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Rajneeshpuram

Ein Erklärungsversuch des Niedergangs der Sannyasin-Kommune im US-Bundesstaat Oregon Mitte der 80er Jahre unter besonderer Berücksichtigung der Theorie der sozialen Identität

Rajneeshpuram
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Yvonne Höber
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8281-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8281-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8281-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Höber, Yvonne Juni 2004: Rajneeshpuram, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Asha, Bhagwan, Kategorisierung, social identity theory, Distinktheit

Diplomarbeit von Yvonne Höber

Einleitung:

Im Juli 1981 wurde auf einem großen und kargen Wüstengelände (der ehemaligen „Big Muddy Ranch“) im US-Bundesstaat Oregon eine Stadt mit dem Namen „Rajneeshpuram“ gegründet. Aufgebaut wurde sie von den Anhängern des umstrittenen indischen Gurus Bhagwan Shree Rajneesh. Ma Anand Sheela, die Sekretärin Bhagwans und mächtigste Frau des Ashrams, organisierte den Kauf des großen Wüstengeländes. Die Kommune bot alles was zum Leben benötigt wurde. So verfügte sie z.B. über einen eigenen Flugplatz, ein öffentliches Nahverkehrsystem mit 90 Großraumbussen und einen künstlich angelegten Stausee.

Bhagwan Shree Rajneesh fand nach seinen eigenen Angaben im Alter von 21 Jahren am 21.03.1953 zur Erleuchtung. Eine Erleuchtung versteht er als Zustand der absoluten Wachheit, mit einer umfassenden Wahrnehmung zur Verschmelzung mit der Natur bzw. mit dem Kosmos. Hunderttausende amerikanische und europäische Menschen zog Bhagwan in seinen Bann und etliche Tausende in seinen Ashram. Ihr gesamtes Vermögen, welches sie im bürgerlichen Leben erworben bzw. geerbt hatten, brachten sie in das Weltzentrum der Sannyas-Bewegung (als Sannyas bezeichnen sich die Anhänger Bhagwans) nach Oregon. Mit Rajneeshpuram entstand eine Kommune, die das Lebenswerk des Bhagwan Shree Rajneesh darstellte. In der Kommune lebten 5.000 Sannyasins, die von der Außenwelt nicht gestört werden sollten.

Zu Beginn der Errichtung des Lebenswerkes von Bhagwan Shree Rajneesh gab es große Anerkennung von der Außenwelt für die in der Kommune lebenden Sannyasins. So hatte die Kommune beispielsweise einen ganzen Wirtschaftszweig nach Oregon gebracht. Ferner hatte sie es geschafft, das karge Wüstenland in fruchtbares Ackerland umzuwandeln. Ein Jahr nach der Gründung wurden der Stadt die Stadtrechte verliehen; doch bereits zu diesem Zeitpunkt wendete sich die öffentliche Meinung gegen die Kommune. Die Außenwelt brachte nun der Sannyas-Kommune keine Anerkennung mehr entgegen, weil die Kommune sehr mächtig wurde und dies auch zeigte und ausnutze. Auf verschiedenen staatlichen Ebenen wurde daher versucht, die Sannyas-Kommune aus Oregon zu verdrängen. Die Kommune versuchte jedoch ihre Existenz durch verschiedene Maßnahmen, wie z.B. durch die Gründung einer Religion mit dem Namen „Rajneeshismus“, zu sichern. Dies gelang allerdings nicht; vier Jahre nach der Gründung, im November 1985, zerfiel das Projekt. Bhagwan Shree Rajneesh wurde des Land verwiesen, weil er gegen das Einwanderungsgesetz verstoßen hatte. Sheela floh aus dem Ashram, die Ranch wurde zu einem niedrigen Preis verkauft und die Anhänger Bhagwans verstreuten sich in alle Richtungen. Das Projekt Rajneeshpuram war gescheitert.

Forschungsstand und Forschungsdefizit:

Zu den Ereignissen in Rajneeshpuram ist nur wenig wissenschaftliche Literatur vorhanden. Vielmehr beruht die vorhandene Literatur auf niedergeschriebenen Erlebnissen der Sannyasins, auf Reportagen, Interviews und Zeitungsberichten.

Aus dem betrachteten Stand der Forschung ist ersichtlich, dass zwar Beiträge von den Geschehnissen in Rajneeshpuram vorliegen, aber aktuell keine wissenschaftliche Arbeit existiert, die sich mit der Theorie der sozialen Identität (Social Identity Theory (SIT)) in Bezug auf den empirischen Bereich Rajneeshpuram beschäftigt. Aus der Perspektive heraus, dass die Theorie der sozialen Identität bis zum heutigem Zeitpunkt nicht in den Zusammenhang mit der Neo-Sannyas-Bewegung gebracht wurde, begründet die Wahl der SIT. Dennoch sind andere Thematisierungen zu diesem Bereich vorhanden.

Haack bspw. gibt in seiner Arbeit einige Informationen und Denkanstösse zur Neo-Sannyas-Bewegung. Des Weiteren versucht die Studie von Karow ein Verständnis für die fremde Religion der Neo-Sannyas-Bewegung zu vermitteln. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung stehen das religiöse Interesse sowie die spezifische Heilserwartung von Mitgliedern, die nur schwer von Außenstehenden zu verstehen sind.

Die Arbeit von Hydén untersucht das Schüler-Meister Verhältnis und versucht dabei Gründe anzuführen, warum ein Mensch zum Anhänger Bhagwans wird. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass der Grund für eine Anhängerschaft nicht das Zusammenleben in der Bhagwan-Bewegung ist, sondern vorrangig auf dem Verhältnis der Sannyasins zum Meister beruht. Die Arbeit von Driel und Belzen beinhaltet einen Vergleich von Berichten der öffentlichen Medien aus den USA, Westdeutschland und den Niederlanden über die Sannyas-Kommune Rajneeshpuram. Hier werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgezeigt und diskutiert. Ferner gibt Süss in seiner Arbeit Antworten auf die Fragen, wie die Neo-Sannyas-Bewegung entstanden ist, wie sie sich entwickelt hat und wie sie einzuschätzen ist.

Ziel der Untersuchung:

Aufgrund des oben dargestellten Forschungsdefizits hat sich die nachfolgende Untersuchung zur Aufgabe gesetzt, im Unterschied zur Literatur, einen Erklärungsversuch für die Auflösung bzw. den Untergang der Kommune Rajneeshpuram im US-Bundesstaat Oregon unter Rückgriff auf die Theorie der Sozialen Identität zu erarbeiten. Die Basis dieses Erklärungsversuches bildet dabei die Theorie der sozialen Identität von Tajfel und Turner (1979) bzw. Tajfel (1982) und ihren Elemente in Subsumtion mit den Geschehnissen in Rajneeshpuram. Diese Theorie wird deshalb herangezogen, weil sie einen Ansatz zur Erklärung von Intergruppenkonflikten darstellt. Dieser Ansatz gilt in der Sozialpsychologie als sehr einflussreich und hat in der Vergangenheit zahlreiche Untersuchungen angeregt.

Gang der Untersuchung:

Im zweiten Abschnitt wird der Begriff der strukturalistischen Wissenschaftstheorie erläutert. Dazu werden Theoriebestandteile und Voraussetzungen für das Vorliegen einer Theorie definiert und näher beschrieben. Am Ende der Untersuchung soll anhand dieser Voraussetzungen geprüft werden, ob sich der Niedergang von Rajneeshpuram durch die Theorie der sozialen Identität erklären lässt.

Anschließend erfolgt in Abschnitt 3 ein kurzer Abriss über den Hintergrund der Neo- Sannyas-Bewegung. Basis hierfür ist die Biographie und Lehre des indischen Gurus Bhagwan Shree Rajneesh.

In Abschnitt 4 erfolgt die Darstellung der SIT. Dieser Abschnitt beschäftigt sich unter anderem mit den Fragen „Was ist eine Gruppe? Was ist Intergruppenverhalten?“ und mit der geschichtlichen Entwicklung der SIT, wobei hier nur die wichtigsten Vorreiter genannt werden.

Anschließend werden die Annahmen der SIT, relevante situative Randbedingungen der SIT sowie die inhaltlichen Kernelemente dieser Theorie - soziale Kategorisierung, soziale Identität, sozialer Vergleich und positive Distinktheit - definiert und erläutert. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass die Annahmen und die Randbedingungen die Wirksamkeit der Kernprozesse begünstigen.

Im Anschluss an diese Darstellung wird in Abschnitt 5 anhand der Annahmen, Randbedingungen und Kernelemente, in Transfer zu den Geschehnissen überprüft, inwieweit der Untergang des Rajneeshpuram unter dem Rückgriff auf die Elemente der SIT erklärt werden kann. Abschnitt 6 enthält das Ergebnis der Untersuchung.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 4
1.1 Herausarbeitung der Problemstellung 4
1.2 Forschungsstand und Forschungsdefizit 5
1.3 Ziel der Untersuchung 6
1.4 Gang der Untersuchung 6
2. Erklärungsbegriff der strukturalistischen Wissenschaftstheorie 7
3. Ideologischer Hintergrund der Neo-Sannyas-Bewegung 9
3.1 Biographie von Bhagwan Shree Rajneesh 9
3.2 Lehre von Bhagwan Shree Rajneesh 11
4. Social Identity Theory (SIT) 12
4.1 Gruppen und Intergruppenverhalten 14
4.2 Entwicklungen der SIT 16
4.2.1 Der realistische Gruppenkonflikt 16
4.2.2 Minimal-Group-Paradigma und Social Identity Theory 17
4.3 Definition und Erläuterung der Inhalte der SIT 18
4.3.1 Zentrale Annahmen 18
4.3.1.1 Wahrnehmungsökonomie 19
4.3.1.2 Bedürfnis nach einem Platz im sozialen System 19
4.3.1.3 Bedürfnis nach Prüfung von Meinungen und Fähigkeiten 20
4.3.1.4 Streben nach positivem Selbstwert 21
4.3.2 Kernelemente 22
4.3.2.1 Soziale Kategorisierung 22
4.3.2.2 Soziale Identität 24
4.3.2.3 Sozialer Vergleich 25
4.3.2.4 Positive Distinktheit 26
4.3.3 Randbedingungen 27
4.3.3.1 Emotionale Spannungen, Angst, Wut 27
4.3.3.2 Sicherheit, Legitimität und Macht 27
4.3.3.3 Ähnlichkeit bzw. Fremdheit 28
4.3.3.4 Salienz der Gruppenkategorien 29
5. Überprüfung der Passung zwischen der Situation in Rajneeshpuram und der Theorie der sozialen Identität 29
5.1 Überprüfungen der Voraussetzungen für das Vorliegen einer Gruppe 30
5.2 Überprüfungen der Annahmen 31
5.2.1 Wahrnehmungsökonomie 31
5.2.2 Bedürfnis nach einem Platz im sozialen System 32
5.2.3 Bedürfnis nach Prüfung von Meinungen und Fähigkeiten 34
5.2.4 Streben nach positivem Selbstwert 35
5.3 Kernelemente 37
5.3.1 Soziale Kategorisierung 37
5.3.2 Soziale Identität 39
5.3.3 Sozialer Vergleich und positive Distinktheit 41
5.4 Überprüfungen der Randbedingungen 46
5.4.1 Emotionale Spannungen, Angst, Wut 47
5.4.2 Sicherheit, Legitimität, Macht 50
5.4.3 Ähnlichkeiten bzw. Fremdheit 53
5.4.4 Salienz der Gruppenkategorien 55
6. Ergebnis der Untersuchung 57
Literaturverzeichnis 59
Anhang 66
Erklärung 70
Lebenslauf 71

Automatisiert erstellter Textauszug:

5.1 Überprüfungen der Voraussetzungen für das Vorliegen einer Gruppe Bevor mit der Überprüfung der einzelnen Elemente in Bezug auf die SIT begonnen wird, soll hier zunächst kurz überprüft werden, ob die Voraussetzungen für das Vorliegen einer Gruppe in Rajneeshpuram erfüllt werden können. Wie im Abschnitt 4.1 beschrieben, kann dann von einer Gruppe gesprochen werden, wenn eine Vielzahl von Menschen zusammenkommen, die miteinander in Interaktion treten, eine gemeinsame Norm für ihr Verhalten haben und ihre Rollen klar definiert sind. In Rajneeshpuram lebten zunächst nur fünf Sannyasins, die auf der Big Muddy Ranch alles vorbereiteten, damit die anderen Sannyasins aus Indien nachziehen konnten.181 Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Anhänger nach Oregon, um in der Kommune zu leben. Gerüchte gingen um, dass eine Stadt für 10.000 Sannyasins geplant war.182 Letztendlich wohnten aber nur 5.000 Sannyasins auf der Ranch.183 Die Bedingung, dass eine Vielzahl von Menschen vorhanden sein muss, ist damit erfüllt. Die Bedingung, dass eine Interaktion vorhanden sein muss, kann ebenso als erfüllt angesehen werden, denn die Sannyasins wohnten in einem komplexen System, das als eine Art Großfamilie angesehen wurde.184 Sie agierten in Form einer Zusammenarbeit und bauten dadurch eine neue Kommune auf.185 Eine Norm existierte in dem Sinne, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl auf ein Meister-Schüler-Verhältnis beruhte, das durch Hingabe an den Meister („surrender“) erreicht werden konnte. Dem Element „Surrender“ musste alles untergeordnet werden, so wurde bspw. Kritik in Rajneeshpuram als negative Energie angesehen. Jeder der Kritik ausübte, störte das Energiefeld Bhagwans und musste daher den Ashram verlassen.186 Da der Ausschluss aus dem Ashram für viele als Entzug einer Belohnung galt, bemühten sich die Sannyasins diese Norm einzuhalten. Ferner bestand eine klare Rollenverteilung. Bhagwan galt als spirituelles Oberhaupt der Rajneesh-Religion.187 Sein Wissen und seine Weisheit galten als Glaubensdogmen und wurden somit nicht angezweifelt. Bhagwan galt als Meister, während seine Anhänger als seine Jünger bzw. als Schüler galten, die ihm vollstes Vertrauen schenkten.188 [...]

Informationsgehalt eines Vergleiches ist daher bei einem Vergleich mit ähnlichen Personen höher, als bei einem Vergleich mit Individuen, die sich in keiner Form ähneln. Erscheint einem Individuum ein anderes Individuum als ähnlich, so wird dieses eher der eigenen Gruppe, als der Fremdgruppe, zugeordnet.174 Durch die Unterscheidung, ob Ähnlichkeiten vorliegen oder nicht, erfolgt eine Trennung in In- und Outgroup. Das Konzept der Ähnlichkeit kann sich auf die Attribute als Personenmerkmale (Alter, Geschlecht, Ausbildung, Hautfarbe usw.) oder auf die Attribute als Situationsmerkmale (gemeinsames Schicksal, Ähnlichkeit hinsichtlich der Rollensituation usw.) beziehen.175 4.3.3.4 Salienz der Gruppenkategorien Salienz bedeutet eine Hervorhebung bzw. ein Herausragen von Elementen, so dass der betreffende Sachverhalt bzw. eine Kategorie besonders auffällig ist.176 Anders ausgedrückt kann Salienz auch als aktuell beschrieben werden.177 Faktoren z.B., die die Salienz von Kategorisierungen in Ingroup und Outgroup erhöhen, vergrößern die wahrgenommene Identität (Ähnlichkeit, Austauschbarkeit) zwischen sich selbst und anderen Ingroup Mitgliedern und vergrößern dabei die Unterschiede zu den Mitgliedern der Outgroup.178 Die Salienz der Gruppenkategorien, die eine situative Randbedingung darstellt, fördert das Intergruppenverhalten. Je bedeutungsvoller eine bestimmte Situation bzw. eine Kategorie ist, desto deutlicher werden die Intergruppenunterschiede.179 Damit in dieser Randbedingung das Element Intergruppenverhalten auftritt, muss die Salienz einer Kategorie als kognitives Element in der Realität gelten. Ferner muss das Streben nach Aufrechterhaltung oder Herstellung einer positiven sozialen Identität bzw. positiven Distinktheit, in der gegebenen Situation, auf salienten Gruppenkategorien beruhen.180 [...]

zwischen den Interaktionspartnern. Macht ist somit kein Objekt, sondern ein Teil einer Interaktionsbeziehung und stellt eine Form des sozialen Einflusses dar.167 Es gibt viele Definitionen von Macht. Die bekannteste Definition lautet: „Macht ist jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichwohl, worauf diese Chance beruht.“168 Der Machtbereich schlägt sich in den feldtheoretischen Orten nieder, in der eine Interaktionsperson die andere Person beeinflussen kann. Z.B. geographisches Gebiet, Personenanzahl, Zeitdauer. Soll Macht eingesetzt werden, so hängt dies unter anderem von der Legitimität der Machtausübung ab. Generell gelten Macht und Legitimität als zwei voneinander unabhängige Faktoren. Jedoch besteht eine psychologische Tendenz in der Hinsicht, dass gegebene Machtverhältnisse, die nicht in Frage gestellt werden, auf längerfristige Sicht als legitim angesehen werden können, auch wenn sie gegen bestimmte Wertprinzipien verstoßen. Macht ist eine wichtige Vergleichsdimension und stellt ein knappes Gut in der Gesellschaft dar. Ist eine tatsächliche Veränderung auf einem Gebiet vorgesehen, so kann dies durch Macht verwirklicht werden.169 4.3.3.3 Ähnlichkeit bzw. Fremdheit Im Folgenden wird nur auf den Begriff Ähnlichkeit eingegangen, da bei einer Beschreibung von Ähnlichkeiten gleichzeitig der Unterscheid zur anderen Gruppe und damit Fremdheit, offensichtlich ist. Generell wird angenommen, dass Mitglieder einer Gruppe Ähnlichkeiten aufweisen.170 Um festzustellen, ob Individuen in Bezug auf andere Individuen Ähnlichkeiten aufweisen, muss dem ein Vergleich vorangegangen sein.171 Hier kommt erneut die Theorie der sozialen Vergleichsprozesse von Festinger ins Spiel. Diese Theorie besagt, dass ein sozialer Vergleich Ähnlichkeiten voraussetzt. Diese Vergleiche beruhen auf subjektiv wahrgenommenen Ähnlichkeiten.172 Daher kann auch von einer Ähnlichkeitshypothese gesprochen werden, die sich auf die Selbstbewertung bezieht.173 Schon aus Gründen der Validierung erscheint es sinnvoll, dass Individuen sich nur mit denen vergleichen, deren Fähigkeiten und Ansichten ähnlich sind. Wichtig erscheint es auf die Ähnlichkeit der relevanten Attribute zu achten, denn Attribute, die keine Ähnlichkeiten aufweisen, machen einen Vergleich überflüssig und sinnlos. Der [...]

Arbeit zitieren:
Höber, Yvonne Juni 2004: Rajneeshpuram, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Asha, Bhagwan, Kategorisierung, social identity theory, Distinktheit

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