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Realisierung eines ferngesteuerten autonomen mobilen Roboters

Entwurf eines Ausbildungskonzeptes für Robotik

Realisierung eines ferngesteuerten autonomen mobilen Roboters
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dusko Lukac
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 183 Seiten
  • Dateigröße: 5,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Rheinische Fachhochschule Köln Deutschland
  • Originaltitel: Entwicklung und partielle Realisierung eines Roboterausbildungkonzeptes für die Fachhochschule
  • Bibliografie: ca. 21
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1023-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lukac, Dusko November 2001: Realisierung eines ferngesteuerten autonomen mobilen Roboters, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Robotik, Mobile Roboter, Elektrofahrzeug, Ausbildungskonzept, WLAN

Diplomarbeit von Dusko Lukac

Einleitung:

Der Gegenstand dieser Diplomarbeit ist die Erarbeitung eines Ausbildungskonzepts für das Rechenzentrum der Rheinischen Fachhochschule im Bereich der Robotik. Das Konzept soll die theoretische und praktische Leitlinie des Bildungsgags sein. Das bedeutet, dass die Lernenden auf der Basis von in dieser Arbeit beschriebenen Prinzipien und Methoden anhand der praxisrelevanter Problemstellung die sich aus dem Entwurf und Fernsteuerung eines kompletten Elektrospeicherfahrwerks für den mobilen Einsatz eines Knickarmroboters zusammensetzt, sowohl Gesamtabläufe als auch Teilfunktionsprozesse analysieren und Subsysteme bzw. Einrichtungen anforderungsgerecht zu gestalten lernen.

Die Lernenden sollen anhand diese Beispiels berufliche Handlungskompetenz erlangen, d.h. lernen wie in einer konkreten (beruflichen) Situation entstehende Probleme sachgerecht, persönlich durchdacht und in gesellschaftlicher Verantwortung gelöst werden können.

Aus dieser Arbeit gelungene Lösungsverfahren und erfolgreiche Handlungsmuster sind ins Handlungsrepertoire zu übernehmen (Bildungsgedanke) und an neue Probleme situativ anzupassen (Flexibilität, Transfer). Durch das Ausbildungskonzept soll ein Beitrag der Entwicklung der Arbeits- und Berufsfähigkeit des Lernenden sowie ein Orientierungssinn erweckt werden die Arbeitsanforderungen zu bewältigen. Im herkömmlichen Vermittlungsprozess stehen Aufgaben mit steigender Komplexität zur Lösung an. In Falle dieser Diplomarbeit wird die anstehende Aufgabenkomplexität variabel und abhängig von der Methodenkompetenz, die sich aus geplanter Zielanalyse, geordnete Aufnahme und Analyse von Daten zusammensetzt sowie der Sozialkompetenz die sich durch Fähigkeit im Umgang mit den Menschen im beruflich-sozialen Umfeld gekennzeichnet. Damit soll durch diese Diplomarbeit ein Bespiel repräsentiert werden wie durch selbständige und zugleich gruppenorientierte Handlungen eine Aufgabe temporär gelöst werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 1
Einleitung 2
Inhaltsverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 6
1. GRUNDLAGEN DER AUTOMATISIERUNG 8
1.1 AUTOMATISIERUNGSTECHNIK 8
1.1.1 Einfache Automatisierung im Sinne von Fertigungsprozessen 10
1.1.2 Flexible Automatisierungim Sinne von Fertigungsprozessen 11
1.1.3 Intelligente Automatisierung 12
1.2 ROBOTIK 17
1.2.1 Definitionen und Begriffsentstehung 18
1.2.2 Industrieroboter 21
1.2.3 Autonome mobile Roboter 22
1.2.4 Anforderungen an Robotern und deren Einsatz 24
2. BESCHREIBUNG DER KOMPONENTEN DES GESAMTSYSTEMS 28
2.1 DER ROBOTER IR 50 P 28
2.2 TEILSYSTEME EINES ROBOTERS 30
2.2.1 Gelenke 30
2.2.2 Arbeitsraum und Grundkonfiguration 33
2.2.3 Der Roboterantrieb 34
2.2.3.1 Funktionsprinzip der elektrischen Antriebe in Robotertechnik 36
2.2.3.2 Wirkungsweise von Gleichstrommotoren 36
2.2.3.3 Fremderregter Gleichstrommotor 41
2.2.3.4 Gleichstrommotor mit Nebenschlussverhalten 43
2.2.3.5 Der Servomotor 45
2.2.3.6 Der Schrittmotor 49
2.2.4 Der Lageregler 54
2.3 KINEMATIK 65
2.3.1 Roboterkinematik 66
2.3.2 Programmiersoftware TBPS des Roboters IP 50 p 72
2.4 DER FAHRZEUGANTRIEB 76
2.4.1 Der Bürstenlose Nabenmotor 79
2.4.2 Läuferlage-Gebersysteme für die EK-Maschinen 81
3. PRAKTISCHE ENTWICKLUNG UND REALISIERUNG DES GESAMTSYSTEMS 85
3.1 DAS FAHRWERK 85
3.1.1 Konstruktion des Fahrwerkgrundgestells und der Auflageplatte 86
3.1.2 Entwurf des Kopplungsgliedes unter Berücksichtigung der Korrosionsfrage 87
3.1.3 Auswahl der Antriebsart 93
3.2 LEISTUNGSBEDARF UND LEISTUNGSANGEBOT DES FAHRWERKS 99
3.2.1 Leistungsbedarf an den Antriebsrädern 99
3.2.2 Nachweis über genügenden Leistungsangebot des Nabenmotors 107
3.3 ENERGIESPEICHER 108
3.3.1 Leistungs- bzw. Arbeitsbedarf des Gesamtsystems 109
3.3.2 Speichervermögen der Sekundärbatterien 111
3.3.3 Auswahl des geeigneten Energiespeichers 120
3.4 DIE SPANNUNGSVERSORGUNG DES GESAMTSYSTEMS 121
3.4.1 Prinzipieller Aufbau der Gesamtspannungsversorgung 122
3.4.2 Stufenweise Entwicklung der Spannungsversorgung 125
3.4.3 Sicherheitsaspekt bei der Spannungsversorgung 137
3.5 STEUERUNG UND REGELUNG DER ELEKTRISCHEN ANTRIEBSKOMPONENTEN 138
3.5.1 Elektrische Anfahrmittel 138
3.5.2 Drehzahlsteuerung von Gleichstrommotoren 138
3.5.3 Gleichstromsteller 142
3.5.4 Regelung der bürstenlosen Motoren 145
3.6 RECHNERUNTERSTÜTZTE SYSTEMKOMMUNIKATION 149
3.6.1 Netzwerk als Wireless LAN 150
3.6.2 Drahtlose Ansteuerung der bürstenlosen Nabenmotoren 152
3.6.2.1 Der I2C Bus 155
3.6.2.2 Ansprechen des I2C Interfaces unter Linux 159
3.6.2.3 Sollwerterzeugung mittels eines DA-Wandlers 160
4. DISKUSSION 164
4.1 AUSBLICK 165
4.2 ZUKÜNFTIGE ANWENDUNGEN 168
5. ANHANG 170
5.1 ROBOTERBEFEHLE UND KOMMANDOS 170
5.2 TECHNISCHE DATEN DES ROBOTERS IR 50 P 171
5.3 ARBEITSRAUM DES ROBOTERS IR 50P 172
5.4 SCHALTPLAN I2C -INTERFACE 173
5.5 SCHALTPLAN DA-WANDLER 174
5.6 PROGRAMMQUELLCODE 175
6. LITERATURVERZEICHNIS 178

Textprobe:

Kapitel 1.2.4, Anforderungen an Robotern und deren Einsatz:

Die Leistungsfähigkeit elektronischer Systeme verzehnfacht sich derzeit etwa alle 5 bis 7 Jahren. Insofern verwundert es kaum, dass die Informationstechnik immer mehr Wirtschaftsbereiche durchdringt. Allem voran sind es Fortschritte in der Mikroelektronik, der Bildverarbeitung und der Sensorik, die auch der weiteren Automatisierung zahlreicher Fertigungsprozesse in erheblichen Umfang Vorschub leisten. Die Leistungskriterien von Robotern und die Vorgehensweise bei der Erfassung sind umfassend in der Europäischen Norm EN 29283 zusammengefasst.

Nicht zuletzt aufgrund vereinfachter Steuerung und gesunkener Kosten werden immer breitere Anwendungsbereiche für Roboter verzeichnet. Die oben dargestellte Tabelle gibt einen Überblick über Anforderungen an Robotern und Robotersteuerungen für verschiedene Anwendungsbereiche. Da exakten Anforderungen immer stark abhängig von Details der Aufgabenstellung sind, kann die globale Beurteilung nur eine grobe Hilfestellung bezüglich der Anforderungen sein. Roboter werden auch für spezielle Anforderungen gebaut. Die größten Anforderungen werden an Roboter gestellt, die in Ex- Schutz- Ausführung hergestellt werden sowie an Roboter die in Vakuum eingesetzt werden. Bei der Ex- Schutz- Ausführung werden besondere Maßnahmen zur Vermeidung von Funkenbildung getroffen und bei den Robotern für den Vakuumeinsatz ist zu beachten, dass Fette, Kabel und sonstige Kunststoffmaterialien nicht ausgasen und verspröden. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Restluft in den Hohlräumen des Roboters wegen der Einhaltung des Vakuumzustandes leicht abgesaugt werden kann. Sehr bedeutende Märkte für die Sonderanfertigung von Robotern sind der Lebensmittel- und Arzneimittelbereich. Hier werden Roboter eingesetzt die über Qualifikation für Reinraum - Anwendungen verfügen.

Während sich bundesweit rund 200 Unternehmen der Robotik - Industrie auf die industrielle Bildverarbeitung spezialisiert haben finden sich in den anderen Segmenten wie z.B. Montage, Systeme+Komponenten und Handhabungstechnik im engeren Sinne schwerpunktmäßig etwa 300 deutsche Unternehmen. Hauptabnehmer war bislang die Autoindustrie, bei der derzeit immerhin etwa die Hälfte der neu hergestellten Industrierobotern zum Einsatz kommen, was im großen Umfang den Unternehmen Profit und Wettbewerbsvorsprung gebracht hat. Die Bundesrepublik Deutschland gehört nach Angaben des VDMA zu einem der weltweiten Marktführer in der Automatisierungstechnik. Das Weltmarktvolumen der Automatisierungstechnik ist aktuell mit etwa 170 Mrd. DM zu veranschlagen, wovon 22 Mrd. DM auf Deutschland entfallen. Daraus ist leicht zu schließen dass eine Ausbildung in diesem Bereich von der Industrie sehr gefragt ist. Durch die Vereinfachung der Steuerungstechnik und leichte Programmierbarkeit bei gleichzeitig höherer Störresistenz und Zuverlässigkeit wurde die Akzeptanz der Robotik bereits in den Vergangenheit maßgeblich gesteigert. Hinzu kommen deutlich gesunkene Anschaffungskosten sowie stark gesunkene Betriebskosten was Automatisierung nun sogar für mittelständische Unternehmen attraktiv erscheinen lässt: So haben sich die Roboterpreise nach Einschätzung der VDMA - gemessen als Produktionswert pro Stück - von 200.000 DM im Jahr 1985 auf aktuell ca. 90.000 DM mehr als halbiert. Da sich dieser Trend auch in nächsten Jahren fortsetzen wird, rechnet man nach Einschätzung der Dresdener Bank für das Jahr 2005 mit einem Stückpreis pro Roboter, in Höhe von knapp 75.000 DM. Der Stückpreisentwicklung der letzten 15 Jahren ist in der unten angegebenen Abbildung dargestellt.

Nach Einschätzung der genannten Institutionen dürfte das jährliche Wachstumspotenzial des Robotermarktes bis 2010 auch weiterhin im Mittel bei nominal rund 10% und real ca. 15 % pro Jahr liegen und damit die durchschnittliche Zuwachsrate der Gesamtindustrie weiterhin deutlich übersteigen. Die Anzahl der eingesetzten Roboter wird dabei vor allem in den USA, Westeuropa und Südkorea weiter stark zunehmen und sich in den nächsten 10 Jahren zum Teil verdoppeln. Nur im Japan wird dagegen Bestandsrückgänge erwartet, da die japanische Statistik durch den Ausweis auch von ein- und zweiachsigen Bewegungsmodulen als Roboter künstlich aufgebläht worden ist. Diese Geräte werden zunehmend von frei programmierbaren High- Tech- Entwicklungen mit mindestens drei Achsen, also eigentlichen Robotern, verdrängt. Der geschätzter Roboterbestand im Einsatz ist in der Abb.9 dargestellt.

In den nächsten Jahren wird zudem die Bedeutung der Servicerobotern zunehmen. Ihr Marktpotenzial dürfte nach Einschätzungen in zweistelligen Milliardenbereich angesiedelt sein. Als zukünftige Anwendungsgebiete der Servicerobotern sind neben Selbstbedienungssystemen im Einzelhandel sowie Recycling oder Demontage unter anderem vollautomatische Betankungsanlagen denkbar, die vor allem im Hinblick auf neue und möglicherweise gefährliche Antriebsstoffe wie z.B. Wasserstoff als sinnvoll erscheinen.

Die künftige Einschätzung des Einsatzes der Roboter bekräftigt die Wichtigkeit der Robotik als Wissenschaftsgebiet und macht deutlich dass derzeit aber auch künftig, der Bedarf an Fachkräften aus diesem Bereich für die große und mittelständige Unternehmen, mittel- und langfristig gedeckt werden muss und deren Einsatz für die Industrie unentbehrlich bleibt. Daher ist es wichtig auf dem Gebiet der Robotik entsprechende Ausbildungskonzepte zu entwickeln, die den Nachwuchskräften eine effiziente Einführung in den theoretischen und praktischen Teil dieses Wissenschaftsgebiets ermöglichen.

Einfache Automatisierung im Sinne von Fertigungsprozessen: Die älteste Form der Fertigung ist die manuelle Fertigung, bei der die Erzeugnisse ganz oder vorwiegend in Handarbeit, mit zwingender Anwesenheit des Menschen erstellt werden. Die einsetzende Industrialisierung im 18. und 19 Jahrhundert drängte die manuelle Fertigung zurück und erforderte immer mehr, technische Prozesse ohne die Anwesenheit des Menschen durchzuführen. Damit begann die Automatisierung. In der heutigen Zeit findet man die manuelle Fertigung , bei solchen Tätigkeiten, die viel Kreativität und Handgeschicklichkeit verlangen. Berufe wie Töpfer, Schuhmacher, Goldschmiede, Zahntechniker sind Beispiele, bei denen Handarbeit vorherrscht. Aus Kostengründen ist eine manuelle Fertigung bei einmaligen oder selten vorkommenden Arbeitsvorgängen sinnvoll, aber auch hier werden immer mehr technische Hilfsmittel eingesetzt.

Mechanisierung als Vorstufe der einfachen Automatisierung liegt dann vor, wenn Erzeugnisse mit Hilfe von Maschinen erstellt werden. Manuelle Tätigkeit wird teilweise oder vollständig durch mechanische Vorrichtungen oder Maschinen ersetzt. Die Tätigkeit des Menschen bleibt dabei an den Produktionsprozess gebunden und besteht darin die Arbeitsvorgänge zu steuern, die Werkstücke zu transportieren und den Produktionsablauf zu überwachen.

Maschinelle Fertigung brachte den Vorteil mit sich, dass die körperliche Belastung der Arbeiter durch die zunehmende Mechanisierung vermindert wurde. Der Einsatz von Maschinen ist aus wirtschaftlicher Sicht immer dann zu empfehlen, wenn häufig vorkommenden Arbeitsvorgänge auszuführen sind und insbesondere dann wenn eine Serien- und Massenfertigung erforderlich ist. Die Automatisierung wird definiert als „Durchführung automatischer Operationen gelenkt durch Programmbefehle bei automatischer Messung des Vorgangs, Rückkopplung und Entscheidungsfindung „[Encyclopaedia Britannica] Eine einfache Automatisierung im Sinne eines Fertigungsprozesses liegt dann vor wenn die einzelnen Vorgänge in einem Betrieb von einem Arbeitsautomaten erledigt werden, welcher die einzelnen Vorgänge selbständig mit vorgegebenen Anforderungen vergleicht und Abweichungen korrigiert. Ist sowohl Arbeitsprozess als auch innen betrieblicher Gütertransport, wie dies z.B. bei Produktionsprozessen der Fall ist, die mit automatischen Transporteinrichtungen (z.B. Fliessbändern) arbeiten, ist eine vollautomatisierte Fertigung gegeben. Aus Kostengründen erscheint sie als sinnvoll, wenn Arbeitsgänge aufgrund großer Stückzahl ständig zu wiederholen sind.

Arbeit zitieren:
Lukac, Dusko November 2001: Realisierung eines ferngesteuerten autonomen mobilen Roboters, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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