Raubkopien bei DVDs und CDs
Ein Nutzen-Kosten-Vergleich institutioneller Durchsetzungsmechanismen gegen den Regelbruch unter besonderer Berücksichtigung der RFiD-Technologie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dirk Engelbertz
- Abgabedatum: Januar 2006
- Umfang: 83 Seiten
- Dateigröße: 759,6 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9694-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9694-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9694-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Engelbertz, Dirk Januar 2006: Raubkopien bei DVDs und CDs, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Raubkopie, Nutzen-Kosten-Vergleich, RFID, Institutionenökonomik, Regelbruch
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Diplomarbeit von Dirk Engelbertz
Einleitung:
„Das ist alles nur geklaut“. Diese Überschrift konnte man im Tagesspiegel vom 15.12.2005 lesen und bildet zusammen mit „Raubkopieren als Volkssport“ einen ständigen Aufmacher in Überschriften in Zeitungen und Zeitschriften und beschreiben ein ernstes Problem, das in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Durch die stark ansteigende Verbreitung des Internets und die technologische Entwicklung bei Computern mit DVD/CD Brennern steht die Unterhaltungs- und Medienindustrie vor dem Problem, dass der Diebstahl von (geistigem) Eigentum, denn nichts anderes verkörpern Raubkopien, in den letzten Jahren mehr und mehr zunimmt. Musik- und Unterhaltungsbranche klagen über massive Umsatzrückgänge und Milliardenverluste.
Das Problem der unautorisierten Kopie ist nahezu in jeder Altersgruppe und Gesellschaftsschicht anzutreffen. Raubkopien treten in verschiedenen Formen auf, z.B. als widerrechtlich kopierter Datenträger in Form von DVDs oder CDs, oder als illegaler Download von Filmen oder Musikalben aus dem Internet, die heute mit handelsüblichen Brennern auf DVDs und CDs ohne großen Aufwand gebrannt werden können. Es existieren zwar Gesetze und Maßnahmen um den Regelbruch in Form von Raubkopien zu verhindern, dennoch belegen Studien keinen starken Rückgang von Raubkopien.
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung ausgewählter Instrumente, die Raubkopien bei DVDs/CDs verhindern sollen. Dazu werden die Durchsetzungsmechanismen gegen den Regelbruch zunächst institutionenökonomisch erläutert. Abschließend werden die Durchsetzungsmechanismen in einem Nutzen/Kosten Vergleich bewertet und auf ihre Tauglichkeit hin überprüft, ein geeignetes Instrument darzustellen, um das Problem des Regelbruchs bei DVDs/CDs zu lösen.
Zu diesem Zweck werden in Kapitel zwei zunächst die grundlegenden theoretischen Annahmen der Neuen Institutionenökonomik dargestellt. Dabei wird besonders auf die Aufgabe von Institutionen eingegangen sowie deren Wirkungsweise auf Individuen erläutert. Abschließend wird der Regelbruch in der neuen Institutionenökonomik erfasst und erläutert.
Im dritten Kapitel werden Raubkopien bei den Datenträgern DVD und CD dargestellt. Einführend werden geltende Regeln des Urheberrechts in Bezug auf Raubkopien erläutert um im Anschluss den Tatbestand des Regelbruchs bei DVDs/CDs aufklären zu können. Ein wichtiger Aspekt, der den Regelbruch begünstig, ist die technische Entwicklung und die Digitalisierung. Diese werden genauso erläutert wie Eigenschaften der Datenträger und der Einfluss des Internets und der Tauschbörsen. Anschließend werden die Durchsetzungsmechanismen rechtlicher, technischer und kommunikativer Art ausführlich analysiert. Ein Fokus liegt hier bei den technischen Maßnahmen, da hier eine neue Kopierschutztechnologie RFID vorgestellt wird.
Die Untersuchung erfolgt in den Kapiteln zwei und drei aus der Sicht der Nachfrager, um den Regelbruch aus individueller Perspektive zu beleuchten. Die Perspektive schwenkt in den Kapiteln vier und fünf auf die Anbieterseite über, um eine geeignete Handlungsempfehlung in Bezug auf die Durchsetzungsmechanismen geben zu können.
Hierzu wird im vierten Kapitel das ökonomische Verhaltensmodell durch Beschreibung des Homo Oeconomicus vorgestellt. Zum besseren Verständnis werden zentrale Annahmen erläutert und danach auf die Weiterentwicklung des Modells eingegangen. Durch die Verhaltensanalyse von Individuen wird anhand des Instrumentalverhaltens eine Handlungsempfehlung für die Anbieter gegeben. Schließlich werden vorbereitend für den Nutzen/Kosten Vergleich die Nutzen- und Kostendeterminanten für die Anbieter von DVDs/CDs ermittelt.
Im fünften Kapitel erfolgt ein Nutzen/Kosten Vergleich der Durchsetzungsmechanismen. Rechtliche, technische und kommunikative Maßnahmen werden jeweils unter Nutzen- und Kostenaspekten verglichen. Im Mittelpunkt steht auch hier die RFID-Technologie. Am Ende dieses Kapitels erfolgt ein abschließender Vergleich der Durchsetzungsmechanismen, der mit einer Empfehlung für den Durchsetzungsmechanismus endet, welcher am besten zur Verhinderung des Regelbruchs bei DVDs/CDs geeignet erscheint.
Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit | 1 |
| 2. | Neue Institutionenökonomik – Theoretische Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Institutionenökonomische Grundannahmen | 3 |
| 2.1.1 | Annahmen und Begriffe | 3 |
| 2.1.2 | Transaktionskostentheorie | 4 |
| 2.1.3 | Theorie der Verfügungsrechte | 6 |
| 2.1.4 | Ökonomische Vertragstheorie | 7 |
| 2.2 | Institutionen | 8 |
| 2.2.1 | Begriffsbestimmung | 8 |
| 2.2.2 | Arten von Institutionen | 9 |
| 2.2.3 | Aufgabe und Wirkungsweise von Institutionen | 10 |
| 2.3 | Regelbruch in der Neuen Institutionenökonomik | 11 |
| 2.3.1 | Das Verhältnis von Opportunismus und Regelbruch | 11 |
| 2.3.2 | Arten von Regelbruch | 12 |
| 3. | Raubkopien bei DVDs/CDs | 13 |
| 3.1 | Geltende Regeln in Bezug auf Raubkopien | 13 |
| 3.1.1 | Rechtliche Rahmenbedingungen | 13 |
| 3.1.2 | Urheberrechtsbestimmungen | 14 |
| 3.1.3 | Grenzen des Rechtsschutzes | 15 |
| 3.2 | Arten von Regelbruch bei DVDs/CDs | 15 |
| 3.2.1 | Verstoß gegen Urheberrechtsbestimmungen | 15 |
| 3.2.2 | Verstoß gegen technische Schutzmaßnahmen | 16 |
| 3.3 | Der Einfluss technischer Entwicklung auf den Regelbruch | 17 |
| 3.3.1 | Digitalisierung und Datenkompression | 17 |
| 3.3.2 | Die Datenträger CD und DVD | 18 |
| 3.3.3 | Brennerstudie 2005 und technische Infrastruktur | 19 |
| 3.3.4 | Internet und P2P – Filesharing | 20 |
| 3.4 | Durchsetzungsmechanismen gegen den Regelbruch | 21 |
| 3.4.1 | Rechtliche Maßnahmen | 21 |
| 3.4.1.1 | Zivilrechtliche Folgen | 21 |
| 3.4.1.2 | Strafrechtliche Folgen | 23 |
| 3.4.2 | Technische Maßnahmen | 23 |
| 3.4.2.1 | Digital Rights Management Systeme | 23 |
| 3.4.2.2 | Kopierschutzsysteme | 25 |
| 3.4.2.3 | Digitale Wasserzeichen | 27 |
| 3.4.2.3 | RFID-Technologie | 28 |
| 3.4.3 | Kommunikative Maßnahmen | 30 |
| 3.4.3.1 | Kampagnen | 30 |
| 3.4.3.2 | Abschreckung | 32 |
| 3.4.3.3 | Erziehung | 33 |
| 4. | Das ökonomische Rationalitätskonzept | 34 |
| 4.1 | Das menschliche Verhaltensmodell - Der Homo oeconomicus | 34 |
| 4.1.1 | Grundlegende Modellannahmen | 34 |
| 4.1.2 | Rationales Verhalten und Eigennutzmaximierung | 35 |
| 4.2 | Die Weiterentwicklung des Homo oeconomicus | 36 |
| 4.2.1 | Beschränkte Rationalität und Maximierung | 36 |
| 4.2.2 | Instrumentalverhalten und Handlungsempfehlung | 37 |
| 4.2.3 | Das Problem moralischer Normen | 39 |
| 4.3 | Identifizierung der Nutzen / Kosten Determinanten | 40 |
| 4.3.1 | Nutzenaspekte aus Anbietersicht | 40 |
| 4.3.2 | Kostenaspekte aus Anbietersicht | 41 |
| 5. | Nutzen/Kosten Vergleich der Durchsetzungsmechanismen | 42 |
| 5.1 | Nutzen/Kosten Vergleich rechtlicher Maßnahmen | 42 |
| 5.1.1 | Nutzenaspekte durch bestehende Gesetzgebung | 42 |
| 5.1.2 | Kostenaspekte durch bestehende Gesetzgebung | 45 |
| 5.2 | Nutzen/Kosten Vergleich technischer Maßnahmen | 47 |
| 5.2.1 | Nutzenaspekte technischer Maßnahmen | 47 |
| 5.2.2 | Kostenaspekte technischer Maßnahmen | 51 |
| 5.3 | Nutzen/Kosten Vergleich kommunikativer Maßnahmen | 55 |
| 5.3.1 | Nutzenaspekte kommunikativer Maßnahmen | 55 |
| 5.3.2 | Kostenaspekte kommunikativer Maßnahmen | 58 |
| 5.4 | Abschließender Vergleich der Durchsetzungsmechanismen | 59 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 62 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 64 |
Eine klare Abgrenzung zwischen Kampagnen und Abschreckung kann nicht erfolgen, da auch die Kampagne an sich einen abschreckenden Zweck erfüllt. Daher wird hier die Darstellung der Folgen von Piraterie und deren Wirkung fokussiert. § 103 UrhG erlaubt eine Veröffentlichung von Gerichtsurteilen. Diese Möglichkeit wird genutzt, um Gerichtsurteile zu Abschreckungszwecken zu verwenden. Dies hat zum einen die Wirkung, dass der Urheber vor weiterer illegaler Verwendung seines Eigentums warnt und andere potentielle Regelbrecher abschreckt. Die Ermittlungserfolge der GVU in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft zeigen, dass eine tatsächliche Strafverfolgung der Raubkopierer stattfindet. Meldungen und Darstellungen über Ermittlungserfolge sollen abschreckend auf Raubkopierer wirken. Das verdeutlicht ein großer Erfolg der GVU und deutschen Strafverfolgungsbehörden, die gegen den illegalen Downloadservice FTP-Welt Strafantrag stellten. Nicht nur den drei Hauptbeschuldigten drohen hohe Haftstrafen von bis zu 5 Jahren sondern auch denen, die von dieser Seite Dateien heruntergeladen haben, drohen strafrechtliche Konsequenzen. 187 Bis zu 15000 Nutzer müssen mit Strafverfahren rechnen, da sie anhand der Kreditkarteninformationen ermittelt werden können, die bei dem Downloadservice hinterlegt werden mussten. 188 Das ebenfalls Ermittlungen gegen Nutzer stattfinden und diese mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, kann abschreckend propagiert werden. [...]
Neben Plakaten, die in Abb. 3 zu sehen sind, dienen zur Aufklärung auch Fernseh- und Kinospots. Die Aussage dieser Kampagne ist, dass es sich bei Piraterie nicht um einen Kavaliersdelikt handelt, sondern um eine Straftat, die als solche verfolgt wird. Durch den Inhalt und die Aussage der Trailer und Plakate soll eine abschreckende Wirkung erzeugt werden und an das Unrechtsbewusstsein der Individuen appelliert werden. Die provokativen Spots und Printmotive sollen dazu führen, illegale Kopien kritisch zu hinterfragen.183 Die Kampagne „Respect Copyrights“, die auch von der ZKM getragen wird, hat als Ziel die Aufklärung, Informationsbereitstellung und Beantwortung von Fragen rund um das Thema „Raubkopieren“. 184 Diese Kampagne steht unter dem erweiterten Motto: „Eine Initiative zum Schutz des Originals“. Das Urheberrecht und die rechtlichen, gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Folgen, die sich aus einer Urheberrechtverletzung durch Raubkopieren ergeben, stehen im Mittelpunkt der Kampagne. 185 Der primäre Adressat dieser Kampagne sind Jugendliche, denen vermittelt werden soll, dass Filme und Musik Waren darstellen, die nicht unentgeltlich sind. [...]
30 bination aus Soft- und Hardwarekomponenten, bei dem sich DVDs mit eingebettetem RFID-Chip vor dem Abspielen gegenüber einem DVD-Player mit integriertem RFID-Lesegerät korrekt authentifizieren müssen. 177 Das bedeutet, dass die verschlüsselten Inhalte des Datenträgers nur in einem geeigneten, mit RFID ausgestatteten Abspielgerät ausgelesen werden können, da sonst der RFID-Chip die Anwendung blockiert. Eine Kopie einer DVD mit RFID-Chip ist nicht zu gebrauchen, da auch auf der Kopie der gleiche RFID-Chip enthalten sein muss um abgespielt werden zu können. Eine online Authentifizierung ist ein weiterer Bestandteil des Systems, mit dem gewährleistet werden soll, dass nur berechtigte Personen den Film abspielen können. 178 Darüber hinaus kann der Status der DVD online geprüft werden, bezüglich des legalen Kaufs der DVD im Handel. Damit eignet sich die Technologie zur Verhinderungen von Raubkopien, da nur gekaufte Produkte abgespielt werden können. Durch dieses DRMS haben die Urheber bzw. die Lizenzhalter, z.B. diverse Film- und Produktionsfirmen, Kontrolle über die Verwertung ihrer Rechte. 179 Eine sehr restriktive Form dieses RFID-gestützten DRMS kann dadurch erreicht werden, dass Konsumenten beim Kauf der DVD personalisierte Daten auf dem RFID-Chip eingeben, und diese später wiederum vor dem Abspielen im DVD-Player bestätigen müssen. 180 Diese Daten können z.B. Passwörter sein oder im zukünftigen Fall biometrische Daten in Form von Fingerabdrücken. Die Anforderung an die Konsumenten ist der Kauf eines neuen speziell dem RFID-DRM angepassten DVD-Players. Im Gegenzug wäre es möglich, aktuelle Kinofilme schon als DVD mit RFID-Chip zu vertreiben, was einen deutlichen Kaufanreiz und Mehrwert für die Konsumenten darstellt und auf der anderen Seite Raubkopien in Form von aufgezeichneten Filmen aus Kinos verhindern könnte. 181 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832496944
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Engelbertz, Dirk Januar 2006: Raubkopien bei DVDs und CDs, Hamburg: Diplomica Verlag
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Raubkopie, Nutzen-Kosten-Vergleich, RFID, Institutionenökonomik, Regelbruch



