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Realoptionen

Strategische Investitionsplanung und -bewertung auf Basis von Optionspreismodellen

Realoptionen
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Andreas Emmert
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 148 Seiten
  • Dateigröße: 2,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Worms Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4799-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4799-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4799-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Emmert, Andreas August 2001: Realoptionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Excel-Modelle, Realoptionen, Compound Options, Bewertungsmodelle, Implementierung

Bachelorarbeit von Andreas Emmert

Einleitung:

Entscheidungen, sowohl im Privat- als auch im Wirtschaftsleben, werden teilweise unter Zwang getroffen. Es handelt sich hierbei um Dinge, die man einfach tun muss. Es gibt aber auch Entscheidungen, die eine Möglichkeit darstellen, die einem das Recht überlassen sich für die eine oder die andere Richtung zu entscheiden. Diese Entscheidungen haben eine gemeinsame Eigenschaft: eine inhärente Flexibilität, die den subjektiven Wert dieser Entscheidung für den einzelnen steigert. Die Bewertung solcher Flexibilität und Entscheidungsmöglichkeiten ist zu einem zentralen Thema der Wirtschaftswissenschaften geworden.

Dieser Themenkomplex wurde in der Literatur bereits ausführlich unter dem Rahmen der Investitionen unter Unsicherheit diskutiert und es wurde gezeigt, dass es auch mit den traditionellen Bewertungsverfahren, wie dem Kapitalwert- oder Entscheidungsbaumverfahren, möglich ist bis zu einem gewissen Grad die Mehrwertigkeit der Zukunft abzubilden. Da dieses aber nur über einen einheitlichen Risikoaufschlag auf den jeweiligen Diskontsatz realisiert wird, bleibt hierbei insbesondere die sich – durch im Zeitablauf zunehmende Informationsstandverbesserung – ständig ändernde Risikostruktur unberücksichtigt. Der Risikoaufschlag bei traditionellen Verfahren bildet nur „die Unsicherheit ab, die auf Kapitalmärkten bewertet wird“. Allerdings werden dabei Wahlmöglichkeiten, wie beispielsweise die Möglichkeit den Beginn einer Investition zu verschieben, vernachlässigt. Flexibilität ist allerdings „einer der wichtigsten strategischen Wettbewerbsvorteile für ein erfolgreiches Management“ in der heutigen Zeit.

Die Durchführung eines Investitionsprojektes wird u. U. nur ermöglicht, wenn als Vorbedingung ein erstes Projekt bereits realisiert wurde. Dabei eröffnen sich Risiken und Chancen, die bei der Bewertung berücksichtigt werden müssen. Ein Risiko, das negative Auswirkungen auf den Erfolg hat, muss nicht unbedingt eine negative Entwicklung bedingen, sofern das zugrunde liegende Projekt reversibel ist, d. h. die Entscheidung kann also ohne zusätzliche Kosten wieder rückgängig gemacht werden. Hier müssen Risiken entsprechend ihrer Struktur und ihrem Einfluss auf den Projekterfolg differenziert bewertet werden. Auch im Bereich der Unternehmensbewertung, insbesondere bei High-Tech-Firmen und Startup-Unternehmen, muss man die Bewertung solcher strategischen Optionen berücksichtigen und sie in Werte fassen. Dabei stellen die so ermittelten Werte des Portfolios an strategischen Optionen, die durch das Unternehmen eröffnet werden, oftmals ein Vielfaches des Buchwertes des Anlagevermögens dar.

Da eine exakte Erfassung des Wertes dieser inhärenten Flexibilität und der Möglichkeiten mit den traditionellen Verfahren nicht möglich ist, liegt es nahe, die aus dem Bereich der Finanzmärkte stammenden Optionspreismodelle zur Grundlage der Ermittlung zu machen. Aufgrund der Tatsache, dass die zu bewertenden Optionen von Realinvestitionen abhängig sind und ihr Wert grundsätzlich von diesem Faktor determiniert wird, wurden diese Optionen auch als Realoptionen bekannt. Wegbereiter und prägend in diesem Bereich waren bereits 1977 Stewart C. Myers, 1984 W. Carl Kester, der den Ansatz von Myers aufgriff und weiterentwickelte, sowie auch in der neueren Literatur Trigeorgis oder Copeland, um nur einige der herausragenden Arbeiten zu nennen.

Im Rahmen dieser Arbeit soll der Wert des Realoptionsansatzes für Bewertungsprobleme im Unternehmen aufgezeigt werden und hierbei insbesondere Bezug auf die Einsatzmöglichkeiten in der Investitionsplanung genommen werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsübersicht II
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
Vorwort IX
1. Einführung 1
1.1 Allgemein 1
1.2 Aufbau und Ziel der Arbeit 2
2. Theoretisches Konzept der Realoptionen 4
2.1 Definition 4
2.2 Analogie zwischen Finanz- und Realoptionen 6
2.2.1 Die Einflussfaktoren auf den Optionswert 11
2.2.1.1 Einflüsse auf den inneren Wert 14
2.2.1.2 Einflüsse auf den Zeitwert 15
2.3 Existenzvoraussetzungen für Realoptionen 16
2.4 Einteilung der Realoptionen 17
2.4.1 Wachstumsoptionen 18
2.4.1.1 Einfache Realoptionen 19
2.4.1.2 Verbundene Realoptionen 19
2.4.2 Flexibilitätsoptionen 20
2.4.2.1 Verzögerungsoption 20
2.4.2.2 Schließungsoption 21
2.4.2.3 Erweiterungsoption 22
2.4.2.4 Einschränkungsoption 22
2.4.2.5 Innovationsoption 23
2.4.2.6 Schließungs- und Wiedereröffnungsoption 23
2.4.2.7 Fortsetzungsoption 24
2.4.2.8 Umstellungsoption 24
3. Klassifikation der Realoptionen 26
3.1.1 Erste Ebene (exklusiv – geteilt) 26
3.1.2 Zweite Ebene (Mehrstufigkeit – Wechselwirkungen) 31
3.1.2.1 Interaktion zwischen verschiedenen Projekten 31
3.1.2.2 Interaktion innerhalb eines Projektes 32
3.1.3 Dritte Ebene (verfallend - aufschiebbar) 39
4. Realoptionswerte in der Investitionsplanung 41
4.1 Kapitalwertverfahren bei Unsicherheit 42
4.1.1 Ermittlung der Fremdkapitalkosten 44
4.1.2 Ermittlung der Eigenkapitalkosten (CAPM) 44
4.1.3 Mängel des Kapitalwertverfahrens bei Unsicherheit 47
4.2 Entscheidungsbaumverfahren 49
4.2.1 Bewertung von Realoptionswerten 52
4.2.1.1 Erweiterungsoption 52
4.2.1.2 Schließungsoption 55
4.2.2 Mängel des Entscheidungsbaumverfahrens 57
5. Bewertung der Realoptionen 59
5.1 Einfache Realoptionen (Plain Vanilla Options) 59
5.1.1 Binomialmodell 59
5.1.1.1 Herleitung des Binomialmodells 61
5.1.1.2 Anwendung des Binomialmodells 68
5.1.2 Black-Scholes-Modell 70
5.1.2.1 Herleitung der Black-Scholes-Formel 70
5.1.2.2 Die Black-Scholes-Formel 75
5.1.2.3 Anwendung der Black-Scholes-Formel 81
5.2 Verbundene Realoptionen (Compound Options) 83
5.2.1 Binomialansatz 84
5.2.2 Geske-Modell 86
5.2.2.1 Herleitung des Geske-Modells 86
5.2.2.2 Die Geske-Modell-Formel 88
5.2.2.3 Anwendung des Geske-Modells 92
6. Berechnung von Realoptionen mit Hilfe einer Tabellen-kalkulation 94
6.1 Bewertung einfacher Optionen 94
6.1.1 Binomialmodell (einfache Variante) 94
6.1.2 Binomialmodell (erweiterte Variante) 95
6.1.3 Black-Scholes-Modell 99
6.2 Bewertung verbundener Optionen 101
6.2.1 Binomialansatz 101
6.2.2 Geske-Modell 101
7. Stellungnahme und Ausblick 105
8. Zusammenfassung 110
Anhang 113
Literaturverzeichnis 125
Eidesstattliche Erklärung X
Tabellarischer Lebenslauf XI

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der innere Wert einer Option hängt zunächst von der Kursentwicklung des Underlying und von der Höhe des Ausübungspreises ab. Bei einer Call-Option steigt der innere Wert mit steigendem Wert des Basisinstruments, da der Ertrag, den man durch vorzeitige Ausübung der Option erzielen kann mit der Differenz zwischen aktuellem Kurs des Basisinstruments und Ausübungspreis größer wird. Je geringer der Ausübungspreis, desto größer der mögliche Ertrag und umso größer der innere Wert. Die Zahlung einer Dividende verringert den aktuellen Preis des Basiswertes und reduziert somit den Wert der Call-Option. Hierbei ist der Zeitpunkt der Dividendenzahlung zu berücksichtigen, und der entsprechende diskontierte Betrag in die Kalkulation mit einzubeziehen. Aus diesem Grund hängt der Wert der Call-Option auch noch von den Größen des risikolosen Zinssatzes und der Zeit ab. Da der innere Wert hier als Ertrag, den man durch die Ausübung erhalten kann, festgelegt wurde, bedeutet die vorzeitige Ausübung, dass der Inhaber zunächst das Geld für die Ausübung aufwenden muss, um das Basisinstrument am Markt zum höheren Preis zu verkaufen. Der Inhaber ist aber nicht verpflichtet vorzeitig auszuüben, wenn sich die Option noch nicht am Fälligkeitstermin befindet. Um den Opportunitätsertrag des Ausübungspreises zu berücksichtigen, wird der innere Wert präziser als Differenz zwischen dem aktuellen Preis des Basisinstruments und dem diskontierten Ausübungspreis definiert. Die Diskontierung wird zum risikolosen Zinssatz vorgenommen, da der Ausübungspreis ein sicherer Wert ist. Somit gilt: [...]

Der Zeitwert einer Option ist bei ihrem Fälligkeitstermin immer gleich null und bei Ausgabe der Option maximal. Er ist die Prämie für die zukünftigen Chancen auf die aus Sicht des Inhabers positiven Entwicklungen des Basiswertes. Der innere Wert stellt den Ertrag dar, den man durch Ausübung der Option zum aktuellen Zeitpunkt erhalten würde. Somit ist der innere Wert wie auch der Zeitwert immer positiv und niemals negativ. Der Marktwert einer Option hängt von einer Reihe von Faktoren ab, die entweder den Zeitwert, den inneren Wert oder beide beeinflussen. Tabelle 2 fasst die Auswirkungen der einzelnen Faktoren, die im Folgenden noch ausführlicher besprochen werden, in einem Überblick zusammen. Allerdings ist zusätzlich zu den dort genannten Faktoren bei der Bildung des Optionspreises zu beachten, dass der Faktor Marktpsychologie ebenfalls immer eine wichtige Rolle spielt. Gerade Finanzoptionen werden intensiv gehandelt und da hierbei Menschen als Akteure auftreten, ist es nie eindeutig vorhersehbar wie solche subjektiven Werthaltungen – beeinflusst durch Gerüchte, Gefühle, Gier, u.ä. – sich auf den Preis der Option auswirken.26 [...]

Bevor nun im folgenden die einzelnen Einflussfaktoren, die den Wert einer Option bestimmen, betrachtet werden und auf das Ausmaß ihrer Beeinflussung analysiert werden, soll eine kurze Erläuterung der beiden Optionsarten Call und Put gegeben werden. Die Funktionsweise einer Call- bzw. Put-Option wurde bereits im Kapitel 2.1 definiert. Zur Veranschaulichung werden in Abbildung 2 und 3 die Wertentwicklung der Call-Option bzw. Put-Option in Abhängigkeit von der Preisentwicklung des Basisinstruments dargestellt. Der Zeitwert einer Option ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem Marktwert der Option und ihrem inneren Wert. Dabei ist der innere Wert einer Call-Option, deren Basisinstrument über dem Ausübungspreis notiert, die Differenz zwischen aktuellem Kurs des Basisinstruments und dem Ausübungspreis. Ist der aktuelle Kurs des Basisinstruments kleiner oder gleich dem Ausübungspreis, dann ist der innere Wert der Option gleich null. [...]

Arbeit zitieren:
Emmert, Andreas August 2001: Realoptionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Excel-Modelle, Realoptionen, Compound Options, Bewertungsmodelle, Implementierung

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