Der Realoptionenansatz in der Unternehmensführung
Ein Instrument zur Bewertung strategischer Handlungsalternativen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Thomas Wenk
- Abgabedatum: Juli 2001
- Umfang: 72 Seiten
- Dateigröße: 587,9 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Universität Potsdam Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4554-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4554-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4554-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wenk, Thomas Juli 2001: Der Realoptionenansatz in der Unternehmensführung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmensführung, Optionen, Strategie, Realoptionen, Balanced Scorecard
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Diplomarbeit von Thomas Wenk
Einleitung:
Ziel der vorliegenden Arbeit íst es, die Theorie der Realoptionen in ihren Grundzügen darzustellen und deren Einsatzmöglichkeiten als Instrument in der Unternehmensführung aufzuzeigen.
In der betriebswirtschaftlichen Literatur existieren zahlreiche Ausführungen zum Thema Realoptionen im Zusammenhang mit der Bewertung von Unternehmen. Auf diesem Gebiet nimmt die Theorie der Realoptionen einen wichtigen Platz ein, da die Vernachlässigung von Handlungsflexibilitäten des Managements eine Unterbewertung des Unternehmens zur Konsequenz hat.
Eine ausführliche Betrachtung von Realoptionen in Verbindung mit der Unternehmensbewertung und der Untersuchung von Kennzahlen wird in dieser Arbeit nicht vorgenommen. Vielmehr wird beispielhaft ein Instrument der Unternehmensführung mit den Vorzügen und Nachteilen vorgestellt und es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie anhand optionalen Handelns in Form von Realoptionen diese Schwachstellen beseitigt und in der Praxis umgesetzt werden können.
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn des zweiten Kapitels wird eine Begriffsbestimmung vorgenommen und die Begriffe in das betriebswirtschaftliche Instrumentarium eingeordnet. Anschließend stellt der Autor das Modell der Balanced Scorecard (BSC) stellvertretend für weitere Instrumente der Unternehmensführung vor. Diese Darstellung umfasst den Aufbau einer Balanced Scorecard, die Vorteile der ganzheitlichen Betrachtungsweise sowie die Kritikpunkte. Aus diesen Kritikpunkten wird überleitend die Notwendigkeit der Ergänzung bestehender Instrumente dargestellt.
Innerhalb des dritten Kapitels wird die Theorie der Realoptionen als Ansatz optionalen Handelns vorgestellt und eine Klassifizierung unterschiedlicher Typen von Realoptionen vorgenommen. Anschließend werden Möglichkeiten hervorgehoben, anhand derer eine Bewertung der Handlungsflexibilitäten durchgeführt werden kann. Hierbei handelt es sich einerseits um grundlegende Instrumente der Investitionstheorie. Andererseits werden spezielle Verfahren der Optionspreisbewertung in ihren Grundzügen vorgestellt und gegenüber herkömmlichen Verfahren abgegrenzt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird nur auf einzelne exemplarische Verfahren eingegangen, auf die mathematische Darstellung wird komplett verzichtet. Zum Ende des Kapitels werden die Bewertungsverfahren gegenübergestellt und auf ihre Anwendbarkeit überprüft.
Eine Betrachtung optionalen Handelns in verschiedenen Betrachtungsperspektiven und die Überprüfung der Möglichkeiten einer praktischen Umsetzung des Realoptionenansatzes ist Inhalt des vierten Kapitels. Ausgehend von der mehrdimen-sionalen Betrachtungsweise, welche in Anlehnung an den Balanced Scorecard Ansatz erfolgt, werden herkömmliche Instrumente der Unternehmensführung mit dem Realoptionenansatz verknüpft. Hieraus werden im Anschluss konkrete Realoptionen identifiziert und deren Relevanz für die Unternehmensführung dargestellt.
Innerhalb der Kundenperspektive werden über eine Portfoliotechnik Möglichkeiten der Ausrichtung des Unternehmens auf die Kundenwünsche aufgezeigt und mit Realoptionen kombiniert.
Die Finanzperspektive ist über kausale Beziehungen unmittelbar mit der Kundenperspektive verbunden. Einführend wird die Bedeutung der Finanzperspektive für das gesamte Unternehmen hervorgehoben und anschließend Realoptionen für bestimmte finanzwirtschaftliche Zielrichtungen dargelegt.
Innerhalb der internen Prozessperspektive wird das Wertkettenmodell von KAPLAN/NORTON zugrundegelegt. Weiterführend werden sowohl für den Innovationsprozess als auch für den Betriebs- und Kundendienstprozess entsprechende Realoptionen identifiziert und mit praktischen Beispielen untermauert.
In der Lern- und Entwicklungsperspektive werden drei Hauptkategorien identifiziert, auf welche sich die Unternehmen meist konzentrieren. Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie über den Realoptionenansatz Mitarbeiterpotenziale identifiziert und genutzt werden können. Darüber hinaus werden Potenziale von Informationssystemen und Motivationsmöglichkeiten in Verbindung mit dem Realoptionenansatz vorgestellt.
Über die von KAPLAN/NORTON vorgeschlagenen vier Perspektiven hinaus wird als fünfte Perspektive die Wettbewerbsperspektive vorgestellt. Innerhalb der Wettbewerbsperspektive werden verschiedene Faktoren bestimmt, welche maßgeblichen Einfluss auf die Wettbewerbsbedingungen haben. Anschließend werden für diese Einflussfaktoren Möglichkeiten zur Steigerung der strategischen Handlungsalternativen beleuchtet.
Als Schlussbetrachtung wird innerhalb des fünften Kapitels eine Beschreibung der Limitationen des Realoptionenansatzes vorgenommen und bewertet. Als Abschluss erfolgt eine kritische Würdigung optionalen Handelns in den Betrachtungsperspektiven und der Anwendung des Realoptionenansatzes als Instrument der Unternehmensführung.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Problemstellung und Gang der Untersuchung | 1 |
| 2. | Unternehmensführung und optionales Handeln | 3 |
| 2.1 | Begriffsbestimmung | 3 |
| 2.1.1 | Unternehmensführung | 3 |
| 2.1.2 | Optionales Handeln und Realoptionen | 4 |
| 2.2 | Synoptische Betrachtung von Finanz- und Realoptionen | 5 |
| 2.3 | Balanced Scorecard als ausgewähltes Instrument der Unternehmensführung | 7 |
| 2.3.1 | Modell der Balanced Scorecard | 7 |
| 2.3.2 | Kritische Würdigung | 11 |
| 2.4 | Notwendigkeit eines Modells zur Berücksichtigung von Handlungsalternativen | 12 |
| 2.4.1 | Schwächen konventioneller Instrumente der Unternehmensführung | 12 |
| 2.4.2 | Ansatz zur Steigerung der Flexibilität | 13 |
| 3. | Realoptionen als Ansatz optionalen Handelns | 15 |
| 3.1 | Modell der Realoptionen | 15 |
| 3.2 | Klassifikation von Realoptionen | 17 |
| 3.2.1 | Zweck der Option | 17 |
| 3.2.1.1 | Wachstumsoptionen | 17 |
| 3.2.1.2 | Lernoptionen | 19 |
| 3.2.1.3 | Versicherungsoptionen | 19 |
| 3.2.2 | Klassifikation nach aktivseitigen und passivseitigen Optionen | 20 |
| 3.2.2.1 | Aktivseitige Optionen | 20 |
| 3.2.2.2 | Passivseitige Optionen | 21 |
| 3.3 | Möglichkeiten der Bewertung von Realoptionen | 22 |
| 3.3.1 | Herkömmliche Bewertungsverfahren der Investitionsrechnung | 22 |
| 3.3.2 | Optionspreistheoretische Bewertungsverfahren | 25 |
| 3.3.3 | Kritische Würdigung der Bewertungsmethoden | 27 |
| 4. | Realoptionen und optionales Handeln zur strategischen Steuerung in verschiedenen Betrachtungsdimensionen | 29 |
| 4.1 | Realoptionen in der Kundenperspektive | 29 |
| 4.1.1 | Inhalte der Kundenperspektive | 29 |
| 4.1.2 | Management von Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette | 30 |
| 4.1.3 | Produktentwicklungsstrategien | 32 |
| 4.1.4 | Marktentwicklungsstrategien | 33 |
| 4.1.5 | Diversifikation | 34 |
| 4.2 | Realoptionen in der Finanzperspektive | 35 |
| 4.2.1 | Inhalte der Finanzperspektive | 35 |
| 4.2.2 | Realoptionen in unterschiedlichen Geschäftsfeldphasen | 36 |
| 4.3 | Realoptionen in der internen Prozessperspektive | 39 |
| 4.3.1 | Inhalte der internen Prozessperspektive | 39 |
| 4.3.2 | Realoptionen und das generische Wertkettenmodell | 40 |
| 4.3.2.1 | Realoptionen im Innovationsprozess | 40 |
| 4.3.2.2 | Realoptionen im Betriebsprozess | 41 |
| 4.3.2.3 | Realoptionen im Kundendienstprozess | 43 |
| 4.4 | Realoptionen in der Lern- und Entwicklungsperspektive | 44 |
| 4.4.1 | Inhalte der Lern- und Entwicklungsperspektive | 44 |
| 4.4.2 | Personalpotenziale und der Einsatz von Realoptionen | 44 |
| 4.4.3 | Potenziale von Informationssystemen und der Einsatz von Realoptionen | 47 |
| 4.4.4 | Motivation und der Einsatz von Realoptionen | 48 |
| 4.5 | Realoptionen in der Wettbewerbsperspektive | 49 |
| 4.5.1 | Triebkräfte des Wettbewerbs | 49 |
| 4.5.2 | Branchenwettbewerb und Realoptionen | 50 |
| 5. | Limitationen des Realoptionenansatzes und kritische Würdigung optionalen Handelns in verschiedenen Betrachtungsdimensionen | 52 |
| Literaturverzeichnis | 58 |
Realoptionen lassen sich auch dadurch realisieren, dass mit einem neuen Produkt ein neuer Markt erschlossen wird. Aus der Perspektive des Kunden wird somit ein neuer Kundennutzen generiert. Als Beispiel hierzu lässt sich der Einstieg der Mannesmann AG in den Mobilfunkmarkt anführen. Im Jahr 1990 entschied die Mannesmann AG den Einstieg in ein vollständig neues Geschäftsfeld, der Telekommunikation. Bisher war der Konzern bereits als stark diversifiziertes Unternehmen in den Bereichen Maschinenund Anlagenbau, Antriebs- und Steuerungstechnik, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik und dem Handel mit Stahl tätig. Dem Einstieg in die Telekommunikation ging ein Vertrag mit dem Bundesministerium für Post und Telekommunikation über den Aufbau und Betrieb eines Funknetzes (D2) voraus. Bereits im Dezember 1991 ging das neue Telefonnetz in Betrieb und erreichte innerhalb kürzester Zeit die Marktführerschaft. Demzufolge konnte die Mannesmann AG seit diesem Zeitpunkt ein Know-how erwerben, welches es dem Unternehmen ermöglichte, die Potenziale aus diesem Geschäftsfeld auszunutzen. Vor diesem Hintergrund erwarb die Mannesmann Vodafone [...]
Bei der DCF-Methode erfolgt die Messung des Wertes eines Geschäftswertes dadurch, dass die frei verfügbaren Cash-flows („free Cash flows“) ermittelt werden. Der Wert wird ermittelt aus der Summe der zukünftigen diskontierten freien Cash-flows erweitert um den diskontierten Restwert des Geschäftsfeldes. Als Diskontierungssatz wird der Kapitalkostensatz des Geschäftsfeldes angewendet.1 Die Höhe der erwarteten Cashflows und der Kapitalkosten ist weitgehend von der Strategie abhängig, welche für das Geschäftsfeld existiert. Ausgangspunkt ist der Wertansatz des Geschäftsfeldes, welches die gegenwärtige Strategie verfolgt. Dieser Wertansatz wird den Alternativen gegenübergestellt, die sich bei einer Realisierung voraussichtlich ergeben würden. Für jede Alternative müssen zunächst nachfolgende Faktoren bestimmt werden: 2 • • • • Der freie Cash-flow Die Kapitalkosten Der Planungshorizont Der Restwert nach dem Planungshorizont [...]
LÖHR unterscheidet bei aktivseitigen Realoptionen zwischen operativen und strategischen Realoptionen.1 Charakteristisch für operative Realoptionen ist, dass die unternehmerischen Prozesse im Mittelpunkt stehen. Diese können u.a. darin bestehen, dass die Option auf ein bestimmtes Fertigungsverfahren besteht oder ein exklusives Vertriebsrecht gesichert wurde. Des weiteren beziehen sich operative Realoptionen grundsätzlich auf bestehende Vermögensgegenstände. Ziel ist es, den Wert der Vermögensgegenstände zu nutzen und ggf. zu erhöhen. Bei strategischen Realoptionen sollen künftige Werte (Vermögensgegenstände) geschaffen werden. Diese zielen darauf ab, eine langfristige Sicherung des Unternehmens zu gewährleisten. Die Grundlage für die Betrachtung von strategischen Realoptionen besteht in der Analyse der Chancen und Risiken des Unternehmensumfeldes. Die Chancen stellen Handlungsflexibilitäten dar und müssen unter Berücksichtung der vorhandenen Risiken und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens wahrgenommen werden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832445546
Arbeit zitieren:
Wenk, Thomas Juli 2001: Der Realoptionenansatz in der Unternehmensführung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Unternehmensführung, Optionen, Strategie, Realoptionen, Balanced Scorecard



