Realoptionen als alternatives Bewertungsinstrument für mittelständische Unternehmen im Rahmen von Akquisitionsverhandlungen mit Großunternehmen
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Kai Bastuck
- Abgabedatum: Juli 2005
- Umfang: 92 Seiten
- Dateigröße: 602,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8999-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8999-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8999-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bastuck, Kai Juli 2005: Realoptionen als alternatives Bewertungsinstrument für mittelständische Unternehmen im Rahmen von Akquisitionsverhandlungen mit Großunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: KMU, Unternehmensbewertung, Investitionsrechnung, Unternehmensakquisition, Verhandlung
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MA-Thesis / Master von Kai Bastuck
Einleitung:
Im Hinblick auf die Position von mittelständischen Unternehmen bei Akquisitionsverhandlungen mit Großunternehmen ist die Frage zu beantworten, wie diese Position gestärkt werden kann, mit dem Ziel, den bestmöglichen Unternehmenswert für das mittelständische Unternehmen zu ermitteln.
Der bestmögliche Unternehmenswert kann definiert werden als der Wert, der sowohl die bisherige und zukünftige Leistungsfähigkeit des Unternehmens widerspiegelt wie auch das Potenzial für den Akquisiteur beinhaltet. Die größten Risiken liegen für ein mittelständisches Unternehmen in einer angemessenen Bewertung.
Dabei ist die Frage zu stellen, welche Methode eine angemessene Bewertung gewährleisten kann. In diesem Zusammenhang soll die Verwendung von Realoptionen als alternativer Bewertungsansatz näher betrachtet werden und dessen Eignung analysiert werden. Konkret erfolgt dies an einem aktuellen Praxisbeispiel.
Gang der Untersuchung:
In Kapitel 1 wird zunächst der Rahmen und die Ausgangssituation für das Thema erläutert und die Kernfrage der Arbeit formuliert. Dazu wird das Thema zunächst abgegrenzt und die Struktur der Arbeit bzw. Vorgehensweise der Untersuchung vorgestellt.
In diesem Zusammenhang wird der Untersuchungsgegenstand bzw. die Ausgangsbasis der Untersuchung näher in Kapitel 2 betrachtet. Ausgangsbasis ist die Definition „Mittelständische Unternehmen“, deren Bedeutung im Rahmen der Wirtschaft und deren Besonderheiten. In Abgrenzung dazu erfolgt ebenfalls eine Definition von „Großunternehmen“.
Auf dieser Grundlage wird in Kapitel 3 in die Theorie der Unternehmensbewertung eingeführt bevor in Kapitel 4 auf die in der Praxis am häufigsten verwendeten Ansätze und Verfahren eingegangen wird. Diese werden hinsichtlich ihrer Eignung für die Bewertung von mittelständischen Unternehmen im Zusammenhang mit Akquisitionen durch Großunternehmen kritisch analysiert.
Aus den Ergebnissen dieser Analyse werden am Ende des Kapitels grundlegende Anforderungen für Methoden in diesem Bewertungszusammenhang abgeleitet. Auf dieser Basis wird in Kapitel 5 das Konzept der Realoptionstheorie dargestellt und der Realoptionsansatz als mögliches alternatives Bewertungsverfahren vorgestellt. Dabei werden die Vorteile des Realoptionsansatzes im Vergleich zu traditionellen Verfahren aufgezeigt.
Zum Schluss wird einerseits das Binominalmodell detailliert dargestellt und andererseits eine Kategorisierung von Realoptionen vorgenommen. In Kapitel 6 wird der theoretische Ansatz auf ein Praxisbeispiel übertragen und auf dessen Eignung überprüft. Dies erfolgt mittels eines phasenweisen Vorgehensmodells. Abschließend werden in Kapitel 7 die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und Chancen und Risiken dargestellt sowie dessen zukünftige Relevanz erörtert.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VII | |
| FORMELVERZEICHNIS | VIII | |
| VORWORT | 1 | |
| 1. | EINLEITUNG | 2 |
| 1.1 | ZIELSETZUNG DER UNTERSUCHUNG | 2 |
| 1.2 | GANG DER UNTERSUCHUNG | 2 |
| 2. | MITTELSTÄNDISCHE UNTERNEHMEN | 4 |
| 2.1 | DEFINITION „MITTELSTÄNDISCHES UNTERNEHMEN“ | 4 |
| 2.2 | BEDEUTUNG MITTELSTÄNDISCHER UNTERNEHMEN | 5 |
| 2.3 | BESONDERHEITEN MITTELSTÄNDISCHER UNTERNEHMEN | 6 |
| 2.4 | DEFINITION „GROßUNTERNEHMEN“ | 7 |
| 2.5 | MOTIVATION VON GROßUNTERNEHMEN ZUR AKQUISITION | 8 |
| 3. | GRUNDLAGEN DER UNTERNEHMENSBEWERTUNG | 9 |
| 3.1 | DIFFERENZIERUNG WERT UND PREIS | 9 |
| 3.2 | THEORIEN DER UNTERNEHMENSBEWERTUNG | 10 |
| 3.2.1 | Objektive Unternehmensbewertung | 10 |
| 3.2.2 | Subjektive Unternehmensbewertung | 11 |
| 3.2.3 | Funktionale Unternehmensbewertung | 11 |
| 3.3 | ANLÄSSE VON BEWERTUNGEN | 12 |
| 3.4 | FUNKTION DER BEWERTUNG | 14 |
| 3.4.1 | Hauptfunktionen der Bewertung | 14 |
| 3.4.2 | Nebenfunktionen der Bewertung | 16 |
| 4. | TRADITIONELLE BEWERTUNGSVERFAHREN | 18 |
| 4.1 | EINZELBEWERTUNGSANSÄTZE | 19 |
| 4.1.1 | Substanzwert | 19 |
| 4.1.2 | Liquidationswert | 20 |
| 4.2 | GESAMTBEWERTUNGSANSÄTZE | 20 |
| 4.2.1 | Ertragswertorientierte Bewertungsverfahren | 20 |
| 4.2.2 | Discounted Cash Flow-Verfahren | 22 |
| 4.2.3 | Vergleichsverfahren | 28 |
| 4.2.4 | Mischverfahren | 30 |
| 4.3 | KRITISCHE WÜRDIGUNG DER ANSÄTZE | 33 |
| 5. | REALOPTIONSANSATZ | 36 |
| 5.1 | EINFÜHRUNG IN REALOPTIONSANSATZ | 36 |
| 5.2 | EINFÜHRUNG IN DIE OPTIONSPREISTHEORIE | 37 |
| 5.3 | BEWERTUNG VON REALOPTIONEN | 40 |
| 5.4 | BINOMINALMODELL VON COX, ROSS UND RUBINSTEIN | 42 |
| 5.4.1 | Basismodell | 42 |
| 5.4.2 | Sequenzielle Optionen | 48 |
| 5.5 | KLASSIFIZIERUNG VON REALOPTIONEN | 49 |
| 6. | ANWENDUNG DES REALOPTIONSANSATZES | 53 |
| 6.1 | BEISPIELUNTERNEHMEN: ALPHA | 53 |
| 6.2 | VORGEHEN BEI DER BEWERTUNG | 56 |
| 6.3 | ERMITTLUNG DES AUSGANGSWERTES OHNE FLEXIBILITÄT | 56 |
| 6.3.1 | Bestimmung Beta | 57 |
| 6.3.2 | Bestimmung Kapitalkosten / Free Cash Flows | 58 |
| 6.3.3 | Bestimmung des Firmen- und Eigenkapitalwertes | 60 |
| 6.4 | MODELLIERUNG VON UNSICHERHEITEN (ERMITTLUNG VOLATILITÄT) | 62 |
| 6.5 | ERSTELLUNG EREIGNISBAUM | 64 |
| 6.6 | DURCHFÜHRUNG DER REALOPTIONSANALYSE | 66 |
| 6.7 | SENSITIVITÄTSANALYSE | 67 |
| 6.8 | ERGEBNIS DER PRAXISANWENDUNG | 70 |
| 7. | ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG | 72 |
| 7.1 | WESENTLICHE ERGEBNISSE DER ARBEIT | 72 |
| 7.2 | SCHLUSSBEMERKUNG | 74 |
| LITERATURVERZEICHNIS | VII | |
| ANHANG | XIII |
bezahlen, welche er bei Nichtausübung verliert (Irreversibilität). Der Optionsinhaber wird die Option nur dann ausüben, wenn für ihn daraus ein finanzieller Vorteil entsteht (Unsicherheit). Daraus lässt sich eine Analogie zwischen Finanz- und Realoptionen herleiten. Der Preis einer Finanzoption ist durch sechs Faktoren determiniert61: 1) den aktuellen Aktienkurs des Underlying 2) den risikofreien Zinssatz 3) die Optionslaufzeit und 4) die Volatilität des Underlying 5) den Bezugspreis 6) die Dividenden Bei einem Call beispielsweise erwirbt der Käufer das Recht zu einem bestimmten Bezugspreis (exercise prise) eine Aktie einer bestimmten Firma (Underlying) zum Fälligkeitstermin zu erwerben. Übersteigt der aktuelle Wert des Underlying am Fälligkeitstermin den Bezugspreis, so hat die Option den Wert aus der Differenz. Bei Unterschreitung ist der Wert gleich Null. Damit wird der Wert der Option direkt vom Aktienkurs determiniert. Da der Kaufpreis erst bei Ausübung der Option fällig wird, kann der Käufer das dafür notwendige Kapital in der Zwischenzeit ertragbringend anlegen. Dadurch ist der Wert abhängig vom Zinssatz und der Länge der Optionslaufzeit. Mit zunehmender Volatilität der erwartenden Preise steigt das Gewinnpotenzial – die Kaufoption kann minimal den Wert Null erreichen. Weitere Determinanten für Finanzoptionen sind der Bezugspreis und die Dividendenzahlungen. Eine Erhöhung des Bezugspreises führt direkt zu einem Wertverlust der Kaufoption. Dividendenzahlungen reduzieren den aktuellen Aktienkurs um den entsprechenden Dividendenabschlag. Bei einer vollständigen Ausschüttung der Vermögensgegenstände würde der Aktienkurs auf Null fallen und die Kaufoption wäre wertlos (Wert = Null). [...]
Für Realoptionen gibt es keinen Markt, so dass Marktpreise für Realoptionen nicht vorhanden sind. Daher wird für die Bewertung von Realoptionen auf die Ansätze zur Berechnung von Finanzoptionen zurückgegriffen. Unter einer Finanzoption versteht man das Recht eines Inhabers, zu einem im Voraus festgelegten Preis (exercise price, strike price) eine bestimmte Menge des der Option zugrunde liegenden Finanz- oder Rohstoffwertes (underlying) während (amerikanische Option) oder am Ende (europäische Option) eines bestimmten Zeitraums zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put)60. Das Wesensmerkmal einer Option ist, dass der Inhaber das Recht, nicht aber die Pflicht zur Ausübung der Option besitzt. Für dieses Recht muss der Inhaber eine Optionsprämie [...]
Der Kauf eines Unternehmens bedeutet für den Käufer eine Investition. Jede Investition ist verbunden mit Unsicherheit, Irreversibilität und Flexibilität. Dabei steht die Unsicherheit im Zusammenhang mit den zukünftigen zu erwartenden Umweltzuständen (z. B. Nachfrage, Lieferfähigkeit, etc.), die sich sowohl positiv wie auch negativ auf die Investition auswirken können. Dies bedeutet, dass die Höhe sowie der Zeitpunkt hinsichtlich der zukünftigen Zahlungsströme nicht exakt bestimmt werden kann, wie es z.B. nach der DCFMethode den Anschein hat. Die für die DCF-Methode verwendete Prognose der zukünftigen Zahlungsströme antizipiert einen konkreten Umweltzustand. Irreversibilität bezieht sich auf die Tatsache, dass im Zusammenhang mit einer Investition Kosten entstehen, die bei Abbruch nicht bzw. nur teilweise wieder zurückgewonnen werden können. In diesem Zusammenhang wird häufig von so genannten „Sunk Cost“ gesprochen. Zur Berücksichtigung von Unsicherheit und Irreversibilität hat die Unternehmensführung die Möglichkeit, innerhalb eines Spielraums entsprechende Handlungen durchzuführen, um zum einen eventuelle Sunk Cost zu verringern oder die zu erwartenden Zahlungsströme zu maximieren. Diese Handlungsspielräume stellen die Flexibilität bei Investitionen dar. Ziel des Managements ist es, die bestehende Unsicherheit optimal zu nutzen, um den Wert der Investition zu maximieren, d.h. Handlungsmöglichkeiten müssen die zukünftig zu erwartenden Zahlungsströme in der Weise beeinflussen, dass die Risikostruktur zu Gunsten des Unternehmens ausfällt. Nach Hommel / Pritsch [1999] versteht man „unter einer Realoption […] zukünftige Handlungsspielräume und Investitionsmöglichkeiten eines Unternehmens in Verbindung mit der Fähigkeit des Managements, operative Entscheidungen an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Realoptionen stellen demnach ein Bündel von Handlungsoptionen in Bezug auf die Verwendung und Nutzung realer Aktiva dar“ [Hommel / Pritsch 1999, S. 123]. Diese Handlungsalternativen gilt es im Zusammenhang mit der Unternehmensbewertung monetär zu erfassen. Dabei stellt der Wert der Realoptionen einen Teil des Gesamtunternehmenswertes dar, der sich zusätzlich zu einem Basiswert ergibt. Als Basiswert wird dabei der Wert aus dem DCF-Modell bzw. aus den Kapitalwertmethoden verwendet. Dieser Wert wird auch als „passiver Unternehmenswert“ und der Wert aus den Realoptionen als „aktiver Unternehmenswert“ [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832489991
Arbeit zitieren:
Bastuck, Kai Juli 2005: Realoptionen als alternatives Bewertungsinstrument für mittelständische Unternehmen im Rahmen von Akquisitionsverhandlungen mit Großunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
KMU, Unternehmensbewertung, Investitionsrechnung, Unternehmensakquisition, Verhandlung



