Rebalancing - eine Asset-Allocation Strategie zur Steuerung von Kapitalanlagen in Versicherungsunternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Arthur Templer
- Abgabedatum: Oktober 2002
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 593,9 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8252-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8252-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8252-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Templer, Arthur Oktober 2002: Rebalancing - eine Asset-Allocation Strategie zur Steuerung von Kapitalanlagen in Versicherungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Portfoliomanagement, Kapitalanlegemanagement, Asset-Allocation, Kapitalanlagensteuerung, Versicherung
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Diplomarbeit von Arthur Templer
Einleitung:
Versicherungsunternehmen überprüfen in der Regel alle ein bis drei Jahre ihre langfristige Kapitalanlagestrategie. Dabei soll sichergestellt werden, dass die Zielsetzungen, die Ertragserwartungen und die Risikoaversion durch das Kapitalanlagenportfolio reflektiert werden. Zwischen diesen periodischen Überprüfungen der Anlagestrategien können die im Kapitalanlageportfolio befindlichen Assets unterschiedliche Wertentwicklungen aufweisen, hervorgerufen durch die ungleiche Dynamik der jeweiligen Marktsegmente. Diese unterschiedlichen Wertentwicklungen implizieren eine Gewichtverschiebung der Vermögensanlage und verursachen unter Umständen eine Veränderung des Risikoprofils in der Kapitalanlagenzusammensetzung, wodurch die anlegerspezifischen Präferenzen oder gar die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen des Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen bezüglich der Höchstgrenzen einzelner Vermögensanlagen in der Zeit unberücksichtigt bleiben.
Um dieser unerwünschten Entwicklung entgegen zu wirken, ist es notwendig, die ursprünglich festgelegten Ausgangsgewichtungen der Vermögensanlagen im Kapitalanlagenportfolio eines Versicherungsunternehmens wiederherzustellen. Zur Erreichung dieses Zieles kann man sich u.a. der Methodik des Rebalancing bedienen.
Unter Rebalancing wird eine Asset-Allocation-Strategie verstanden, bei der die Portfolioanteile der einzelnen Vermögensanlagen durch Umschichtungen zwischen den einzelnen Vermögensanlagen systematisch auf die strategische Ausgangsallokation zurückgeführt werden. Dabei werden periodisch bzw. bei Überschreitung bestimmter Bandbreiten die Anlagen mit einem relativen Wertüberschuss verkauft und Anlagen mit einer relativen Wertunterdeckung gekauft, bis die ursprüngliche Asset-Allocation wieder erreicht ist. Beim Rebalancing handelt es sich jedoch nicht um einen Ansatz zur Optimierung der Zusammensetzung von Kapitalanlagen, sondern um ein Verfahren zu deren Steuerung. Da auch Versicherungsunternehmen unter erheblichem Wettbewerbsdruck stehen, sollte die Methodik möglichst effizient unter Berücksichtigung der gesetzlichen Restriktionen gestaltet werden.
Die Fragestellung lautet demnach, ob die Kapitalanlagen von Versicherungsunternehmen anlegerspezifisch bzw. unter Beachtung der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen durch die Einbeziehung der Asset-Allocation-Strategie des Rebalancing effektiv gesteuert werden können.
Nach dem einleitenden Kapitel 1 folgen in Kapitel 2 die theoretischen Grundlagen für das Kapitalanlagenmanagement in Versicherungsunternehmen, unter Berücksichtigung der neoklassischen Erkenntnisse der Kapitalmarkttheorien. Daneben gelten für die Versicherungswirtschaft die gesetzlichen Bestimmungen des BAV, die ebenfalls einen direkten Einfluss auf das Kapitalanlagemanagement haben. Diese sowie wettbewerbspolitische Anforderungen sind Gegenstand des zweiten Kapitels. In Kapitel 3 werden adäquate Risiko- und Performancemaße definiert, die als Grundlage der Anlageerfolgsmessung einer Buy&Hold-Strategie bzw. der unterschiedlichen Rebalancing-Strategien herangezogen werden. Anschließend wird in Kapitel 4 das Rebalancing in den Kapitalanlageprozess von Versicherungsunternehmen umgesetzt. Dabei erfolgt die Umsetzung unter Berücksichtigung verschiedener Handlungskriterien, die das Rebalancing möglichst effizient gestalten sollen.
In Kapitel 5 erfolgt eine empirische Auswertung unterschiedlicher Portfoliokonstellationen, die einerseits die anlegerspezifischen Präferenzen, andererseits die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund werden anhand der in Kapitel 3 definierten Risiko- und Performancemaße die optimalen Handlungsstrategien des Rebalancing identifiziert und mit den Kennzahlen einer Buy&Hold-Strategie verglichen. In Kapitel 6 werden die wichtigsten Aussagen nochmals kurz zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis:
| Anhangsverzeichnis | 3 | |
| Abbildungsverzeichnis | 4 | |
| Tabellenverzeichnis | 5 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 8 | |
| Symbolverzeichnis | 10 | |
| 1. | Einleitung | 11 |
| 1.1 | Problemstellung | 11 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 12 |
| 2. | Kapitalanlagemanagement im Versicherungsunternehmen | 13 |
| 2.1 | Theoretische Grundlagen des Kapitalanlagemanagements | 13 |
| 2.1.1 | Die Portfolio-Selection-Theorie von MARKOWITZ | 13 |
| 2.1.2 | Das Capital-Asset-Pricing-Model (CAPM) | 17 |
| 2.1.3 | Effizienz und Vollkommenheit des Kapitalmarktes | 18 |
| 2.2 | Aufsichtsrechtliche und wettbewerbspolitische Rahmenbedingungen des Kapitalanlagemanagements in Versicherungsunternehmen | 20 |
| 2.3 | Kapitalanlagebestand der deutschen Versicherungswirtschaft | 24 |
| 3. | Risiko- und Performancemessung von Kapitalanlagen | 27 |
| 3.1 | Die Ermittlung der Ex-post-Rendite | 27 |
| 3.2 | Quantifizierung des Risikos von Kapitalanlagen | 28 |
| 3.2.1 | Die Volatilität | 28 |
| 3.2.2 | Alternative Risikomaße | 30 |
| 3.3 | Anlageerfolgsmessung auf Basis traditioneller Performancemaße | 32 |
| 3.3.1 | Die Sharpe-Ratio | 32 |
| 3.1.2 | Die Treynor-Ratio | 33 |
| 4. | Implementierung des Rebalancing in die Asset Allocation | 35 |
| 4.1 | Benchmarkwahl in der Asset Allocation | 35 |
| 4.2 | Asset Allocation im Versicherungsunternehmen | 36 |
| 4.3 | Definition und Abgrenzung des Rebalancing | 39 |
| 4.4 | Die Parameter des Rebalancing | 41 |
| 5. | Empirischer Befund ausgewählter Rebalancingstrategien | 44 |
| 5.1 | Überblick und Methodik der Untersuchung | 44 |
| 5.2 | Bewertung des Rebalancing anhand eines Risiko- und Performancevergleiches bei Durchführung eines Backtesting auf Basis realer Daten | 47 |
| 5.2.1 | Asset-Klassen-Rebalancing am Beispiel des DAX-Performanceindex und REX-Performanceindex | 47 |
| 5.2.2 | Branchen-Rebalancing am Beispiel ausgewählter Branchen des EuroStoxx | 63 |
| 5.2.3 | Länder-Rebalancing am Beispiel des MIB, CAC, DAX, HEX, IBEX, ATX | 71 |
| 5.3 | Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse | 75 |
| 6. | Fazit und Ausblick | 77 |
| Anhang | 78 | |
| Literaturverzeichnis | 81 |
In Kapitel 4.4 wurde auf die unterschiedlichen Parameter von Rebalancing-Strategien eingegangen. Ziel dieses Abschnittes ist es, die theoretisch gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen einer empirischen Untersuchung zu integrieren, um eine Validität der Aussagen zu gewährleisten. Der Durchführung des Backtesting, welches auf Basis realer Daten162 fußt, liegt für das Asset-Klassen-Rebalancing ein Gesamtuntersuchungszeitraum vom 01.01.1978 bis 31.05.2002 zugrunde. Die Datenbasis der einzelnen Assets bilden die Schlusskurse des DAX-Performanceindex163 und des REX-Performanceindex.164 Dabei werden die einzelnen Rebalancing-Strategien unter Risiko-Ertragsgesichtspunkten mit einer Buy&Hold-Strategie verglichen und anhand von Performancemaßzahlen bewertet. Aus den einzelnen Kennzahlen wird anschließend versucht, die jeweilige aus markt- oder aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen optimale Rebalancing-Strategie abzuleiten. Ausgangspunkt der empirischen Untersuchung für das Asset-Klassen-Rebalancing bildet ein Mischportfolio aus 50% Aktien (DAX) und 50% Renten (REXP), welches zur allgemeinen Illustration des Untersuchungsaufbaus dieser Arbeit dient. In einem ersten Schritt ist es notwendig, die optimale Anpassungsfrequenz für die Adjustierung des Mischportfolios zu bestimmen. Zu diesem Zweck wird das Mischportfolio nach vier periodischen Zeitpunkten, nämlich täglich, wöchentlich, monatlich und vierteljährlich, auf die vorher festgelegte anlegerspezifische Ausgangsallokation adjustiert.165 An- [...]
neutralisiert werden.154 Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoller Bandbreiten bzw. maximale Limite für verschiedene Assets zu definieren innerhalb dessen sich die Gewichtungen der verschiedenen Assets bewegen dürfen. Die Definition von Bandbreiten hat den Vorteil, dass Transaktionskosten die durch die Umschichtungen entstehen bei geringer Volatilität der Märkten reduziert werden können.155 Zu diesem Zweck bedient man sich dem Limit-Rebalancing. Die Methodik des Limit-Rebalancing orientiert sich an vorab definierten Maximalbzw. Minimalgewichtungen der einzelnen Assets. Grundsätzlich gibt es bei dieser Methode zwei Möglichkeiten des Rebalancing. Bei der ersten Methode, dem sogenannten Korridorrebalancing, kann der Anleger einen Zielkorridor vorgeben, innerhalb dessen sich die Abweichungen der jeweiligen Gewichtungen der Assetklassen bewegen dürfen.156 Bei Über- bzw. Unterschreiten des Zielkorridors, um eine vorher festgelegte Größe, wird das Assetmischverhältnis auf den Rand des Zielkorridors zurückgewichtet. Zum einen erlaubt es diese Methode einem Anleger, an Trends überproportional zu partizipieren,157 zum anderen werden die Transaktionskosten vermindert, da keine Allokation zur Benchmark stattfindet.158 Abbildung 4 illustriert die Methodik des Korridorrebalancing. [...]
Das Rebalancing kann nun auf verschiedene Art und Weise in das Kapitalanlagemanagement umgesetzt werden. Grundsätzlich stehen folgende Methoden zur Verfügung: das stetige Rebalancing und das Limit-Rebalancing.150 Bei der Methode des stetigen Rebalancing erfolgt nach einer vorab vereinbarten zeitlichen Periode eine Überprüfung der Portfoliogewichtungen der einzelnen Assetklassen, nachdem das ursprünglich aufgelegte Assetmischverhältnis wieder hergestellt wird.151 Eine Überprüfung der Portfoliogewichtungen können dabei täglich, wöchentlich, monatlich und vierteljährlich erfolgen,152 wobei zu beachten ist, dass die Transaktionskosten mit abnehmenden Beobachtungszeitraum, zunehmen.153 Weichen die Portfoliogewichtungen von der vorher festgelegten Allokation ab, wird durch Verkauf der übergewichteten Assetklasse und Kauf der untergewichteten Assetklasse die Ausgangsallokation wiederhergestellt. Abbildung 3 verdeutlicht diese Methode. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832482527
Arbeit zitieren:
Templer, Arthur Oktober 2002: Rebalancing - eine Asset-Allocation Strategie zur Steuerung von Kapitalanlagen in Versicherungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Portfoliomanagement, Kapitalanlegemanagement, Asset-Allocation, Kapitalanlagensteuerung, Versicherung



