Rapucation
Vermittlung von Unterrichtsinhalten durch Rapmusik
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Robin Haefs
- Abgabedatum: September 2007
- Umfang: 101 Seiten
- Dateigröße: 2,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: School of Audio Engineering Berlin Deutschland
- Originaltitel: Rapucation. Vermittlung von Unterrichtsinhalten durch Rapmusik im Versuch mit 5. und 6. Klassen in Berlin
- Bibliografie: ca. 139
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0746-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Haefs, Robin September 2007: Rapucation, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Rap, Schule, Didaktik, Schulunterricht, Hip Hop
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Bachelorarbeit von Robin Haefs
Gang der Untersuchung:
Das Ziel dieser Honours-Arbeit ist die Herstellung eines als Lernmittel bislang nicht standardisierten Verfahrens für 5. und 6. Klassen. Es wird eine CD produziert, die textlich Unterrichtsinhalte vermittelt, sich hinsichtlich des Sounds jedoch an aktuell erfolgreichen deutschsprachigen Rapproduktionen orientiert.
Der durch die Rezeption des Tonträgers hervorgerufene Lerneffekt wird in einem Feldversuch auf seine Relevanz überprüft. Dazu stelle ich folgende These auf:
In den Lehrplänen der 5. und 6. Klasse sind Unterrichtsinhalte vorgegeben, die sich in Form von Rapmusik besser an Berliner Schüler dieser Klassenstufen vermitteln lassen als in herkömmlicher Textform. Die Beschäftigung mit den Inhalten wird den Schülern durch das Medium Musik erleichtert. Außerdem übernehmen die Rapvertonungen der Unterrichtsinhalte durch Reimbildungen, Strophen- und Refrainbildungen sowie durch Klangeffekte die Funktion sogenannter Eselsbrücken.
Zunächst soll geprüft werden, ob überhaupt öffentliches Interesse an einem derartigen Medium bestehen kann. Dazu erfolgt ein Überblick des Lehr- und Lernklimas an Berliner Schulen, wobei als Quellen hauptsächlich Artikel der Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ im Veröffentlichungszeitraum zwischen März 2006 und Mai 2007 verwendet werden. Der Verzicht auf wissenschaftliches Material geschieht hier zum einen durch die gebotene Aktualität. Andererseits spielt für die elterliche Bewertung der CD der öffentliche Diskurs – der wohl eher durch die tagesaktuelle Presse bedingt ist – eine größere Rolle als wissenschaftliche Arbeiten.
Im Anschluss dieser Betrachtung folgt eine Zusammenfassung der bestehenden didaktischen Modelle. Diese Auseinandersetzung mit den theoretisch möglichen Lernsituationen orientiert sich am „Kleine[n] Handbuch didaktischer Modelle“ des Pädagogen Karl-Heinz Flechsig aus dem Jahre 1996, welches momentan lediglich als Internetversion vom Institut für kulturelle Didaktik e. V. angeboten wird. Es wird geprüft, welche didaktischen Modelle für Grundschüler Anwendung finden bzw. inwieweit Lehrkräfte die Rapucation-CD im Unterricht einsetzen könnten.
Der nächste Punkt der Gliederung „Reime im Bildungskontext“ beschäftigt sich mit vorhandenen gereimten Texten, die sich explizit an Schüler richten und/oder den Ansatz haben, Wissen zu vermitteln. Dabei werden das Phänomen der Eselsbrücken sowie ausgewählte Rapveröffentlichungen auf ihre Eigenheiten untersucht, um gegebenenfalls deren positive Merkmale in die Entwicklung des eigenen Tonträgers einfließen zu lassen.
Auch die positiven Beispiele des oben erwähnten Punkts „Überblick des Lehr- und Lernklimas an Berliner Schulen“ werden in der folgenden Beschreibung des Produktionsprozesses der Rapucation-CD hervorgehoben, um sich dabei an ihnen zu orientieren. Anschließend wird die Wahl der Zielgruppe erläutert und die Themenwahl der Songs begründet. Es folgen Informationen zum Verfassen der Songtexte sowie zur Musikproduktion. Der Ablauf des bereits erwähnten Feldversuchs wird detailliert beschrieben und dessen Ergebnisse auf ihre Gültigkeit und bezüglich der Validität der These analysiert.
Die Schlussfolgerung dieser Arbeit beschreibt die Zukunftsperspektive eines Lernmediums nach Art der Rapucation-CD. Sie besteht aus einer Reflexion meiner Vorgehensweise bezüglich der experimentellen Prüfung des mittels des Tonträgers hervorgerufenen Lerneffekts. Dieser nennt auch Verbesserungsvorschläge, um den Versuch gegebenenfalls für eine Veröffentlichung der CD zu wiederholen. Zusätzlich werden die Vorgaben genannt, die für die Rapucation-CD von vornherein erst bei einer regulären Veröffentlichung eine Rolle spielen werden sowie diejenigen, die sich im Laufe dieses Creative Research Projects ergaben.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Vorbemerkung | 5 |
| 2. | Zielsetzung und Aufbau | 5 |
| 3. | Überblick des Lehr- und Lernklimas an Berliner Schulen | 7 |
| 4. | Didaktische Modelle | 15 |
| 5. | Reime im Bildungskontext | 20 |
| 5.1 | Eselsbrücken | 21 |
| 5.2 | Rap-Veröffentlichungen | 22 |
| 5.2.1 | Felix Janosa: „Das Rap-Huhn“ | 22 |
| 5.2.2 | Felix Janosa: „Raptosaurus“ | 24 |
| 5.2.3 | „Preposition Raps“ | 26 |
| 5.2.4 | Junge Dichter und Denker: „Das kleine Ein-mal-Eins singend lernen“ | 27 |
| 5.2.5 | Junge Dichter und Denker: „Die 1ste“ und „Klassische Gedichte als Rap“ | 28 |
| 5.2.6 | Charlotte Flügel: „Fetzige Raps im Sachunterricht“ | 29 |
| 6. | Herstellung und experimentelle Prüfung einer Rap-CD als Lernmittel | 31 |
| 6.1 | Wahl der Zielgruppe | 32 |
| 6.2 | Themenrecherche | 33 |
| 6.3 | Verfassen der Texte | 36 |
| 6.3.1 | „Mutter Erde“ | 38 |
| 6.3.2 | „Europa“ | 39 |
| 6.3.3 | „Fotosynthese“ | 40 |
| 6.3.4 | „Unser Berlin“ | 41 |
| 6.4 | Musikproduktion | 42 |
| 6.4.1 | „Mutter Erde“ | 43 |
| 6.4.2 | „Europa“ | 44 |
| 6.4.3 | „Fotosynthese“ | 44 |
| 6.4.4 | „Unser Berlin“ | 45 |
| 6.5 | Testphase | 45 |
| 6.6 | Ergebnisse und Analyse | 47 |
| 6.6.1 | Vergleich zwischen den Ergebnissen der Klassenarten | 49 |
| 6.6.2 | Vergleich zwischen den Ergebnissen der Schüler der Rap-Klassen | 52 |
| 7. | Zukunftsperspektive der CD als Lernmittel | 55 |
| 8. | Quellenangaben | 58 |
| 8.1 | Quellen dieser Arbeit | 58 |
| 8.1.1 | Literatur und Fachartikel | 58 |
| 8.1.2 | Internetquellen | 59 |
| 8.1.3 | Artikel aus Zeitungen und Zeitschriften | 62 |
| 8.1.4 | Tonträger | 70 |
| 8.1.5 | Rahmenlehrpläne | 71 |
| 8.1.6 | Sonstige Quellen | 75 |
| 8.2 | Quellen der Materialien der Text- und Rap-Klassen | 76 |
| 9. | Tabellen- und Diagrammverzeichnis | 77 |
| 10. | Eigenständigkeitserklärung | 78 |
| 11. | Anhang | 78 |
Textprobe:
Kapitel 6.1, Wahl der Zielgruppe:
Die Zielgruppe, die sich bereits aus meiner These erschließt, sind Schüler der 5. und 6. Klassen an Berliner Grundschulen. Eine derartige Beschränkung ist auf Grund der zeitlichen und quantitativen Vorgaben dieser Bachelor-Arbeit sowie für die Vergleichbarkeit der Testergebnisse (siehe Punkt 6.6 „Ergebnisse und Analyse“) notwendig.
Für die Wahl dieser Klassenstufen spricht meine Annahme, dass Kinder der 5. und 6. Klassen bereits Interesse an Popmusik haben, jedoch noch nicht so fest auf einen Stil oder Interpreten festgelegt sind, wie es bei älteren der Fall ist. Bei Kindern und Jugendlichen höherer Klassenstufen erscheint die Gefahr größer, dass die Rapucation-CD als Lernmittel wahrgenommen und dementsprechend nicht in das Freizeitverhalten integriert wird. Die Wahl auf eine Doppelklassenstufe fiel auf Grund der Struktur der Rahmenlehrpläne für Berliner Grundschulen. Diese fassen die Unterrichtsvorgaben jeweils für zwei Klassenstufen zusammen.
Während der Recherche und Produktion reduzierte ich die anfänglich in meinem Learning Agreement genannte Anzahl von sechs auf vier Songs. Dies musste einerseits wegen des unterschätzten Arbeitsaufwands bei der Produktion geschehen. Andererseits zeigte sich in der Vorbereitung der Tests, dass die Anzahl der Fragen (und damit die der Themen) reduziert werden musste, um die spätere Analyse realisieren zu können.
Themenrecherche:
Folgende Rahmenlehrpläne, die den unterrichteten Fächern in 5. und 6. Klassen an Berliner Grundschulen entsprechen, wurden zur Themenfindung untersucht: Deutsch, Deutsch als Zweitsprache, Englisch, Französisch, Geografie, Geschichte, Kunst, Mathematik, Musik, Naturwissenschaften, Politische Bildung und Sport.
Um die größtmögliche Akzeptanz der Songs bei den Schülern zu erzielen, wurde bereits bei der Themenwahl darauf geachtet, die daraus entstehenden Tracks nicht belehrend wirken zu lassen. Daraus ergibt sich, dass Inhalte gewählt wurden, die eine atmosphärische Umsetzung ermöglichen. Die Fakten sollten nicht im Vordergrund stehen, sie sollten vielmehr in einem scheinbar regulären Rapsong eingebettet sein.
Wie schon in meinem Learning Agreement vermutet, fanden sich passende Themen im Rahmenlehrplan des Fachs Geografie. Aber auch Themen des zuvor nicht berücksichtigten Fachs Naturwissenschaften wurden ausgewählt um ein größeres Spektrum zu erhalten.
Die in meinem Konzept geäußerte Überlegung zum inhaltlichen Umfang der einzelnen Songs, nämlich ob diese jeweils die wichtigsten Informationen eines ganzen Schuljahres, die Zusammenfassung einer Unterrichtseinheit oder gar nur den Inhalt einer einzelnen Schulstunde wiedergeben sollen, war hinfällig, da die Rahmenlehrpläne keine derart genauen Vorgaben treffen. Sie nennen lediglich die zu bearbeitenden Inhalte. Aus diesem Grund gestaltete ich die inhaltliche Dimension des jeweiligen Themas frei nach verschiedenen Quellen, die in Punkt 8.2 („Quellen der Materialien der Text- und Rap-Klassen“) zu finden sind.
Es erschien sinnvoll, für die verschiedenen Themen verschiedene Ansätze zu wählen, um bei der späteren Analyse auch die einzelnen Songs miteinander auf ihren Lerneffekt hin zu vergleichen. Das erste gewählte Thema, das in Rapform den Titel „Mutter Erde“ trägt, handelt vom Sonnensystem, von der Erdgestalt und von der Umweltverschmutzung am Beispiel des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts. Es ist eine Verbindung des im Geografie-Lehrplan vorgegebenen Unterrichtsgegenstands „Unsere Erde – ein geografischer Überblick“ sowie der Thematik „Tages-, Monats- und Jahresabläufe im Horizontsystem“ im Lehrplan Naturwissenschaften. Im späteren Song sollten die entsprechenden Fakten und zusätzlich nach dem Vorbild der „Wassermusik“ der „Fetzige[n] Raps für den Sachunterricht“ Werte im Sinne eines bewussten Umgangs mit der Natur vermittelt werden. Gerade in der aktuellen Klimaschutz-Debatte erscheint das Wissen darum besonders wichtig.
Das zweite Thema erschloss sich ebenfalls aus dem Rahmenlehrplan Geografie. Die Themenüberschrift lautet hier „Europäische Union – die Grenzen öffnen sich“. Es sollte ein Song entstehen, in welchem sämtliche Europäischen Hauptstädte genannt werden.
Das Thema Fotosynthese, das von sich aus eher einen trockenen, formelbasierenden Charakter mitbringt, sollte im Song durch die kindgerechte Aufbereitung seiner Entdeckungsgeschichte auf ungewöhnliche Weise praxisorientiert vermittelt werden. Die Umsetzung im Sinne einer bloßen Nennung von Formeln, die mit der Vertonung des „[k]leine[n] Ein-mal-Eins [!]“ der „Junge[n] Dichter und Denker“ (siehe Punkt 5.2.4) vergleichbar wäre, sollte nicht stattfinden. Das Thema Fotosynthese findet sich im Rahmenplan Naturwissenschaften unter „Wechselwirkungen von Lebewesen“.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836607469
Arbeit zitieren:
Haefs, Robin September 2007: Rapucation, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Rap, Schule, Didaktik, Schulunterricht, Hip Hop



