Realoptionsmodelle zur Bewertung von Patenten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dirk Schmidt
- Abgabedatum: April 2004
- Umfang: 103 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Handelshochschule Leipzig (HHL) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8126-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8126-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8126-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Schmidt, Dirk April 2004: Realoptionsmodelle zur Bewertung von Patenten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Optionen, Entrépreneurship, Unsicherheit, Innovation, Patentwesen
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Diplomarbeit von Dirk Schmidt
Zusammenfassung:
Der Anteil immaterieller Vermögensgegenstände des S&P 500-Indexes hat sich von 1978 bis 1998 von 20 % auf 80 % erhöht. Eines der wichtigsten Schutzrechte für geistig-gewerbliches Eigentum, um immaterielle Vermögensgegenstände zu verwerten, ist das Patent. Demnach muss ein Patent einen Wert besitzen. Diesen Wert mit den traditionellen Bewertungsmethoden zu bestimmen, scheitert jedoch. Die Marktwerte von forschungsintensiven Unternehmen weichen sehr stark von denen mit der gebräuchlichen DCf-Methode bestimmten Werten ab.
Dies liegt vor allem an der hohen Unsicherheit, die mit der Verwertung von patentierten Erfindungen verbunden ist, da es sich um neue Produkte oder Prozesse handelt. Gleichzeitig sind hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) notwendig, um eine technologische Neuheit zu entdecken. Xerox betrachtet deswegen Erfindungen wie den Desktopbildschirm, den Personalcomputer oder den Laserdrucker als wertlos. Ein Fehler den andere Unternehmen heute nicht mehr begehen möchten. Einen Ausweg aus der ablehnenden, normativen Implikation negativer DCf-Werte stellt die Realoptionsbewertung dar.
Dabei werden die Bewertungsverfahren für Finanzoptionen auf realwirtschaftliche Investitionsprojekte übertragen und angewandt. Der Vorteil der Methode liegt in der Berücksichtigung von hoher Unsicherheit und Managementflexibilität. Inwieweit und wie gut sich die Realoptionsbewertung für Patente eignet, soll in der vorliegenden Arbeit erläutert werden. Ziel der Arbeit ist es, ein Realoptionsmodell zu finden, welches die typischen Charakteristika und Werttreiber eines Patentes am besten darstellt, in der Praxis anwendbar ist und den Wert des Patentes marktgerecht wiedergibt.
Im Folgenden werden das Patent und die Realoption betrachtet. Dabei soll auf die Eigenschaften von Patenten, die Bedeutung des Patentschutzes sowie auf rechtliche und wirtschaftliche Aspekte von Patenten eingegangen werden. Traditionelle Methoden zur Patentbewertung werden dargestellt und ihre Eignung für die Bewertung von Patenten analysiert. Es wird gezeigt, warum sich traditionelle Methoden für eine Patentbewertung nicht eignen.
Die Erläuterung der Realoptionsmodelle beschäftigt sich vor allem mit der Entstehung der Realoptionstheorie, den Voraussetzungen zur Anwendung der Realoptionsbewertung sowie den Bewertungsmodellen und Realoptionsarten. Es wird analysiert, warum die Realoptionsbewertung den traditionellen Bewertungsmethoden überlegen ist. Im Anschluss soll die Übertragung der Realoptionsbewertung auf Patente analysiert werden. Dazu werden die Werttreibereigenschaften eines Patentes im Sinne einer Realoption beschrieben. Ebenso werden die Voraussetzungen des Realoptionsansatzes in Bezug auf Patente überprüft. Folgend werden verschiedene Modelle aus der Wissenschaft zur Bewertung von Patenten mit der Realoptionsmethode vorgestellt und bewertet. Letztendlich soll eine Empfehlung gegeben werden können, welches Realoptionsmodell sich am besten zur Bewertung von Patenten eignet.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | II | |
| Symbolverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Patente | 3 |
| 2.1 | Einführung | 3 |
| 2.2 | Patent als Schutzrecht | 3 |
| 2.3 | Bedeutung des Patentschutzes | 6 |
| 2.4 | Rechtliche Aspekte von Patenten | 8 |
| 2.4.1 | Rechtliche Voraussetzungen | 8 |
| 2.4.2 | Rechtliche Wirkungen eines Patentes | 11 |
| 2.4.3 | Erteilungsverfahren für deutsche Patente | 12 |
| 2.4.4 | Europäische und internationale Patente | 13 |
| 2.5 | Wirtschaftliche Aspekte von Patenten | 15 |
| 2.5.1 | Funktionen von Patenten | 15 |
| 2.5.2 | Bewertung von Patenten | 17 |
| 2.5.3 | Wert von Patenten | 18 |
| 2.6 | Zusammenfassung | 26 |
| 3. | Reale Optionen | 27 |
| 3.1 | Einführung | 27 |
| 3.2 | Finanzoptionstheorie | 28 |
| 3.3 | Analogie von Finanz- und Realoption | 30 |
| 3.4 | Arten von Realoptionen | 35 |
| 3.5 | Realoptionsanalyse | 40 |
| 3.6 | Realoptionsbewertungsmodelle | 44 |
| 3.7 | Zur Überlegenheit der Realoptionsmodelle | 53 |
| 3.8 | Zusammenfassung | 55 |
| 4. | Realoptionsmodelle zur Bewertung von Patenten | 56 |
| 4.1 | Einführung | 56 |
| 4.2 | Auswahl der Literatur und Bewertungskriterien | 56 |
| 4.3 | Analyse des Patentes als Realoption | 58 |
| 4.3.1 | Voraussetzung zur Anwendung des Realoptionsansatzes | 58 |
| 4.3.2 | Modellierung der Realoption von Patenten | 60 |
| 4.3.3 | Bestimmung der Werttreiber | 65 |
| 4.4 | Modelle und ihre Eignung zur Patentbewertung | 70 |
| 5. | Zusammenfassung | 78 |
| Anhang mit Anhangsverzeichnis | 80 | |
| Verzeichnis der Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsanweisungen | 84 | |
| Literaturverzeichnis | 85 |
(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an HOMMEL, U. et al. (1999b), S. 4ff.; KILKA, M. (1995), S. 37ff.; MEISE, F. (1998) S. 95ff.; PRITSCH, G. (2002), S. 141f.; TRIGEORGIS, L. (1995), S. 3f.) Als Abbruchoption wird die Chance zum Abbrechen eines laufenden Projektes mit einem fixen Preis bezeichnet. Ändern sich Umweltzustände, wie z. B. Nachfrage oder Faktorpreise, bietet sich dem Management die Möglichkeit, den Verlust aus einem Projekt zu limitieren. Die Abbruchoption stellt sich als amerikanische oder europäische Verkaufsoption dar.256 Ein Projekt, dass die Möglichkeit zum Erweitern oder Konsolidieren bietet, d. h. den Umfang des Investitionsprojektes flexibel an neue Informationen anzupassen, wird als Erweiterungs- bzw. Konsolidierungsoption bezeichnet. Es handelt sich bei einer Erweiterungsoption um eine Kauf- und bei einer Konsolidierungsoption um eine Verkaufsoption auf einen Teil oder den gesamten Bruttokapitalwert des Projektes.257 Handelt es sich um zwei oder mehrere Investitionsvorhaben, die aufeinander aufbauen, so wird dies als Wachstumsoption bezeichnet. Dabei ist eine zeitlich-vertikale Interdependenz zwischen den Projekten zu beobachten, d. h. dass eine Folgeinvestition von einer Vorinvestition abhängig ist. Eine Wachstumsoption ist also eine Option, die von Interaktion zwischen einzelnen Projekten geprägt ist. Wachstumsoptionen können als Kaufoption auf den Bruttopkapitalwert der Folgeprojekte interpretiert werden.258 Werden Realoptionen betrachtet, die Interaktionen innerhalb eines Projektes aufweisen, so können mehrstufige Investitionen, Schließung und Wiedereröffnung und Wechsel [...]
Die Differenzierung von Realoptionstypen wird in der Wissenschaft unterschiedlich behandelt.249 Dabei wurden die Kriterien zur Kategorisierung des Optionscharakters in Abschnitt 3.2 behandelt. Die Optionsstruktur beschreibt, ob es sich um eine einzelne Option handelt (einfach) oder um miteinander verbundene Optionen.250 In Abbildung 15 wurde versucht alle Klassifizierungen anhand von Unterscheidungskriterien zu integrieren. Als Erstes muss festgestellt werden, ob eine Realoption mehreren Wettbewerbern offen steht oder ob die reale Option einem Unternehmen exklusiv zur Verfügung steht. In beiden Fällen können isolierte Realoptionen und Realoptionen mit Interaktionen unterschieden werden. Bei Projekten mit Interaktionseffekten kann zwischen Interaktionen innerhalb eines Projektes und zwischen Projekten unterschieden werden.251 Als Interaktionseffekte zwischen Projekten sind folgende Auswirkungen zu identifizieren: • • Durch die Existenz späterer Realoptionen erhöht sich der Wert des Basisobjektes für die anfängliche Realoption. Die Ausübung anfänglicher Realoptionen verändert den Wert des Basisobjektes späterer Optionen.252 Daher bestimmt sich der Wert solcher Realoptionen nicht als Summe der einzelnen Realoptionswerte. Wie stark die Summe einzelner Realoptionen von dem Gesamtwert der Realoption abweicht oder wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Ausübung beider Optionen ist, wird durch folgende Faktoren beeinflusst: • [...]
Aktiva dar.236 „Da es sich bei diesen Handlungsflexibilitäten um realwirtschaftliche Optionsrechte handelt, die für den Halter, analog zu den Finanzoptionen, Gewinnpotentiale vergrößern und/oder Verlustrisiken limitieren, spricht man auch kurzerhand von Realoptionen“237. Somit handelt es sich bei einer realoptionstheoretischen Bewertung um einen flexiblen Planungsund Investitionsrechnungsansatz, der auf den behandelten Werttreibern basiert.238 Der Analogie zur Realoption sind jedoch auch Grenzen gesetzt. So sind die meisten Basisinstrumente von Realoptionen nicht handelbar oder werden nicht gehandelt.239 Dadurch weisen Basisinstrumente häufig eine geringere Liquidität als z. B. Aktien auf.240 Eine weitere Limitation ergibt sich aus den Interaktionseffekten zwischen Realoptionen, die den Wert der Optionen beeinflussen.241 Durch unvollständige Märkte kann eine Replikation zur Bewertung nicht herangezogen werden.242 Die Wissenschaft ist jedoch bestrebt diese und andere Limitationen zu beseitigen. So fordert z. B. HOMMEL, dass Realoptionen immer als einfache Kauf- und Verkaufsoptionen identifiziert werden sollen, damit diese von betriebswirtschaftlichen Entscheidungsträgern evaluiert werden können.243 Sogenannte exotische Optionen, das Pendant von einfachen Optionen, können jedoch modelliert und berechnet werden.244 Auch der Einfluss von Agency-Problemen245 konnte in der Literatur relativiert werden.246 Ebenso lassen sich Wettbewerbseffekte durch die Einbeziehung der Spieltheorie modellieren.247 Die Vielzahl von Kritiken an der Analogie muss jedoch am Einzelfall, dass heißt an der [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832481261
Arbeit zitieren:
Schmidt, Dirk April 2004: Realoptionsmodelle zur Bewertung von Patenten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Optionen, Entrépreneurship, Unsicherheit, Innovation, Patentwesen



