Standortanalyse am Beispiel der Hotellerie in Shanghai als Absatzkanal für Importwein | 64 |
| 4.1 | Shanghai – Daten und Fakten | 65 |
| 4.2 | Methodologie der empirischen Studie | 66 |
| 4.3 | Auswertung der Ergebnisse | 68 |
| 4.3.1 | Charakteristika der untersuchten Hotels | 68 |
| 4.3.2 | Gästestruktur | 68 |
| 4.3.3 | Hoteleinrichtungen | 69 |
| 4.3.4 | Spezifika des Weinkonsums in Hotels | 69 |
| 4.3.5 | Weineinkauf in Hotels | 70 |
| 4.3.6 | Struktur des Weinangebots | 70 |
| 4.3.7 | Österreichische Weine in China | 72 |
| 4.3.8 | Zusammenfassung | 73 |
| 5. | Interkulturelles Know-how | 74 |
| 5.1 | Eine Welt aus Zeichen – Die Schwierigkeiten chinesischer Sprache und Schrift | 75 |
| 5.2 | Guanxi – Das chinesische „Vitamin B“ | 76 |
| 5.3 | Das Gesicht | 79 |
| 5.4 | Symbolik | 81 |
| 5.5 | Essen & Trinken | 83 |
| 5.6 | Kommunikation | 86 |
| 5.7 | Verhandlungsgespräche | 89 |
| 5.8 | Der Auftritt | 91 |
| 5.9 | Der Aufbau einer Exportbeziehung | 93 |
| 5.10 | Zielgruppe | 93 |
| 5.11 | Bedeutung von Messen | 93 |
| 6. | Checkliste | 93 |
| 6.1 | Zielsetzung des Markteintritts in China | 93 |
| 6.2 | Landesspezifische Vorbereitung | 93 |
| 6.3 | Ressourcen- und Kapazitätsbewertung des Betriebes | 93 |
| 6.4 | Produktwahl | 93 |
| 6.5 | Gesetzliche Anforderungen | 93 |
| 7. | Zusammenfassung und Conclusio | 93 |
| Literaturverzeichnis | 102 | |
| A. | Gesprächsleitfaden zur Expertenbefragung | 114 |
| B. | Auflistung der befragten Experten | 118 |
| C. | Fragebogen zur Standortanalyse der Hotellerie in Shanghai | 119 |
| D. | Interessante Internetadressen zum Thema | 124 |
internationaler Unternehmen festzustellen. Zahlreiche Joint Ventures chinesischer Weinbaubetriebe mit namhaften Unternehmen aus angesehenen Weinbauländern wurden gegründet. Zu den vermutlich bekanntesten zählen das französische Unternehmen Pernot-Ricard welches in Kooperation mit der Beijing Winery die Marke Dragon Seal entwickelt hat, sowie das ebenfalls aus Frankreich stammende Unternehmen Remy Martin, das eine Partnerschaft mit der chinesischen Dynasty Winery eingegangen ist.144 Die Begründung dieser Kooperationsentscheidungen liegt unter anderem im bestehenden Technologiedefizit, welches in Chinas Weinbausektor vorherrschend war und teilweise noch ist. Mit der Einbeziehung internationaler Unternehmen, konnte ein verstärkter Technologietransfer stattfinden. Trotz dieser Entwicklung ist der Investitionsbedarf für Maschinen und Geräte in den Bereichen Pflanzenschutz, Erntelogistik, Bedeutung.145 Als Konkurrenten sind dennoch im Wesentlichen zwei Gruppen zu unterteilen. Einerseits die chinesischen Markenproduzenten, die als mehr oder weniger geschlossene Armada versuchen, den Eintritt für internationale Unternehmen zu erschweren. Sie können nach ihrem Marktanteil in mehrere Hierarchiestufen eingeteilt werden. Die allen voran stehenden Marktführer sind Unternehmen wie Changyu, Great Wall oder Dynasty. Die Vorteile der chinesischen Produzenten liegen vor allem im besseren Verständnis für die chinesische Kultur und spezifische Konsumentengewohnheiten. Auf der anderen Seite stehen die internationalen Unternehmen und ihre Marken. Seit den 90er Jahren hat ihre Zahl gehörig zugenommen, aber es ist bisher keinem dieser Unternehmen gelungen bedeutende Marktanteile zu erreichen.146 Bodenbearbeitung, Ernteverarbeitung, etc. nach wie vor von [...]
Durchschnittseinkommen aufgrund der schwächeren Wirtschaftsentwicklung und in der geringen Bereitschaft westliche Gewohnheiten anzunehmen.141 Innerhalb der entwickelten Regionen wird Wein in erster Linie in großen Städten getrunken. Geographisch gesehen stehen die Metropolen Shanghai, Peking, Guangzhou und Shenzhen an der Spitze. Weitere Städte, die interessant für den Absatz von Wein sein könnten, sind jene in den entwickelten Küstenregionen. Namentlich sind dies Zhuhai, Hangzhou, Suzhou, Wuxi, Nanjing, Fujian und Dalian. Mittel bis langfristig sind jedoch auch in den weniger entwickelten Inlandsprovinzen wie Guangxi, Hubei und Sichuan, sowie auf der Insel Hainan Absatzsteigerungen zu erwarten.142 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bis zum heutigen Zeitpunkt das Verständnis für Weinkultur im Reich der Mitte in vielen Bereichen noch unterentwickelt ist, aber ein Interesse seitens der chinesischen Bevölkerung deutlich gegeben scheint. Weiters ist festzustellen, dass die Resonanz der Chinesen auf Wein zunehmend stärker wird. Besonders in Managementkreisen sind international anerkannte Bewertungskriterien wie „Parker-Points“ aus Robert Parker’s Wine Advocate, oder renommierte Fachjournale wie „Wine Spectator“ zusehends ein Begriff.143 [...]
Sehr unterschiedlich waren die Ergebnisse für ausländischen Wein. 27 % gaben Geschmack als wichtige Eigenschaft an. Für 23 % der Befragten war der Preis wesentlich, wobei die Höhe des Preises auch bei der Verwendbarkeit als Geschenk eine Rolle spielt. Hier gilt: je höher, desto besser das Geschenk. Aber auch das Aussehen bzw. das Design der Flasche eines ausländischen Weines ist für 20 % der Konsumenten ein wichtiges Kriterium. Bei einer ausschließlich in Peking durchgeführten Umfrage wurde festgestellt, dass 60 % der Befragten monatlich weniger als 50 RMB (7,5 Euro) und nur 25 % 80 RMB (12 Euro) oder mehr für Wein ausgeben. Als Gründe für den Konsum gaben 57 % die besondere Atmosphäre, 21 % Fitness und 10 % Wein als Alltagsgetränk an.140 3.6.6. Regionale Unterschiede beim Weinkonsum Abgesehen von den Kaufgewohnheiten, bleibt die Frage offen, wo Wein getrunken wird. Grundsätzlich ist der Weinkonsum in entwickelten Regionen der VR China höher. Hiezu zählen der Osten, Süden und Norden des Landes, sowie die Provinzen im Nordosten. In diesen Gebieten wurden im Jahr 2004 76 % aller Weinverkäufe erzielt. Bemerkenswert ist, dass die Verkaufszahlen für Weißwein in den südlichen Regionen besser sind als im übrigen Land. Die Begründung ist in der regionalen Küche wieder zu finden. Da im Süden mehr Fisch gegessen wird, sind die Verkaufserfolge von Weißwein auf die Harmonie von diesem mit Fischgerichten zurückzuführen. Ein weiterer Grund für den Erfolg weißen Weines ist das Klima. Durch die höheren Temperaturen im Süden hat gekühlter Weißwein in der Beliebtheitsskala der Konsumenten einen höheren Stellenwert als Rotwein, dessen Geschmack durch die Kühlung leidet. Obwohl Zentralchina der bevölkerungsreichste Teil des Landes ist, ist der Weinabsatz in dieser Region gering. Die Ursachen liegen in den niedrigeren [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832496531
Arbeit zitieren:
Braun, Markus Dezember 2005: Die Reblaus in der Reisschüssel: Der chinesische Weinmarkt und Möglichkeiten seiner Bearbeitung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Weinbau, verhandeln, interkulturelle Kommunikation, Weinvermarktung, Weinexport



